Nur ein Kuss

Ich wollte meinen Blick abwenden, aber ich konnte es nicht. Ich fragte mich, wie lange sie mich noch mit diesem Anblick quälen wollte. Die Antwort auf meine Frage gab James. In Sekundenschnelle packte er seine Kollegin an einem Oberarm und schubste sie mit aller Kraft zu Boden. Sein Gesicht war wutverzerrt und sein Mund mit rotem Lippenstift bedeckt.
Als er mich ansah, weiteten sich vor Entsetzen seine Augen und er kam auf mich zu. Dabei wischte er sich mit einem Ärmel über den Mund.
Ohne um Erlaubnis zu bitten, legte er seinen starken Arm um mich und zog meinen Körper an seinen. Gedankenverloren ließ ich es zu. Das Bild, wie Ophelia ihn küsste, wollte mir einfach nicht aus dem Kopf gehen.
Immer und immer wieder sah ich die Szene vor mir, als würde ich mir einen Film ansehen und ständig an diese Stelle zurückspulen. Ich war den Tränen nahe.
„Es tut mir leid“, flüsterte James mir zu. Verständnislos schüttelte ich den Kopf.
„Du hast nichts falsch gemacht. Ophelia ist diejenige, die an allem Schuld trägt.“ Meine Stimme war ruhig. Sie war frei von Wut, Trauer oder Hass. Ich hatte nicht mehr das Bedürfnis ihn anzuschreien. Auch seine Nähe störte mich nicht. Dieser eine Kuss hatte meine Gefühle heftig durcheinander gebracht. Seit der Nacht, in der meine Eltern gestorben waren, hatte ich scheinbar nichts mehr für James empfunden.
Ich hatte ihn nicht wiedersehen, geschweige denn in meiner Nähe haben wollen. Das Einzige, woran ich nur hatte denken können, war der Hass gegen ihn, weil er bei seinen Kollegen alles ausgeplaudert hatte. Es stand außer Frage, dass er der Auslöser für diese schreckliche Nacht war, aber war dies alles nicht doch eine Verkettung unvorhersehbarer Ereignisse?
James hatte damals einen Rat gebraucht und Hilfe bei einer Freundin gesucht, der er vertraut hatte. Es musste schrecklich für ihn gewesen sein, als er von ihrem Verrat erfuhr. Sie war vermutlich die Einzige, außer mir, bei der er ehrlich über seine Gefühle und seine Sorgen sprechen konnte.
Dazu kam, dass er in unserem Haus versucht hatte meine Eltern und mich zu retten. Er hatte sein Leben riskiert.
Wenn ich alles zusammennahm, dann war sein einziger Fehler, dass er einer Freundin vertraut hatte, die sich als Verräterin entpuppte. War mein Hass also übertrieben gewesen? Vielleicht, aber ich würde sicherlich niemals vergessen, dass er sein Versprechen, keinem seiner Kollegen von mir zu erzählen, gebrochen hatte.
Meine Kehle schnürte sich zu und die zurückgehaltenen Tränen liefen über meine Wangen.
Leise schluchzte ich in James´ Armen und ließ meiner Trauer freien Lauf. Ich weinte wegen meinen Eltern, die für immer fort waren, wegen meiner Zukunftsangst, die mich, trotz meines Entschlusses in Saint Berkaine zu bleiben, nicht losgelassen hatte und ich weinte vor Freude, weil James mich vor dieser wahnsinnigen Killerin gerettet hatte und bei mir war. Er zog mich derweil noch näher an sich und streichelte mir beruhigend über den Rücken.
Vergessen waren die Streitereien zwischen uns. Für mich zählte in diesem Moment bloß seine Anwesenheit, die mir Kraft gab.
„Es ist alles in Ordnung, Holly. Lass dir Zeit.“ Seine unverkennbare Stimme ließ mein Herz bis zum Hals schlagen. Meine Gefühle zu ihm, die im Minutentakt wechselten, verwirrten und überforderten mich. Mir wurde schlagartig schwindelig.
Ich wusste nicht, ob es an dem Chaos in meinem Kopf oder doch nur an der stetig ansteigenden Hitze um mich herum lag. Meine Beine zitterten und ich spürte, wie meine Muskeln schwächer wurden. Auch James schien wieder einmal zu ahnen, dass etwas mit mir nicht stimmte, denn er löste die Umarmung und sah mich sorgenvoll an.  
„Was ist los mit dir?“, fragte er schon beinahe panisch und hielt mich an einer Schulter fest.
„Mir…mir ist so schwind…schwindlig und hei…heiß.“
Meine Stimme krächzte, weil mein Hals trocken und rau war. Der Schweiß auf meiner Stirn rann mir das Gesicht hinab und mir wurde schwarz vor Augen. Ich hatte eindeutig zu wenig getrunken.
