... und Sühne

Einen Moment lang war jedes Geräusch wie ausgelöscht. Wie im Vakuum lag die Stille über dem Platz.

Nur langsam nahmen die Sinne der Anwesenden ihren Dienst wieder auf. Garrett schlug benommen die Augen auf und fasste sich an den Kopf. Er war unsanft gegen die Tür geprallt, doch angesichts seiner bereits vorhandenen Wunden spürte er es kaum. Er konnte Allister neben sich an der Wand lehnen sehen. Er war auch zurückgeschleudert worden und ein feines Blutrinnsal rann durch seine schwarzen Haare an der Schläfe hinab in seinen kurzen, gepflegten Bart.

Der Blick des Jungen fiel auf Dionysos, der wie ein Bote aus der Hölle mitten auf dem Platz stand. Doch er wankte und in der nächsten Sekunde sank er keuchend auf die Knie.

»Dionysos!«, rief Garrett besorgt, als der Vampir den Kopf hob und lächelte.

»Es ist alles in Ordnung, Garrett. Nun, Allister, sind die Verhältnisse gleich.«

Der Angesprochene, der sich soeben wieder aufgerappelt hatte, blickte sich schockiert um.

Garrett tat es ihm gleich und als er sah, was mit seinen zwei Bewacherinnen geschehen war, schrie er vor Schreck laut auf. Auch allen anderen von Allisters Vampiren war dies geschehen. Sie alle hatten keine Köpfe mehr.

»Wie hast du...?«, stammelte Allister außer sich über das, was er sah.

»Psychokinese«, flüsterte Garrett und kam Dionysos damit zuvor.

»Du wolltest faire Verhältnisse. Jetzt hast du sie. Ich habe all meine Energie in diesen Schub gelegt. Ich bin nicht mehr mächtiger als du. Und damit sich deine Leute nicht mehr einmischen... nun ja.«

»Und ich soll dir trauen, dass deine sich nicht einmischen?!«, brüllte Allister mit zittriger Stimme. Der Tod seiner Leute schien ihn wirklich aufzuwühlen.

Dionysos erhob sich wieder in eine stehende Position und sah sein Gegenüber geradeheraus an.

»Zwei meiner Leute sind verletzt, Garretts Schnittwunden müssen außerdem versorgt werden. Jack und Phil werden sich nicht einmischen. Es sind nur du und ich, wie du es wolltest.«

Ein dunkles Grollen stieg in Allister hoch, als er einen Schritt auf den Platz hinaus machte. »Irgendwelche Regeln in deinem heeren Spiel um Leben und Tod?«

»Du wolltest 'Ritter und Drache' spielen, also lass uns kämpfen, Drache. Dein Feuer wird versiegen.«

Dionysos hob seine fallengelassenen Doppelschwerter auf und warf eines davon geschickt Allister zu, der es problemlos auffing.

»Ich hoffe, du hast in deinen Fechtlektionen nicht geschlafen, Saltire!«, knurrte der Vampir und schon in der nächsten Sekunde traf Stahl funkensprühend auf Stahl.

 

Garrett kauerte sich gegen die verschlossene Tür und hatte die Augen halb hinter seinen Fingern verborgen. Ihm war bewusst, dass die modrigen Überreste der Vampirinnen ihn umgaben, doch er konnte sich nicht rühren. Er war starr vor Angst und die Schmerzen seiner Wunden wurden schlimmer, je schneller sein Herz schlug. Die Angst schüttelte ihn und traf ihn hart und schmerzhaft, wann immer die Klingen klirrend aufeinander schlugen. Er wollte jedes Mal aufschreien, dazwischen springen, die beiden Kontrahenten auseinander bringen.

Wie töricht kam ihm plötzlich sein Wunsch nach Rache vor. Wenn Allister starb, würde das seine Mum nicht zurückbringen. Es würde nur ein weiteres Leben kosten, noch mehr Leid verursachen. Es würde niemals aufhören, wehzutun.

Er zweifelte nicht daran, dass Dionysos siegen würde. Andererseits hatte er freiwillig auf einen Großteil seiner Kraft verzichtet. Nun konnte er verletzt werden, da er nicht mehr stärker als Allister war, er könnte sogar sterben.

