Part 2

„Dann bis Morgen“, rief Flo Beth noch zu und verließ dann eilig die Umkleidekabine.

Da das Footballteam meistens etwas früher, als das Cheerleaderteam mit dem Training fertig war, musste sie sich beeilen, wenn sie nicht mit dem Bus nach Hause fahren wollte.

Ihr Bruder wartete nicht lange und fuhr dann einfach ohne sie los. Er hätte so viel zu tun, und daher keine Zeit auf seine Schwester zu warten, redete er sich ständig heraus, wenn ihre Mutter ihn darauf ansprach, warum er sie nicht mitnahm.

„So viel zu tun“, schnaufte Flo leise, als sie zum Parkplatz hetzte.

Er hatte einfach nur keine Lust den Fahrdienst für seine Schwester zu übernehmen. Dabei war es das ja noch nicht ein Mal. Er sollte sie ja lediglich mit nach Haus mitnehmen. Es war für ihn also kein Umweg, da sie dasselbe Ziel hatten.

Sie sollte sich vielleicht auch einen Job suchen, damit sie sich auch ein eigenes Auto leisten konnte. Durch die Scheidung ihrer Eltern hatten sie im Moment nicht mehr so viel Geld.

Eigentlich sollte sie, zusammen mit ihrem Bruder, ein Auto zu ihrem achtzehnten Geburtstag bekommen. Aber dies fiel nun, auch wenn etwas weniger als ein Jahr, noch bis dahin war, leider ins Wasser.

Ihr Bruder hatte sich kurzerhand einen Nebenjob gesucht, seine Ersparnisse dazu gepackt und sich ein gebrauchtes Auto gekauft. Er hatte ja recht. Wozu dann noch warten, bis sie achtzehn waren, wenn er es dann jetzt schon haben konnte.

Überlegend, was sie für einen Job machen könnte, lief sie zu dem großen Parkplatz vor der Schule. Sie steuerte gerade den grünen Wagen ihres Bruders an, als sie stutzig davor stehen blieb. Nicht weit von dem Auto entfernt, schien jemand etwas zwischen den parkenden Autos zu suchen. Langsam drehte sich die Person in ihre Richtung und nun konnte sie auch erkennen, wer es war. Es war dieser Liam. Er hatte sie zum Glück nicht bemerkt. Aber was suchte er denn zwischen den Autos?

„Florinda. Was soll das? Wenn du mitfahren willst, steig ein oder geh zur Seite. Ich will los.“

Die Stimme ihres Bruders holte Flo wieder aus ihren Gedanken und mit zusammengezogenen Augenbrauen drehte sie sich zu ihm. Er hatte seinen Kopf aus dem Autofenster gestreckt und grinste ihr feist ins Gesicht. Er wusste genau, dass sie es hasste, so genannt zu werden.

„Scott! Du weißt genau, dass du mich nicht so nennen sollst. Posaune das doch noch lauter herum. Ich glaube, es hat dich noch nicht jeder gehört.“

Genervt öffnete sie schwungvoll die Beifahrertür, ließ sich auf den Sitz fallen, und zog die Tür wieder zu.

„Ich weiß gar nicht, was du hast. Es ist doch ein schöner Name.“

Über beide Ohren grinsend, startete Scott das Auto. Flo verschränkte ihre Arme vor der Brust und verdrehte ihre Augen.

„Haha sehr witzig.“

Ihr Bruder hatte gut reden. Er hatte ja als Rufnamen einen ganz normalen Namen von ihren Eltern bekommen. Nur sie hatte das Glück nach ihrer Großmutter benannt zu werden. Da ihr Vater italienische Wurzeln besaß, hatte sie also kurzerhand den Namen Florinda verpasst bekommen. Und das, als einzigen Namen. Nicht so, wie ihr Bruder.

Florinda. Nicht gerade altersgemäß. Aber so war es nun mal leider. Glücklicherweise war die Kurzform Flo nicht ganz so schlimm. Und so stellte sie sich daher auch überall nur so vor. Es gab nur wenige Menschen, die ihren vollen Namen kannten.

