Rebel Love Song

„Was machen wir denn jetzt? Oh, Gott… das Konzert… die Fans. Ich hab´s total verbockt…“

„Du hast gar nichts verbockt. Ich bin so froh, dass du endlich Klartext geredet hast.“

Ich klammerte mich immer noch an Ash, wie ein Ertrinkender.
Weil ich einfach nicht glauben konnte, was eben passiert war.

Er liebt mich.
Er liebt mich.
Er liebt mich.

Sanft löst sich Ash aus meiner Umarmung.

„Komm, wir müssen zurück.“

Augenblicklich beginnt mein Herz zu rasen.

„Ich will nicht zurück. Sie werden mich hassen, Ash. Dich nicht. Du kannst behaupten nichts für mich zu fühlen.“

„Aber das will ich nicht. Ich liebe dich Andy, und ich will dazu stehen.“

„Sie werden uns hassen…“

„Na, und wenn schon…“

„Ist dir denn völlig egal, was die Anderen von dir denken?!“

„Ja. Es ist mir nur nicht egal, was du denkst.“

Sanft streicht mir Ash mit seiner Hand über die Wange.

„Mach dir keine Sorge, mein Engel. Alles wird gut…“

Engel?
Ich bin alles andere, als ein Engel.
Engel sind klug, schön, freundlich…
Ich bin weder klug noch schön noch freundlich.
Aber ich schweige.

Ash greift nach meiner Hand.
Zieht mich hinter sich her.
Die Treppe hoch.
Den Gang entlang.
Die Leute die uns hinterher starren ignoriert er gekonnt.
Aber ich fühle mich unwohl.
Ihre Blicke brennen Löcher in meinen Rücken.
Löcher, so groß, wie Bälle.

Hinter der Bühne bleibt er stehen.
Ich kann das Gekreische auf der anderen Seite vernehmen.
Jake, Jeremy und CC spielen Soloparts.
Die Menge wirkt nicht wütend oder verstört.
Vielleicht liegt das daran, dass bloß meine drei Freunde auf der Bühne sind.
Was wird passieren, wenn Ash und ich die Bühne in wenigen Minuten betreten werden?
In meinem Magen formt sich ein Kloß, der immer schwerer und schwerer wird.

Ash mustert mich aufmerksam.

„Du musst Vertrauen haben. Nicht alle Menschen sind gleich. Sie werden es akzeptieren müssen.“

Ich nicke stumm.
Ashs Hand liegt beruhigend warm in meiner.


„Wir ziehen das zusammen durch. Wir gehen da raus und liefern denen das beste Konzert, das sie je besucht haben. Ready?“

Ich atme tief durch und nicke.
Ashs Hand ruht immer noch in meiner, als wir die Bühne betreten.
Für alle sichtbar.
Unsere Fans verstummen.
Starren uns an.
Starren auf unsere Hände.
Ich wünsche mich sonst wo hin.

Ich löse meine Hand aus Ashs und trete nach vorne an´s Mikrofon.
Wir werden dieses Konzert einfach durchziehen.
Hier drinnen weiß spätestens jetzt sowieso jeder was Sache ist.
Und die Zeitschriften werden den Rest erledigen und es in die Welt hinausposaunen.
Es ist zu spät um den Rückzug anzutreten.
Es bleibt nur noch die Flucht nach vorne.

Und dann beginne ich zu singen.
Das erste richtige Lied, das wir für diesen Abend ausgewählt hatten.
Und es erscheint mir so passend, dass ich einfach die Augen schließe und mich treiben lasse.

Comments

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media