„Ich bringe dich von hier weg.“
„Aber wo willst du denn hin?“, fragte ich ihn unsicher. Ich musste mich zusammenreißen, damit mein Kreislauf nicht völlig zusammenklappte.
„Ich bringe dich zu den Trauergästen. Dort bist du zumindest sicher vor Ophelia.“ Erst, nachdem James ihren Namen ausgesprochen hatte, fiel mir wieder ein, dass wir nicht alleine waren.
Auf der Suche nach ihr ließ ich meinen Kopf zur Seite schnellen. Dies stellte sich jedoch als keine gute Idee heraus, denn das Schwindelgefühl wurde schlimmer.
Die Killerin saß unverändert im Gras und starrte uns wie hypnotisiert aus ihren großen Augen an. Ihr emotionsloses Gesicht war mir unheimlich und ich bekam trotz der Wärme eine Gänsehaut. Ich konnte einfach nicht glauben, dass diese Frau mir mehr Angst einjagte, als alles andere auf dieser Welt.
„Unglaublich, was ein einziger Kuss von mir bewirken kann.“ Sie setzte ein schiefes Grinsen auf.
„Wie schön, dass ihr wieder zusammengefunden habt.“ Erfreut klatschte sie in die Hände, doch der Spott in ihrer Stimme war kaum zu überhören. Dann schob sie beleidigt die Unterlippe vor.
„Schade ist nur, dass Jimmy der Kuss wohl nicht so gut gefallen hat.“ Sie zuckte mit den Achseln.
„Tja, es ist deine Entscheidung. Du hast sie als Freundin gewählt, ein durchschnittliches, kleines Mädchen.“ Ich spürte, wie sich James neben mir verkrampfte. Seine Augen sprühten Funken vor Zorn.
„Halt deinen Mund, Ophelia“, zischte er gefährlich.
„Du hast mir gar nichts zu sagen“, fauchte sie und erhob sich langsam. Ängstlich schaute ich zwischen beiden hin und her. Es war kaum zu übersehen, dass sich hier ein erneuter Kampf zwischen den Killern anbahnte und ich ahnte, dass James wegen seines verletzten Arms erneut den Kürzeren zog. Mit zitternder, rechter Hand zupfte ich leicht an seinem schwarzen Hemd. Verärgert schaute er zu mir.
„Was ist?“ Ich ignorierte seinen genervten Unterton.
„Bitte lass uns einfach gehen, James. In deinem Zustand hast du doch kaum eine Chance gegen sie.“ Ich hatte leise gesprochen, trotzdem hatte Ophelia meine Worte gehört.
„Sie hat Recht. Hör lieber auf dein Püppchen, Jimmy“, spottete sie und grinste überheblich. Sie wollte ihn provozieren, gar keine Frage. Ich konnte nur hoffen, dass James nicht darauf einging, doch zu meinem Leidwesen blieb er stehen, ohne sich noch einmal zu mir umzudrehen. Ich war kurz davor ihn anzuschreien und notfalls mit Gewalt hinter mir her zu ziehen.
„Bitte, James“, flehte ich ihn an und nahm seine rechte Hand. Bei meiner Berührung zuckte er leicht zusammen. Anscheinend war er mit seinen Gedanken ganz weit weg gewesen.
„Es tut mir leid, aber ich kann nicht. Ich will, dass du zu den Trauergästen gehst.“ Dann drehte er seinen Kopf zu mir und beugte sich nahe zu mir herunter.
„Das Wichtigste ist, dass du auf dich aufpasst und immer wachsam bist. Achte darauf, dass dich keiner verfolgt, egal, wo du bist. Am Besten traust du keinem Fremden.“ Er hatte so leise geflüstert, dass ich ihn nur sehr schwer verstanden hatte. Ich wollte ihn gerade fragen, ob das ein Scherz sein sollte, doch als ich seine ernste Miene und sein angespanntes Gesicht sah, wusste ich, dass er momentan nicht zu Scherzen aufgelegt war.
„Geh jetzt“, befahl er und drängte mich in die entgegengesetzte Richtung. Ich ging jedoch direkt wieder zu ihm zurück.
„Warum kannst du nicht mitkommen? Es ist reiner Selbstmord hier zu bleiben, dass weißt du. Du bist nicht verpflichtet dein Leben für mich aufs Spiel zu setzen.“ Plötzlich wirbelte er herum. Seine Augen zeigten Scham und Schmerz.
„Doch, ich bin für dich verantwortlich, Holly. Ich habe Schuld am Tod deiner Eltern. Sie konnte ich nicht mehr retten. Darum werde ich ganz sicherlich nicht hilflos dabei zusehen, wie ein paar verrückte Killer dich töten. Ich bleibe hier, ob du willst oder nicht.“ Seine Stimme war zunehmend lauter geworden. James´ Brust hob und senkte sich beunruhigend schnell. Ich verdrehte die Augen. Schon wieder musste er seinen Willen um jeden Preis durchsetzen.