Wenn ihr Bruder aber noch lauter hier herumtönte, war es damit aber auch vorbei. Dann würde sie nur noch Florinda heißen. Da war sie sich sicher. Teenager waren, wie ein Haufen hungriger Löwen, wenn es um Peinlichkeiten ginge. Und dieser Name wäre ein gefundenes Fressen für sie. So war das Highschoolleben leider.

Böse funkelte sie daher ihren Bruder an, der gerade das Auto aus der Parklücke manövrierte.

„Ich wäre dir sehr verbunden, wenn du das für dich behalten könntest. Oder soll ich vielleicht allen erzählen, was dein zweiter Vorname ist, Aldobrando?“

„Ja ja, ist ja gut“, grummelte Scott und würdigte seine Schwester keines Blickes mehr.

Triumphierend lehnte sich Flo zurück und ließ ihre blaue Schultasche herunter zu ihren Füßen gleiten. Ein kurzer Blick über den Parkplatz ließ sie dann jedoch wieder stutzig werden. Stand da nicht eben noch dieser Liam? Wo war er denn so plötzlich hin?

„Sag mal, hast du schon etwas über diesen Liam gehört?“

„Liam? Was für ein Liam?“

Nachdenklich lehnte Flo ihren Ellenbogen gegen die Fensterscheibe und legte den Kopf in ihre Hand.

„Ach, schon gut.“



Kurze Zeit später parkte Scott das Auto vor dem Haus ihrer Großmutter.

Die Nachbarin lief gerade mit ihrem kleinen Handtaschenhündchen vorbei und so winkte Flo ihr durch die Scheibe zur Begrüßung zu. Hier kannte einfach jeder jeden. Es war eine ruhige Vorstadtsiedlung. Kein Vergleich zu New York. Die Stadt, die niemals schlief. Nun waren sie wohl an einem Ort gelandet, der niemals wach wurde. Aber mittlerweile hatte sie sich an die Ruhe gewöhnt. Und so ein großes Haus hatte ja auch etwas. Vorher wohnten sie in einem kleinen Appartement im zehnten Stock. Da war so ein Haus, mit großem Garten dahinter, schon etwas anderes. Wobei das eigentlich nur übergangsweise sein sollte, bis sie etwas Eigenes gefunden hatten. Zumindest hatte das ihre Mutter gesagt, als sie umziehen mussten und ihnen mitgeteilt hatte, dass sie erst mal bei ihrer Großmutter wohnen würden. Flo sah auf das große rote Haus, mit der riesigen Veranda, und lächelte. Inzwischen glaubte sie eher, dass sie wohl bei ihrer Großmutter wohnen blieben. Aber das war schon Okay. Sie mochte ihre Großmutter und diese freute sich ohnehin, endlich wieder Leben im Haus zu haben. Seit Flos Großvater vor zwei Jahren verstarb, bewohnte sie das Haus ganz alleine. Groß genug war es auf jeden Fall. Jeder hatte sein eigenes Zimmer und ein riesiges Wohnzimmer mit angrenzen Essbereich hatte es auch. Von daher war es völlig in Ordnung hier zu wohnen. Und wenn sie endlich auch ein eigenes Auto besäße, war sie nicht mehr auf ihren Bruder oder andere angewiesen, wenn sie mal irgendwo hinwollte.

Scott zog laut klappernd den Autoschlüssel aus dem Zündschloss und so drehte sie sich wieder zu ihm.

„Vielen Dank fürs Mitnehmen … War bestimmt ein riesiger Umweg für dich.“

Ihr Bruder murmelte irgendetwas, was sie allerdings nicht verstand und stieg aus dem Auto aus. Grinsend tat sie es ihm gleich und schlenderte hinter ihm her, hinein ins Haus.

„Wir sind wieder da“, rief Flo und zog sich dabei ihre Schuhe aus. Ihr Bruder stampfte sofort die Treppe herauf zu seinem Zimmer. Er machte dabei immer so einen Lärm, leichtfüßig war er auf jeden Fall nicht.

