Und heute?

Ja, ich schreibe. Es baut sich ein Druck auf in meinem Inneren, ich kann mich auf nichts anderes mehr konzentrieren, Bilder tauchen auf, Wortfetzen, halbe Sätze; ich werde euphorisch und unruhig. Ich setze mich an den Computer und schreibe den inneren Raum leer; wenn alle Worte aus- und auf den Bildschirm geströmt sind, ist der Text fertig und es kehrt Ruhe ein in mir; zu schreiben macht mich glücklich, hell und weit. Ich fühle mich warm und zuhause.

Gebe ich diesem Druck nicht nach, hockt der Text in meinem Bauch, mault und meckert, hüllt mich in eine dunkle Wolke, zerreißt meine Verbindung zur Zeit. Irgendwann zerfasert der Wunsch, zu schreiben, die Bilder lösen sich auf, zurück bleibt das Gefühl, nicht mit der Realität verbunden zu sein, zurück bleibt ein unspezifisches Muffelig-Sein, das mehrere Stunden anhalten kann.

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