Kapitel 7

Am nächsten Morgen steige ich erneut die Treppe hinunter. Noch am gestrigen Abend hat Hilley mich darum gebeten es zu versuchen. Sie will versuchen mir zu zeigen wie ich die Kräfte, die tief in mir schlummern, nutzen kann ohne eine Gefahr für die anderen Seraphinen zu sein.

Ich habe in dieser Nacht, jedoch nicht besonders gut geschlafen. Ich habe mich die ganze Nacht in meinem Bett herum gewälzt und habe es irgendwie nicht geschafft zur Ruhe zu kommen.

Im Hausflur angekommen, schaue ich mich um.

"Was suchst du?", fragt plötzlich jemand hinter mich. Ich drehe mich erschrocken um.

Auf einem Barhocker in der Küche sitzt Ruby. Sie hat ihre Haare zu einem hohen Pferdeschwanz gebunden und trägt einen weinroten Mantel. Es scheint als wäre sie schon seit Stunden wach. Ich werfe einen Blick auf die Uhr über der Spüle. Es ist gerade einmal neun Uhr. Wann ist sie denn dann aufgestanden?

"Nichts", winke ich ab:"Wo ist Hilley?" "Ich bin hier", sagt Hilley hinter mir. Ich drehe mich zu ihr um. Es scheint als wäre sie auch schon fertig. Wieso bin ich die Einzige, die noch nicht fertig ist?

Hilley öffnet einen Schrank im Flur. Er ist aus weißem Holz und hat zwei Schranktüren. Es scheint ein Kleiderschrank zu sein, denn Hilley holt einen blauen Mantel heraus. Sie reicht ihn mir und ich lege ihn um meine Schultern. Ich weiß nicht, wieso sie will, dass wir uns immer in so warme Kleidung hüllen sollen. Wahrscheinlich geht es ihr auch gar nicht darum, dass mir warm ist, sondern dass man mich nicht erkennt. Schließlich hatte jeder Mantel, den sie mir bisher gegeben hat, eine Kapuze. Sie will wahrscheinlich einfach nicht, dass sowas in der Gasse nochmal passiert. Sowas will ich echt nicht nochmal erleben. In diesem Moment hatte ich echt Angst vor ihr.

Sie nimmt einen zweiten Mantel aus dem Schrank. Er ist weiß. Weiß? Ist das ihr ernst? Wenn sie einen weißen Mantel trägt, fällt sie in einer Menschenmenge ja auf wie ein bunter Hund. "Kommt jetzt Mädels. Wir sollten los gehen", verkündet sie und läuft einfach los.

Ruby folgt ihr. Ich tue es ihr gleich. "Wohin gehen wir denn?", frage ich im Gehen. "An einen See. Dort könnt ihr beide eure Kräfte ausreichend trainieren", erklärt sie. Wo ist denn hier ein See?

Ich schaue Ruby fragend an. Sie zuckt aber auch nur mit den Schultern. Sie war also auch noch nie dort.

Mein Blick fällt auf Rubys Hals oder eher gesagt auf die Kette, die sie um ihre Hals gelegt hat. Sie sieht genauso aus wie meine. Der einzige Unterschied ist der Kristall, der daran befestigt wurde. Er ist rot und leuchtet, genau wie mein eigener, von Inneren heraus leicht rötlich. Rot? Wenn sie auch eine elementare Kraft hat, hat sie wahrscheinlich die Feuerkraft. Das würde gut zu ihr passen. Außerdem sind wir beide so unterschiedlich wie unsere Elemente. Wie Feuer und Wasser. Diese beiden Elemente können sich gegenseitig zerstören. Ob Ruby und ich irgendwann gegeneinander kämpfen? Hoffentlich nicht. Schließlich wird immer eines der beiden Elemente zerstört.

Ich bin für Verbesserungsvorschläge jederzeit offen! Hinterlasst mir gerne Kommentare.

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