Part 6

Das erste was er feststellen musste war, dass er zu spät war. Er beäugte missmutig das Schlachtfeld. Der Beginn des Waldes war nicht mehr zu erkennen, eine breite Feuerschneise hatte sich ins innere des Waldes vorgearbeitet. Wenn die Bäume nicht gerade verbrannt und verkohlt waren, waren sie so zersplittert, dass niemand auch nur erkennen konnte wie sie vorher ausgesehen hatten. Der Geruch von Rauch und Öl trieb ihm Tränen in die Augen, doch nicht nur das sorgte für die Tränen die sein Gesicht hinabfielen, wie Perlen im Mitternachtsschimmer. Er kniete sich hin, und legte seine Hand beruhigend auf, das heißgelaufene Metall, was vor ihm auf dem Boden lag. Vor ihm lag einer seiner besten Freunde im Sterben. Der Dire-Wolf hatte eine Pfote komplett verloren und seine linke Hälfte war komplett geschmolzen. So sehr es sich Darian auch wünschte, er konnte ihn nicht mehr retten. Die Flanke des Geschöpfes bebte heftig unter der Anstrengung der verdrehten und zerdrückten Metallplatten. Dennoch hatte das Geschöpf sehr wohl erkannt, dass sein Meister gekommen war, und ihm seinen ehrwürdigen Abschied gab, den er sich nach diesem Kampf wahrlich verdient hatte. Sein schnurren und das anstupsen von Darian‘s Hand zeigten dies ganz deutlich. Das erneut Tränen in die Augen seines Meisters trieb. Dieser schluckte heftig und nach einer kurzen Schweigeminute, streichelte er noch einmal den Kopf des Geschöpfes, das ihm viele Jahre so treu gedient hatte und erhob sich taumelnd, um aus dem noch gesunden Waldteil neben der Schneise, beblätterte Äste mit dem Schwert abzutrennen. Er nutzte diese Äste um seine Gefallene Freunde abzudecken. Wer oder was auch immer seinen Freunden dies angetan hatte, würde noch teuer zu stehen bekommen. Alle seine zwölf Freunde, die nicht bei ihm gewesen waren, lagen verstreut auf der Lichtung.
Mit einem harten Schlag ins Gesicht holte sich Darian in die Gegenwart zurück. Jetzt war nicht die Zeit, um zu trauern. Er hatte einen Feind zu schlachten, der es noch bereuen würde, jemals geboren worden zu sein.

Dieser Feind war nicht schwer zu finden, die Schneise war so groß, dass selbst ein Blinder früher oder später ihn gefunden hätte. Doch auch ohne diesen Visuellen Vorteil konnte Darian ihn auch durch sein Gehör lokalisieren. Er beschleunigte seine Bewegung bis er sich sicher war, wenige Bäume vor seinem Feind zu stehen. Er sah vier riesige Beine mit Krallen so groß wie Pferde, die sich durch den Wald schlugen. Aus der schnellen Bewegung die zwischen den beiden Hinterbeinen konnte er erkennen, dieses „Ding“ ebenfalls einen Schwanz besaß. Die vier Beine liefen zu einem großen Oberkörper zusammen, doch den Kopf des Geschöpfes konnte er nicht ausmachen, dieser wurde von den Baumkronen des Waldes verdeckt.
Er zog sein Schwert, als das „Ding“ abrupt stehen blieb. Offensichtlich hatte es Verstand und bemerkt, dass sich etwas mit Mordgedanken direkt vor ihm befand. Darian wartete darauf, dass das „Ding“ durch das Baumgitter preschen würde, um nach ihm zu schnappen und macht sich bereit, um auf aufblitzende Zähne vorzubereiten. Doch plötzlich ertönte ein Fauchen und Zischen und eine Feuerwand schoss auf Darian zu. Sie walzte sich spielend leicht durch den Wald und schmolz die Bäume wie Butter über der Flamme. Doch statt auszuweichen rannte Darian auf die Wand zu und sprang hindurch, ohne auf die Hitze und die Gefahr zu achten. Er merkte wie es an seinen Kräften zog sich vor den Flammen zu schützen. Doch was auch immer die Flammen ausgestoßen hatte befand sich direkt am Ende dieser Flammen, und damit auch eine ungeschützte Stelle, durch die man es verletzen konnte. Als er bemerkte, dass er die Quelle der Hitze erreicht hatte schwang er sein Schwert, das spürbar auf Fleisch stieß, und dieses auch zerschnitt. Mit einem lauten „Plopp“ verschwand der Widerstand, und die Flammenwand erstarb. Noch im Fall betrachtete er seinen Kopflosen Feind. Es war ein Reptil, dessen war er sich sicher. Die Schuppen deuteten unbestreitbar darauf hin. Doch es war größer als alles war es sich vorstellen konnte. Wundernd darüber, dass das Geschöpf nicht zusammenbrach landete er an dessen Füßen und schlug mit dem Schwert auf die schwarzen Schuppen die den größten Teil des Geschöpfes bedeckten. Wie erwartet, prallte die Klinge ab, ohne einen Schaden zu hinterlassen. Deswegen hatten seine Wölfe nichts gegen es tun können. Nur der Hals des Geschöpfes bestand aus weißen und weichen Schuppen die leicht zu zertrennen waren. Er bedachte es mit einem missmutigen Blick. Der Körper des Monsters lebte weiter, er pumpte weiter Blut durch die Verletzung. Und während Darian fassungslos zusehen musste, bildeten sich zwei neue Köpfe auf dem abgetrennten Kopf des Geschöpfes. „Strix!“ rief Darian. Sofort erschien sein Partner aus dem Dickicht. „Ich glaube unsere Rache ist gerade deutlich langwieriger und schwerer geworden.“ bemerkte Darian trocken. Dann strich er den Schleim, der an seinem Schwert hing am nächsten Busch ab, während Strix sich über ihm platzierte. Dann drehte sich Darian wieder der Hydra zu. „Mal sehen wir oft ich dir den Kopf abhacken muss, Miststück!“ rief er und rannte zielstrebig auf die vier hasserfüllten Augen und zwei weit aufgerissenen Mäulern zu.

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