Prolog

 Zwei gute Stunden später war das Frühstück aufgegessen und Zak betrat mit Livia die Aula. Sie war jetzt schon gut gefüllt. Sie gingen Hand in Hand.
„Danke, dass du mitkommst. Danke.“, meinte erleichtert Zak.
„Das ist doch selbstverständlich.“, beruhigte Livia Zak.
Sie suchten sich einen Platz und setzten sich. Hier und da grüßten Sie andere Schüler, kamen in kurze Gespräche. Doch nichts hielt lange.
„Dann bin ich ja mal gespannt worüber du reden wirst.“, meinte Lea.
Sie war extra von einer anderen Schule gekommen um bei dem Wettbewerb da zu sein.
„Das Oberthema ist ja Familie.“, meinte Livia.
„Ja aber da gibt es ja viele verschiedene Unterthemen, die erst kurz vorher bekannt gegeben werden.“, fügte Lea hinzu.
„Das stimmt auch wieder.“, stimmte Livia ihr zu und der Wettbewerb wurde eröffnet. Nach den einleitenden Sätzen kamen zwei Redner auf die Bühne, die die Familie unter Lebenskrisen und Brüderstreit darstellen sollten. Endlich kam Zak an die Reihe. Über eine Leinwand wurde kurz vorher sein Thema bekannt gegeben: Zusammenhalt in der Familie.
„… Und nun darf ich unseren nächsten inpromtu – Redner auf die Bühne Bitten: Zakander!“, kündigte der Moderator Zak an, „Wie du sicherlich mitbekommen hast, wirst du über den Zusammenhalt in der Familie reden müssen.“
Zak betrat die Bühne und holte sich einen Stuhl heran. Der ging nicht zum Rednerpult. Sein Glas Wasser nahm er vom Rednerpult und stellte es neben sich auf den Boden[1].
„Ich möchte gerne mit einem kleinen Video starten, wenn das geht.“, fing Zak an und auf nicken des Kommitees gab er ein Zeichen an die Technik. Ein Film[2] fing an. Die Musik laut und kräftig. Es war dunkel in der Aula. Dann ein blauer Lichtblitz. Zu der Langsamen, taktvollen Musik. Taucher waren zu sehen. Einer ohne Flasche am Boden liegend. Ein zweiter mit Flasche, der ihm half. Er überreichte ein Notmundstück. Es wurde dunkel. Die nächste Sequenz zeigte einen aufgewühlten See, dunkle Wolken und ein rot-weißes Boot. Darauf waren mehrere Menschen zu sehen. Alle in Rettungsdecken gewickelt. Schwärze und dann kommt ein Schriftzug, umgeben von einem blauen Blitz. Wir retten. Erneut wird es Schwarz als Übergang und man sieht mehrere Personen schwimmend, die andere Abschleppen. Danach viele in rot gekleidet, wie in der Schule. Wir bilden aus gefolgt von einer Reanimation an einer Little Anne. Wieder schwarz. Eine gefüllte Halle. Alle halten die Hände hoch mit Karten: Ja. Ein Startsprung in verlangsamter Geschwindigkeit, ein Kajakfahren in der Ostsee. Alles getrennt durch die schwarze Überleitung. Die Musik wurde kräftiger, überwältigender. Ein weiterer Blitz, wie die anderen aus der Mitte heraus zur rechten und linken Seite: Wir trainieren.  Zweimal ein voller Strand, am linken Rand von hinten abgeschnitten, ein und zwei Personen mit rot-gelben T-shirts: Wir wachen.
Wieder aus dem Lichtblitz erscheinend. Weiter steigt die Musik und wieder sieht man zwei rot angezogene, junge Personen, vermutlich am Stand. Die eine mit einem Funkgerät, die andere mit einem Fernglas. Schwärze. Die Rettende Hand, von einer Person aus dem Boot gereicht, rote Hose, rote Jacke, beide mit gelben Reflexstreifen. Gefolgt von einem weiteren Szenario: sechs Personen in derselben Kleidung tragen eine Person in Wärmedecke gepackt auf einem Spinboard weg. Die Musik steigert sich fast zum Höhepunkt. Jeder im Raum hat Gänsehaut spätestens jetzt. So perfekt ist der Film, so eindrucksstark. Wir helfen. Viele Menschen, von hinten oben gefilmt. Alle die selbe rote Kleidung tragend: Wir sind. Die Spannung steigt weiter. Drastisch zum Höhepunkt, man kann ihn nicht mehr erwarten. Und doch kommen Fahnen. Abwechselnd weiße und rote. Alle von der selben Organisation. Gefolgt von einem kurzen Spot mit mehreren Motorbooten. Da!
Auf der Bühne wird es dunkel. Ein einzelner Scheinwerfer beleuchtete Zak.
„Ich weiß nicht ob es hier Spezialisten gibt, wenn ja, dann bitte ich diese um Ruhe. Sie sollten nicht ihre Ergebnisse verraten.“, fing Zak an, und der Erzähler, welcher in der Ersten Reihe saß hob seine Hand.
„Bitte“, sagte Zak und gab sein Wort ab.
„Das gilt auch für die erste Leserin. Sie ist auf jeden Fall eine Spezialistin, und wird sicher schon erkannt haben worum es geht. Auch Sie bitte ich zum Stillschweigen. Danke.“



