Part 4

Erschöpft ließ sich Flo am Abend bäuchlings auf ihr Bett fallen. Sie konnte keinen einzigen Meter mehr laufen. Gähnend legte sie ihren Arm über ihre Augen.

Stella übertrieb mal wieder maßlos beim Training. Nur weil in ein paar Monaten dieser blöde Wettkampf anstand, musste sie sie doch nicht so über den Platz scheuchen.

Tief atmete sie ein und wieder aus. Das würde morgen einen tierischen Muskelkater geben. Laut pustete sie aus. Die nächste Zeit wurde das Training aber leider nicht leichter werden. Eher im Gegenteil. Müde rieb sie sich ihre Augen und wollte sich gerade in ihre Decke kuscheln, als es plötzlich an ihrer Tür klopfte. Langsam richtete sie sich daher wieder auf.

”Ja?”

Schnell wurde die Tür geöffnet und ihr Bruder stand auf der Türschwelle.

”Na Schwesterchen.”

”Was willst du Scott?”

Grinsend verschränkte dieser seine Arme vor der Brust und schüttelte dabei seinen Kopf.

”Wie ich gehört habe, musst du nicht mehr nur die Arme in die Luft halten und die Mädels auffangen, sondern darfst nach oben.”

Wie hatte er das denn jetzt so schnell herausgefunden? Sie hatte es ihrer Familie noch gar nicht erzählt gehabt. Es war schließlich noch ganz neu.

”Ja, ganz richtig. Ich bin kein Spotter mehr. Und?”

”Meine Schwester ein Flyer. Ich glaube, Stella sollte schleunigst ganze viele neue Spotter nur für dich suchen.”

Wütend sprang Flo von ihrem Bett auf und stampfte in Richtung Scott.

”Haha sehr witzig. Ich brauche genau so viele oder wenige Sicherheitspersonen, wie alle anderen auch.”

Dass sie sich selbst nicht ganz so sicher dabei war, musste ihr Bruder ja nicht erfahren. Sie wusste ja selbst noch nicht genau, ob sie das, mit ihren beiden linken Füßen, überhaupt hinbekam, bei den Stunts und Pyramiden oben zu stehen. Oder durch die Luft gewirbelt zu werden und dabei grazil auszusehen und nicht, wie ein abstürzender Stein. Sie hätte doch nie gedacht, dass sie mal ein Flyer werden würde. Sie hätte eher gedacht, wenn Stella sie mal richtig aufstellen würde und sie nicht nur neben den Stuntgruppen stehen würde, bereit bei einem Sturz, die stürzende Person aufzufangen, dass sie eine Base werden würde. Das wäre ohnehin eher ihr Ding gewesen. Unten. Mit den Füßen auf dem Boden bleiben und die anderen in die Luft werfen und wieder auffangen. Aber so war es jetzt.

Jessica war leider gestürzt und ganz, wie es aussah, hatte sie sich den Arm dabei gebrochen. Sie fiel somit für die Saison aus. Kurzerhand kam Stella dann auf die glorreiche Idee, dass sie den Platz einnehmen sollte. Grinsend stand sie vor ihr und tätschelte ihr im Gesicht herum. Mit deinen süßen Grübchen beim Lächeln wirst du jeden Preisrichter um den Finger wickeln, äffte sie Stella in ihren Gedanken nach. Der wirkliche Grund war wohl eher, dass ihr Nachname der ausschlaggebende Punkt war. Stella erhoffte sich doch dadurch nur, dass sie mehr Punkte bekommen würden, wenn die Jury wusste, wer ihre Mutter war. Aber vor Scott würde sie das mit Sicherheit nicht zugeben.

”Bist du dir da sicher?”, erhob der fragend seine Stimme, wobei er das sicher extra in die Länge zog.

Stirnrunzelnd sah er ihr dabei ins Gesicht. Verübeln konnte sie es ihm zwar nicht, da er ihre Tollpatschigkeit zur Genüge kannte, aber die Blöße würde sie sich trotzdem nicht geben.

”Ja. Wirst schon sehen”, schnaufte sie laut und stemmte dabei ihre Hände in die Hüften.

”Ich sollte meinem Team lieber Bescheid geben, dass sie ab Morgen in Deckung gehen sollen, wenn ihr mit auf dem Platz seid. Wer weiß, wo du landest”, prustete Scott laut.

”Ich dachte, du bist krank. Dann solltest du vielleicht lieber ins Bett gehen.”

Energisch schob sie ihren Bruder zurück, knallte ihm die Tür vor der Nase zu und lief zurück zu ihrem Bett.

