Manche Männer könnten das falsch verstehen

ELLA

Die nächsten Tage tauchte Ben nicht auf, weder zu Hause noch in der Uni. Langsam kehrte Ruhe ein und ich dachte nicht mehr ständig an den Kuss zwischen uns. Ich unternahm viel mit Anna und Jan, heute Abend planten wir auf eine Party von der Uni zu gehen. Wir trafen uns vor dem Eingang und gingen gemeinsam hinein, wir bestellten uns etwas an der Bar und Anna meinte wir sollten uns Heute mal so richtig gehen lassen. Wir tanzten und tranken und ich hatte schon einen leichten Schwips als ich auf der Tanzfläche angetanzt wurde. Ich drehte mich um und stand vor einem gut aussehenden Typen der um einiges größer war als ich und er lächelte mich an. „Magst du tanzen?" fragte er und ich nickte bloß, ein bisschen Ablenkung von Ben konnte nicht schaden, nach einigen Minuten kam er mir verdammt nah und das gefiel mir überhaupt nicht. Ich trat ein Schritt zurück und er kam wieder näher und packte meine Hüften und drückte mich an sich. Mein versuch mich von ihm zu lösen brachte nichts. Ich sah mich Hilfe suchend um, aber ich konnte weder Anna noch Jan entdecken. Im nächsten Moment löste er sich ruckartig von mir, ich sah verwirrt zu was hier gerade geschah. Ben zog den Typen von mir weg, verpasste ihm einen stoß und sagte irgendetwas zu ihm und der Typ verschwand.

Ben sah mich wütend an „Wir gehen!" sagte er knapp, nahm meine Hand und zog mich hinter sich her. Wo kam er denn so plötzlich her? Vor der Tür stoppte ich und starrte ihn an „Was soll das Ben? Du kannst nicht einfach für Tage verschwinden und mich dann wie ein Irrer von einer Party zerren!" schrie ich ihn an, Alkohol macht definitiv mutig. „Es sah aus als hättest du Hilfe gebraucht und er sah nicht so aus als wollte er nur tanzen" seine Augen wirkten plötzlich dunkel und bedrohlich, er machte mir Angst. Ben zog mich weiter zu seinem Auto und machte die Beifahrertür auf und ich stieg ohne ein weiteres Wort ein. Ben fuhr los und nach meinem empfinden fuhr er viel zu schnell „du solltest so nicht herum laufen" sagte er ohne mich anzuschauen „Ach ja und du solltest nicht so schnell fahren! Was stimmt denn nicht mit meiner Kleidung? " fragte ich ihn etwas lauter als beabsichtigt. Ben drosselte das Tempo „Manche Männer könnten das falsch deuten" Was? Spinnt er jetzt völlig? Wollte er damit sagen das ich billig aussah? Jetzt wurde ich echt wütend was bildet er sich eigentlich ein. Den Rest der Fahrt sprachen wir nicht mehr miteinander und ich starrte aus dem Beifahrerfenster. Als wir an der Villa ankamen öffnete Ben die Tür und schob mich ins Haus „Ich kann alleine laufen" fauchte ich ihn an, der Alkohol verschaffte mir den Mut ihn in der Lobby stehen zu lassen und auf die Treppe zu zu torkeln. „Ella warte!" rief er mir nach und folgte mir, ich drehte mich um und schrie ihn an „Was willst du?" Ben sah mich mit verlangenden Blick an und presste mir seine Lippen so schnell auf den Mund das ich keine Möglichkeit hatte ihm zu entfliehen, diesmal war der Kuss nicht so unsicher wie beim ersten mal, das hier wirkte als müsste er seinen Standpunkt klar machen. Ich schlug ihm auf die Brust und er löste sich von mir „Lass mich, du sagst mir das ich billig aussehe und im nächsten Moment küsst du mich, was stimmt bitte nicht mit dir?" schrie ich ihn wieder an „So habe ich das nicht gemeint" sagt er in einem sanften, fast schon entschuldigenden Ton „Ach nein, wie hast du es denn gemeint Ben?" fragte ich ihn leicht abwertend.