„Tu mir den Gefallen und geh jetzt.“ Ich konnte in seinem Gesicht ablesen, wie viele Sorgen er sich um mich machte, aber ich hatte ebenfalls Angst um ihn. Ich konnte ihn unmöglich mit dieser Irren alleine lassen. Wenn er nicht so schlimm verletzt gewesen wäre, dann hätte er sich gegen seine Kollegin behaupten können und ich wäre wahrscheinlich gegangen, wie er es von mir verlangte, doch die Realität sah anders aus.
„Du kannst nicht von mir verlangen, dass ich gehe und du um dein Leben kämpfst.“ Aus mir sprach die pure Verzweiflung. Ich wollte nicht noch einen geliebten Menschen verlieren. Das würde ich nicht aushalten.
„Kannst du dich endlich entscheiden, Jimmy? Diese schnulzige Liebesszene zwischen euch beiden ist ja kaum zu ertragen.“
Mit den Händen in den Hüften und einem angewiderten Blick musterte uns Ophelia. Sie wirkte ungeduldig und gestresst. Kein Wunder, schließlich musste sie ihren Worten nach einen Auftrag erfüllen und der lautete, James bei irgendeinem Typen namens Jericho abzuliefern.
Glück im Unglück war die Tatsache, dass sie ihn lebend zu ihm bringen sollte. Dies war wohl der einzige Grund, warum James überhaupt noch am Leben war. Dieser starrte Ophelia hasserfüllt und mit zusammengepressten Lippen an. Ich konnte ihm ansehen, dass er kurz davor war sich auf sie zu stürzen und ihr all die Schmerzen, die sie ihm zugefügt hatte, heimzuzahlen.
„Ich werde hier bleiben, aber du gehst und zwar sofort. Das ist mein letztes Wort!“ Er sah mich noch einmal eindringlich an, bevor er mir wieder seinen Rücken zuwandte. Sein aggressiver Ton erschreckte mich.
Wie festgefroren blieb ich stehen. Mir war klar, dass es besser war von hier zu verschwinden, aber ich konnte mich nicht bewegen. Ich schaute nur zu James und wurde zunehmend unruhiger. Ich wusste nicht, was als nächstes passieren, geschweige denn, wie er reagieren würde, wenn er mitbekam, dass ich nicht gegangen war. Nervös kaute ich auf meiner Unterlippe herum. Die Spannung in der Luft war unerträglich. Ophelias Lippen umspielten auf einmal ein süffisantes Grinsen.
„Du bist ein dummer Junge, Jimmy. Du hättest verschwinden sollen, dass wäre eindeutig besser für dich gewesen.“ Er schnaubte.
„Das werden wir ja sehen“, knurrte er und machte einen Schritt auf sie zu. Meine Muskeln verkrampften sich und ich schluckte. Ich schickte ein Stoßgebet zum Himmel. Hoffentlich passierte ihm nichts und er würde mit mir zusammen den Friedhof verlassen. Es war kaum zu glauben, dass ich ihm noch vor wenigen Tagen den Tod gewünscht hatte, doch der Kuss und meine aufkommende Eifersucht hatten mir gezeigt, wie sehr ich ihn trotz allem noch liebte. James und ich gehörten zusammen. Und die Tatsache, dass er den Job als Auftragskiller aufgegeben hatte, ließ mich auf eine Besserung in unserer Beziehung hoffen.
Vorbei waren die schlaflosen Nächte, in denen ich mir Gedanken darüber machte, wo James war und was er wohl gerade tat. Letztendlich hatte er doch das Töten meinetwegen aufgegeben. Er hatte sich gegen seine Kollegen und seinen Auftrag gestellt.
Jedoch waren meine Sorgen und Ängste nicht verschwunden. Sowohl er, als auch ich schwebten von nun an in Lebensgefahr.
Vielleicht wäre es die beste Idee zur Polizei zu gehen, aber dann würden sie James im Gegenzug ebenfalls ins Gefängnis bringen. Das konnte und wollte ich auf keinen Fall riskieren.
Aber wie sollten wir sonst die Killer loswerden? James und ich waren auf uns alleine gestellt, denn ich wollte keinen meiner Freunde um Hilfe bitten. Erstens, weil sie dann selbst in Gefahr schwebten und zweitens hätten sie keine Chance gegen die Killer, so, wie ich. Das hieß, dass eigentlich James der Einzige war, der uns von ihnen befreien konnte, da er körperlich dazu in der Lage war.
Außerdem kannte er ihre Stärken und Schwächen. Diese bittere Erkenntnis ließ mich seufzen. Ich war verzweifelt. Die Situation erschien mir aussichtslos und verfahren. James konnte es unmöglich alleine mit ihnen aufnehmen. Ich würde ihm ja helfen, wenn ich nicht so schwächlich und feige wäre. Die Begegnung mit Ophelia reichte mir bereits vollkommen aus, daher war ich nicht gerade versessen darauf einem weiteren Killer zu begegnen.