Garrett zitterte wie Espenlaub vor Angst. Nur seine Schuld, alles war seine Schuld.

Sein Wunsch nach Rache hatte sie soweit gebracht. Dionysos trug seinen Kampf aus, weil er selbst zu schwach war.

»Garrett«, hörte er plötzlich eine Stimme neben sich. Da er nur die Vampirleichen neben sich wusste, erschrak er und schrie auf.

»Shh, ich bin es nur«, murmelte Phil. »Kannst du aufstehen?«

Der Junge schluchzte los und schüttelte den Kopf, was den Pfarrer milde lächeln ließ. Vorsichtig hob er ihn auf und trug ihn zügig vom Kampfplatz weg in die überdachte Toreinfahrt, in der Jack saß, der Anouks Kopf auf dem Schoß hatte. Der Texaner hatte Blut im Gesicht und die übel aufgeplatzte Lippe hatte gerade erst wieder zu heilen begonnen. Anouk hingegen sah aus, als schliefe sie. Doch sie war blass wie der Tod, ihre aufwändige Flechtfrisur ruiniert und auch ihr Gesicht hatte Kratzer und Blutflecken.

»Was ist mir ihr? Wird sie sterben?« Garrett hockte sich, so gut es ihm möglich war mit dem kaputten Bein, zu ihr rüber.

»Das Gute bei 'nem Vampir? Zweimal sterben is' nich'«, nuschelte Jack. Er schien auch einen Zahn verloren haben.

»Er meint 'Nein, sie wird nicht sterben'. Doch ihr Genick ist gebrochen. Es wird dauern, bis das verheilt ist.« Phil legte seinen Mantel um Garretts Schultern und wandte sich dem tobenden Kampf zu.

Dionysos und Allister schenkten einander nichts und bereits jetzt war Blut an ihrer beider Klingen zu sehen.

»Das ist alles meine Schuld«, nuschelte der Junge unglücklich und Phil seufzte.

»Da muss ich dir bedingt zustimmen. Wärst du im Haus geblieben, hätte Allister dich nicht in die Finger bekommen. Das hätte einigen Ärger erspart. Doch an diesem Kampf trägst du keine Schuld. Das haben sich die beiden selbst zuzuschreiben durch ihre ungenaue Abmachung vor hundert Jahren.

Garrett schüttelte den Kopf. »Er kämpft, weil ich Rache wollte für Mum.«

»Er kämpft für dich, um die aufgeladene Schuld zu sühnen. Durch seinen Hochmut starb deine Mutter. Zumindest glaubt er das. Und er sieht es naturgemäß als seine Pflicht an, ihren Mörder zu töten, um Rache für dich zu üben. Ich halte Rache generell für das falsche Mittel. Gott gewährt uns andere Wege, mit dem Schmerz umzugehen und Mord, ganz gleich aus welchen Gründen, kann nie der richtige sein.«

»Ich dachte, mein Dad wäre zurückgekommen«, murmelte Garrett.

»Wie bitte?«

»Deswegen bin ich aus der Hütte raus. Ich hab Licht zuhause gesehen und dachte, Dad wäre früher zurückgekommen. Ich wollte nachsehen, weil es zu unsicher für ihn allein gewesen wäre. Doch stattdessen wartete da Allister. Er hat Mum getötet. Eigenhändig. Sie hatte ihn ins Haus gelassen, weil sie dachte, sein Auto wäre kaputt und er müsse mal telefonieren.«

»Hinterhältiger Schweinehund«, kam es aus dem Hintergrund von Jack.

»Nur deswegen war ich draußen. Ich wollte ganz sicher weder den Helden spielen noch euch erneut Schwierigkeiten machen.«

Garrett fing zu weinen an und wagte noch immer nicht, Dionysos anzusehen, denn der Kampf schien eher noch heftiger geworden zu sein.

»Schon gut, Garrett. Keiner trägt dir etwas nach. Lass' mich mal die Schnitte sehen.«

 

Blut klatschte auf das Pflaster und Allister knurrte: »Das ist ein 700-Pfund-Kaschmirmantel, du Kretin!« Ein tiefer, roter Schnitt zog sich nun durch den Stoff bis ins Fleisch des Unterarmes.

Dionysos schleuderte das Blut von seiner Klinge und lachte höhnisch.

