Und so vergeht die Nacht

Ricarda war gut heimgekommen. Sie hatte sich nur schwer von Peter loslösen können. Sie hätte nie geglaubt, dass eine Beziehung in wenigen Tagen so intensiv werden könnte, wie ihre zu Peter geworden war. Sie beschloss, gleich ins Bett zu gehen. Lustiger Weise legte sie sich in Peters Bett, kuschelte sich in seine Decke und ließ ihr Handy nicht aus den Augen, dass sie mitgenommen hatte, für den Fall, der nicht eintreten würde. Sie wusste, dass Peter sie nicht in der Nacht anrufen würde, selbst wenn er nicht einschlafen konnte. Schon um SIE nicht am Schlafen zu hindern. Dabei hätte sie so gerne jetzt seine Stimme gehört. Sie brauchte lange, bis sie in einen unruhigen Schlaf fiel. In ihren Träumen sah sie immer wieder Peters brennenden Mercedes. Gott sei Dank, hatte das Schiebedach nicht geklemmt...

Ein paar Kilometer entfernt, war eine Frau von ihrem nächtlichen Ausflug zurück gekommen. Leise entkleidete sie sich und tat etwas, was sie noch nie gemacht hatte. Sie legte sich zu ihrem schlafenden Partner und streichelte zärtlich seine Wange. Leonhard wachte auf. "Irina, was ist denn mit dir?" Sie legte den Kopf auf seine Brust und weinte stille Tränen, zuweilen schüttelte sie sich förmlich. Leonhard strich über ihr Haar. Er hatte Irina noch nie weinen sehen! Noch nie! "Du bist so ein lieber, guter Mann, Leonhard! Du hast was Besseres verdient als mich!" "Was ist denn los mit dir Irina?" - "Ich hab mich unmöglich benommen, Leonhard! Die ganze Zeit! Die ganze Zeit lang hab ich nicht erkannt, dass ich den Mann schon habe, der mich liebt! Hast du mich noch gern?" - "Du machst es mir oft schwer, aber ich kann mir das nicht aussuchen, ob ich dich gern hab, Irina!" - "Und? Kannst du mir vergeben? Hast du mich noch lieb?" - "Aber ja, mein Schatz!" Leonhard konnte sich keinen Reim auf Irinas Gefühlsausbruch machen, aber die Tatsache, dass sie endlich mal Gefühle zeigte, empfand er als sehr positiv. Behutsam richtete er sich auf und nahm sie in den Arm. Leise weinte sie an seiner Schulter dahin. "Ich möchte gern die Frau sein, die du verdient hast Leonhard. Ich weiß, du hattest es nie leicht mit mir, aber es soll nicht umsonst gewesen sein! Und zum ersten mal, küsste Irina ihren Partner weil sie es WOLLTE! Nicht aus Berechnung, nicht als Hure!  Als Frau, die sich diese Zärtlichkeit jetzt wünschte. Und zum ersten Mal empfand sie etwas dabei. Leonhards Geduld und sein gütiges Wesen, trugen nun Früchte. Zärtlich und liebevoll, machte Irina ihren Partner bis in die Morgenstunden glücklich. Es war für beide eine neue, schöne Erfahrung.

Ricarda wälzte sich immer noch in unruhigem Schlaf von einer Seite zur Anderen. Endlich läutete ihr Handy! Sie war im Nu dran. "Liebling, ich weiß, es ist erst halb sieben, aber ich muss deine Stimme hören..."

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