”Ach komm schon. Du weißt selber genau so gut, wie ich, dass du über deine eigenen Füße stolperst”, ertönte es durch die Tür.

Genau deshalb hatte sie es ihrer Familie noch nicht gesagt. War klar, dass ihr Bruder sich die Witze nicht verkneifen konnte.

”Hau ab!”, zischte sie laut und konnte dann, dank der knarzenden Holzdielen hören, wie er verschwand.

Stöhnend setzte sie sich auf die Bettkante und ließ sich nach hinten fallen. Wenn ihre Mutter das erst mal erfuhr, würde sie die nächsten Stunden wieder nichts anderes zu hören bekommen, außer ein weiteres Mal die ganzen Geschichten aus ihrer Cheerleader Karriere. Nicht, dass sie sich nicht freute, wenn ihre Mutter glücklich war, aber sie kannte sie schon beinahe auswendig, dass sie mit sprechen konnte.

Außerdem wollte sie doch ihre Mutter nicht enttäuschen, wenn sie es nicht gut hinbekommen würde, da sie eher die Anmut eines Käfers hatte, der auf dem Rücken lag und nicht mehr von alleine auf die Beine schaffte. Daher hatte sie es auch noch nicht beim Abendbrot erwähnt gehabt. Granny hätte es ohne Umwege weiter getratscht und sie wollte doch erst mal sehen, wie es läuft, bevor sie es erzählte. Dabei hatte sie natürlich nicht an Scott gedacht, der es wohl von irgendwem aus der Schule erfahren hatte. Wobei, beim nächsten Training hätte er es ja ohnehin mitbekommen, da sie sich ja immer noch den Platz teilen mussten.

”Willst du dir den vielleicht ausleihen?”

Schwungvoll wurde die Tür ein weiteres Mal geöffnet und erschrocken saß Flo wieder senkrecht. Mit großen Augen starrte sie ihren Bruder an, der mit seinem Football Helm in der Hand herumwedelte.

”Scott!”, brüllte sie, schnappte sich ein Kissen und warf ihren Bruder damit ab, ”Verschwinde!”

Flink wich er allerdings dem Kissen aus und grinste über beide Ohren.

”War nur ein Angebot”, lachte er auf und schloss hinter sich die Tür.

Kopfschüttelnd holte sich Flo ihr Kopfkissen zurück und warf sich danach wieder auf das Bett. Ihr Bruder konnte es einfach nicht lassen. Gähnend zog sie sich ihren großen Stoff Hasen in die Arme.

Sie besaß ihn schon, seit sie ein Baby war. Er musste zwar schon hier und da geflickt werden und der weiße Plüsch war schon längst nicht mehr weiß, aber hergeben tat sie ihn auch nicht. Auch wenn sie schon längst kein Kind mehr war, brauchte sie ihn einfach zum Schlafen.

Und Schlaf brauchte sie nun dringend. Morgen würde wieder ein anstrengender Tag werden. Da sie nun ein Flyer war, hieße es jetzt, trainieren und noch mehr trainieren.

Flink rutschte sie unter die Bettdecke und in null Komma nichts war sie tief und fest eingeschlafen.



Freudig lief Flo am nächsten Morgen auf Beth zu, die schon vor dem Eingang der Schule auf sie wartete.

Ihren Bruder, der etwas hinter ihr lief, schenkte sie, seitdem sie das Auto verlassen hatte, keine Beachtung mehr. Die ganze Fahrt über hatte er sie weiter mit seinen blöden Witzen genervt.

”Guten Morgen.”

”Morgen … Sag mal, warum grinst dein Bruder denn so?”

Grummelnd verdrehte Flo ihre Augen und zog Beth an ihrem Arm mit hinein ins Gebäude.

”Frag nicht …”

”Okay … Anderes Thema. Stellas Geburtstagsparty. Du schenkst ihr mit Riley bestimmt etwas zusammen oder?”

Irritiert hob Flo eine Augenbraue in die Höhe. Wovon sprach Beth da? Was für eine Geburtstagparty?

”Ähm … also … keine Ahnung? Ich wusste nicht mal, dass sie Geburtstag hat.”

Lächelnd legte Beth ihren Arm über ihre Schulter und sie steuerten die Schulschränke an.

”Manchmal vergess ich, dass du ja noch gar nicht so lange hier bist … Jedes Jahr gibt Stella eine große Geburtstagsparty. Das gesamte Cheerleaderteam sowie wie das Footballteam wird, von ihr eingeladen. Und da du ja jetzt dazugehörst, du natürlich auch.”

