Part 7

Klirrend schlug das Schwert von Darian gegen einen Zahn, der etwa so groß wie sein gesamtes Bein war. Er nutzte die Gegenkraft aus, um sich vor dem tödlichen Maul in Sicherheit zu bringen. Er landete mit den Füßen leichtfertig auf einem dünnen Ast, und sprang schnell wieder ab, als er einen leichten Windstoß hinter ihm bemerkte. Wenig später wurde der Ast von zwei Zähnen umschlossen und verschwand im Maul der Hydra. Während er von Baum zu Baum sprang und der Hydra Maul um Maul auswich, überlegte er wie er aus dieser misslichen Lage entkommen konnte. Er war zuerst davon ausgegangen, dass die Hydra irgendwann zu viel Lebensenergie verbraucht hatte um sich selbst zu regenerieren oder sich neue Köpfe wachsen zu lassen. Diesem Plan war er jetzt gefolgt, doch so langsam gab er diesen Plan wieder auf, denn die Hydra hatte inzwischen 32 Köpfe, die ununterbrochen nach ihm schnappten. Inzwischen wurde es selbst für ihn schwer, den ganzen Mäulern auszuweichen. Das einzige was er herausgefunden hatte war, dass die Hydra nicht alle ihre Köpfe kontrollieren konnte. Es waren quasi 32 Individuen die einen gemeinsamen Unterkörper hatten. Sie griffen alle einzeln und ohne Plan an, verletzten und behinderten sich gegenseitig. Strix kreiste immer noch in sicherer Entfernung über der Hydra, wie es Darian ihm befohlen hatte. Darian wusste, dass Strix ihm erst einmal nicht helfen konnte. Seine Krallen würden sich fast wirkungslos in das Fleisch graben, da sie zu kurz waren. Doch im Laufe des Kampfes hatte Darian noch eine weitere Besonderheit festgestellt: jeder vierte Kopf, der der Hydra wuchs, war ein Kopf mit einem speziellem Angriff. Wie der erste mit Feuer angreifen konnte, konnte der nächste mit einem Blitzschlag angreifen, während andere mit Wasser, Felsbrocken, brennend heißen Lichtstrahlen, Säure, stark gepresster Luft und Schallwellen angriffen. Je nachdem wie stark sie angegriffen hatten, mussten sie sich länger erholen, um wieder mit diesem Angriff starten zu können. Er konnte den meisten Angriffen sehr gut ausweichen, doch er hatte Sorge, was passieren könnte, wenn sie ihre Angriffe kombinieren würden. Plötzlich streifte etwas heißes seinen Arm, zornig suchte Damian nach dem Übeltäter. Ein brennender Ast war abgebrochen und hatte seinen linken Arm übel zugerichtet. Vermutlich war er gebrochen, musste Darian Zähne knirschend feststellen, als er den ungewöhnlich abgewinkelten Arm betrachtete. Auch das Fleisch war angebrannt, schmerzte und blutete übel. Er musste diese Situation langsam mal beenden. Denn er war auch langsam diesem Kampf überdrüssig. Die Hydra verspürte offenbar Schmerzen, wenn ihr ein Kopf abgetrennt wurde. Doch er musste sie wirklich töten um seine Freunde zu rächen.
