Part 11

„…und deshalb, Herr Unterhändler, soll ich ausrichten, dass Diplomat Yamatos Tochter, Sakura, sich gerne noch einmal persönlich bei Ihnen entschuldigen wollte, für all das Ungemach, das ihr Verhalten verursacht hat.“, beendete Ferdinand die Nachricht, die er an Eros Raffael überbringen sollte. Letzterer hatte mit offenen Mund gelauscht. Als ihm das bewusst wurde, klappte er denselben zu und starrte den Stallburschen an wie eine Erscheinung. Als habe Sakura seine Gedanken gelesen! „Nun, dann will ich nicht so sein.“ Antwortete er. „Richtet ihr bitte aus, dass ich heute nach dem Abendessen in meinen Gemächern auf sie warten werde.“ „Verzeiht, aber Fräulein Sakura wäre es lieber, wenn sie sich auf, sagen wir, neutralem Boden treffen könnten. Sie würde Sie gerne beim Stall sehen, nach dem Abendessen.“ Neutraler Boden? Was sollte das nun bedeuten? „Sir? Was soll ich ihr antworten?“ „Ich werde da sein.“ Ferdinand verbeugte sich tief und ging von dannen. Neutraler Boden? Glaubt sie etwa, ich würde über sie herfallen, wenn wir in meinem Zimmer wären? Der Gedanke brachte Eros zum Schmunzeln. Er zwirbelte sich die Schnurrbarthaare, wie er es manchmal tat, wenn er an etwas Amüsantes dachte. Naja, wer weiß. Lachend machte er sich auf den Weg zum Speisesaal.

Und wurde überrascht. Sie war da. Sie saß neben ihrem Vater. Aber sie blickte nicht auf. Stumm und bedächtig aß sie ihre Suppe, das Brot und das bisschen Gemüse, das die Jahreszeit hergab. Vom Hirschen, den sie letzte Woche geschossen hatten, war nichts mehr übrig. Eros Herz schlug bis zum Hals. Dieses Mal konnte er sich aber nicht einreden, es sei von der Jagd. In seinem Bemühen, ruhig zu wirken, wurde er immer ungeschickter, bis er schließlich seine Suppe über sich selbst ausschüttete. „Wo ist denn Eure katzengleiche Eleganz geblieben, Eros?“ Lachte der König. „Die hat sich wohl mit meiner Würde zusammen unterm Tisch versteckt, Sire.“ Lächelte der Snift verlegen. Sakura wollte es sich nicht eingestehen, aber in diesem Moment fand sie ihn unwiderstehlich. Sie hoffte, er konnte nicht wirklich Gefühle riechen. Als er sie dann auch noch ansah, war es um ihre Selbstbeherrschung geschehen. Sie stand auf. „Vater, entschuldigt mich bitte. Mir ist nicht wohl. Ich ziehe mich zurück.“ „Wie du meinst, Kind. Soll ich dir nachher den Heiler vorbei schicken?“ „Nein, es sind nur leichte Kopfschmerzen.“ Sich vor dem König verbeugend, Eros jedoch keines weiteren Blickes würdigend, verließ sie den Saal.

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