[2] https://www.youtube.com/watch?v=oC491H1Lym8

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  • Author Portrait

    Es gibt mehrere Dinge, die ich an diesem Kapitel nicht gelungen finde. Zum einen wird in nicht deutlich, um was für einen Wettbewerb es sich handelt. Lediglich das Thema wird angesprochen. Darüber kann vielleicht hinweg gesehen werden. Als nächstes wundere ich mich über den Titel des Kapitels. Ein Prolog ist eigentlich eine Art Vorwort, ein erstes Kapitel. Als 41. Kapitel einer Geschichte erwarte ich keinen Prolog. Ein Epilog wäre hier eher angebracht - vielleicht ist das auch eigentlich gemeint. Nun zu Zak's Thema: Ich kann verstehen, dass von ihm die DLRG metaphorisch als Familie angesehen wird. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob ein Wettbewerb zur "Familie" bzw. Zak's Thema "Zusammenhalt in der Familie" mit einer Vorstellung der DLRG zu vereinbaren ist. Sicher, ich weiß noch nicht, was im nächsten Kapitel kommt und was Zak dann erzählen wird, aber wenn ich mich in seine Familie hineinversetze (Eltern und Livia), fände ich es an deren Stelle wahrscheinlich nicht so schön, wenn ich bei einem solchen Wettbewerb als "eigentliche Familie" durch die DLRG "verdrängt" bzw. "ersetzt" werde. Nun zu einem nächsten Punkt: Es kommt auf die Geschichte und ihren Stil an, wie man es mit Fußnoten und Videolinks hält. Ersteres kenne ich eher aus wissenschaftlichen Arbeiten, das zweite finde ich in einer "modernen" Geschichte durchaus in Ordnung. Ich finde es allerdings nicht schön, wenn mir in zwei Dritteln des Kapitels der Film erzählt wird. Das Ganze geschieht auch mit einer solchen Wertung, dass ich als Leser am Ende des Kapitels den Eindruck habe, dass ich die DLRG gut zu finden hab, wenn sie einen so "perfekten" und "eindrucksstarken" Film produziert haben. Ich empfinde, dass ich da gar nicht die Chance habe, mir selbst eine Meinung zu bilden, sondern dass mir eine Meinung aufgezwungen wird. Nichtsdestotrotz bin ich gespannt darauf, was Zak nun zu sagen hat. Ein bisschen Hoffnung bleibt noch, dass es nicht ähnlich wird á la "Die DLRG ist super und perfekt.". Und weil es mir noch auffiel: Ich vermisse die erste Fußnote...

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