Prolog: Es begann...

...mit einem Tag, dessen ich mich nicht entsinnen kann. Natürlich nicht, ich war 2 Jahre alt. Mein Leben fing dort erst richtig an. Allerdings erfuhr ich davon erst nach und nach, bis sich mir alles erschlossen hat dauerte es aber noch. An diesem Tag war mein Bruder bei mir. Meine Mutter brachte einen Ordner, den sie mir geben wollte, wenn ich soweit sei, und nun, sagte sie, sei dieser Zeitpunkt gekommen. Er war vom Jugendamt.

Ich weis bereits seit ich denken kann, das ich adoptiert bin. Doch in diesem Hefter stand so viel mehr. Mein ganzes Leben vor diesem, voller wechselnder Familien, einem Bruder der mir fremd geworden war und einer Mutter die mich mal wollte, mal nicht. Noch heute weine ich, wenn ich diesen 5-seitigen Brief lese und dennoch lese ich ihn gern, ich erzähle meine Geschichte gern, denn es ist eine schöne Geschichte.

 Mit 2 Jahren dann das Happy End, ich kam in eine Familie in der ich bleiben konnte, meine Familie. Sie nahmen mich auf, da sie selbst keine Kinder mehr bekommen können, erst kurz vor meiner Ankunft hatte meine Mam eine Eileiterschwangerschaft erlitten, und das Risiko einer noch Gefählicheren war zu groß, sonst hätte ich jetzt wohl ein kleines Geschwisterchen. Wer aufgepasst hat, weiß das ich durchaus einen Bruder habe, leider einen Älteren. Er ist das einzige Leibliche was ich kenne, weder meine Eltern, noch meine Großeltern habe ich jemals gesehen. Er selbst hat eine ander Adoptivfamilie und wohnt weiter weg, ich sehe ihn nur selten. Dafür habe ich aber die perfekten Eltern, samt großer Familie dazu, quasi geschenkt bekommen.

Der Wunsch, meine leibliche Mutter kennen zu lernen, zu erfahren ob ich sogar noch andee Geschwister habe, beherscht mich trotz allem. Wie oft habe ich überlegt, zu den Adressen zu fahren, die in dem Brief vom Jugendamt erwähnung finden, zumal diese nur knapp 20 km von mir weg sind. Unterstützung von Jugendamt bekomme ich erst mit 18, und leider dauert es immer noch ein wenig, bis ich endlich diese Hilfe einforden kann. Natürlich ist die Gefahr, das meine Mutter mich gar nicht sehen möchte oder der Besuch enttäuschend werden könnte, da, allerdings wüsste ich dann immerhin woran ich bin. Mein Bruder kann diesen Wunsch nicht nachvollziehen, er möchte nicht wissen woher er kommt. Meine Eltern verstehen mich ebenfalls nicht.

Ich jedoch möchte wissen, warum ich so bin, wie ich bin.

Comments

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    Von mir ebenfalls ein herzliches Willkommen! Ich verstehe gut, dass du gerne wissen willst, wer deine leibliche Mutter ist. Ich bin selbst ein Adoptivkind und habe mich vor vielen Jahren auch auf die Suche gemacht. Die Beratungsstelle für Adoption half mir, meine Mutter zu kontaktieren und ich schrieb ihr dann einen Brief. Sie freute sich sehr und ich erfuhr vieles über meine Geschichte. Ich bin froh habe ich das getan, denn einiges wurde dadurch klarer. Dennoch haben meine leibliche Mutter und ich nun keinen Kontakt mehr. Wir haben einfach nicht so einen wirklichen Draht zueinander. Dennoch, dass ich sie kennen lernen durfte ist ein Geschenk. Zumal ich dadurch auch meine Halbschwester kennen lernte, mit der ich mich sehr gut verstehe. Alles Gute bei der Suche! Xandra

  • Author Portrait

    Herzlich willkommen auf Belletristica, Emmy :-) Bin schon gespannt, wo deine Geschichte noch hinführt!

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