Kopfschüttelnd huschte sie weiter, durch den Flur, in Richtung der Küche. Sofort schoss ihr ein fruchtiger Duft in die Nase. Ihre Großmutter schien anscheinend wieder irgendetwas zu kochen. Eilig schob sie die kleine Holztür auf, betrat die Küche und schlenderte zu ihrer Großmutter, die gerade am Herd stand und wild mit den Kochlöffeln herumhantierte. Summend stand sie vor den Töpfen und ihr ganzer Körper wippte im Takt. Ihr kleiner grauer Haardutt wackelte dabei in alle Richtungen. Flo konnte über diesen Anblick nur schmunzeln.

„Hey Granny … Mum noch gar nicht da? Kommt sie wieder später heute?

Ihre Großmutter wischte sich ihre Hände an ihrer blauen und mit Blumen bestickten Schürze ab und nahm sie liebevoll in den Arm.

„Hallo meine Kleine. Ja, sie hat vorhin angerufen, dass es wieder später wird.“

Nickend schnappte sich Flo aus dem kleinen Obstkorb, der auf dem Tisch stand, einen Apfel. Es war nichts Neues für sie, dass ihre Mutter später nach Hause kam. Ihre Mutter war neu in der Firma und wollte ihren Chefs halt beweisen, was sie konnte.

Sie war zum Glück durch einen alten Bekannten aus Highschoolzeiten, an diesen Job gekommen. Was auch letztendlich der Grund für den Umzug hier her gewesen war. Ihre Mutter war schon Jahre aus dem Arbeitsleben heraus gewesen, da sie sich die letzten Jahre nur um sie und ihren Bruder gekümmert hatte, und konnte froh sein, diesen Job bekommen zu haben.

Ihr Vater hatte immer gut verdient und so musste ihre Mutter nie arbeiten gehen. Da dieser aber nun sein Geld lieber für seine Geliebte ausgab, anstatt mal Unterhalt zu zahlen, mussten sie den Gürtel nun etwas enger schnallen. Bestimmt war das auch einer der Gründe, warum sie wohl erst mal hier bei ihrer Großmutter bleiben würden. So sparten sie das Geld für Miete. Außerdem war ihre Mutter wohl auch ganz froh, wenn sie und ihr Bruder nicht den ganzen Tag alleine waren. Erst vor wenigen Tagen hatte sie ein Gespräch zwischen ihr und ihrer Großmutter mitbekommen, bei dem sie sich ihre Mutter bei ihrer Großmutter bedankte, dass sie in der Zeit, wenn sie nicht zu Hause war, auf uns aufpassen würde. Kurz schüttelte Flo unbemerkt ihren Kopf bei diesem Gedanken, da das eigentlich total unnötig war. Sie waren schließlich keine Kinder mehr. Sie waren gerade siebzehn geworden. Praktisch erwachsen. Aber ihre Mutter fühlte sich wohl besser, wenn sie wusste, dass ein Erwachsender in ihrer Nähe wäre. Sie hatte vermutlich ein schlechtes Gewissen, da sie oft bis spät abends im Büro saß. Aber das brauchte sie nun wirklich nicht zu haben.

Flo stellte sich hinter ihre Großmutter und legte ihre Hände auf ihre Schultern.

„Was machst du denn Schönes?“

Neugierig lugte sie über die Schulter ihrer Großmutter in den großen Topf hinein.

„Ich koche Marmelade ein.“

„Sind das die Erdbeeren aus dem Garten? Soll ich dir helfen?“

Ihre Großmutter nickte, tätschelte ihr liebevoll über die Wange, schüttelte dann aber ihren Kopf.

„Das ist lieb Kind. Aber ich bin gleich fertig.“

Schulterzuckend rieb Flo den Apfel an ihrem Hemd etwas ab und drehte ihn in ihrer Hand.

„Na gut. Aber mein Angebot steht. Brauchst mich nur zu rufen.“

Schnell gab Flo ihrer Großmutter einen Kuss auf die Wange, biss in den Apfel hinein und drehte sich dann schwungvoll herum.

„Ich bin dann oben“, rief sie noch schnell und verließ dann wieder die Küche.

Sie wollte gerade die Treppen herauf zu ihren Zimmer laufen, als ihr einfiel, dass sie ihre Tasche im Auto vergessen hatte.

