Valayar

...My back´s against the wall
Cut me open
I´m just trying to breathe…
(Black Veil Brides- Lost it all)

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Die Elder lehrten mich zu kämpfen. Sie lehrten mich, mich zu verteidigen. Und Nacht wurde Tag und Tag wurde Nacht. Ich finde mich umgeben von Menschen und Elder. Letztere stechen durch ihre Erscheinung aus den vielen Menschen heraus. Groß gebaut, ihre Haut gleicht der des Alten- tätowiert. Ihr langes, dunkles Haar tragen sie entweder offen, oder zu Zöpfen geflochten. Die dunklen Augen- wachsam. Ihre Gesichtszüge gleichen den Menschlichen stark. Die Elder sind zweifelsohne schön. Ebenso wie die Menschen.

Ich befinde mich im Freien. Der Ort gleicht einem Militärlager. Zelte. Staub. Sand- schwarzer Sand. Männer mit Waffen- richtige Schusswaffen.

Hierher kommen all jene, die ihren Nullpunkt erreicht haben. All jene, die ab diesem Zeitpunkt zum Abschaum der Menschheit zählen. All jene, die niemand vermissen wird.

Die Hitze ist unerträglich, doch allen anderen scheint sie nichts auszumachen. Ich blicke gen Himmel. Die Sonne steht hoch am Firmament. Sie glüht erbarmungslos, als wolle sie Alles austrocknen. Am Horizont steht ein schwarzer Planet unbewegt. Ich habe von ihm gehört. Mein Vater erzählte mir einmal von den Elderlanden, seinen Bewohnern und vom schwarzen Planeten, der Taurur genannt wird. Er ist kalt und ohne Leben.

„Schön, nicht wahr?“ Ein Mädchen hat sich neben mich gesetzt. Ein Mensch. Ihre blonden Locken glänzen golden in den gleißenden Strahlen der Sonne. Die blauen Augen mustern mich aufmerksam. Ihr Gesicht ist voller Sommersprossen. Sie lächelt, als sie mir die Hand entgegenstreckt.

„Ronja.“ Ich ergreife sie. „Ashley.“
Mein Blick wandert durchs Lager. „Wo sind wir hier?“
„Valayar, nennen es die Einheimischen. Übersetzt bedeutet es- Ort der Seelen.“

Ich senke den Blick zu Boden. Meine Hand streicht über den dunklen Sand. Überrascht zucke ich zurück, als meine Finger die Körner berühren. Sie sind eiskalt. Trotz der sengenden Hitze, gleicht ihre Temperatur der des Eises. „Hier gelten nicht die Gesetze, die du kennst, Ashley.“
Ronja lacht. Mir hingegen ist nicht nach Lachen zumute.

„Wir werden hier sterben, oder?“, spreche ich die Frage aus, die mir auf der Zunge brennt und den Rachen verätzt. Wie flüssiges Gift sprudelt sie aus meinem Mund hervor.
Ronja lächelt immer noch, doch ihre Mundwinkel zucken verdächtig, als hätte ich etwas Verbotenes ausgesprochen. Aus ihren Augen ist der herzliche Ausdruck gewichen und hat einem anderen Platzt gemacht.


„Sag DAS nie wieder!“, zischt sie. Ihre Stimme klingt merkwürdig verändert. „Du stellst den Tod als etwas Endgültiges dar, mit dieser Aussage, doch in Wirklichkeit ist er erst der Anfang...es ist eine Ehre…und Deràohar wird dich empfangen.“ Ich sehe sie an und weiß das Funkeln in ihren Augen zu deuten, denn sie glaubt, woran auch immer. Doch ihr Glaube entspringt einer Gehirnwäsche. Er ist manipuliert.

Zweifel keimen in mir auf. Sind die Elder denn so viel weiser als die Menschen? Bestimmt nicht, denn auch sie bedienen sich solch schmutziger Mittel.
In meinem Rücken spüre ich die wachenden Blicke der Elder, deshalb sage ich nichts weiter. Ronja steht auf und geht…sie wird nicht mehr zu mir zurückkommen…

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