Die Zeilen verrieten mir die Gefühle einer abhängigen Frau. Die Tage passten ihr nicht mehr wie zu enge Kleider. Der Tag wollte ihr nicht passen.

Sie trotteten um ihren Käfig herum und entschuldigten sich, während sie zwischen den Gitterstäben nach ein bisschen Luft heischte. Die Augen erblickten schon lange nicht mehr die Realität. Ihre Sätze handelten vom sich ausbreiten und einnehmen. Sie erweckte den Eindruck, nicht nach Freiheit, sondern nach Fesseln zu suchen. Deshalb hatten sie sie an einen Ort ohne Tore gebracht. Doch sie wollte in ihrem Gefängnis nicht allein sein. Ihre größte Qual war, ihre Peiniger nicht berühren zu können, denn ihr Körper war ihre Sprache.

Ein Ort an dem die Menschen ein Risiko sperren. Die Gefahr blitzt hinter dem Metall. Ich strecke die Arme aus und kann den Himmel nicht berühren.

Comments

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    Polla hat schon ganz gut ausgeführt, was auch mir bei deinem Text durch den Kopf ging. Deine Wortwahl ist einfach spitze! :)

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    <> Ich konnte mich fast nicht entscheiden, was meine Lieblingsstelle ist, doch diese hier hat es knapp vor deinen ersten Absatz auf Platz 1 geschafft. Man bekommt richtig Mitgefühl mit dieser armen Frau, die allein in ihrem unsichtbaren Käfig sitzt, einem Gefängnis ohne Ketten die sie binden, woraus sie aber trotzdem nicht fliehen kann. Du verwendest solch ausdrucksvolle Worte, und deine Bildsprache ist genial!!! Ich mag deinen Text wirklich sehr, auch wenn das mit dem "ihr Körper war ihre Sprache" nicht so ganz verstehe. Wahrscheinlich interpretiere ich den Text einfach zu eindimensional, also verzeih bitte mein Verwirrung :P wundervoller Text, 5***** :)

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