„Scott!“, schrie sie laut, sah von unten die Treppe herauf und wartete, dass ihr Bruder antworten würde.

Sie hörte, wie seine Tür quietschend aufgemacht wurde. Sie sollten wirklich mal die Türen ölen.

Das Haus war schon sehr alt und an allen Ecken und Enden quietsche und knarzte es. Unbemerkt durch das Haus zu schleichen, war praktisch unmöglich. Die ersten Nächte hier wurde sie jedes Mal wach, wenn ihr Bruder nachts zur Toilette ging.

„Was?“, brüllte dieser nun herunter.

„Ich brauch die Autoschlüssel. Meine Tasche ist noch im Wagen.“

Kurze Zeit herrschte Stille und Flo wollte schon herauflaufen, als sich ihr Bruder oben an den Treppenansatz stellte.

„Bring ihn mir aber gleich wieder hoch!“

Schwungvoll warf er den Schlüsselbund zu ihr herunter und sie konnte gerade so noch ausweichen, bevor er sie im Gesicht traf.

„Hey!“, schimpfte Flo und hob die Schlüssel vom Boden auf.

„Nichts zu danken Schwesterchen.“

Schnaufend funkelte sie ihn böse an, warf ihren Apfel im Gegenzug auf ihn und drehte sich auf ihren Absatz herum. Schnellen Schrittes lief sie zur Haustür. Manchmal war ihr Bruder einfach unerträglich.


Schnell hatte sie ihrem Bruder den Autoschlüssel zurückgebracht und schlenderte nun zu der Tür genau gegenüber. Langsam betrat sie ihr Zimmer und warf ihre Tasche auf ihr kleines Bett.

Das Zimmer war zwar nicht besonders groß, aber es passte alles hinein, was wichtig war. Ein kleines Eckchen hatte sie sogar für ihre Gitarre samt Verstärker gefunden. Nur kam sie leider zurzeit nicht wirklich dazu, zu spielen. Das Training nahm sie ganz schön in Beschlag.

Müde ließ sie sich rücklings neben ihre Tasche auf das Bett fallen. Sie schloss für einen Moment ihre Augen, doch als sie hörte, dass ihr Handy piepte, schlug sie sie wieder auf und drehte sich zu ihrer Tasche herum. Flink fischte sie ihr Handy heraus und entsperrte das Display. Lächelnd öffnete sie die Nachricht, runzelte dann aber verwundert ihre Stirn. Sie war von Riley, doch das Einzige, was er ihr schrieb war, Fenster. Sie brauchte einen Moment, bis sie verstand, was er meinte, und rannte dann grinsend zu ihrem Fenster herüber. Sofort erblickte sie Riley, wie er unten in der Einfahrt, neben seinem silbernen Auto stand und sich lässig gegen den Kotflügel gelehnt hatte. Er war doch immer wieder für eine Überraschung gut.

Kopfschüttelnd drückte sie den Fenstergriff hoch und zog das Fenster auf.

„Was machst du denn hier?“, rief sie ihm freudig herunter.

„Wir wollen alle in den Park. Kommst du mit?“

„Bin gleich unten.“


Lächelnd saß Flo im Park und beobachtete Riley, wie er mit den anderen Softball spielte. Die Sonne schien ihr ins Gesicht und so schloss sie ihre Augen. Sie genoss die warmen Sonnenstrahlen auf ihrer Haut und atmete die frische Sommerluft ein. Das war wirklich ein schöner Tag heute.

Als sie ihre Lider wieder öffnete, sah sie, dass Riley auf sie zugelaufen kam. Anscheinend machten sie eine Pause. Schnell hatte er sie erreicht, warf sich neben sie ins Gras und gab ihr einen Kuss auf die Wange.

„Und, wie war ich?“

Flo verschränkte ihre Arme vor der Brust, verzog ihr Gesicht und schüttelte langsam ihren Kopf.

„Grottenschlecht.“

Sie versuchte extra ernst zu gucken, doch lange hielt sie es nicht aus. Sie begann zu kichern und schnell knuffte sie ihm in die Seite.