»Hat dir Daddy nicht beigebracht, dass man nicht in Sonntagskleidung zu einem Schwertkampf geht?«

»Nun, mein Daddy hat mich immerhin Umgangsformen gelehrt, du irischer Bauerntölpel«, fauchte Allister und hieb erneut aus einer hohen Angriffsposition auf Dionysos ein, der parierte und immer noch lachte.

»So auch, immer brav die Prostituierten zu bezahlen, weil man ja nie weiß, welche davon einem einmal einen Sohn schenken wird?«

»Lass' meine Mutter aus dem Spiel!« Allister startete einen weiteren harten Angriff, den Dionysos bis in die Schultern spürte. Zorn machte seinen Gegner stark.

Wie die Gladiatoren in der Arena umkreisten sich die beiden und schenkten einander einen harten Schlag nach dem anderen. Dionysos kam nicht umhin, es zeitweilig mit einem Tanz zu vergleichen, perfekt synchronisiert und choreografiert. Allister verstand etwas vom Schwertkampf und würde es hier nicht so ernst sein, könnte Dionysos beinahe Freude daran finden.

»Abgeschoben hat sie dich, weil dein Vater sie nicht heiraten wollte!«

»Sie hat mir ein besseres Leben ermöglicht, während du im Kloster vermutlich Lustknabe für alle warst, hab ich Recht? Frühkindliche Prägung. Deine Vorliebe für Schwänze muss ja irgendwoher kommen.«

Dionysos packte das Schwert fester.

»Liebe, mein Freund. Darauf kommt es an, dann kümmert es nicht mehr, welchen Geschlechts die Person ist, die man im Arm hält. Doch woher sollte jemand wie du, den nicht einmal die eigene Mutter liebte, dieses Gefühl kennen. Meine Mutter weinte, als ich ins Kloster ging. Was tat deine?«

Allister ließ für einen Moment das Schwert sinken.

»Sie war stolz. Sie wusste, dass ich es zu mehr bringen würde, dass ich es rausschaffen würde aus dem East End, in die höchsten Kreise und dass ich jemand werden würde. Und sie hatte Recht.«

»Ob deine Mutter auch noch stolz wäre, wenn sie wüsste, dass ihr Goldjunge nichts weiter ist als ein Zuhälter und Drogendealer?«

Allister zuckte mit den Schultern. »Meine Mutter besaß ein Bordell, in dem ich sechs Jahre lebte, bevor ich nach Kensington kam. Glaubst du echt, sie hat damals etwas anderes getan als Sex und Rauschmittel zu verkaufen? Ich verdiene heute nur besser daran als sie damals.«

»Interessant zu sehen, wie beim Haus Holdernesse am Ende immer alles auf Nutten hinaus läuft. Muss in der Familie liegen.«

»Willst du noch länger quatschen oder können wir langsam wieder zur Sache kommen?«, schnarrte Allister und hob die Klinge wieder.

Dionysos machte eine einladende Handbewegung und mit der Kraft einer Kanonenkugel schlugen beide gegeneinander. Wieder flogen die Funken.

»Weißt du, ich werde den kleinen Garrett in meinen Stall aufnehmen. Für die Kunden, die Jungs mögen. Ich wette, den hast du dir gut eingeritten.«

Dionysos brüllte vor Zorn und wieder spritzte Blut. Die Wucht des Aufpralls schleuderte die beiden jeweils an eine andere Seite des Innenhofes. Die Schwerter hatte es ihnen aus den Händen gerissen, doch keiner von beiden machte sich die Mühe, die Waffen zurückzuerlangen. Sie waren Vampire. Alles andere war Zierde.

»Ich reiße dir das Herz heraus und stopfe dir damit das Maul, wenn du noch einmal seinen Namen sagst!«

Allister legte seinen Kopf schief. Er grinste so süffisant wie immer und verrieb etwas Blut an seiner Nase, wo Dionysos ihn mit dem Schwertknauf getroffen hatte.

»Klingt nach einer guten Idee«, fauchte er und schoss in der selben Sekunde vor wie Dionysos.

Es hallte wie ein finsteres Donnergrollen von den roten Backsteinmauern wider und Scheiben, die noch intakt waren, klirrten wie bei starkem Wind, als die Körper der Vampire zusammenstießen. Dann war alles ruhig. Als wäre die Zeit stehengeblieben.