In diesem Moment sprangen zwei neue Probleme auf die Lichtung. Leo war mit dem Mädchen gekommen: die wohl ungünstigste Situation die jetzt wohl noch passieren konnte. So wie Darian die zwei Neuankömmlinge bemerkte, wirbelten auch sofort die Hälfte der Köpfe der Hydra zu den beiden. Sofort änderte Leo seinen Kurs und wich den Mäulern aus, die fast schon neugierig nach ihnen schnappten. Die beiden fanden auf einem hohen Ast Platz und erschraken, als Damian plötzlich neben ihn auftauchte. Wütend brüllte er Leo an: „Warum hast du Sie hier her gebracht?“ Doch Haruna stellte sich zwischen die beiden und sagte: „Dafür haben wir jetzt keine Zeit!“. Inzwischen betrachtete die Hydra die drei interessiert, und wartete ironischerweise ab, was sie jetzt machen würde. Alle 64 Augen folgten ihren Bewegungen ganz gierig. „Diese Hydra hat einen Kern! Wenn die ihn zerstörst, kann sie sich nicht mehr regenerieren!“ erklärte Haruna während sie auf die Hydra deutete. Doch plötzlich schoss erneut ein Schlangenkopf auf sie zu. Offenbar hatte die Hydra genug vom Warten. „Das macht das ganze erheblich leichter!“ murmelte Damian spöttisch, während er aus der Drehung sein Schwert in das weit aufgerissene Maul schleuderte. Er warf dabei mit so viel Kraft und Geschwindigkeit, dass die Hydra mehrere Meter zurück gedrückt wurde, der Schlangenkopf durchbohrt wurde und das Schwert im Rücken der Hydra wieder einschlug. Darian sprang mit einem Salto vom Ast und begann im feierlichen Sprechgesang zu singen. Strix erschien neben ihm und flatterte aufgeregt mit den Flügeln. Er wusste was jetzt kam. Auch die Hydra hatte gemerkt, dass sich der Plan ihrer Gegner offenbar verändert hatte. Die magische Energie ballte sich hinter Darian, der unbeirrt auf die Hydra zuging. Die Acht besonderen Köpfe der Hydra luden ebenfalls ihre Energie für einen finalen Angriff auf. Inzwischen hatte Damians Sprechgesang sein Ende erreicht. Laut sang er die letzte Zeile: „So steige auf mein Falke, mein Adler, mein König der Lüfte und zeige den wahren Schrecken der Machtlosigkeit!“ Ein roter Blitz schoss mit einem Knall aus dem Himmel und traf Strix. Der Metalldämon saugte begierig diese Energie auf und begann sich zu verwandeln. Er wuchs, bis er so groß wie die Hydra war. Seine Flügel waren jetzt an den Außenseiten rot und weiß, und ein riesiges Stahlrohr verband diese mit dem Körper. Zusätzlich hatte er sechs kleine Stahlflossen die ebenfalls von seinem Körper abgespreizt waren, sodass er einem Stern ähnelte. Sein Unterkörper war immer noch rund, doch er hatte links und rechts zwei riesige Laserkanonen, während in der Mitte ein riesiger Kristall prangte. Sein Kopf war ein roter Helm und war ebenfalls mit Kristallen bestückt. Er hatte einen langen schwarzen Hals, der zu seinem Unterkörper führte, aber auf halben Weg mit einer goldenen Panzerung besetzt war, die auch leicht seinen Unterkörper schützte. Stolz sah Darian zu seinem Partner auf. Die Hydra bekam nun Angst. Die vielen Köpfe die keine Energie aufluden, wollten fliehen, und wirbelten wild am Unterkörper herum. Doch die Acht Köpfe ließen sich nicht beeindrucken, sie sahen kurz einander an und blinzelten. Dann schossen sie die Energie in geballter Ladung auf ihren Gegner. Darian sah den riesigen Energiestrahl, der nur durch seine Druckwelle die Bäume in seinem Weg zu Staub zerbröselte. Doch er hatte keine Angst. Er drehte sich noch einmal zu Strix um und nickte ihm zu. „Vernichte sie Partner.“ Strix brüllte und sein Kristall im Bauch, sowie die am Kopf begannen zu leuchten. Dann schoss ebenfalls ein Strahl aus Energie auf den der Hydra zu. Statt einer Explosion, vernichte der Strahl von Strix ohne Widerstand den der Hydra. Unter schrillen Kreischen zerbröselte die Figur der Hydra in dem Strahl. Nichts war von ihr übrig geblieben, nur sein Schwert steckte in der Erde als der Strahl endete. Darian nickte Strix erneut zu und sah wie sich dieser bereits zurück verwandelte. Dann sprang das Mädchen von dem Ast und rannte auf ihn zu. Doch langsam verschwamm seine Sicht. Diese Attacke war jetzt die letzte Möglichkeit gewesen, um diesen Kampf zu entscheiden. Sie war stark, doch sie hatte auch einen Preis, den Darian nun bezahlen musste. Die benötigte Energie, floss aus Darian, wie aus einem nassen Schwamm, den man zerdrückte. „Ken!“ schrie das Mädchen entsetzt. „Ich heiße nicht Ken.“ murmelte Darian, „sondern Darian.“, dann wurde ihm Schwarz vor Augen und er brach zusammen.

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