Flink nahm Beth ihren Arm wieder herunter und öffnete ihren Spind.

”Ach so”, murmelte Flo leise.

Eine große Teenieparty. Auf ihrer alten Schule gab es zwar vieler solcher Partys, doch wurde sie nie zu so einer eingeladen.

”Was ist denn?”

Fragend legte Beth ihren Kopf schief, woraufhin sich Flo verlegen an ihrem Kopf kratzte.

”Naja … Ich war halt noch nie auf so einer Party.”

”Echt nicht? Ach, das wird dir gefallen. Du wirst sehen.”

Schulterzucken beobachtete Flo ihre Freundin, wie sie einige Bücher in ihrem Schrank verstaute. Sie konnte es ja noch nicht sagen, ob ihr so etwas gefiel. Sie war ja schließlich noch nie auf einer.

”Ich kann dir ja nachher noch einwenig darüber erzählen. Jetzt muss ich aber erst mal los. Ich muss noch die Hausaufgaben, bevor es klingelt, vergleichen. Spanisch”, stöhnte Beth, winkte ihrer Freundin zu und lief den langen Schulflur entlang.

Schmunzelnd sah Flo ihr noch kurz hinterher und machte sich dann auch auf den Weg zu ihrem Schrank.

Sie hatte ihren Spind beinahe erreicht, als sie nicht weit von sich entfernt Liam entdeckte, der auch gerade etwas in seinem Fach verstaute. Schnell huschte sie daher, bevor er sie bemerkte, an ihm vorbei. Warum mussten ihre Schränke auch ausgerechnet so nahe beieinanderliegen. Reichte es nicht, dass sie sich nun in Chemie mit ihm herumschlagen musste. Unweigerlich musste sie dadurch allerdings auch wieder an diese Liste denken, die er mit sich herumtrug. Warum listete er die ganzen Namen auf und sortierte offenbar welche heraus? Einige Namen waren ja schließlich durchgestrichen. Das war doch mehr als seltsam. Die Partyplanung für Stella machte er mit Sicherheit nicht.

Geschwind hatte sie ihren Spind erreicht und fischte eilig ihr dickes Biobuch heraus. Schnell steckte sie es in ihre Tasche und warf die Schranktür wieder zu.

Sie wusste auch nicht genau, warum sie das tat, aber kurz sah sie über ihre Schulter, um nachzusehen, ob Liam noch da wäre, und bereute es auch gleich, als sie böse von ihm angefunkelt wurde. Mit sich selber schimpfend, warum sie auch unbedingt zu ihm sehen musste, drehte sie ihren Kopf in Sekundenschnelle zurück. Jetzt dachte er mit Sicherheit, dass sie ihn beobachten würde. Aber warum sah er überhaupt zu ihr?

Als das Klingelzeichen jedoch ertönte, nahm Flo, ohne sich noch mal herumzudrehen, die Beine in die Hand und eilte zu den Treppen.




”Flo! Du siehst aus wie ein alter Kartoffelsack. Nun streck doch mal die Arme richtig in die Höhe und lächle”, zeterte Stella, warf ihr blondes Haar in den Nacken und schwang ihre Arme demonstrativ in die Höhe, ”So geht das.”

”So geht das …”, murmelte Flo leise und setzte ihr schönstes Lächeln auf.

Stella hatte gut reden. Sie stand dabei ja auch nicht Meter weit über dem Boden und musste Angst haben, wenn sie sich falsch bewegte, oder die Mädels unter ihr, sie fallen ließen, den Rasen zu knutschen.

”Du muss erst mal an deiner Körperhaltung arbeiten. So geht das nicht. Komm runter.”

”Und wie soll das Bitteschön gehen?”

Flo konnte genau sehen, wie Stella mit ihren Augen rollte, aber was konnte sie denn dafür. Niemand hatte ihr auch nur mit einem Ton verraten, wie sie wieder heil unten ankommen sollte. Sie wurde einfach Holter die Polter im wahrsten Sinne des Wortes in die Situation geworfen und nun stand sie hier oben.

”Lass dich einfach fallen”, rief Beth ihr aufmuntern zu, die sich mittlerweile neben Stella gestellt hatte.

Ja vom Prinzip her wusste sie das auch, hatte sie es ja schon oft genug bei den anderen gesehen und war ihre Absicherung gewesen. Wenn man aber selbst hier oben stand, sah die Sache schon ganz anders aus.

”Na los. Wir fangen dich”, riefen nun auch die anderen.