Die beiden verharrten in einer grotesken Umarmung, hielten einander ähnlich wie Liebende und kein Ton war zu hören. Nur der Nachtwind, der in einem Schornstein jaulte.

Garrett, Phil und Jack hatten spannungsgeladen, panisch, voller Angst den Atem angehalten und starrten auf diese schauderhafte Szenerie. Garretts Gesicht wurde schon rot, weil sein Körper Luft holen wollte.

Allisters Husten war es, was die gespannte Stille durchbrach. Blutiger Schaum quoll aus seinem Mund, als er und Dionysos hintenüber kippten und auf dem unebenen Pflaster aufschlugen.

»Ich halte dein Herz in meiner Hand, alter Freund!«, hauchte ihm Dionysos beinahe zärtlich ins Ohr. Und tatsächlich steckte die Hand des Vampirs genau an der Stelle im Brustkorb Allisters, die es zu durchstoßen galt, wenn man unter den Rippenbogen gelangen wollte.

»Ich gestehe«, presste Allister gurgelnd hervor, »dass du besser gezielt hast.« Er selbst war an Dionysos' Rippen gescheitert.

»Nun mach schon. Räche die süße Madelyn. Ich habe Schmerzen. Und bin müde. Es schickt sich nicht für einen Ehrenmann, einem Gegner einen schnellen Tod zu verwehren.« Allisters Stimme war leise und der beißende Hohn war aus ihr verschwunden. Seine Worte kamen stockend und er schien allmählich an seinem eigenen Blut zu ersticken.

»Da du fortwährend betont hast, dass ich einfacher Herkunft bin, könnte ich das tun und dich leiden lassen. Doch du hast gut gekämpft. Ich empfinde nicht das Geringste für dich, weder Liebe noch Zuneigung, nicht einmal mehr Hass. Aber du hast meinen Respekt. Also bitte...«

Mit einem Ruck zog Dionysos seine Hand aus dem Brustkorb und mit ihr das noch schlagende Herz des gefallenen Feindes. Allister verzog das Gesicht und seufzte dann. Das Mondlicht spiegelte sich in seinen leeren Augen, bevor Dionysos die Lider mit blutigen Fingern schloss.

Ermattet rollte er sich von Allister auf den eigenen Rücken und blieb dort ausgestreckt und kraftlos liegen. In einem langgezogenen, gequälten Schrei brach sich alle Anspannung in ihm Bahn und seine Gefährten brachen in Jubel aus.

Garrett, der halb ohnmächtig war vor Atemnot, ignorierte die Schmerzen in seinem Körper, und kroch die wenigen Meter auf allen Vieren zu Dionysos.

»Henry...«, schluchzte er und der Vampir wandte ihm das Gesicht zu. Er strich ihm eine Träne aus den Wimpern.

»Es ist vollbracht. Die Stadt ist gerettet.«

Garrett nickte und warf sich heulend um seinen Hals.

»Ah... aua, Garrett, Vorsicht. Allister hat mir die Rippen gebrochen.«

»Aber du lebst noch. Ich hatte solche Angst!«

»Was habe ich dir über meine grauen Haare gesagt? Du kannst schon mal zu zählen anfangen.«

Der Junge lachte unter Tränen und rieb sich mit dem Ärmel die Nase trocken, als Dionysos sich mühsam aufsetzte und seinen Mund auf Garretts presste.

»Nie wieder, hörst du? Sowas mache ich nie wieder. Ich bin zu alt für den Scheiß!«

 

Langsam, alle etwas angeschlagen, trat die Gruppe den Heimweg durch die Stadt an. Die Sonne erhellte bereits den Horizont, als sie am Haus der Pinkertons ankamen.

»Morgen kommt mein Dad!«, platzte Garrett heraus, der von Phil huckepack getragen wurde, weil er nicht laufen konnte.

»Perfektes Timing also«, murrte Dionysos nur müde und sie trabten durch den Wald hoch zur Hütte.

Jack trug Anouk behutsam in den Keller, um sie hinzulegen. Sie war noch immer weggetreten. Phil setzte Garrett auf einen Küchenstuhl, stellte Wasser und eine Kamillelösung hin und wies ihn an, die Kratzer und Schnittwunden damit auszuwaschen.