Er kam wieder einen Schritt auf mich zu und ich spürte deutlich seine Nähe und hoffte das ich jetzt nicht einknicken würde „Du siehst umwerfend aus, du bist unglaublich sexy und bringst mit deiner Art Männer dazu Gedanken zu haben die sie nicht haben sollten und du merkst nicht einmal wie du auf sie wirkst, weil du dir dessen nicht mal bewusst bist" sagt er mit gedämpfter Stimme, als wäre es ihm peinlich so offen mit mir zu reden. Ich sah in an und der Alkohol zeigte nun seine ganze Wirkung, in Kombination mit seiner Nähe war es eine gefährliche Mischung und meine Beine gaben im nächsten Augenblick nach. Ben fing mich auf „Alles Okay?" fragte er und ich nickte. Er nahm mich in seine Arme und trug mich die Treppe hinauf, ich gab meinen Widerstand nun endgültig auf und lehnte mich an seine Brust, während sich in meinem Kopf alles drehte. In diesem Zustand würde ich wahrscheinlich nur auf allen Vieren die Treppe rauf kommen. Ben brachte mich in mein Zimmer und legte mich auf das Bett, zog mir die Schuhe aus und grinste mich an. Dieses Grinsen ist so verdammt sexy, ob er das weiß? Ganz sicher weiß er das, er ist schließlich Ben. „Du hast einen ganz schönen Schwips, Ella" stellte er fest, ja den hatte ich tatsächlich. Plötzlich war ich unglaublich müde, entschlossen den heutigen Tag zu beenden drehte ich mich zur Seite und schloss die Augen um zu schlafen. „Ella du solltest die Sachen ausziehen du riechst wie eine Kneipe" ich hörte ihm gar nicht zu „Mmh" gab ich müde von mir. Im nächsten Moment senkte sich das Bett, Ben musste sich wohl neben mich gesetzt haben „Mach mal die Arme hoch, ich helfe dir" sprach er und ich versuchte meine Arme zu heben, was hat er vor? Er will doch nicht in meinem Zustand mit mir ins Bett. „Autsch" rief Ben aus und fing an zu lachen, ich hatte ihm meinem rechten Arm ins Gesicht geschlagen. Mist ich stelle mich an wie ein Kleinkind. „Sorry" versuchte ich mich zu entschuldigen und Ben zog mir mein Shirt über den Kopf, zum Glück trug ich darunter noch ein Top. „Und jetzt hebe mal die Hüften leicht an" Oh, ich hab gar nicht gemerkt das er sich an meiner Hose zu schaffen machte. „Nein" protestierte ich, ich würde mich sicher nicht von ihm bis auf die Unterwäsche ausziehen lassen. „Ella bitte, ich schau auch nicht hin" okay, ich würde diese Diskussion niemals gegen ihn gewinnen, er würde nicht locker lassen, also gab ich auf und hob brav die Hüften leicht an. Ich konnte seine Fingerspitzen spüren, die über meine nackte Haut strichen und mein Körper reagierte sofort darauf. Mein Atmung beschleunigte sich und mein Puls begann zu rasen, Ben zog ruckartig seine Hände weg, als hätte er sich verbrannt „Gute Nacht" sagte Ben und legte die Decke über mich und verließ mein Zimmer. Ich wünschte er würde bei mir bleiben, wie konnte ich auch denken das er mit jemanden wie mir ins Bett wollen würde.

Als ich am morgen erwachte, fühlte sich mein Kopf an als würde jemand darauf herum hämmern. Ich quälte mich aus dem Bett und beschloss auf die Suche nach Kopfschmerztabletten zu gehen. Was für ein Abend, aber ich werde aus Ben einfach nicht schlau. Im einem Moment ist er mir so nah und im nächsten rennt er davon um wie aus dem nichts wieder aufzutauchen. Ich schlich die Treppe herunter in der Hoffnung, wenn ich leise wäre würde mein Kopf aufhören zu hämmern. Tat er natürlich nicht! Ich blieb auf dem Treppenabsatz stehen, als ich Stimmen aus dem Wohnzimmer hörte. Die eine Stimme gehörte Ben, das war nicht zu überhören und die andere einer Frau. Sie kam mir nicht bekannt vor und es schien als würden sie sich streiten. Ich wollte nicht lauschen, aber dann hörte ich wie mein Name fiel. „Sie heißt Ella und der Rest geht dich nichts an!" schrie Ben die Frau an, wer sie wohl ist und was hatte ich mit ihrem Streit zu tun? „Du weißt was ich von dir erwarte Benedikt, also beende das!" sagte sie in einem strengem Ton. „Du wirst mir nicht sagen was ich tun soll, ich bin 24 Jahre alt und entscheide selbst über mich, außerdem ist da nichts was beendet werden müsste" erwiderte Ben, nun wurde ich echt neugierig was da vor sich ging und schlich zur Tür um einen Blick auf die Frau zu werfen mit der er sprach. „Du weißt das wir uns in gesellschaftlichen Kreisen bewegen, wo andere Werte zählen und die gesellschaftliche Stellung eine wichtige Rolle spielt. Ich will doch nur das beste für dich, sieh das doch endlich ein" versuchte ihm die Frau klar zu machen. Ich konnte sie nun sehen, sie war hübsch und war gut gekleidet und ungefähr ende vierzig sah aber jünger aus. Sie wirkte sehr unterkühlt und distanziert, in ihrer Körperhaltung zeigte sich keinerlei Zuneigung für Ben. Ben stand ihr gegenüber und hatte die Arme vor seiner Brust gekreuzt. Er sah wie immer toll aus, aber heute strahlte er eine Entschlossenheit aus, er wirkte fast schon dominant, aber das schien die Frau nicht im geringsten zu beeindrucken. Seine Muskeln spannten sich unter seinem T-Shirt an, er war echt sexy. Er war ein ganzes Stück größer als die Frau, obwohl sie verdammt hohe High Heels trug. Wie kann man darin bloß laufen? Ben lachte „Das Beste für mich? Willst du mich verarschen, wo warst du denn als ich im Krankenhaus war? Lass mich raten, auf der Yacht von deinem neuen Typen, und nicht wir bewegen uns in diesen Kreisen, sondern du! Und es ist mir scheiß egal was die Gesellschaft von mir denkt oder von mir erwartet!" ich hatte Ben noch nie so wütend erlebt. „Rede nicht in diesem Ton mit mir Benedikt, du scheinst einen schlechten Umgang zu pflegen" sagte sie. Plötzlich drehte Ben sich um als hätte er mich bemerkt und sah mich direkt an, ich verschwand in die Küche. Ich konnte noch hören wie er erneut zu der Frau sprach „Du solltest jetzt gehen" im nächsten Moment hörte ich das klappern von Absätzen in der Lobby und sie kamen näher, verdammt nah und stoppten plötzlich, ohne das eine Tür ins Schloss fiel.

