Transience (Forever)

Vergänglich

Das Licht- vergänglich
Die Dunkelheit- vergänglich
Das Leben- vergänglich
Ein Wort- vergänglich

Die Seele- unendlich
Die Liebe- unendlich
Das Universum- unendlich
Das Überleben der Menschheit- unendlich?

Die Sehnsucht- fühlend
Der Hass- fühlend
Die Schande- fühlend
Das Elend- fühlend

Die Stunde- begrenzt
Ein Tag- begrenzt
Eine Nacht- begrenzt
Ein Jahr- begrenzt
(Fabian Gossrau)

OOO

"Lassen Sie mich gefälligst los! Ich muss zu ihm!"

"Mr. Biersack... So sein' Sie doch vernünftig...wir können ihren Besuch in diesem kritischen Zustand nicht verantworten. Der Patient hat viel Blut verloren und verliert es immer noch. Die Notoperation hielt einige Komplikationen für uns bereit...und...wir sind uns nicht sicher, ob er das schaffen wird... das ist die Wahrheit...es tut mir leid..."

Nein...

Nein...

Nein...

Ich brach in den Armen des Arztes zusammen.

Alles um mich verlangsamte sich...

Schien unwirklich...

Wie in einem Traum...

Zwischen Himmel und Erde...

Irgendwo in der Schwerelosigkeit...

Und dann...mit einem Schub übermenschlicher Kräfte, riss ich mich los.

Mein Herzschlag pochte in meinen Schläfen.

Das Rauschen meines Blutes füllte meinen Kopf...

Ich stieß die Flügeltüren zur Intensivstation auf, rannte gegen eine der Krankenschwestern, brachte sie zu Fall.
Das Tablett mit den Medikamenten segelte durch die Luft, prallte an der Wand ab und krachte laut scheppernd auf den Boden.
Eine Dose mit rosa Pillen sprang auf und der Inhalt verteilte sich über den Boden...

Ich lief weiter.

Blind.

Und dann entdeckte ich sie...

Die blaue Türe...

Ein angenehmes Blau...

Beruhigend...

Viel zu beruhigend!

Ich stieß die Türe auf und...

Da lag er...

Ash...

Der schönste Mann auf Erden...

Und er war so blass.

So blass...

Und so viele Maschinen, an die er angeschlossen war.

Seine Augen waren geschlossen.

Man hatte ihn abgeschminkt.

Und so wirkte er so zerbrechlich wie eine teure Porzellanpuppe...

"Ashley...", flüsterte ich leise, während ich zaghaft meine Hand ausstreckte und damit über Ashs strich.

Seine Finger waren eiskalt.

Ich hatte vor langer Zeit ein Lied gehört: ich fürchte mich

Es war ein deutsches Lied, ich hatte nicht ein Wort verstanden.

Das war mir egal...

Ich lernte es auswendig.

Ein Jahr später erzählte ich meiner Mutter von diesem Song, und ich sang ihn ihr vor und sie übersetzte ihn für mich und lachte, da sie mich noch nie Deutsch hatte sprechen hören.
Noch nie- ich konnte es, das wusste ich, meine Mutter war Deutsche und sie hatte mich ihre Muttersprache gelehrt und dennoch...

Ich hatte den Song vergessen...

Vielleicht verdrängt, da er mich an meine tote Mutter erinnerte...

Doch jetzt...

Hier...

Niemand würde mich verstehen...

Niemand...

"Ich fürchte mich, wenn du nicht neben mir stehst
Ich schlafe nicht, wenn du nicht neben mir schläfst
Ich lache nicht, wenn du nicht neben mir lachst
Ich bin ganz still und mache nichts
Ich spreche nicht, wenn du nicht mit mir sprichst
Ich esse nicht, wenn du nicht neben mir isst
Ohne dich ist mir alles fremd
Das musst du doch wissen,
Denn du hast mich gezähmt

Ich habe vergessen wie das ist, wenn du nicht da bist
Ich kann nicht glauben, dass du mich verlässt
Komm her und sag, dass es nicht wahr ist!
und du an meiner Seite für immer bist

Ich fürchte mich, wenn du nicht neben mir stehst
Ich schlafe nicht, wenn du nicht neben mir schläfst
Ich lache nicht, wenn du nicht neben mir lachst
Ich bin ganz still und mache nichts
Ich spreche nicht, wenn du nicht mit mir sprichst
Ich esse nicht, wenn du nicht neben mir isst
Ohne dich ist mir alles fremd
Das musst du doch wissen,
Denn du hast mich gezähmt

Es kann nicht sein, dass du mich einfach loslässt
Allein verlaufe ich mich wie ein Kind
Du musst doch sehen, dass die Gefahr zu groß ist
Und ich mich nie mehr wieder find'

Ich fürchte mich
Ich schlafe nicht
Ich lache nicht
Ich bin ganz still und mache nichts
Ich spreche nicht
Ich esse nicht..."

Ein lang anhaltender Pfeifton.

Ein Arzt stürzte herein.

Stieß mich grob zur Seite.

Ashs Herz war stehen geblieben...

Erst jetzt bemerkte ich die Tränen, die über meine Wangen strömten...

----oooOOooo----

Ausschnitte aus einem Song von Ich&Ich (ich fürchte mich)

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