Also schluckte sie ein Mal schwer, ließ sich mit einem mulmigen Gefühl nach hinten fallen und stellte wenige Sekunden später ihre Füße erleichtert auf den Boden. Daran musste sie sich wirklich erst mal gewöhnen.

”Du musst auf jeden Fall an deiner Körperspannung arbeiten. Du siehst aus, wie ein wabbelndes Etwas im Wind. Los geh zur Seite und seh den anderen zu, wie sie das machen.”

”Okay.”

Konnte ihr nur recht sein. Eine kleine Pause konnte sie wirklich vertragen. Schon seit einer Stunde waren sie auf dem Platz und langsam aber sicher, ging ihr die Puste aus.

Nickend stellte sie sich also neben Stella und beobachtete die anderen. Beth sah wirklich toll aus. Sie machte das wirklich gut. Sie musste sich unbedingt Tipps bei ihr holen.

Seufzend, ob sie das überhaupt Mal so hinbekommen würde, begann ihr Blick über das Spielfeld zur Turnhalle zu wandern, aus der gerade die Footballmannschaft herausstürmte. Schnell hatte sie Riley entdeckt und winkte ihm heimlich zu. Stella konnte es gar nicht haben, wenn man sich nicht auf das Training konzentrierte und auf eine erneute Predigt hatte sie absolut keine Lust.

Lächelnd nickte ihr Riley zu und lief dann mit den anderen aufs Spielfeld. Kurz danach rannte auch ihr Bruder heraus, und als sich ihre Blicke trafen, begann er mit seinen Händen einen abstürzenden Vogel nachzumachen. Trotzig streckte sie ihm, bevor er zu den anderen lief und somit aus ihrem Blickfeld verschwand, die Zunge heraus und verschränkte die Arme vor ihrer Brust.

”Flo! Du sollst aufpassen.”

”Ja …”

Ertappt wollte sie sich gerade wieder zu Stella drehen, als ihr plötzlich eine Gestalt auffiel, die um die Turnhalle herumschlich. Sofort erkannte sie auch, wer es war. Liam. Die Frage war nun, was er dort wollte? Er hatte hier gar nichts zu suchen. Und es war ja auch nicht das erste Mal, dass er dort herumschlich.

Sie beobachtete, wie er sich kurz umsah und dann Schnurtracks auf den Eingang zu rannte. Schnell hatte er die Tür geöffnet und war dahinter verschwunden. Was wollte er nur in der Turnhalle? Hatte es irgendetwas mit dieser Liste zu tun?

Ohne groß darüber nachzudenken, begannen sich ihre Beine plötzlich in Bewegung zu setzten und sie lief los. Sie musste einfach wissen, was er da wollte. Fiel es denn sonst niemanden auf? Flink huschte sie über den Platz. Sie musste sich beeilen, um ihn, ja bei was überhaupt, zu überraschen.

”Wo willst du hin? Wir sind noch nicht fertig!”, keifte Stella hinter ihr und schnell sah sie über ihre Schulter.

”Notfall … Toilette … Bin gleich wieder da.”

Entschuldigend hob sie ihre Hände in die Höhe und sah wieder nach vorne. Sie hätte ihr jetzt zwar auch die Wahrheit sagen können, aber jeder sagte ihr ja, dass sie sich von Liam fernhalten sollte. Außerdem wusste sie ja nicht, was er dort wollte. Vielleicht gab es ja eine ganz einfache Erklärung dafür und sie stand dann nachher als der Dummkopf da, der grundlos Alarm machte.

Blitzschnell hatte sie die Turnhalle erreicht und holte noch mal kurz Luft, bevor sie leise die Türklinke herunterdrückte. Vorsichtig streckte sie ihren Kopf hinein und horchte, ob sie etwas hören konnte. Doch nichts. Alles war still. Auf leisen Sohlen betrat sie die Halle und schloss die Tür hinter sich. Wohin er wohl verschwunden war? Darauf bedacht, keine Geräusche zu machen, steuerte sie die Männerumkleide an. Sie war nur einige Meter vom Eingang entfernt und daher sah sie auch sofort, dass die Tür etwas offen stand. Flink schlich sie sich heran, drückte sich am Türrahmen gegen die Tür und lugte herein. Und tatsächlich. Liam war in der Umkleidekabine. Blöderweise konnte sie nicht erkennen, was er hier machte, also streckte sie ihren Kopf noch etwas weiter heraus. Mit großen Augen sah sie, dass er die Taschen der Spieler durchwühlte. Sie musste sofort irgendjemanden bescheid geben. Nachher wollte er noch irgendetwas klauen. Zum Glück hatte er sie nicht bemerkt und sie konnte unerkannt wieder verschwinden. Schnell wollte sie daher einen Schritt zurückmachen. Doch dann passierte es. Sie blieb mit ihrem Lederarmband an der Türklinke hängen und stolperte laut polternd gegen die Tür. Sofort blickte sie in Richtung Liam, der sie nun fixierte.

