Jour I
Kehre zurück in die Heimat
Dem Konzentrat all meiner Alpträume
Treffe einen alten Freund, schon fast vergessen
Alles so fremd, doch so vertraut
Je ne retrouve personne

Der Geschmack von Rotwein auf meinen Lippen
Staub an meinen Händen
Alte Liebe, neu verloren

Der Mond scheint so hell in mein Gesicht
Kühle Luft der See in meinen Haaren

Jour II
Will entfliehen
Zurück nach Paris
Kann nicht entkommen
Die Vergangenheit hält mich gefangen
Kehre auf halber Strecke um
Öffne die Fenster
Lasse die Sonne hinein

Sitze abends bei ihr, betrunken und glücklich
Will nicht, dass sie heiratet
Will nicht, dass sie geht

Jour III
Schöpfe neue Hoffnung
Sie sagt:
"Das Problem ist nicht, die richtige Person zu finden,
Man muss wissen, was man will,
Ist es nicht so?"
Verstehe nicht
Verloren in meinen Gedanken

Jour IV
Sie überläßt mir ihr kostbarstes Gut
Hoffnung flammt auf
Verbrenne mich

Weil ich sie liebe, bin ich scheußlich
Denn sie mag diese Art Liebe nicht
Sie sagt:
"Es ist vorbei
Du lebst in einer Fiktion
Gib dich mit dem Schreiben zufrieden
Wenigstens das kannst du"

Will die Nacht mit ihr verbringen
Doch sie geht
Unendlich weit weg
Getrennt seit Jahren

Jour V
Sitze bei meinem alten Freund
Nachtluft bläst durch unser Haar
Er sagt:
"Wieso hast Du dich nie zu mir bekannt?
Ich dachte, Du hältst nichts von Konventionen
Wieso schreibst Du nicht über mich?"

Sterbe vor Angst

Jour VI
"Wo bist Du, mein Lieb, mein Leben?"

Habe sie verloren
Inmitten der Menschen

Erblicke dich, die Kleine an der Hand
Deine Augen so blau wie der Himmel
Deine Lippen so rot wie ein Rubin

Jour VII
Alles geht zu schnell
Zeit rinnt durch meine Hände
Unaufhaltsam

Wie ein Radiergummi
Radiert sie alles weg
Vergißt meine bleierne Liebe
Denn sie ist gemacht, um zu vergessen
Kann sie nicht loslassen

Sechs Jahre
Eine lange Zeit

Seit sie gegangen ist, bin ich jeden Tag ein kleines bisschen mehr gestorben

 Jour VIII
"Liebe hat euch nicht interessiert
Ihr wart das perfekte Paar
Gemeinsame Ziele
Gemeinsame Hobbies
Es war abzusehen, dass sie geht"

Ein Anruf

Renne schwer atmend
Die Treppe hinauf
Werde nie bereit sein, dich leiden zu sehen, dich sterben zu sehen

Ein letzter Satz
Ein letztes Wort
Ein letzter Atemzug

Habe immer alles gegeben
Und doch war es nie genug
 
Jour IX
Asche zu Asche
Staub zu Staub
Der Abschied unendlich schmerzlich

Tes yeux si bleus comme le ciel
Tes lèvres si rouges comme des rubis

Comments

  • Author Portrait

    Tellement touchant, triste et magnifique! Merci pour cette histoire! Schreibe weiter!

  • Author Portrait

    Ein trauriges Gedicht, dass einen durch seine enthaltenen Emotionen überzeugt. Hast du gut gemacht! Schade, dass ich kein Französisch kann, ansonsten wäre ich in den vollen Genuss deines Gedichtes gekommen! <3 :-)

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media