Milchweißer Schein ward über das fahle, schneebedeckte Land gegossen und ließ den Totenacker hinter den reifbedeckten Toren unheilig und blass aufleuchten.
Meinen Mantel an mich pressend stapfte ich gesenkten Blickes zu der Kapelle auf dem Hügel hinauf, hinter welcher der Mond wie eine mattsilberne Scheibe am pechschwarzen Nachthimmel stand.
Ein unbeschreibliches Gefühl befiel mich, hielt mich gepackt. Ein diffuses Unwohlsein, das alle meine Sinne in Spannung versetzte, welches ich jedoch nicht zu ergründen vermochte.
Gehetzt beschleunigte ich meine Schritte, lief immer schneller, bis ich fast schon über den eisglatten Boden rannte. Vorbei an kahlen Bäumen und marmornen Grabsteinen.
Ich sollte mein Ziel nie erreichen.

Comments

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    Wow. Ziemlich gut und...ich weiß nicht, unheimlich? D: Kurz und knackig und unheimlich. Aber du kannst gut die Umgebung beschreiben! 5/5 ( ͡° ౪ ͡°)

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    Wie immer ganz toll geschrieben! Sehr bildgewaltig! 5/5

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    Ich habe in deinen Werken oftmals das Gefühl, wie ein stiller Geist über dem Geschehen zu schweben. Ich sehe mich um, betrachte die Umgebung, spüre die Kälte. Es fühlt dich an, als wäre ich da. Dieser Text ist wieder ein Beispiel dafür. 5/5

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    Ganz schön gruselig! Brrr... ich friere gleich mit... Ich überlege mir einzig, wie der Text wirken würde, wenn du ihn statt in der ersten in der dritten Person geschrieben hättest? Aber vermutlich hast du deine Gründe für deine Wahl. Wie auch immer: 5/5

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    Super Text, super, ausdrucksstarke Bilder, total gut geschrieben.

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Fairy Dust

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