Anschließend nötigte er Dionysos, seine verdreckten und zerfetzten Klamotten auszuziehen. Tiefe Hiebe von der Schwertklinge hatten sich in sein Fleisch gegraben, etliche heilten bereits wieder. Seine Brust, dort wo Allisters Faust ihn getroffen hatte, war violett verfärbt.

»Ein bisschen weiter mittig und ihr wärt beide Geschichte gewesen«, befand Phil und tupfte die blutigen Wunden mit einem Lappen sauber.

»Diese Herz-rausreiß-Kiste war Allisters Spezialität. Dafür war er gefürchtet. Ich wusste, dass er das früher oder später versuchen würde. Die Chance stand 50-50, ob er oder ich.«

»Gut, dass es vorbei ist. So eine deftige Tracht Prügel habe ich lange nicht mehr einstecken müssen.« Phil schmunzelte.

Von allen war er wohl derjenige, der am glimpflichsten davongekommen war.

Er begutachtete Garretts Bein, das die Vampirinnen versorgt hatten, wusch die Wunde unter unflätigem Fluchen des Jungen aus und verband sie neu. Dionysos hielt ihm daraufhin grinsend einen Gehstock hin.

»Damit du nicht hüpfen musst.«

»Danke. Du kannst mich ja gerade nicht tragen.« Garrett erhob sich und humpelte in Richtung Schlafzimmer. Dionysos klopfte Phil dankbar auf die Schulter.

»Danke für alles. Wir sollten uns jetzt alle gehörig Ruhe gönnen. Schon' deine Knochen.«

Phil seufzte und nickte. »Zurück in Norfolk brauche ich gleich wieder Urlaub, ich sage es dir.« Müde stieg der Pfarrer die Treppe in den Keller runter und Dionysos ging ins Schlafzimmer. Garrett hockte auf der Matratze und sah aus dem Fenster.

»Morgen«, murmelte er leise. Dionysos zog die Schuhe und die dreckige Hose aus und schob sich unter die Decke.

»Morgen ist morgen. Jetzt ist jetzt. Komm her.« Er zog den völlig übernächtigten Garrett an sich und hielt ihn fest, unabhängig davon, dass seine Rippen schmerzten.

 

Der neue Morgen dämmerte bereits wieder, als Dionysos aus seiner Hütte trat. Sie alle hatten den kompletten gestrigen Tag verschlafen. Garretts letzten Tag!

Mürrisch setzte sich der Vampir auf die noch taufeuchte Bank und steckte sich eine Zigarette an. Über den Tag verteilt war er einige Male wach gewesen und hatte Garrett beim Schlafen betrachtet. Ihm war wieder einmal schmerzlich bewusst geworden, wie zerbrechlich er, wie zerbrechlich Menschen allgemein waren. Und er hatte die boshafte, kleine Stimme in seinem Kopf gehört, die sagte »Du weißt, wie du ihn für immer haben kannst. Es ist ganz leicht. Nur ein Biss, nur ein paar Tropfen Blut!«

Doch Dionysos wollte das nicht. Er wollte Garrett nicht weiter in diese Welt hineinziehen. Allister mochten sie überlebt haben, aber es gab andere wie ihn. Schlimmere, mächtigere, gierigere. Er würde ihn unmöglich vor allem beschützen können. Und ein Leben als Vampir, was war das für eine Alternative?

Es war egoistisch von ihm, Garrett dies antun zu wollen. Auch wenn er jetzt vermutlich damit einverstanden wäre.

Nein, es war besser, er ginge mit seinem Vater fort, weg aus Gatwick, nach London, wo er neu und frei von allem noch einmal anfangen konnte.

Es war ein Traum. Und jeder Traum musste irgendwann einmal enden...

Comments

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    Ich liebe diese Geschichte so sehr *_* Für mich könnte die ewig weitergehen :) Geht natürlich nicht, ich weiß ... Wieder mal ein tolles Kapitel :D

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    Kriegen wir da noch einen Epilog? Wenn ja, hebe ich ein paar Taschentücher dafür auf... *sniff sniff* Ich habs verschlungen und das Ende ist dir gut gelungen. :) Aus reiner Gewohnheit fiel ich wieder auf die 5 Sterne.

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