Während ich tief in meinen Gedanken versunken war, griff James seine Ex-Kollegin an. Ungebremst raste er auf sie zu, aber sie ließ sich davon nicht beeindrucken. Im ersten Augenblick glaubte ich, dass sie gar nichts tun würde, doch als James nur noch einen halben Meter von ihr entfernt war, ging sie blitzschnell in die Hocke und trat mit einem ihrer langen Beine mit voller Wucht gegen seine Knie.
James gab ein schmerzhaftes Keuchen von sich, bevor er auf die Erde prallte. Alles war so schnell gegangen, dass ich es mit meinen Augen kaum verfolgen konnte. Das Ergebnis ihres Angriffs war ein sich windender James. Seine schweren, rasselnden Atemzüge konnte ich sogar in meterweiter Entfernung deutlich hören. Ich wollte sofort zu ihm und ihm helfen, aber Ophelia machte mir einen Strich durch die Rechnung. Sie griff mich zwar nicht an, doch sie stolzierte mit einem arroganten und überheblichen Gesichtsausdruck zu James.
„Ich werd´s dir zeigen, du Verräter“, raunte sie hasserfüllt.
Dann stellte sie ihren rechten Fuß auf seinen Rücken und stampfte mit dem hohen Absatz ihres Schuhs auf ihm herum. James schrie und krümmte sich vor Schmerz. Erneut konnte er sich nicht aufrichten und war Ophelias Angriff ausgeliefert. Blind und rasend vor Wut trat sie weiter auf ihn ein. Immer und immer wieder.
Wie erstarrt sah ich mit an, wie er ihr verletzt wurde. Ich fühlte mich wie gelähmt. Ich musste doch irgendetwas tun. War ich wirklich so feige? Während James sich wieder neue Blessuren zuzog, um mich zu beschützen, stand ich hier herum und tat nichts. Ich war ein Feigling, der sich versteckte und wortlos dabei zusah, wie jemand zusammengeschlagen wurde. Mein fehlender Mut hatte mich schon davon abgehalten meinen Eltern zur Hilfe zu kommen.
Stattdessen hatte ich mich ängstlich im Keller verkrochen. Ich konnte nicht zulassen, dass die Feigheit mein ganzes Leben beherrschte. Auf einmal erfüllte mich Entschlossenheit und eine riesige Menge an Adrenalin schoss durch meinen geschwächten Körper.
Vergessen waren der Durst und die Hitze. Ohne weiter nachzudenken, ging ich zu den Beiden, James immer im Blick. Er lag nicht mehr auf dem Bauch, sondern er hatte es irgendwie geschafft sich auf die rechte Seite zu drehen. Mit einem gequälten Gesichtsausdruck schaute er in meine Richtung. Ich glaubte pures Entsetzen in seinen grauen Augen zu erkennen. Kein Wunder, schließlich glaubte er, dass ich den Friedhof verlassen hatte. Nun musste er feststellen, dass ich nach wie vor hier war. Ophelia dagegen achtete in keinster Weise auf mich, was mich wunderte, denn sie war die Einzige, die mitbekommen hatte, dass ich James` Bitte nicht nachgekommen war.
Sie war wohl zu sehr auf ihre Rache konzentriert, als auf ein „durchschnittliches Mädchen“, wie mich. Das war schon mal eine gute Vorraussetzung für meinen geplanten Angriff.
Trotz meiner Entscheidung ihm zu helfen, zitterten meine Hände und meine Beine wurden weich. Die bloße Vorstellung, dass ich in wenigen Augenblicken eine eiskalte Killerin, die mir haushoch überlegen war, aufhalten wollte, erhöhte meinen Herzschlag und ließ mich ungewöhnlich laut atmen. Für einen kurzen Moment verschwand mein neu erworbener Mut und ich wäre am Liebsten davongelaufen, doch Ophelia kniete sich gerade neben James und schlug ihm hemmungslos mit einer Faust aufs rechte Auge.
Er hatte noch versucht seinen gesunden, rechten Arm schützend nach oben zu heben, aber er war zu langsam. Laut und markerschütternd jaulte er. Instinktiv kniff ich die Augen zu. Der Anblick war für mich kaum zu ertragen.
Sonst war James immer stark. Ihn jetzt schwach und hilflos auf der Erde liegen zu sehen, brach mir beinahe das Herz.
„Steh auf, Jimmy, und kämpf wie ein richtiger Mann“, schrie sie ihm entgegen und erhob sich. James versuchte tatsächlich mit allen Mitteln und mit allerletzter Kraft aufzustehen. Die Schmerzen, die er dabei erlitt, waren in seinem Gesicht ablesbar. Wie durch Zauberhand kehrte mein Mut zurück. Jetzt reichte es endgültig. Ich atmete noch einmal tief durch, bevor ich zu ihnen raste. Dabei konzentrierte ich mich auf Ophelias Rücken, der mir zugewandt war.
