Aus dem stürmischen Meer
meiner rastlosen Brust,
ganz abgenutzt,
pocht es umher.

Von weit, weit draußen,
oder ganz tief drinnen, 
da kommt es her.

Vom wilden Meeresrauschen
ist es schrecklich von Sinnen,
ganz furchtbar krank.

Und ganz durcheinander von den vielen
wilden Wellen, durch die es sank.

Die es achtlos umspielten.

So wär es fast im stürmischen
Meer meinerselbst versunken
und sogleich hier zwischen
Wogen aus salzigem Nass ertrunken.

Doch dann wurde es an Land gespült.

So ganz durchnässt und aufgewühlt
landete es am Strand,
die Kehle voller hartem, rauem Sand.

Es wäre fast schon eingegangen,
doch dann ergriff es seine Chance.

Fing an, zu wandern, durch Wälder und Wüsten.

In einer Trance
aus durstigem Verlangen
nach der süßen,
süßen Freiheit.

Wüsten über Wüsten

Meere über Meere

Zeit
über Zeit

Nichts war ihm eine Lehre.

Nicht der raue Sand oder das brennende Salz
oder die eisige Kälte der Meere.

Denn falls
der flammende Durst in seinem Hals
endlich gestillt wäre.

Was wär ihm das wert.

Doch ist der Sand, das Salz, die stürmische See zu viel,
zu viel
in meines Herzens Kehle.

Es erbricht -
zerbricht beinah.
Verzweifelt gar.

Dann vernimmt es eine sanfte Brise einer sanften Seele
von ferner Brust, die warm bewohnt.
Ist da etwas, für das es sich zu schlagen lohnt?

Doch die Hoffnung ist ein Zwielicht.

Sie ist zu oft die falsche Freundin,
die selten hält, was sie verspricht.

Aber manchmal auch als Einzige von allen
die einzig treue Seele, die Freunde auffängt, wenn sie fallen.

Mein Herz schleppt sich weiter,
voll Sand, Salz und Staub,
durch Wüsten, Meere, Wälder
und alle Gezeiten.

Lässt sich von fernen Winden leiten.

Und endlich spiegelt es sich wieder,
in dem stillen, klaren Wasser deiner Seele.  

Erschöpft sinkt es hernieder,
in dein heilendes Gewässer,
und wird durch samtiges Nass empfangen,
wie durch eine sanfte, von Verlangen
bewegte Umarmung.

Wunden heilen endlich wieder,
denn Staub und Dreck wird weggespült, und schnell geht es ihm besser.
Und sogar seine Tarnung
hat es abgesetzt.

Lange ist es durch die Welt gezogen,
viel verbogen,
oft verletzt.

Jetzt wird mein Herz in deiner ruhigen Brust gewogen.


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