”Du schon wieder”, knurrte er laut.

Innerlich verfluchte sie sich selber, dass sie nicht das eine Mal auf Stella gehört hatte und das blöde Armband zum Training abgemacht hatte.

”Huch, das ist ja gar nicht die Mädchenumkleide. Falsche Tür”, kicherte Flo übertrieben und kratzte sich an ihrem Kopf, ”Ich sollte am Besten …”

Doch weiter sprach sie nicht, da Liam plötzlich auf sie zu ging. Rasch drehte sie sich auf ihrem Absatz herum und lief davon. So schnell sie ihre Füße trugen, eilte sie zurück zum Ausgang, als sich plötzlich eine Hand um ihr Handgelenk legte und sie zurückzog.

”Hey. Was soll das. Lass mich los”, schimpfte sie und versuchte seine Hand abzuschütteln.

Doch Liam machte gar keine Anstalten sie loszulassen und zog sie stattdessen weiter weg von der Tür.

”Was willst du hier?”

Seine Augen wurden zu kleinen Schlitzen und böse funkelte er sie an. In Flos Hals bildete sich ein dicker Kloß und sie bekam keinen Ton mehr heraus. Warum genau war sie ihm nur hinterher gelaufen. Was hatte sie sich nur dabei gedacht. Wäre sie doch einfach bei Stella und den anderen geblieben. Alle waren sie draußen auf dem Platz. Selbst, wenn sie losschreien würde, würde sie niemand hören können.

”Antworte”, knurrte er erneut und ließ ihr Handgelenk los.

Zu Flos bedauern jedoch nur, damit er nun seine Hände auf ihre Schultern legen konnte und sie somit gegen die Wand drücken konnte.

”Schickt er dich?”

Nun war Flo aber doch verwundert und runzelte verdutzt ihre Stirn. Wovon sprach er da?

”W-wer schickt mich?”

”Das weiß du ganz genau. Wer ist es? Los, sag es!”

War dieser Liam nun total übergeschnappt? Wer sollte sie denn bitte schicken? Die Frage war doch eher, warum er in den Sachen herumwühlte. Langsam wurde ihr die ganze Situation echt zu absurd.

”Ich habe keine Ahnung, wovon du sprichst. Erzähl du doch mal, warum du die Taschen der Spieler durchwühlst.”

Ein lautes Quietschen ließ die beiden allerdings erschrocken auf Blicken und Liam ließ sie los. Flo sah in das wütende Gesicht von Stella und noch nie war sie so froh gewesen sie zu sehen.

”Wir warten. Würdest du dich bitte bequemen und endlich zurück zum Training kommen.”

Flo konnte genau sehen, wie Stelle Liam musterte und dann ein verachtendes Schnauben von sich ließ.

”Gott Liam. Pullis sind so was von out. Wann lernst du das endlich … Können wir dann Flo?”, stöhnte Stella und tippelte dabei mit ihrem Fuß auf dem Boden herum.

”Wie du siehst, hab ich zu tun.”

Ohne Liam noch mal anzusehen, überwand sie die wenigen Meter, die sie von Stella trennten, und verließ dann mit ihr zusammen die Turnhalle. Im Augenwinkel konnte sie jedoch noch sehen, wie Liam auch herausrannte und hinter dem Gebäude verschwand.


Comments

  • Author Portrait

    Hallo ich melde mich hier auch mal wieder, habe die Story irgendwie aus den Augen verloren, aber na ja jetzt bin ich ja wieder hier :) Oh Gott als die Prota von ihrer Tollpatschigkeit erzählt hat, musste ich sofort an mich selbst denken, ich bewundere sie ja, dass sie überhaupt so weit hoch gekommen ist, ohne die anderen Cheerleader zu treten oder so xD Ach und eine Frage habe ich noch, bei dem Satz: (”Wir warten. Würdest du dich bitte bequemen und endlich zurück zum Training kommen.”) Ich war irgendwie total von dem Wort bequemen irritiert :) Meintest du benehmen oder beeilen? ;) Flo konnte genau sehen, wie Stelle Liam musterte und dann ein verachtendes Schnauben von sich ließ. Liebe Grüße Lilli :)

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media