Samstag Abend

"Das wissen wir doch, dass du uns liebst, aber ich hab trotzdem Angst um dich, jetzt! Ich möchte, dass du deinen Bertie anrufst und ihm das sagst, dass die sich jetzt gemeldet haben. Und dass die uns sogar beschatten lassen!" Silvia hatte ganz feuchte Augen bekommen, während Michael ihr seine Entscheidung mitgeteilt hatte. Er hätte sich sowieso nur für die Familie entscheiden können, weil ihm, der nie eine Familie hatte, genau die am wichtigsten war. "Und wir lieben dich auch, Michael!" - "Genau, nämlich!" meldete sich nun auch Tommy, der sich nicht ganz sicher war, was da jetzt gelaufen war. Silvie küsste ihren Michael und Mirko meinte: "Wenn das jetzt geklärt ist, können wir davon ausgehen, dass wir die Gefahr abgewendet haben und könnten etwas machen, was noch nie da war." - "Was denn, Mirko?" fragte Mira. Wir gehen heute mit unserem Jungen und unserer "Schwiegertochter" aus. Ein Abend in der Altstadt bei gutem Essen und schwerem Wein lässt uns auf andere Gedanken kommen, oder?" - "Mirko, du gehst aus? Mit deiner Frau? Weißt du wie lang das her ist?" Mira freute sich offensichtlich. "Naja, Schatz, die "Kinder" gehen auch mit. Aber wir beide gehen auch wieder mal allein auf ein Glas Prosecco, wenn du das möchtest." - "Natürlich möcht ich das! Wirst du jetzt auf einmal ein Frauenversteher auf deine alten Tage?" Mirko grinste nur. "Ich rede mit Branka, damit wir bald genug aufbrechen können."
Silvia sah auch schon wieder ein Wenig rosiger aus. Der Schreck saß ihr immer noch im Nacken. "Michael, bitte red mit deinem Anwalt! Er ist doch dein Freund! Er würde sicher wollen, dass du ihm das sofort sagst, auch wenn es Samstag Abend ist." - "Du hast Recht Kleines. Ich frag mich aber, ob die mein Handy abhören. Ich trau denen mittlerweile alles zu." - "Glaubst du, dass sie mein Handy auch angezapft haben könnten?" - "Noch nicht, glaub ich. Wer weiß das schon?" Silvia reichte ihm das Handy. Michael hatte Bertls Nummer im Kopf und hatte ihn sofort am Rohr. Er erzählte ihm alles haarklein und war froh, Bertl erwischt zu haben. Dieser bestätigte ihm, dass Nachgeben jetzt das Gebot der Stunde war. Alles andere wäre zu gefährlich gewesen. "Übrigens, Michl, wenns di anhaun, wega die zwanzg Millionen, dann sagst, du hättest sie nicht darum gebeten, auf deinen Konten zu spielen. Wenn sie zu hoch gepokert haben, ist das ihre Sache! Du kannst das nicht mehr rückgängig machen, was die da angefangen haben. Das Geld ist jetzt offiziell versteuert, dir is nix Anders überblieben, hihi! Du hast di gegen den Fiskus schützen müss'n!" - " Glaubst du, die lassen sich das gefallen?" - "Die können uns beim Arsch nicht aus, die Deppen! Du bist jetzt Multimillionär, Michl, da darfst beim Honorar diesmal was draufleg'n von wegen durch dich reich geworden, weißt noch?" Also gut Bertl, sobald ich daheim bin, komm ich zu dir und du sagst mir alles, was ich zu sagen hab, damit ich da rauskomm... und danke Bertl, ich mach dich wirklich reich!"
"Was war das denn jetzt, Schatz?" - "Ich bin seit gestern Multimillionär, Kleines und der Bertl instruiert mich noch, damit das alles gut ausgeht!"
Mirko rief Miras Cousin an, er möchte gegen zwanzig Uhr mit einem Taxibus kommen und sie abholen man wolle heute gepflegt ausgehen und dabei auch mal kräftig einen heben... 
Branko kam pünktlich mit einem Fiat-Van vorgefahren. Mira hatte sich chick gemacht und Silvia ebenso, Michael trug helle Jeans und ein Ärmelloses Shirt und Mirko Jeans  und ein T-Shirt. Michael öffnete die Schiebetür. "Papa, Mama! Und jetzt noch ihr beide Silvie, Tommy und jetzt ich." - "So alt mussten wir werden und jetzt stellt sich der Bengel zur Autotür und nennt uns Papa und Mama..." - "Na ist doch so!" meinte Michael. Er hatte zu seiner alten Form zurück gefunden. Es würde schon alles gut werden! Es musste einfach...

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    Schön wäre es, wenn alles einfach gut werden würde. Aber wir wissen ja, dass noch einiges passieren wird. Toll und spannend geschrieben! :-)

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