Part 2

Haruna stand ganz still vor dem Eingang und wartete. Sie wagte nicht einen Muskel zu rühren, um auf jedes Geräusch reagieren zu können. Sie hatten immer durch Scanner erfahren wenn sich etwas gefährliches genähert hatte, doch diesmal hatten sie mehrere starke Energiesignaturen wahrgenommen und Alarm geschlagen und als Kommandantin hatte sie die Pflicht den sicheren Rückzug ihrer Soldaten zu sichern. Plötzlich hörte sie metallenes Klirren von dem Tunneleingang ausgehen. Schnell klärte sie ihren Kopf von allem überflüssigen und holte tief Luft und ließ das gleichmäßige Kratzen von Metall auf Stein näher kommen. Zu dem frischen Duft von Pflanzen und Regen gesellte sich nun der Geruch von rostenden Metall und Öl. Wenn es das war, was Haruna befürchtete, hatte sie wirklich Probleme. „Du Herold, der Erleuchtung, der Sonne des aufgehenden Lichtes! Oh weise mir den Weg mit deinem Licht.“ flüsterte sie, während goldene Strahlen sich in ihren Händen ansammelten. Als das Klirren vor ihr gestoppt war, nahm sie die Lichtkugel, die sich auf ihrer Hand gesammelt hatte und warf sie in den Tunnel. Erst wurde der Eingang erleuchtet und sie sah was die Geräusche erzeugt hatte. Riesige Wölfe, die aus Metall bestanden, hatten sich in dem Tunnel an sie herangeschlichen. Die Schnauze war mit verschieden Metallplatten bedeckt und als einer der Wölfe das Maul öffnete, könnte Haruna in einen schauerlichen Schlund sehen. Er war bestückt mit kreisförmig angeordneten Zähnen, die begannen sich zu drehen, bis sich ein Schlund aus Mahlsteinen gebildet hatte, der jegliches Material auf der Stelle zu zerbröseln konnte. Haruna lachte in sich herein: Sie hatte wirklich Pech. Eine Dire-Wolf war eine Gefahr der Dämon Klasse, eine Gefahr die dutzende gut ausgebildeten Soldaten auslöschen könnten. Ganz zu schweigen von Zivilisten. Und dann war es auch noch ein Rudel, dass vermutlich auf der Jagd war. Ein Rudel hatte immer einen Leitwolf der zwölf Rudelmitglieder anführte. Schnell wirkte Haruna einen Illusionszauber und ließ sich wie ein riesigen Dire-Wolf aussehen. Sie schnippte mit den Fingern, sprang in die Luft und landete mit klirrenden Krallen wieder auf dem Boden. Dann traten die ersten Metallwölfe aus dem Tunnel und begannen sich umzuschauen, trotzdem ließen sie Haruna nicht eine Sekunde aus den Augen. Sie schnüffelten mit ihren metallenen Nasen die Gegend ab, um sich der Umgebung bewusst zu werden. Als die ersten Wölfe die Umgebung gesichert hatten, begannen sie kurz zu heulen und die restlichen Wölfe traten aus dem Tunnel. Sie bauten sich in einem Halbkreis vor Haruna auf, als sich plötzlich die Mitte teilte um einem etwas größeren Wolf Platz zu schaffen, dessen Metall blau gefärbt war. Anmutig wie ein Löwe, den Kopf hoch erhoben, lief der Wolf auf Haruna zu. Er begann zu schnuppern und knurrte dann. Haruna bekam fasst einen Herzstillstand als der Wolf mit einer tiefen Stimme verschiedene Laute von sich gab. Bis Haruna ihn auf einmal verstehen konnte. „Diese Sprache vielleicht?“ fragte der Wolf sie. Haruna machte einen unsicheren Schritt zurück. Offenbar hatte der Wolf dies gemerkt und sprach weiter: „Also diese Sprache, gut, dann verstehen wir uns wenigstens.“ Haruna schnürte es die Kehle zu. Es war quasi unmöglich, dass ein Dire-Wolf sprechen konnte. War dies vielleicht eine neue Art? Sie hatte auch noch nie von einem blauen Dire-Wolf gehört. Ihr Plan war einfach, aber auch die einzige Möglichkeit die sie hatte. Sie versuchte sich nichts Anmerken zu lassen und verhielt sich normal, so normal wie ein Dire-Wolf nun einmal sein kann. „Ich weiß das du keiner unserer Art bist. Ich kann deine Angst riechen und auch den widerlichen Geruch von Illusionsmagie. Also entweder hebst du diesen Zauber auf, oder wir verletzen dich so lange bis der Zauber nachlässt.