In den letzten Wochen habe ich mich, im Zuge meiner Seminararbeit, viel mit der Thematik der "Freiheit" beschäftigt. Meine Hauptintention dabei war es, eine Lösung für den Widerspruch in meinen eigenen Empfindungen zu finden. Dieser stellt sich wie folgt dar:

Ich frage mich, wie es sein kann, dass ich in einem demokratischen Staat mit einer Verfassung lebe, die auf dem Boden der Menschenrechte fußt, der mich in meinem alltäglichen Leben kaum einschränkt, wenn ich nicht die Rechte anderer verletze und mich dabei trotzdem nicht frei fühle. Wie kann es sein, dass ich über einen freien Willen verfüge, alle meine Entscheidungen bewusst treffen kann und auch nur wenige physische Fesseln trage, mich aber manchmal trotzdem wie ein Gefangener fühle?
Die Antwort fand ich, als ich mich mit den philosophischen Begriffen der positiven und der negativen Freiheit auseinandersetzte.

Die negative Freiheit ist der Akt der Befreiung, also der Ausgang aus der Abhängigkeit in die Unabhängigkeit. Die Emanzipation, der Aufstand, die Revolution. Da ich meine eigene Unfreiheit jedoch nicht durch äußere Umstände bedingt sehe, ist dieser Punkt für diesen Text uninteressant.

Die positive Freiheit dagegen bildet das Kernstück meiner neuen Selbsterkenntnis. Sie beschreibt das, was nach dem Akt der Befreiung kommt, als einen leeren Raum, der mit etwas sinnvollem gefüllt werden muss. Wenn man dies vernachlässigt, dann nutzt man seine Freiheit nicht aus und bleibt ein unfreier Mensch.

Und an diesem Punkt glaube ich den Kern meines Problems zu erkennen. Ich bin zwar ein freier Mensch, aber ich lasse meine Freiheit ungenutzt verkommen. Ich bin ein Gefangener meiner eigenen Untätigkeit geworden und mein Befreiungsakt muss darin bestehen, dies zu ändern und etwas sinnvolles aus meinem Leben zu machen.

---Quelle---

https://www.planet-schule.de/wissenspool/ich-denke-also-bin-ich/inhalt/hintergrund/freiheit.html

Comments

  • Author Portrait

    Cooler Text! :) Ich denke, Freiheit hat viel mit der eigenen Einstellung zu tun. Du kannst im Gefängnis leben und dich frei fühlen, obwohl du physisch eingeschränkt bist. Aber du kannst auch dein Leben in einem freien, sicheren Land leben, wo die Sicherheit relativ hoch ist, vom Staat unterstützt wirst, etc., dich dennoch nicht frei fühlen. Ob es jetzt der Staat ist, der dir die Freiheit raubt oder der Partner, macht dabei keinen großen Unterschied. Es hängt dann von deiner Persönlichkeit ab, wie du denkst, was und wie effizient du was dagegen tun kannst, dich zu befreien. Freedom is just a state of mind :)

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