Schlemmen in Olympia

Der nächste Tag führte uns nach Olympia, wo wir für den nächsten Tag in einem Hotel, welches kaum luxuriöser als das erste war, Quartier beziehen und natürlich auch den Geburtsort der olympischen Spiele besichtigen würden.
Natürlich mussten wir von Delphi erst einmal dorthin gelangen, also saßen wir bald wieder im Bus, wo wir einiges an Schlaf nachholten.
Vor der Ankunft in Olympia machten wir aber noch kurz Halt an der Mittelmeerküste, wo wir uns an einem malerischen Sandstrand abkühlten um anschließend die Reise fortzusetzen.
Die Stadt Olympia gefiel uns ausnehmend gut, das Straßenbild (zumindest das in der Nähe der Hotelanlagen) war für griechische Verhältnisse äußerst sauber und gut gepflegt. Auch wenn ich sagen muss, dass ich irgendwie gefallen an dem kaputten und doch urigen Charme von Delphi gefunden hatte.
Da wir wieder am späten Nachmittag angekommen waren bekamen wir den Rest des Tages frei um die Stadt zu erkunden. Zuerst trieb es uns natürlich in eines der Lokale, wo wir uns erneut eine Kostprobe des griechischen Süßgebäcks bestellten. Es war eigentlich nur als Snack vor der eigentlichen Mahlzeit gedacht, aber die Griechen scheinen von Snacks eine etwas andere Auffassung zu haben und so entschieden wir uns das Abendessen um ein, vielleicht auch zwei Stunden nach hinten zu verlegen.
Zum Verdauen machten wir uns auf die Suche nach dem Hotelpool, der sich seltsamerweise auf der Anlage eines anderen Hotels befand, weshalb wir ständig das Gefühl hatten schief angesehen zu werden, aber wir waren ja befugt ihn zu benutzen.
Auf dem Rückweg fielen uns vor allem die Zitronen- und Orangenbäume in den Gärten entlang des Weges auf. Ein Blick nach links, ein Blick nach rechts, eine Räuberleiter und kurz darauf hatten wir die Rucksäcke voll mit frischem Obst.
Inzwischen wieder einigermaßen hungrig suchten wir ein anderes Lokal auf, wo wir eine große Portion Calamaris vernichteten und uns von der netten Bedienung zur Wahl eines Ouzo beraten ließen. Der Lakritzschnaps war eindeutig eine bessere Wahl als der Limettenlikör.
Nach dem üppigen Abendmahl suchten wir in der Stadt nach Postkarten und fragten den Verkäufer beim Bezahlen ob er eine griechische 1cent Münze für uns hätte, als Andenken. Lachend kramte er in seiner Kasse und kam uns sogar noch nach dem Verlassen des Geschäftes kurz hinterher, als er noch eine Münze gefunden hatte.
Der Abend sollte mit der Geburtstagsfeier einer Klassenkameradin zu ende gehen, für die wir uns in einer Kneipe an der Hauptsraße einfanden. Es wurde ein entspannter, lockerer Abend voller ungezwungener Gespräche, bis es zum Bezahlen kam. Verständigungsprobleme aufgrund mangelnder Griechischkenntnisse hatten uns bis jetzt keinen Ärger bereitet, doch beim Bezahlen in einer so großen Gruppe musste es unweigerlich zu einer gewissen Angespanntheit kommen.
Nachdem die finanziellen Probleme endlich geklärt waren begaben wir uns zurück in unsere Hotelzimmer und ließen uns erschöpft in die Betten fallen.

Am nächsten Tag besuchten wir das antike Stadion von Olympia, das ein großer Haufen alter Steine war. Ein großer Haufen ziemlich beeindruckender Steine, wenn man sich vorstellte wie prächtig das ganze im neuwertigen Zustand ausgesehen haben mochte.
Die Ruinen waren natürlich der perfekte Ort um Fotos zu schießen. Auch Fotos in eher lächerlichen Posen, für die wir von den Aufseher einen scharfen Pfiff und ein genervtes "don't do it" kassierten. Die Pfeifen sollten auf unserer Reise durch die antiken Stätten zu einem unliebsamen Begleiter aber auch zum Gegenstand einiger Scherze werden.
Da wir in Begleitung eines Sportlehrers hergekommen waren ließen wir es uns natürlich auch nicht nehmen ein kleines Rennen auf der alten Bahn zu veranstalten. Womöglich nicht die beste Idee bei 40°C im Schatten.
So brauchten wir dringend eine Abkühlung. Und während der Großteil der Gruppe auf den Bus wartet und sich Luft zufächerte setzten wir uns ein Stück weit ab und fanden das Gesuchte: einen kleinen Bach, der sich in einem tiefen Flussbett unter einer Brücke hindurchwand. Der Abstieg war nicht ganz einfach, aber es lohnte sich und wir traten im Gegensatz zu den anderen erfrischt unsere Weiterreise nach Tolo an.

Comments

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    Da kommen Schulausflugerinnerungen hoch gemischt mit Wehmut, weil bei denen gab es wenigstens die Freiheit für Essen und Spaß. xD Mit der Uni sparst du beim Schlaf ein, damit du überhaupt sowas wie Freizeit am Abend hast, aber weiter als Hotelbar kommt man nicht mehr.

  • Author Portrait

    Durcheinander, weil jeder einzeln bezahlen wollte? Ist in Italien auch unüblich. :-)

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Fairy Dust

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