“ Das Herz von Haruna schlug wie verrückt, eine Dire-Wolf der Magie erkennen konnte und auch wusste wie diese funktioniert? Das war eine noch größere Gefahr als alle anderen wilden Geschöpfe. Obwohl all ihre Instinkte ihr davon abrieten, ließ sie den Illusionszauber verschwinden. Der Scheinkörper von ihr zerfiel und Haruna stand wieder in ihrer ursprünglichen Kleidung auf der Lichtung. Ein Dire-Wolf aus dem Halbkreis begann zu knurren. Doch der Anführer brachte ihn mit einem Blick zum schweigen. Dann drehte er sich wieder Haruna zu. „Warum bist du hier? Warum wolltet ihr in unser Reich eindringen?“ „Wir wollten die eigentlich unbewohnte Stadt hinter diesem Tunnel, einnehmen und eine Basis errichten.“ antwortete Haruna wahrheitsgemäß, während der Leitwolf sie mit einem harten Blick beobachtete. „Du sagst die Wahrheit“, stellte der Leitwolf fest, „Doch wer ist wir?“ Haruna holte tief Luft und begann mit fester Stimme zu sprechen. „Ich gehöre zur 21. Einheit der Stadt Unicorn, einer Stadt die von Menschen erbaut, gepflegt und belebt wird. Auch wenn die Situation nicht gerade günstig für mich ist, darf ich  nicht mehr sagen.“ Der Leitwolf hatte sich nicht bewegt. „Du hast sie gehört Boss. Gefahr oder Küken?“ fragte der Leitwolf plötzlich nach einiger Zeit.
„Woher hast du gewusst, dass ich hier bin, Leo?“ fragte plötzlich eine Jungenstimme hinter Haruna. Schnell wirbelte sie herum, und sah einen Schwarz gekleideten Jungen von ungefähr sechzehn Jahren in einem großen Mantel, der sich von einem Baum löste, der direkt hinter ihr stand. Sie hatte ihn nicht bemerkt. „Ich wusste es nicht, aber in diesem Wald geschieht nichts, ohne das du davon weißt. Hab ich recht?“ antwortete Leo der Leitwolf fasst schnurrend.
Nach kurzer Zeit rief der unbekannte. „Du hast recht. Hier!“  und warf dem Leitwolf eine Metallene Kapsel zu. Dieser sprang in die Luft schnappte sie zwischen den Zähnen, und begann langsam auf ihr herumzukauen. Haruna bemerkte, dass Leo besonders vorsichtig mit der Kapsel umging. Er ließ seinen Schlund sich langsamer drehen und zerstörte so die Kapseln langsam aber stetig. Die Kapsel gab eine grüne Flüssigkeit frei, die der Leitwolf gierig verschlang. Die anderen Wölfe blickten sehnsüchtig der Flüssigkeit hinterher, doch sie gelangten schnell ihre Konzentration wieder.
„So du bist also eine Magierin?“ wollte der Unbekannte wissen. „So kann man es sagen.“ antwortete sie. „Und das soll heißen?“ beharrte der Unbekannte weiter. „Mehr darf ich nicht sagen!“ sagte Haruna stur. Der Junge schloss die Augen und legte sich die Hand an die Stirn und erklärte:  „Hör mal, wenn wir nicht einschätzen können,“ redete er mit geschlossenen Augen weiter während er mit der anderen Hand seine Schläfen rieb, „ob du eine Gefahr bist,  müssen wir dich töten,“ er bemerkte einen Windhauch und hörte wie die Wölfe anfingen zu laute grollende Laute von sich zu geben. Haruna hatte ihr Schwert gezückt und hielt es dem Unbekannten an die Kehle. Haruna war eine der schnellsten Schwertkämpfern aus ihrer Stadt, was auch der eigentliche Grund war, warum sie die Anführerin eines Trupps geworden war. Ihre Schwertkunst übertraf laut den Prüfern alle bisher bekannten. Sie war eine der wenigen Kampfmagier die Unicorn zu bieten hatte. Sie konnte Magie gleichzeitig wirken lassen und dabei ein Schwert führen. Die meisten Gegner hatten keine Chance gegen sie. Haruna sagte stolz: „Bist wohl doch nicht so toll, dass du alles mitbekommst. Sag deinen Wölfen, dass sie aufhören sollen mich anzufauchen.