Prolog

"Mr. Carter, wissen sie warum sie hier sind?", die Stimme des alten Herren riss Steve Carter aus seinen Gedanken. Er sah sich um, der Raum war hell, freundlich gestaltet wobei er ein wenig künstlich wirkte. "Sie sind der Doktor oder? Mit dem ich reden sollte?", fragte Steve und versuchte das Chaos in seinem Kopf zu schlichten. Der Doktor nickte: "Wenn Sie mich so nennen wollen! Wie soll ich Sie ansprechen? Darf ich sie Steve nennen oder sollen wir förmlich bleiben?" Steve überlegte, war das die Strategie des Doktors? Eine persönliche Beziehung vorzutäuschen damit man ihm sein Innerstes ausschüttete? "Sie können mich nennen wie Sie wollen Doktor, ich muss Ihnen leider sagen das Sie mit mir keinen neuen Patienten gefunden haben!", Steve versuchte sich auf dem braunen Ledersofa aufrechter hin zu setzen, er hatte das Gefühl in den weichen Polstern zu versinken. "Sie haben gerade Ihre Eltern verloren, natürlich sind Sie bereits erwachsen Steve, aber einen solchen Schock zu verkraften ist nicht leicht!", der Doktor setzte nun zu allem Überfluss eine Brille auf "Ihre Großmutter macht sich sorgen weil sie so plötzlich die Stadt verlassen haben!" Steve wollte seinem Blick ausweichen, aber das schien das Interesse des Doktors erst recht zu wecken. Er versuchte ruhig und gelassen zu klingen: "Das war nicht deswegen! Es ist furchtbar die Eltern bei einem Unfall zu verlieren, aber schlimme Dinge passieren nun mal! Ich trauere um sie, wie ein normaler Mensch es eben tut! Und ich werde bei Zeiten in die Stadt zurück kehren und falls meine Großmutter sich darüber auch sorgen macht, mein Studium fortsetzen!" Der Doktor zog eine Braue hoch: "Sie müssen nicht so heftig reagieren, keiner möchte Ihnen hier Vorwürfe machen! Falls es etwas gibt über das sie reden möchten haben Sie hier einen geschützten Raum dafür, darum geht es!" Steves Gedanken wanderten nun doch in eine Richtung die er versuchte tief in sich zu verschließen. "Ich muss hier raus!", entfuhr es ihm, er sprang auf "wenn ich je das Bedürfnis habe zu reden komme ich wieder!" Der Doktor musterte ihn kritisch, nickte aber resignierend.
Steve rannte aus der Praxis, aus dem Gebäude auf die Straße, er bereute seiner Oma diesen Gefallen getan zu haben. Nun hatte er das Bild wieder im Kopf, genau vor Augen. Es gelang ihm kaum einen klaren Gedanken zu fassen. Er sprintete die Straße entlang und erreichte völlig außer Atem das Hotel in dem er sich seit einem Monat verkroch. Er durchquerte die Lobby, vermied es das Personal anzusehen und war froh das niemand außer ihm den Lift benutzte. Erst als er im 2. Stock ausstieg und sein Zimmer erreichte beruhigte er sich. Die Erinnerung war verschwommen und doch so klar, sein Herz schmerzte und verdrängte das dumpfe Gefühl, welches der Tod seiner Eltern hinterlassen hatte. 
Er ging in das kleine Badezimmer und klatschte sich kaltes Wasser ins Gesicht, starrte in den Spiegel. Er konnte verstehen warum seine Großmutter sich sorgte, er hatte sicher 5 Kilo abgenommen und seine Haut schien bleicher zu sein als früher. Weil er keinen Sport mehr machte, dabei könnten ihn diese Erinnerungen heim suchen. Unter seinen braunen Augen "Rehaugen" hatte seine Mutter immer gesagt, lagen dunkle Schatten von den vielen Nächten die er nachgedacht und nicht geschlafen hatte. "Das muss aufhören!", sagte er zu sich selbst "ich bin nicht mehr in St. Francisville, ich bin hier um alles zu vergessen!"


Comments

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    Der Prolog verlangt von mir das ich die noch in der Entwicklung befindlichen Kapitel alle lesen werde. ^-^

  • Author Portrait

    Klingt interessant. Bin gespannt, wie du das fortsetzen wirst. :) Und noch mal: Kannst du mir irgendeinen Teil von Motivation rüberschieben und von Ideen? Ich verzweifel langsam wirklich XD

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