Das helle, gleißende Licht blendete mich. Dadurch lief ich eher blindlings auf die Killerin zu, schnappte mir ihre zusammengebundenen langen Haare und zog sie mit aller Kraft, die ich aufbringen konnte, zu Boden.
Ihr entfuhr ein überraschtes Keuchen. Ehe sie realisierte, was geschah, eilte ich an ihr vorbei zu James.
Er hatte die Augen geschlossen und atmete unregelmäßig. In Windeseile umfasste ich sein rechtes Handgelenk und versuchte ihn nach oben zu ziehen, doch er war viel zu schwer. Zum Glück hatte mein Griff um sein Handgelenk ihn dazu veranlasst die Augen zu öffnen. Als James merkte, was ich vorhatte, setzte er sich sogleich auf und erhob sich umständlich, bis seine Füße wieder das Gras berührten. Kaum stand er, da schwankte er. Sicherheitshalber umklammerte ich seine Taille und hielt ihn fest.
„Was machst du hier? Habe ich dir nicht ausdrücklich gesagt, dass du gehen sollst?“ Er klang nicht böse, sondern verwirrt. Vielleicht hatte ihm der Schlag mehr zugesetzt, als äußerlich zu sehen war. Sein Auge war nur leicht geschwollen, die Haut drum herum war jedoch bereits tiefblau. Als er meinen besorgten Blick bemerkte, lächelte er leicht.
„Sie hat mich wohl ziemlich erwischt, was?“ Mit den Fingern meiner rechten Hand fuhr ich vorsichtig über seine blauen Flecken und nickte gedankenverloren.
„Bitte, lass uns jetzt gehen. Du hast schon genug Verletzungen.“ Ohne zu fragen, nahm ich seine Hand und zerrte ihn hinter mir her. Verdutzt sah er beim Vorbeigehen auf Ophelia hinab, welche auf dem Rücken lag und sich den Kopf hielt. Mit glasigen Augen starrte sie in den wolkenlosen Himmel. Auf mich wirkte sie apathisch und irritiert.
„Was hast du denn mit ihr angestellt, Holly?“ Seine Miene zeigte Verwunderung.
„So habe ich Ophelia ja noch nie gesehen.“ Als er das sagte, konnte er nur schwerlichst ein hämisches Grinsen unterdrücken.
„Nichts Besonderes. Ich will hier bloß weg, James.“ Ohne, dass ich es beeinflussen konnte, zitterte meine Stimme. Sogleich wurde er wieder ernst. Hand in Hand hasteten wir weiter über das Gras in Richtung Friedhofstor.
Es dauerte nicht lange, bis die schwarzen Autos und die übrigen Trauergäste in mein Blickfeld fielen. Je näher ich kam, desto genauer konnte ich ihre ungeduldigen Blicke und ihre verschwitzten Gesichter erkennen. Ich wusste zwar nicht, wie lange die Anderen bereits auf mich warteten, doch die gehetzten und genervten Blicke fand ich unangemessen für eine Beerdigung. Wenn sie etwas Besseres zu tun hatten, dann hätten sie gar nicht erst kommen müssen.
Auf dem ganzen Weg zurück hatte James kein einziges Wort gesagt. Hin und wieder hatte ich nach hinten geschaut, um zu sehen, wie es ihm ging. Er war kreidebleich und sah sehr müde aus.
Das Blau seiner Flecken und das getrocknete Blut stachen hervor und gaben ihm ein schauriges Aussehen. So stellte ich mir eine Figur aus einem Horrorfilm vor. Doch ich schaute auch zurück, um sicher zu sein, dass Ophelia uns nicht verfolgte. Nur bei dem Gedanken an eine weitere Auseinandersetzung mit ihr wurde mir speiübel und Panik nahm mich gefangen. Als wir beinahe das Tor erreicht hatten, hielt James an und zog mich zurück.
„Was ist?“ Fragend sah ich in seine Augen.
„Hier trennen sich fürs erste unsere Wege“, antwortete er mit trauriger Stimme.
„Was redest du denn da?“ Verwirrt runzelte ich die Stirn. Seine Antwort ließ mich weiter an seinem Verstand zweifeln. Der Schlag musste tatsächlich größeren Einfluss auf sein Denkvermögen haben.
„Es ist keine gute Idee gemeinsam zu deinen Verwandten und Freunden zu gehen. Du müsstest viel zu viel erklären.“ Ich schüttelte den Kopf.