“ Der Junge öffnete die Augen und Haruna konnte in ein belustigtes braun sehen, wobei sie aus Reflex fast errötete. Der Junge lachte in sich herein und sagt mit tiefer Stimme: „Leo du sollst auf hören sie – anzufauchen!“ Haruna drehte sich zu dem Wolfsrudel um. Plötzlich merkte sie, dass ein Unterschied zum ersten Mal bestand. Plötzlich dachte Haruna an das belustigte Gesicht des Jungen und starrte geschockt den Jungen entlang ihrer Klinge an. „Kann es sein, dass deine Wölfe lachen?“ Der  Junge hob eine Augenbraue und fragt schelmisch: „Wie bist du nur darauf bekommen?“ Darauf hin fragte Haruna herausfordern: „Du fühlst dich wohl sehr sicher? Denkst du, dass ich dich nicht töten kann?“ „Oh ich denke es nicht nur, ich weiß es.“ antworte der Junge ohne zu zögern. Alle Belustigung war mit einem Schlag aus seinem Gesicht gewichen. „Komm Mädel versuch es gar nicht erst.“ begann Leo, dann krallte er seine Pfoten in den Boden und ein lautes Summen kam aus seinem Körper. An seinem Hinterbeinen bildete und verschob sich Metall, sodass es wie fließendes Wasser seinen Körper entlang floss. Als das Metall aufhörte sich zu verändern hatten sich zwei große Rohren gebildet, in den ein Feuer sich entfachte. Dann schoss der Wolf schneller als Haruna reagieren konnte mit gezückten Krallen nach vorn. In diesem Moment wurde Haruna sanft am Bauch gefasst und zurück gezogen, während sich der Junge geschmeidig in die Sprunglinie bewegte. Sie hatte nicht mitbekommen wann er sich bewegt hatte. Der Junge nahm ein schwarzes Schwert aus seiner Schwertscheide, die am Rücken befestigt war. Das Schwert war sehr dünn, aber dafür sehr scharf. Die vordere Schneide bestand aus einer größeren Raute, an der an einer Ecke, die mittlere Schneide begann. Der Schwertschaft war ebenfalls schwarz, und die von der mittleren Schneide senkrecht abgehenden Handschützer rechts und links, sahen aus wie kleine Fontänen aus Pech. Am Ende des ledernen Knaufes prangte ein schwarzer Stein als Schwertknauf. Ein wahrlich, „finsteres“ Schwert, dachte Haruna. Er duckte sich in einer Bewegung unter den Krallen von Leo hinweg, schob Haruna mit einer sanften und geschmeidigen Bewegung noch weiter an den Rand, die bei der hohen Geschwindigkeit, die der Junge angeschlagen hatte unwirklich wirkte und sprang hinter dem Metallungetier mit einem Salto auf dessen Rücken und holte aus. Doch der Dire-Wolf hatte sich bereits mit dem Bauch flach auf den Boden gelegt. „Er hat sich ergeben!“ stellte Haruna erstaunt fest, noch immer geschockt was gerade passiert war. „Ihm blieb auch nichts anderes übrig“ bemerkte der Unbekannte trocken. „Wie ist dein Name“ fragte er während er von Leo herab stieg. „Ich bin Haruna“ sagte sie wahrheitsgemäß, „und du?“, fragte sie. „Ich bin Ken“ antworte der Junge zögerlich. Offensichtlich ein Thema das ihm unangenehm war, und da Haruna mehr oder weniger von seiner Laune abhängig war, forschte sie nicht weiter nach. Der Junge steckte sein Schwert mit einer übertriebenen Bewegung wieder ein. Als er Haruna‘s hochgezogene Augenbraue sah, wurde er rot und murmelte etwas von „alter Angewohnheit“. Dann machte er sich auf den Weg zum Tunnel. Auf halben Weg blieb er stehen. „Kommst du?“ fragte der Junge. Haruna die kurz einen sehnsüchtigen Blick über ihre Schulter warf, nickte und sagte: „Ich schätze ich habe gar keine andere Wahl...“. „Das stimmt nicht,“ antwortete der Junge, „doch die andere würde dir bestimmt nicht gefallen.“ auch ohne seinen Blick auf sein Schwert, konnte Haruna den Satz verstehen und machte sich mit einem Seufzen auf den Weg. „Da bin ich ja was tolles rein geraten“ brummte sie vor sich hin.

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