Mist! Ich drehte mich zur Tür und sie musterte mich vom Türrahmen aus. „Guten Tag" versuchte ich höflich zu klingen. „Sie sind Ella" stellte sie kühl fest, die Abneigung mir gegenüber hätte nicht deutlicher zu spüren sein können „Ähm ja, das ist richtig" antwortete ich höflich und zwang mich zu einem Lächeln. Diese Frau machte mir angst „Ich weiß nicht was sie von meinem Sohn wollen, aber ich rate ihnen sich von ihm fern zu halten" Was? Das ist seine Mutter. „Ich möchte nicht unhöflich sein, aber ich denke das Ben selbst entscheiden kann mit wem er befreundet ist und mit wem nicht!" gab ich ihr meinen Standpunkt zu verstehen. Sie sah mich noch einem Moment lang an und wollte gerade gehen als sie mir einen bösen Blick zu warf „Früher oder später wird er sie fallen lassen, das tut er immer, er ist nicht der Typ für eine Romanze" und mit diesen Worten verschwand sie. Ich starrte eine Weile auf den nun leeren Türrahmen, jetzt verstand ich was Mary damit meinte, als sie sagte das es nicht leicht ist mit so einer Mutter zu leben. Nachdem ich eine Kopfschmerztablette gefunden hatte ging ich in das Wohnzimmer und entdeckte Ben auf dem Sofa. Er hatte die Ellenbogen auf die Knie gestützt und hielt sich die Hände vor das Gesicht. Instinktiv ging ich zu ihm und stellte mich vor ihn hin und strich ihm beruhigend über den Kopf, ich hatte das Gefühl ihn trösten zu müssen. Von dem Mann der eben noch so stark wirkte, war jetzt nicht mehr viel zu sehen.Ben schlang seine Arme um mich, zog mich auf seinen Schoß und vergrub seinen Kopf an meinem Hals. Ich war etwas unsicher was ich nun tun sollte, was wenn er mich wieder weg stößt? Ich dachte nicht länger darüber nach und ließ es zu und strich ihn weiter durch seine dunklen Locken. Eine ganze Weile saßen wir in Gedanken versunken zusammen und keiner sagte ein Wort, aber ich hatte das Gefühl wir müssten nicht darüber reden, es war bereits alles gesagt. Er musste mir nicht erklären, warum sie sich gestritten hatten. Ich wollte diesen Moment nicht durch ein Gespräch zerstören, Ben würde sicherlich auch nicht darüber reden wollen und sich wieder aus dem Staub machen. Aber das würde ich nicht zulassen, dafür genoss ich seine Nähe zu sehr.

Ben löste sich leicht von meinem Hals und ich war fast ein bisschen enttäuscht, jetzt seine Wärme nicht mehr zu spüren. Ein Gefühl von Angst überkam mich, er würde sicher wieder davon laufen, jetzt wo er sich anscheinend besann was er hier gerade tat. Ich wollte gerade von seinem Schoß rutschen, als er mich wieder an sich zog. Ich fühlte wie er vorsichtig meinen Hals küsste, was wird das denn jetzt wieder? Ich glaube wir sollten langsam mal klären was das zwischen uns ist. Seine Küsse wanderten nach oben und trafen auf die Stelle hinter meinem Ohr, nun würde ich völlig den Verstand verlieren. Seine Wirkung auf meinen Körper war mir ein einziges großes Rätsel, so ein Gefühl hatte ich noch nie. Ich zog seinen Kopf näher an mich heran. Ben richtete sich auf und sah mir in die Augen und ich konnte deutlich die Erregung darin sehen. Er schaute mich einfach nur an, als warte er auf meine Erlaubnis. Mein Kopf schrie hau ab, das ist keine gute Idee, aber mein Körper wollte etwas ganz anderes, er wollte Ben. „Ella bitte sag das ich aufhören soll" flehte er mich an, er rang sichtlich um seine Beherrschung.

