"Stirb doch einfach..." (M)

Grace' Sicht:

Frederico war schon weg, meinte er wolle zu Jeremy und ich habe ununterbrochen geweint. Allein schon die Vorstellung, dass ich mich an Thomas erinnern konnte, war schrecklich. Ich wusste, dass es ihn gab und dass ich verdammt nochmal Gefühle für ihn hatte. Wie sollte ich damit umgehen?


Ich saß in meinem Bett, meinen Pyjama an, und winselte leise. Ich fühlte mich schrecklich. "Grace- reiß dich zusammen!", sprach ich zu mir. Ich stand auf und atmete tief ein und wieder aus. Ich überlegte, ob ich Frederico rufen soll. Vielleicht hatte er ja Lust mit mir irgendwo hin zu gehen. Ich beschloss, mich umzuziehen. Im Schrank fand ich komische Sachen. Alles wirkte so... nett. Ich verzog das Gesicht und suchte weiter. Letzendlich fand ich schwarze Hotpants und ein enges Shirt. Ich sah mich im Spiegel an. Ich hatte lange, dünne Bein
Ich war eigentlich ziemlich zufrieden. "Süße Ballerinas würden nicht schaden", dachte ich und wieder musste ich alles durchsuchen bis ich etwas akzeptables fand. Die Ballerina waren schwarz und ganz vorne war eine kleine Schleife angenäht. Ich begutachtete sie und nickte. "Perfect combination", flüsterte ich. Schnell schnappte ich mir mein Telefon und meine Schlüssel und verließ das Haus. Es war wirklich heiß und ich rannte nochmal ins Haus um meine Sonnenbrille zu holen. Als ich sie aufsetzte, lächelte ich und ging die Straße hinunter. Eine Gruppe von Jugendlichen saß bei den Mülltonnen neben einem Verlassenen Haus. Die Jungs pfiffen und riefen mir zu, während mich die Mädchen mit einem Bitch-Blick anstarrten. Ich zog eine Augenbraue hoch und ging einfach weiter. Es war gerade erst Mittag. Samstag. Ich war frei. Erst überlegte ich mir, in die Stadt zu gehen aber in dieser Hitze? Ich holte mein Handy heraus und rief Frederico an. Nach einigem Klingeln hob er ab.
"Hey Grace!"
"Hi, hast du Zeit für mich?"
Er lachte.
"Natürlich. Wo bist du?"
"Ehm.... warte. Perpertonstreet 23"
"Komm' Perpertonstreet 36. Klopf' einfach an." Er legte auf. Verwundert ging ich zur Perpertonstreet 36. Ich sah ein rießiges Haus. In der Einfahrt hätten locker drei Autos gepasst. Aber es war nicht ein Mal eines hier. Ich ging zur Eingangstür und klopfte. >Stepperson< stand auf dem Namensschild. Wer war Stepperson? Frederico öffnete mir. Sein Lächeln war so herzlich, dass ich augenblicklich zurück lächelte. Hinter ihm stand Jeremy. "Hallo, Schöne" Frederico nahm mich bei der Hand und zog mich hinein. Das Vorzimmer war so
altmodisch dekoriert, dass es schon wieder total lässig rüber kam. Auf einer Wand, neben einer schwarzen Quarzuhr, sah ein Foto. Es war ein Junge mit seinen Eltern. Ich musste lange darauf starren, bis ich merkte, dass es Jeremy auf dem Foto sein musste. "Wow. Ich wusste nicht ,dass..." Jeremy kam zu mir. Er hatte kein Band mehr um seine Nase und so schlecht sah er eigentlich gar nicht aus. "Jaja, ich weiß. Ich bin ausgezogen und wollte mein eigenes Leben und so... tja... also... was habt ihr jetzt vor?" Frederico sah mich an. "In die neue Bar, die gerade geöffnet hat. Sie scheint immer sehr gut befüllt zu sein. Wird wohl nicht schlecht sein. Was hälst du davon, Grace?" ich zuckte mit den Achseln. Mir war es egal, hauptsache ich war bei Frederico. Und wurde von meinen Gedanken abgelenkt.

