Mein zweites Ideal

 

Vielleicht neigt sich tatsächlich immer alles zum Gegenteil.

Die Frage ist: „Was wollte ich, und was habe ich bekommen?“

Ist es das Gegenteil oder genau, was ich eigentlich auch wollte?

Oder ist die Idealvorstellung gerade eben das Gegenteil von dem, was ich nun bekommen habe?

 

Ideal ist nicht perfekt.

 

Nicht perfekt genug. Es muss etwas geben.

Einen Reiz.

Ideal ist zu langweilig – das Gegenteil zu viel.

Aber das übertriebene Gegenteil ist das zweite Ideal.

 

Sollte ich mich schlecht fühlen? Tu ich nicht in geringster Weise.

Ich versuche nicht, rebellisch zu sein. Das wäre dämlich.

Ich folge nur meinem übertriebenen Ideal.

Und das ist extrem.

Extrem und dämlich.

Aber vor allem extrem.

 

Es ist mein zweites Ideal.

Weil das erste zu langweilig ist.

 

Etwas Intensives. Etwas komplett Verrücktes.

Und intensiv. Was auch immer.

Um was auch immer es sich handelt.

 

Es soll obszön und ordinär sein.

Geschmackvoll.

Abgefuckt.

 

Kein Ideal, gleichzeitig ein zweites Ideal.

 

Eine 360-Grad-Drehung.

Ein Erwachen aus dem Schlaf.

Ein Klingeln in der Stille.

Ein „plötzlich“ im unendlichen „dann“.

 

Etwas Unerwartetes. Neues. Gutes. Intensives. Erschreckendes. Süchtig-machend. Aufsaugend. Nervenzerstörend. Unkontrollierbar.

Qualvoll aber nicht schmerzhaft.

Unbeschreiblich.

Mein zweites Ideal.

 

Und das wird nichts und niemand erfüllen können.



Mein zweites Ideal wird nie Wirklichkeit.


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