Venus Sicht

Meine Pfoten trommelten über die Erde, als ich durch den Wald rannte. Der Weg zum Camp war unglaublich lang. Ich lief bereits seit 2 Stunden in Höchstgeschwindigkeit mitten durch die Pampa. Aber was sollte man auch anderes tun? Kein normaler Mensch durfte je das Camp finden. Das Camp, in dem Leute wie ich Zuflucht finden konnten. Leute die besondere Fähigkeiten hatten.

Im Augenwinkel nahm ich eine Bewegung war und keinen Herzschlag später drang ein Knacken an meine Ohren. Abrupt blieb ich stehen, öffnete das Maul und nahm einen tiefen Atemzug.
Alles Gut Venus! Es war nur ein Reh, dass bei deinem Anblick das Weite gesucht hatte.
Langsam trottete ich weiter. Weit konnte es nicht mehr sein. Gerade hatte ich beim schnüffeln eine gute Briese Leben gerochen.
Keinen Augenbick später stand ich am Waldrand. Kurz vor dem Asphalt blieb ich stehen, denn ich hasste die kalte Härte dieser Art von Boden. Wieso konnten die Menschen nicht auf natürlichen Wegen laufen. Dies war doch viel angenehmer für die Pfoten oder Füße.
Am liebsten würde ich in meiner tierischen Gestalt bleiben, aber alle anderen würden erst mal ausrasten, wenn sie mich sahen und weglaufen.
Ich brachte nur mit Mühe mein Herz dazu langsamer zu schlagen und konzentrierte mich dann darauf wieder Mensch zu werden.
Meine Gliedmaßen wurden kürzer, meine Wirbelsäule richtete sich auf und Schnauze und Schweif verschwanden. Das alles war binnen Sekunden geschehen. Nun stand ich da, wieder Mensch in einer schwarzen Jeans und einem schlichten dunkelblauen Top.
Langsam tappte ich auf nackten Füßen über den Parkplatz, bis zum Schmiedeeisernen Torbogen, der den Eingang zum Camp bildete. Überall standen die verschiedensten Autos. Große, Kleine, Teure und Billige.
Mit kurzen Zögern schritt ich über die Grenze. Jetzt stand ich am Anfang einer Häuserreihe. Oder sollte man nicht viel mehr Hütten sagen? Rund ein Dutzend Holzhütten standen in einem großen Kreis, um eine Feuerstelle. Nachts würden sich vermutlich alle dort versammeln, in die Sterne schauen, grillen und sich Lagerfeuergeschichten erzählen. Eigentlich etwas wirklich schönes, aber bei so vielen Menschen stellte sich in mir immer eine gewissen Hemmung ein. Okay... Es waren nicht wirklich Menschen, aber die wenigsten oder eher niemand würde wie ich sein.
Suchend sah ich mich um, doch ich konnte niemanden sehen.
War ich etwa die Erste? Nein!
Dort, im Schatten einer alten Buche stand ein Mädchen, aber sie sah merkwürdig unscharf aus und hatte mir den Rücken zugedreht. Hinzu kam, dass sie von einer leicht bläulichen Aura umgeben war. Was war sie?
Ich schritt auf sie zu.
"Hey, ähm ich bin Venus. Kannst du mir sagen wo alle sind?"
Jetzt wandte sich das Mädchen mir zu. Irritiert sah ich ihr ins Gesicht. Ihre Haut war grau, sie hatte pechschwarze Augen und trug ein Tuch über dem Mund.
"Willkommen im Mystic-Camp! Die Meisten sind gerade eingetroffen und beziehen ihre Hütten. Ich bin Ruby, Ruby Benett und die Campleiterin, solange meine Eltern nicht hier sind." Ihre Stimme wurde leicht gedämpft durch das Tuch.
Noch immer schaute ich sie leicht perplex an. Was war mit ihr? Die graue Haut? Die Blaue Aura um ihren ganzen Körper und die Tatsache, dass sie leicht durchsichtig war.
"Okay, dann muss ich mich bei dir anmelden?"
Ruby nickte: "Stimmt! Deinen Vornamen hätte ich jetzt," Sie holte hinter ihrem Rücken ein Klemmbrett hervor, "ich brauche aber noch deinen Nachnamen und... naja... was bist du?" Sie druckste leicht herum, als wäre es ihr peinlich.
Ich war es nicht gewohnt, dass man mich so offensichtich fragte, was ich war, aber natürlich musste man das an einem solchen Ort wissen. Schließlich konnte man nicht zig Wesen hier rumlaufen lassen, ohne zu wissen, welche es sind.
"Werwolf! Ich bin ein Werwolf und mein voller Name lautet Venus Primes" Gab ich schlichtweg von mir. "Verrätst du mir auch das selbe über dich?"
Kurz schrieb sie etwas auf ihre Liste, bevor sie mich wieder anschaute.
"Ich bin ein Geist, aber wie du siehst, haben wir einen Weg gefunden uns zu materialisieren."
Ich legte fragend den Kopf zur Seite, so wie es der Wolf in mir tun würde.
Ruby schaute wieder auf ihre Liste. Offenbar wollte sie nicht weiter darauf eingehen.
"Du bist in Hütte 7 mit einer Freya McLeod. Sie ist eine Hexe, also sei vorsichtig!" Ruby zwinkerte mir zu.
"Alles was du brauchst, findest du in deinem Schrank. Wie du wohl weißt, müsst ihr keine Sachen mitbringen, weil wir alles für euch bereitstellen." Sie musterte mich kurz: "Natürlich konnten wir anhand deiner Bewerbung deinen Stil etwas eingrenzen, also keine Sorge!"
Ruby zwinkerte mir zu, drehte sich um und ging davon.
Auch ich beschloss mich auf die Suche nach meiner Hütte zu machen.
Nach etwa 5 Minuten hatte ich die 7 gefunden, die groß und schwarz auf einem Schild, vor der Hütte stand.
Ich öffnete die Tür und stand nun in einem Raum, der im Western Stil eingeräumt war. Mitten drin stand ein Mädchen mit roten Haaren und war gerade damit beschäftigt ihr Bett zu machen. Doch sie fasste das Bett nicht einmal an, sondern machte nur ein paar kurze Handbewegungen und murmelte ein merkwürdiges Wort vor sich hin.



Comments

  • Author Portrait

    Das gefällt mir sehr. Viel Phantasie, ich bin gespannt auf die Fortsetzung.

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Fairy Dust

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