Ich stehe an den Klippen und schaue über den Abgrund. Eine warme Brise umschmeichelt mich und eine Möwe schreit in der Ferne. 
Doch da ist noch ein anderer Ruf, nicht vom Horizont, sondern aus dem tiefen Wasser unter mir. Ich senke den Blick und sehe dich, auf den Wellen treibend. Ein sanftes Lächeln umspielt deine Lippen, bevor sie sich zum erneuten Rufen öffnen. Ja, du rufst nach mir.
Einen Moment überlege ich zu springen. Wie schlimm kann der Sturz ins Meer sein, wenn das Salz auf deinen Lippen zu Zucker wird? Doch ich drehe mich um, und gehe dem pechschwarzen Wald entgegen.

Comments

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    Ich atme ein, lese deinen Text und rieche salzige Seeluft. Du schreibst wie immer so, dass man nur den Hut vor dir ziehen kann. :)

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    Ein schöner Text, der den Zwiespalt, in den man manchmal steckt, sehr gut verdeutlicht. Eine wirklich schöne Kurzgeschichte!♡

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    Ich kenne dieses Gefühl...! Du schilderst es sehr nachvollziehbar. Well done! :-)

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    Klingt sehr tief und düster. Gefällt mir! :) Ist das ein Teil einer Reihe oder ein Einzelwerk?

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