Der neue Laden hieß "Neon" und es lief
tatsächlich ziemlich gut. Wir bestellten uns zwei Capuccino und setzten uns auf einen Tisch. Während wir warteten, turtelten wir herum und küssten uns. Frederico hielt mich an der Taille und ich spürte seine Zunge. Es schmeckte nach süßem Tabak.
Die Tür wurde geöffnet. Ich sah nicht hin. Frederico griff meinen Oberschenkel, kichernd drückte ich seine Hand weg. Plötzlich sah ich sie. Thomas und seine Neue. Ich hätte mich fast übergeben, wie schlecht mir plötzlich wurde. Aber - scheiß doch auf Thomas... du bist über ihn hinweg!, sprach ich mir in den Gedanken und merkte, wie lächerlich das eigentlich war. Thomas hatte mich noch nicht bemerkt, dafür aber seine 'Little Princess'. Sie griff Thomas sofort an den Schultern und küsste ihn.
Ich musste weg schauen. Oh mein Gott, nicht ihr ernst, oder? Ich wurde langsam sauer. Gut, was sie kann ich auch. Ich zog Frederico zu mir und gab ihm einen langen Kuss. Er sträubte sich nicht dagegen sondern ließ es zu. Ich blickte ständig zu Thomas' Freundin, um mich zu vergewissern, dass sie ja zusah. So ging das einige Minuten und Frederico wurde ziemlich scharf und versuchte mein Brüste zu packen. Ich ließ ihn und lächelte meine Gegnerin mit einem 'Winner'- Gesicht an. Sie war sichtlich empört und zog Thomas noch näher an sie heran. Ich merkte, dass es ihm gefiel und meine Wut ließ sich nicht noch länger strapazieren. Ich hörte auf mit der Küsserei. Ich funkelte mein Gegenüber mit bösen Blicken an. Sie sah nur weg und lächelte Thomas an. Er schien glücklich. Das traf mich. "Thomas?" Das Mädchen sah wieder zu mir und Thomas folgte ihrem Blick. Er blieb an mir haften. Ich sah sofort weg und nahm Fredericos Hand. Er merkte aber nichts von Thomas' Anwesenheit  und entschuldigte sich. Er müsste gehen - Jeremy bräuchte ihn dringend. Ich nickte, er gab mir einen flüchtigen Kuss und verließ 'Neon'. Ich saß allein da und versuchte so ingnorrant zu wirken, wie es ging. "Na, ist dein toller Frederico also abgehauen?" Thomas sah mich arrogant an und etwas loderte in mir. Ich bringe ihn um. Seine Neue kicherte und mir riss der Geduldsfaden. "Problem?" Ich stand auf und sah die Beiden mit hasserfüllten Augen an. Das Mädchen stand auch auf. "Ja! Mit dir!" Ich starrte sie an. Mein Blick wanderte zu Thomas. Es saß regungslos da. "Du kleine Schlampe!" Ich warf mit meinen Wörtern herum. Ich konnte nicht anders. "Sagt die Richtige!" Sie lachte ihr Bitch- Lachen. Ich sagte darauf nichts und sah sie nur an. "Oooh... jetzt sagt die Ärmste nichts mehr, was?" Wieder ein Lachen. Einige Schaulustige sahen zu uns. Leise  flüsterten sie sich etwas zu. "Ey... du bist echt das Letzte. Stirb doch einfach." "Ha! Wieso? Dass du dich wieder an Tom ranmachen kannst?!" Ich zog eine Augenbraue hoch und meinte ruhig: "Am besten, verreckt beide. Dann habe ich gleich Mal zwei Probleme aus der Welt geschafft." Ich setzte mich wieder und nahm mein Handy heraus, tat so, als würde ich ihr Geflüster nicht hören.

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