„Warum denn? Du bist nun mal verspätet bei der Beerdigung aufgetaucht. Alle glauben, dass du mein Freund bist, der mich vor einer Woche vor den Killern in meinem Haus gerettet hat. Keiner weiß, dass du sie kennst, geschweige denn, dass du selbst als Killer gearbeitet hast.“
„Und was ist hiermit?“ Demonstrativ zeigte er auf sein, in Mitleidenschaft gezogenes, Gesicht.
„Das Blut kann ich wegwischen. Bei den anderen Verletzungen sagen wir einfach, dass du sie von den Killern hast.“
Mit allen Mitteln versuchte ich James davon zu überzeugen mit mir zu kommen, aber er blieb hart.
„Ich kann nicht mit dir kommen. Ich bin nicht gerade erpicht darauf vor allen den Helden zu spielen, obwohl ich an allem Schuld bin. Es ist besser, wenn wir uns später wieder treffen. Dann sind wir zumindest allein.“ Eindringlich schaute er mich an.
„Ich kann dich also nicht umstimmen.“ Ich spürte die Verzweiflung, die in mir aufstieg. Ich wollte nicht, dass er ging, weil ich Angst um ihn hatte. Wer weiß, ob seine Ex-Kollegen ihn bald erneut finden würden. Jetzt war ich an der Reihe mich um ihn zu kümmern und ihn zu beschützen, zumindest so lange, bis er sich vollkommen erholt hatte.
„Nein, dass kannst du nicht. Aber ich kann dir versprechen, dass ich immer in deiner Nähe bin und dich nicht aus den Augen lasse.“ Sein Versprechen munterte mich ein wenig auf.
„Darf ich dich anrufen, wenn ich dich sehen möchte?“ Nach meiner Frage schaute ich zu Boden, weil ich eine niederschmetternde Antwort erwartete.
„Klar.“ Dieses eine Wort reichte aus, um ihm um den Hals zu fallen. Ich ließ ihn aber schnell wieder los, als ich ein wehleidiges „Aua“ von ihm hörte.
„Tschuldigung.“ Beschämt sah ich zur Seite.
„Macht nichts.“ Breit grinste er mich an, aber dann wurde seine Miene ernst. „Ich möchte, dass du mir etwas versprichst Holly.“
„Und was?“
„Ich möchte, dass du dich an meine Bitte hälst.“ Ich runzelte die Stirn und versuchte mich krampfhaft an seine Bitte zu erinnern, doch mir fiel nichts ein. Mein Kurzzeitgedächtnis hatte, wie sollte es auch anders sein, kläglich versagt.
„Ich weiß nicht, was du meinst.“ Kurz tauchte ein amüsiertes Lächeln auf seinen Lippen auf.
„Du sollst immer auf dich aufpassen und darauf achten, dass dich keiner verfolgt. Am Besten verlässt du so selten, wie möglich, das Haus.“
„Warum?“ Durch meine ständige Fragerei kam ich mir langsam, aber sicher, ziemlich dämlich vor.
„Weil sie versuchen werden dich zu töten.“ Seine Worte waren wie ein heftiger Schlag ins Gesicht. Natürlich wusste ich, dass die Killer es auf James und mich abgesehen hatten, doch es knallhart aus seinem Mund zu hören, war ein regelrechter Schock für mich. Sofort zitterte mein gesamter Körper und ich bekam Atemnot. Keine Sekunde später zog mich James mit seinem rechten Arm an sich.
„Ich weiß, dass du Angst hast, aber ich werde auf dich aufpassen. Tag und Nacht. Ich werde alles Menschenmögliche tun, um dich zu beschützen“, flüsterte er und küsste mich auf die Stirn.
„Aber…aber was ist, wenn sie mich doch erwischen und du davon nichts mitbekommst. Oder was ist, wenn sie dich tö…“ Ich brach ab.
Ich konnte einfach nicht weitersprechen. Es gab zu viele Möglichkeiten, bei denen es darauf hinauslief, dass entweder James oder ich starben. Ich schluckte, damit ich den Kloß in meinem Hals loswurde.
„Mach dir bitte nicht so viele Sorgen. Dir wird nichts passieren, dass schwöre ich.“ James klang entschlossen. Mir dagegen ging es nicht besser. Mir war klar, dass er alles versuchen würde, um mich vor allem Bösen dieser Welt zu schützen, doch ich zweifelte stark daran, dass er dies ganz alleine schaffte.
„Vertrau mir“, hauchte er und verstärkte seinen Griff um mich. In seinen starken Armen fühlte ich mich zerbrechlich, klein und schwach. Ich war deprimiert, verzweifelt und mir war nur noch zum Heulen zumute. Gerne wäre ich sofort zu Linda nach Hause gefahren und hätte mich unter die Decke ihres Bettes verkrochen.
Dieser Tag war der Zweitschrecklichste in meinem Leben. An erster Stelle stand ohne Frage die Nacht, in der ich hatte zusehen müssen, wie meine Eltern kaltblütig ermordet worden waren, doch heute war es nicht besser. Zuerst hatte ich die Beerdigung ertragen müssen, dann war die verrückte Killerin aufgetaucht und nun war mir erst richtig bewusst geworden, in welcher Gefahr ich schwebte.
