Die kleine Seele wurde vor langer Zeit aus Gott selbst geboren. Ein kleines leuchtendes Flämmchen war sie damals gewesen. Ein Flämmchen, schimmernd in wundersamem Licht. Nun war die kleine Seele jedoch gar nicht mehr so jung, eigentlich war sie eine grosse Seele, doch sie merkte es selbst gar nicht, weil sie zu bescheiden war. Die lange Zeit, die sie nun schon existierte, all die Leben die sie schon auf Erden durchlaufen hatte, hatten sie geprägt und mehr und mehr wachsen lassen.

«Nun, du liebe Seele!» sprach einer der grossen Geister Gottes, welcher die Seelen, die sich bereit erklärten, nochmals auf die Welt hinunter zu gehen, jeweils begleitete und beriet. «Es sieht ganz so aus, als wärst du bereit für eine weitere Inkarnation?» Die kleine- grosse Seele leuchtete strahlender als jemals zuvor und nickte eifrig: «Ja, ich will nochmal auf die Erde gehen. Es hat dort so viele Menschen, die der Hilfe und des Beistandes bedürfen. Darum will ich für sie da sein.» Der grosse Gottesgeist sprach: «Ja, du hast schon vieles an Gutem bewirkt und du bist eigentlich schon sehr hoch entwickelt, du bist wahrlich erwachsen geworden!» «Findest du?» die Seele schaute an sich herunter: «Das kommt mir gar nicht so vor!» «Darum bist du ja auch so weit entwickelt, du hast alle Selbstsüchtigkeit und Selbstinszenierung abgelegt und bist nun beinahe in deine lichtvolle, ursprüngliche, einst so wundervolle Form zurückgekehrt. Eine Inkarnation noch und dann hast du es geschafft!» «Nur noch eine?» Aber das ist doch zu wenig, in dieser Zeit kann ich niemals allen Menschen in Not helfen!» «Du musst ja auch nicht allen Menschen helfen, es gibt noch mehr, die dich dabei unterstützen können,» lächelte der Gottesgeist.

«Dann schauen wir doch mal wie wir deinen genetischen Code programmieren. Wie möchtest du denn aussehen? Es stehen dir alle Möglichkeiten offen, denn du bist schon sehr hochstehend» Die Seele staunte: «Wirklich, alle Möglichkeiten?» «Ja, was immer du willst, es steht dir jegliche Vielfalt zur Verfügung.» Die Seele dachte nach und sprach schliesslich: «Nicht allzu auffällig, denn, wenn man zu schön ist, dann hat man auch mit verschiedensten Dingen zu kämpfen. Bin ich zu schön, dann werde ich zwar von viele beachtet, aber vielleicht werde ich dann auch nicht als das erkannt, was ich wirklich bin. Ausserdem kann Schönheit auch hinderlich wirken, weil man dann vielleicht zu stolz oder eitel wird. Das will ich ja nicht. Ich will auch nicht bevorzugt werden, nur, weil ich schön bin. Ich will auch nicht von allzu vielen begehrt werden, denn das saugt mir Energie ab. Zudem will ich ja nicht, dass die Menschen sich nicht mal mehr getrauen mit mir zu sprechen, weil ich zu schön bin. Sondern, ich möchte ihr Vertrauen erlangen. Das kann man mit einem durchschnittlichen Aussehen oft besser. Oder wenn ich Leuten helfen will, die mit ihrem Körper unzufrieden sind, dann werden sie mich vielleicht beneiden, oder es gar nicht wagen sich mit mir abzugeben. Nein, das alles will ich nicht.»

Der Engel Gottes lächelte erneut liebevoll und legte den Arm um die kleine- grosse Seele. «Dann schauen wir doch mal, was es da für dich gibt, bestimmt werden wir genau den richtigen Körper für dich finden.» Und so kehrte die bereits sehr fortgeschrittene, engelhafte Seele auf die Erde zurück, in einem ganz normalen Körper.

So bedenkt immer, wann immer ihr einem Menschen begegnet, den ihr äusserlich nicht als so schön empfindet, er könnte ein Engel sein!  

 

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