Nachts ist es hell in der Stadt,
die niemals schläft.
Die immer-wache.
Sie hüllt die langen Straßen in andauerndes Licht,
dass keiner Ruhe findet, der Stille meidet.
Unbarmherzig streitet sie mit dem Mond,
wer heller strahlt in finst'rer Nacht.

Müde Menschen fallen in weiche Betten
und ruhen vom langen, hellen Tag,
den die Nacht fortsetzt
mit schillernder Leuchtreklame
und Neonröhren-Licht.

Motorenlärm ebbt zu sanftem Rauschen ab
und begleitet die Nacht
mit monotoner Gleichgültigkeit,
während Menschen – wach und voller Fröhlichkeit –
Feste feiern aus Gründen, die keiner kennt.

Ihr Nachtleben strotzt
vor Nervengift und Lungentod
und geheimer, finst'rer Lust.
Und doch leben sie, die Menschen.

Die Stadt atmet, tagsüber wie nachts.
Sie pulsiert heftiger
als der ruhig scheinende, silberne Mond
und kennt keine Stille.

Sie lebt, die Stadt.

Comments

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    Sehr schönes Gedicht!

  • Author Portrait

    Erinnert mich sehr an die Großstadtlyrik der Jahrhundertwende, gefällt mir gut ! 5/5 :)

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