„Du Scherzkeks“, stöhnte Riley und streckte seine Arme in die Luft, „Du hast nicht zufällig noch etwas zu trinken?“

Lächelnd zog Flo ihre Tasche auf den Schoß, holte eine Flasche mit Wasser heraus und wollte sie gerade Riley geben, als sie plötzlich, nicht weit von ihnen, einen Jungen erblickte, der seine Kapuze tief ins Gesicht gezogen hatte. Sofort wusste sie, wer es war. Wie konnte er nur bei diesen Temperaturen mit einem dicken Pullover herumlaufen? Sie hielt es gerade so in einem Shirt aus. Aber noch spannender war die Frage, was machte er da? Er lief aufgeregt hin und her und sah ständig hinter sich. Wartete er auf jemanden oder suchte er wen?

Flo stupste Riley an und deutete in Richtung des Jungen.

„Ist das nicht dieser Liam?“, flüsterte sie leise.

Riley sah in die Richtung, in die Flo zeigte, und abrupt verzog sich sein Gesicht.

„Ja. Wieso?“

„Beth hat mir erzählt, was man sich so über ihn sagt. Meinst du, da ist etwas dran?“

Riley schien zu überlegen und tippte sich mit seinem Finger gegen das Kinn.

„Keine Ahnung. Ich weiß auch nicht viel darüber, aber, wenn du mich fragst, sollte man ihm lieber aus dem Weg gehen. Bei dem stimmt was nicht.“

Nachdenklich betrachtete Flo Liam, wie er sich immer wieder nervös umsah. Plötzlich blieb er dann allerdings stehen und starrte sie an.

„Was gibt es da zu glotzen? Hier gibt es nichts zu sehen Mädchen. Kapiert?“, schimpfte er sauer zu ihr herüber und erschrocken ließ Flo dadurch ihre Wasserflasche fallen.

Sie hatte gar nicht gemerkt, dass sie ihn anscheinend so offensichtlich beobachtet hatte.

Für einen kurzen Moment brachte sie keinen Ton heraus. Zu überrumpelt war sie davon, dass sie plötzlich von ihm angeschrien wurde. Was war denn mit ihr los? Sonst war sie doch auch nicht auf den Mund gefallen.

„Bei dir? So interessant bist du dann auch nicht“, antwortete Riley stattdessen und verdrehte seine Augen dabei.

Ohne etwas zu erwidern, drehte sich Liam auf ein Mal von ihnen weg und lief zwischen zwei Bäumen in das angrenzende Waldstückchen hinein.

Flo sah immer noch in die Richtung, in der er verschwand, obwohl er schon längst aus ihrem Blickfeld verschwunden war. Warum war er denn so nervös? Hatte er wirklich etwas zu verbergen, und wurde deshalb so sauer, als sie ihn beobachtet hatte? Gut, niemand mochte beobachtet werden, aber deshalb musste man ja nicht gleich so aggressiv werden.

„Hey. Wo bleibst du denn?“, rief Ben, ein Kumpel von Riley und so sah Flo auch wieder zu den anderen. Sie wollten offenbar weiter spielen.

„Ich komme“, antwortete Riley und hob die Hand zur Bestätigung.

Doch bevor er aufstand, sah er Flo noch mal tief in ihre Augen.

„Halt dich fern von diesem Typen. Ich meine es ernst. Der hat nicht alle Latten am Zaun.“

Zögerlich nickte Flo und so verschwand die ernste Miene von Riley wieder und zum Vorschein kam sein breites Lächeln. Zwinkernd stand er auf und lief im Eilschritt zu den anderen.

So ernst hatte sie ihn ja noch nie gesehen. Wusste er etwa doch mehr, als er zu gab? Aber warum sagte er ihr das dann nicht? Kurz blickte sie noch mal auf die Stelle, an der Liam im Wald verschwunden war, und sah dann wieder zu den anderen. Seltsam war die ganze Sache schon irgendwie.

Kopfschüttelnd hob sie die Flasche, die ihr aus der Hand gerutscht war, auf, und trank einen Schluck Wasser. Vermutlich machte sie mehr daraus, als es war.

Entschlossen, die Sache auf sich beruhen zu lassen, steckte sie die Flasche zurück in ihre Tasche und verfolgte wieder das Spiel.

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beta
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