Die Tage sind wie in Nebel gehüllt. Die Maschinerie funktioniert. Jeder Schritt, jeder Griff, jede Handlung, jeder Atemzug läuft automatisch. Ohne Grübeln, ohne Nachdenken. Funktionieren, das ist das Einzige was ohne große Anstrengung machbar ist. Das Einzige, was auch mit der Nebelwand in meinem Inneren wie von allein abläuft. Aufstehen, zur Arbeit gehen, den Tag überstehen. Das Lächeln nicht vergessen wenn du angesprochen wirst. Die Lügen, die wie von selbst über die Lippen huschen, wenn du gefragt wirst, ob es dir gut geht. Alles, um die Welt um dich herum aufrecht zu erhalten. Und so gehen die Tage ins Land. Einer um den Anderen. Einer wie der Andere.

 

Doch wenn der Nebel sich verzieht und du plötzlich da bist. Überall. In jeder Melodie, in jeder Scheibe, an jedem Ort an dem ich gehe. Wenn du zu mir zurückkommst. Zurück in meine Gedanken. Wenn mein Puls sich beschleunigt, mein Herz mir scheinbar aus der Brust springt, in Gedanken an dich. Wenn das Einzige was half nicht mehr geht. Wenn selbst der Apparat nicht mehr von alleine funktioniert und der Automatismus meiner Tage zusammenbricht. Dann kommt all der Schmerz mit einer Wucht zurück. Mit einer Intensivität, die mich glauben lässt, dass meine Brust zerspringt. Mein Atem stockt, die Tränen fließen und die Sehnsucht nach dir so groß wird, dass sie alles andere in mir verdrängt. Dann kann ich dich nur noch vermissen, weil mein Herz nach dir schreit.

 

Und ich bitte darum, dass der Nebel zurückkommt. Mich wieder schlafen lässt. Meinen Alltag für mich übersteht und mein Inneres mit Leere füllt und es mir möglich macht dich zu vergessen. Ich bitte um jede Sekunde, um jede Minute, um jede Stunde in der du endlich wieder gehst. In der du mich endlich wieder loslässt und mich weitermachen lässt. Ohne dich!

Comments

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    Danke!

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    Wie einen solch traurigen Text kommentieren? Du hast deine Gefühle so bildhaft beschrieben, die Trauer ist so spürba! Ich wünsche dir, dass du eines Tages wieder das Licht und die Sonne geniessen darfst - ohne Nebel! Es ist mir aber bewusst, dass Trauer keine Abkürzung kennt... aber sie darf, irgend einmal, heilen...

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