In meinem Kopf schwirrten tausende Gedanken, die mich nicht zur Ruhe kommen ließen.
„Am Besten gehst du zu deinen Gästen und später ruhst du dich aus.“
„Nein“, entgegnete ich und schmiegte mich an ihn. Er sollte nicht gehen.
„Es ist aber besser für dich, weil ich nicht weiß, wie lange Ophelia noch außer Gefecht gesetzt ist. Ich bitte dich, Holly.“ Sanft löste er die Umarmung.
„Und was ist mit dir?“ Heiße Tränen stiegen in meine Augen.
„Ich werde erstmal abwarten und dann werde ich dir folgen. Du brauchst also nicht traurig zu sein. Ich bleibe bei dir.“ Er lächelte mich an.
„Weißt du denn, wo das Beerdigungsinstitut ist?“ Er nickte.
„Das weiß ich. Ich kenne auch die Adresse deiner Freundin, wo du momentan wohnst.“ Verwirrt sah ich ihn an und schob die Augenbrauen zusammen. Zuerst konnte ich mir nicht erklären, woher er das alles wusste, aber dann fiel es mir wie Schuppen von den Augen.
„Wie lange verfolgst du mich schon?“ James musste sich ein freches Grinsen verkneifen.
„Ein paar Tage“, flötete er.
„Geht das auch etwas genauer?“, fragte ich aufgebracht, weil er mich ohne mein Wissen tagelang auf Schritt und Tritt verfolgt hatte.
„Seit du das Krankenhaus verlassen hast.“ Mir klappte die Kinnlade herunter.
„Durftest du überhaupt das Krankenhaus verlassen? Und wie konntest du Linda und mir folgen? Schließlich ist dein Motorrad nur noch Schrott.“ Er verzog das Gesicht.
„Musst du mich daran erinnern?“, meinte er bitter und fuhr sich durch die Haare. Ich nahm seine rechte Hand und streichelte sie.
„Sorry.“ James zuckte mit den Achseln.
„Ach, ist ja auch egal. Nachdem du mich das letzte Mal besucht hast, habe ich sofort mit dem Arzt gesprochen und mich auf eigene Gefahr aus dem Krankenhaus entlassen. Eine Krankenschwester hat dann ein Taxi für mich gerufen. Trotzdem war es ziemlich knapp. Gerade, als das Taxi kam, habe ich dich und deine Freundin in ein Auto steigen sehen. Natürlich habe ich den Taxifahrer gebeten euch zu folgen.“ Er hatte mit einer Selbstverständlichkeit gesprochen, die mich wütend machte.
„Du hast also nicht einmal eine Sekunde über das nachgedacht, was ich dir gesagt habe. Ich wollte, dass du mich in Ruhe lässt und zwar für immer.“ Meine Stimme war immer leiser geworden.
Der Zorn in mir bäumte sich auf und wurde stärker.
„Ich weiß, dass dich das aufregt, aber ich musste dir hinterher, sonst hätte ich dich aus den Augen verloren. Das hätte ich mir nicht verzeihen können.“ Er senkte den Blick, doch zwei Sekunden später sah er mir direkt in die Augen. Zum schier hundertsten Mal verlor ich mich in diesem außergewöhnlichen und anziehenden Grau. Wie hypnotisiert starrte ich ihn an.
„Geh jetzt, Holly. Bitte“, flüsterte James wehleidig, da auch ihm die Trennung nicht leicht fiel. Automatisch nickte ich. Ich hatte keine Ahnung wieso. Vermutlich hatte ich seine Worte kaum verstanden.
Und dann, ganz plötzlich, ließ er meine Hand los und verschwand schnellen Schrittes hinter der nächsten Gruppe von Ulmen. Völlig perplex blieb ich im ersten Moment stehen, aber dann überwältigte mich eine unglaubliche Leere, die mich kaum atmen ließ.
Er war weg und ich wusste nicht, wann ich ihn wiedersah. Ich musste ihn unbedingt zu mir zurückholen. Ich wollte ihn küssen, ihn berühren, einfach bei ihm sein. Von einer Sekunde auf die Andere lief ich ebenfalls an den Ulmen vorbei, James hinterher.
Die hohen Bäume warfen ihre dunklen Schatten auf mein Gesicht. Ein leichter Wind wog die Grashalme hin und her. Über meinem Kopf sangen fröhlich die Vögel und flogen mit ihren kleinen Schwingen über mich hinweg. Ich ließ mich von alledem nicht ablenken, denn ich hatte Besseres zu tun. Ich musste nach James Ausschau halten, obwohl ich nicht die Hoffnung hatte ihn einholen zu können, so schnell wie er war.
