Treffpunkt Krankenzimmer

In der Zwischenzeit hatte Gernot alle sechs Gesellen und vier Azubis eingesetzt, um Peters ML aus der Werkstatt zu schieben. Der Wagen schien Bleischwer zu sein. Die Radkästen der Hinterachse, die normalerweise deutlich über den Reifen standen berührten diese beinahe! Es war, als ruhe Gottes Faust auf diesem Auto und drücke es zu Boden. Oder etwa die Faust des Teufels...?

Irina und Ricarda waren mit den Gläsern auf dem Weg zurück in Peters Zimmer. "Ricarda, ich weiß, dass ich kaum Chancen habe, ihre Freundin zu werden, aber bitte glauben sie mir. Meine Entschuldigung kam von Herzen!" - "Ist schon gut, Irina, ich habe nicht zum Schein gesagt, dass ich die Entschuldigung annehme. Wir werden eben etwas Zeit brauchen, aber ich hege keinen Groll mehr gegen sie, wenn sie das meinen." - "Danke, Ricarda, genau darum ging es mir!"

Rupert hatte den Wein geöffnet und schenkte die Gläser voll. Sie prosteten sich zu und während die Männer ein begeistertes "AHH" vernehmen ließen, schienen die Frauen nicht sehr beeindruckt. Beide verzogen das Gesicht ein Wenig, nippten vorsichtig noch einmal und waren sich eigentlich einig, dass dieses Gesöff wohl niemals ihr Favorit werden würde. Etwa eine halbe Stunde später waren es die Damen, die vorschlugen, doch die zweite Flasche zu köpfen, schließlich wäre man ja auch nicht auf einem Bein gekommen. Unnötig zu erwähnen, dass sich die Herren der Schöpfung ins Fäustchen lachten... "Ich weiß jetzt schon, welchen edlen Tropfen ich euch bei unserer Zusammenkunft im Felsenkeller kredenzen lasse, Mädels. Ihr habt ja scheinbar einen neuen Favoriten"! Ruperts anfänglich geäußerte Meinung hatte sich bestätigt. Schilcher schmeckt erst, wenn man das zweite Glas trinkt, nur um sicher zu sein, dass man ihn nicht mag. Dann schmeckt er wirklich!

Es klopfte und Gernot erschien im Türspalt. "Ihr alten Schwerenöter!" Er kam ans Bett und stellte sich Ricarda vor. Dann berichtete er den Anwesenden, dass er es samt der ganzen Belegschaft nur mit Müh und Not geschafft hatte, Peters ML aus der Werkstatt zu schieben. "Sowas hab ich noch nicht erlebt! er steht da, als hätte auf der Hinterachse zwei Platten aber in den Reifen sind 2,5 bar Druck! Er scheint zwanzig Tonnen zu haben, zumindest die Batterie!" - "Gernot, bitte schleppt das Ungeheuer weit genug von der Halle weg! Wir wissen alle zusammen nicht, was da vor sich geht! Das Ding macht mir Angst, ehrlich! Ich wünschte, ich hätte es nicht mitgenommen! Und am meisten stört mich, dass ich ans Bett gefesselt bin, und mir selbst kein Bild von dem Wagen machen kann!" - "Apropos Wagen: Ich bin mit deinem Neuen da und würde ihn dann zu dir stellen, wenn mich jemand wieder in die Werkstatt fahren möchte. Du musst mir nur die Vollmacht wegen der Anmeldung und den Kaufvertrag unterschreiben, dann meld ich ihn gleich für dich an. Ich bin mit den Probekennzeichen hier." - "Natürlich fahr ich dich nach Hause!" meldete sich Leonhard. "Ich bin ein glücklicher Mann!" ließ Peter vernehmen. "Offenbar hab ich genug gute Freunde, um mal ein paar Tage krankfeiern zu können! Ich danke euch meine Lieben!" Ricarda saß bei Peter am Bett und fühlte sich sichtlich wohl in seinem Freundeskreis. In Gedanken ließ sie die letzten Tage Revue passieren und kam zu dem Schluss, dass sie sich bei Peter und seinen Freunden sehr wohl fühlte, viel wohler als in ihrem alten Umfeld...

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