Langsam suche ich mir den Weg durch meine Träume.
Es ist so viel Nebel hier, blauer Dunst und graues Licht, dahinter kann ich Trümmer erkennen. Meine Hände gleiten durch die Luft, wo sie eben noch etwas Festes gesehen haben. Doch ich kann nichts fassen. Alles verschwindet, nichts zeigt sich mir. Alles verwüstet.  
Alles kaputt.
Ich suche weiter, nach Gedanken, nach Wünschen, nach mir in diesem Strudel aus Scherben.
Doch ich finde nur erstickte Trauer, ich finde Hoffnungslosigkeit und ich finde Vermissen.
Lange Wege, die ich nicht sehen kann, und schöne Tage, die so nicht wiederkehren werden.
Ich laufe hin und her, drehe mich in alle Richtungen. Ich schließe die Augen, weil ich es sonst hier nicht ertragen kann. Die Hände presse ich auf die Ohren, um all den Lärm auszusperren.
Doch es gelingt nicht, ich höre, was Du mir sagst. Ich höre Dein Lachen. Ich höre Deine Musik. Deine Stimme mit so lieben Worten, voll an Vertrautheit. Ich höre all das, was ich nicht hören will, da es zu Dir gehört. Da es so nah mit der Erinnerung an Dich verknüpft ist. Mit der Zeit, die besser war. Mit den Momenten, die du bei mir warst. Mit dem Schmerz, den mein Herz nun empfindet.
Ich habe es satt, dauernd Tränen zu weinen, wenn ich an Dich denke. Weil wir nichts voneinander wissen wollen, weil wir uns nicht genügen, weil unsere Musik aufgehört hat zu spielen.
Weil wir uns nicht lieben.
Weil wir beginnen, uns zu vergessen.
Wir standen uns so nahe, doch es ist Zeit vergangen und jetzt würde ich alles für Deine Freundschaft geben. Aber Du bist so weit weg. Viel zu weit weg. Und möchtest nicht mehr zurück kommen.
Ich will keine Tränen mehr.
Ich will nicht weiter nur Dich vor Augen haben und immer, immer wieder über die Liebe jammern.
Keine Gedanken mehr daran verschwenden. Keine Hoffnungen mehr machen. Alle Trauer begraben.
Ich versuche weiter zu gehen, aber ich werde zurück gerissen, Erinnerungen halten mich fest, zerren an mir, drohen mich zu zerreißen.
Doch ich kann nie mehr zurück.


Schweren Atems schrecke ich aus dem Schlaf hoch. Meine Stirn ist nass und die Luft im Zimmer so stickig, dass ich gleich das Fenster öffne und den kühlen Hauch in mich aufnehme.
Mein Blick wandert zur Uhr.
3:26.
Meine Füße schaben unruhig an der Bettdecke und ich greife auf den Nachttisch.
Eine Neue Nachricht, vor zwei Minuten.
Von Dir.
Die erste seit Monaten.

"Kannst Du auch nicht schlafen?"

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