Ich nahm all meinen Mut zusammen und wagte den ersten Schritt, denn von Ben würde er diesmal nicht kommen, da war ich mir sicher. Ich umfasste mit beiden Händen sein Gesicht und strich vorsichtig mit den Daumen über seine Wangen, Ben sah mich einfach nur an. Etwas unsicher zog ich ihn zu mir heran, so dass unsere Lippen sich leicht berührten. „Küss mich, bitte" flüsterte ich an seine Lippen, nie hätte ich gedacht das ich jemals einem Mann darum bitten würde mich zu küssen. Aber bei Ben geriet sowieso mein ganzes Gleichgewicht aus den Fugen. Anfangs küssten wir uns zaghaft und es fühlte sich an als wüsste keiner von uns was er hier eigentlich tat. Ich öffnete die Augen und sah direkt in Bens, sein Blick wirkte leicht verhangen. Was mich darin bestätigte das ihn das ganze nicht kalt ließ, ich küsste ihn etwas drängender und biss ihm leicht auf die Unterlippe, Ben stöhnte leicht auf und ich nutzte die Gelegenheit mit meiner Zunge nach seiner zu tasten. Als unsere Zungen sich trafen, drückte Ben mich mit den Rücken auf das Sofa und beugte sich über mich. Mit seinen Händen stützte er sich neben meinem Kopf ab und seine Lippen lagen weiter auf meinen. Sein Becken drückte sich leicht gegen meins und ich konnte deutlich spüren das er erregt war und mein Körper reagierte sofort auf ihn, ich hob ihm meine Hüften leicht entgegen. Unser Kuss wurde fordernder und meine Hände wanderten über seinen Rücken und ich spürte das er sich anspannte als meine Hände den unteren Rand seines Shirts fanden und ich sie darunter schob. Wieder entwich ihm eine leichtes Stöhnen und er löste sich von mir und Küsste sich nach unten zu dem Ausschnitt meines Shirts. Eine seiner Hände hatte bereits den weg unter mein Shirt gefunden und lag nun auf meinem Bauch. Oh Gott lange würde ich das hier nicht aushalten, ich wollte mehr. Dieses Gefühl des körperlichen Verlangens war mir völlig neu. Meine Finger suchten nach den Verschluss seiner Hose. Als ich ihn fand und gerade den Knopf öffnete fuhr Ben hoch. Er starrte mich an, er sah aus als hätte ihm jemand einen Eimer eiskaltes Wasser über den Kopf geschüttet. „Mist, Sorry... Ella das wollte ich nicht, es war nur...also ...meine Mutter...ach Scheiße ich weiß auch nicht" stotterte er mich an. Ist das jetzt sein ernst? Will er sich eigentlich immer entschuldigen, wenn wir uns näher kommen? Er treibt mich noch in den Wahnsinn. „Schon okay Ben, aber hör auf dich ständig zu entschuldigen" sagte ich leicht genervt und versuchte meine Kleidung zu richten, nachdem er von mir gerutscht war. Er sah etwas beschämt aus und sagte nichts, also ergriff ich wieder das Wort. „Ben wir sollten darüber reden was hier gerade passiert ist und was das eigentlich zwischen uns ist. Erst suchst du die Nähe zu mir und im nächsten Moment stößt du mich weg, ich versteh es einfach nicht. Also erkläre es mir bitte." Ben stand auf vergrub seine Hände in den Hosentaschen und sah auf den Boden „Da gibt es nichts zu erklären, da ist nichts zwischen uns, also was willst du jetzt von mir hören?" Wie konnte er so etwas sagen, ich kann mir das doch nicht nur eingebildet haben, das da etwas zwischen uns ist. „So siehst du das? Dann sollte ich jetzt gehen und du solltest auf deine Mutter hören und dich von mir fern halten." Ich war wirklich gekränkt und kämpfte gegen die Tränen an die plötzlich in meinen Augen brannten. Ich stand auf und ging an ihm vorbei, doch sein Arm griff nach mir „Lass mich!" schrie ich ihn an und schlug seine Hand weg. „Ella bitte..." er klang fast etwas verzweifelt „Nein, nichts Ella" und mit diesen Worten verließ ich das Wohnzimmer und ließ diesmal Ben allein zurück.


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