Ich rannte und rannte und rannte. Der Schweiß lief mir in Strömen die Stirn hinab. Mein Atem ging stoßweise und meine Augen waren starr geradeaus gerichtet.
James muss doch irgendwo sein, dachte ich panisch und verzweifelt. Nachdem ich beinahe den gesamten Friedhof abgelaufen hatte, blieb ich einfach auf einer Grasfläche, die von der Sonne erhellt wurde und wo die Hitze unerträglich war, stehen und schrie aus vollem Hals immer wieder seinen Namen.
Meine Stimme bebte über die Gräber hinweg und erfüllte die schwüle Luft. Ich schrie so lange, bis meine Kehle trocken war und kein Ton mehr über meine Lippen kam. Verzweifelt sackte ich auf dem Gras zusammen.
„WO BIST DU?“, fragte ich laut, in der Hoffnung, eine Antwort zu bekommen.
Ich kämpfte mit den Tränen und schaute in den Himmel. Es war noch immer keine einzige Wolke in Sicht. Das helle Blau war unbeschreiblich schön. Verträumt hielt ich gebahnt den Blick in den Himmel gerichtet. Die Stimme, die ich hinter mir hörte, beachtete ich nicht. Für mich war sie bloß ein Hintergrundgeräusch, wie das Kreischen der Vögel und meine schweren Atemzüge. Erst, als sich eine zarte Hand auf meine rechte Schulter legte, wandte ich meinen Blick ab und schaute zur Seite. Vor mir stand Linda, die mich mit ihren braunen Augen musterte.
„Was machst du denn hier?“, fragte sie besorgt und setzte sich neben mich. Ich hatte keinen Schimmer, wie ich ihr die Situation erklären sollte. Ich spielte mit dem Gedanken ihr einfach die Wahrheit zu sagen, doch ich wollte sie nicht noch tiefer in die Geschichte hineinziehen.
Außerdem wollte ich nicht, dass sie mich für verrückt hielt, weil ich James zurückgenommen hatte. Ich verstand es ja selbst noch nicht wirklich, aber es war geschehen und es ließ sich nicht mehr rückgängig machen. Ehrlich gesagt wollte ich es nicht rückgängig machen. Im Innern war ich mir sicher, dass meine Entscheidung richtig war. Für Linda wäre es jedoch unverständlich und sie würde mir Vorwürfe machen.
„Ich…ich bin spazieren gegangen. Ich musste meinen Kopf frei kriegen“, entgegnete ich mit, vor Unsicherheit, zitternder Stimme.
„Ach so.“
„Und was machst du hier?“ Sie nahm meine Hand.
„Ich habe mir Sorgen um dich gemacht, weil du solange weg warst.“
„Tut mir leid“, sagte ich automatisch und stand auf. Auch Linda erhob sich.
„Das sollte kein Vorwurf sein, Holly. Das ist die Beerdigung deiner Eltern. Du darfst so lange hier bleiben, wie du möchtest.“ Sie legte einen Arm um mich und Seite an Seite gingen wir über den Friedhof.
„Wir können gehen, Linda. Wirklich.“ Ich schenkte ihr ein Lächeln, obwohl ich todunglücklich war. Linda lächelte ebenfalls, aber dieses fror urplötzlich ein und sie riss ihre Augen auf. Was hatte sie denn?
„Linda, was…?“
„Was ist das?“, fragte sie und zeigte mit einem Finger auf meinen Hals. Instinktiv berührte ich ihn mit der rechten Hand, doch ich fühlte nichts.
„Was meinst du denn?“
„Du hast einen Haufen blauer Flecken. Es sieht so aus, als ob dich jemand gewürgt hätte.“ Geschockt hielt sie sich eine Hand vor den Mund. Ich versuchte normal zu wirken, als ich endlich weiterging. Zwei Sekunden später folgte sie mir, aber sie sah noch immer schockiert aus.
„Du spinnst doch“, meinte ich gelassen, dabei konnte ich einen unsicheren Unterton jedoch nicht unterdrücken. Ich hatte gar nicht daran gedacht, dass durch das lange Würgen Male zurückgeblieben waren. Wie sollte ich das bloß erklären?
„Nein, tue ich nicht“, entgegnete sie beleidigt.
„Was hast du gemacht, Holly?“
„Gar nichts“, schrie ich ihr entgegen. Linda zuckte zusammen und blieb stehen. Ich dagegen beschleunigte meinen Schritt und ging dem Friedhofstor entgegen.
Währenddessen machte ich mir Gedanken darüber, wie ich die Würgemale vor den Anderen verstecken sollte. Ich konnte auf weitere Fragen redlich verzichten, doch ich hatte nichts, was ich mir um den Hals schlingen konnte. Auch meine Haare würden nicht das komplette Ausmaß meiner Begegnung mit Ophelia verbergen.
Mist, wie sollte ich dieses Problem nur lösen?

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beta
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