Verabschiedung und der Beginn einer langen Nacht

Verabschiedung und der Beginn einer langen Nacht

Die Nacht wurde für mich wieder wie gewohnt lang, da ich noch einige Bücher durchzuarbeiten hatte, so dass ich erst um eins ins Bett ging. Am nächsten Tag öffnete ich nach meinen fünf Stunden Schlaf gewohnt wach meine Augen und ein erwartungsfrohes Lächeln legte sich auf meine Lippen, denn heute lag ein aufregender, aber auch spannender Tag vor mir. Und letztendlich würde es eine noch längere Nacht werden. Ich war gespannt und aufgeregt, während ich mich auf den Weg zum täglichen Lauftraining begab.

In Hogwarts wollte ich meine Runden beim Quidditchfeld ziehen. Zum Glück war nach den Tränken und den Heilsprüchen, sowie den Salben fast nichts mehr von meiner Verletzung zu bemerken, außer einer roten Narbe, die immer bleiben würde. Ich würde das Laufen, egal bei welchem Wetter, knallhart durchziehen. Meine Kondition musste immer noch verbessert werden, denn seien wir mal ehrlich, dass ich Bole in der Gasse geschlagen hatte, das war nicht Können, Kraft oder Stärke gewesen, nein davon war ich weit entfernt. Da war eine große Portion Glück mit dabei gewesen und auf das konnte man bekanntlich ja nicht immer bauen. Also hieß es trainieren und hart arbeiten, um sich auch in solch brenzligen Situationen nicht nur auf Glück zu verlassen.

Als ich nach einer Stunde anstrengenden Laufs, zum ersten Mal seit diesem schicksalhaften Abend, im flotten Trab den Turm eroberte und einen noch immer leeren Gemeinschaftsraum betrat, war ich froh, dass alles Langschläfer waren, wie Löwen halt. Und so war ich wieder eine der ersten, die fertig in der Halle saßen, aber um kurz vor acht erschienen auch Harry und Co.. Dieses Mal blieb ich, da wir gleich zum ersten Mal die Ehre haben würden Umbridge zu haben und ich war nicht wirklich gespannt, denn das Buch, welches sie für die Unterrichtsstunde ausgesucht hatte, sagte alles. Defensiv Zauber, also bitte, bei der würden wir nichts lernen, meine Erwartungen waren minimal.
Daher lief dann auch die Stunde katastrophal, weil Harry mal wieder seinen vorlauten Mund nicht halten konnte und mit der ollen Schrapnelle zusammenprallte, indem er laut behauptete der Dark Lord sei zurück. Ich schüttelte nur geschlagen mein Haupt. Er wusste aber auch nie wann es besser war zu schweigen, so würde er bei der alten, krötenhaften Hexe nichts gewinnen, aber na gut, jeder musste seine eigenen Fehler machen, um aus ihnen zu lernen und daraus wiederum zu wachsen, das redete ich mir gerade ein!

Den Rest des Tages erledigte ich alle meine Aufgaben und dann war es schon Abend und ich hetzte in die Große Halle zum Abendessen. Ich hatte dafür schlanke zehn Minuten, danach musste ich mich noch schnell unter die Dusche begeben und mich mit Magie herrichten, damit nicht ich, ich war!
„Hermione, du wirkst heute leicht gehetzt“ meinte da auch schon Harry sehr einfühlsam, während ich mein Essen verschlang und nur genervt seufzte. Wenn er ahnen würde was mich heute Nacht erwartete, wäre er wohl weniger rücksichtsvoll. Ich versuche es selbst zu verdrängen.

„Mhm, bin heut schrecklich müde. Ich leg mich gleich ins Bett“, kam es ausweichend von mir. Ich hatte den letzten Löffel gerade genommen und sprang schon wieder auf.

„Bist du krank?“, kam es besorgt aus mehreren Mündern.

„Oh nein, nur müde“, wedelte ich mit der Hand und gab Stoff.

Ich hetzte hoch, ha… ich sag ja immer, das Training machte sich bezahlt. Ich schaffte die Treppen in einem unglaublich schnellen Tempo. Schnell stieg ich in und dann wieder aus der Dusche, zauberte mich magisch trocken und hüpfte in mein bereitgelegtes, tiefdunkelgrünes, enggeschnürtes Kleid. Meine Haare ließ ich offen über meinen Rücken fallen. Sie gingen mir bis zu den Schulterblättern. Dann fiel mir siedend heiß ein, ich hatte die Salbe vergessen, somit hetzte ich wieder in den Schlafsaal und holte aus meinem Koffer einen Tiegel und ein schmales Holzkästchen. Jetzt setze ich mich auf mein Bett und atmete erst einmal tief durch, schraubte die Salbe auf, danach öffnete ich das Kästchen und entnahm die wertvolle Phiole vorsichtig. Ich hatte gewusst, dass sie mir mal gute Dienste leisten würde.

Ich entnahm behutsam mit der Pipette einen Tropfen des Einhornblutes und gab ihn in die Salbe, die ich anschließend mit einem Spachtel akkurat verrührte, danach packte ich schnell alles weg, rannte wieder gehetzt ins Bad, zog das Kleid nochmal aus und strich die lange rote, charakteristische Messernarbe an meiner linken Seite mit dem Spachtel vor dem Spiegel ein. Und tada… ich war wirklich ein Genie… gut ich weiß, Selbstlob stinkt! Aber ich war gut, denn die Narbe verblasste immer mehr bis sie verschwunden war. Hoffentlich hielt dieser Effekt ein paar Stunden, denn für immer hielt es nicht an, aber gut, das würde sich zeigen, auch meinen Hals an dem eigentlich nichts mehr zu sehen war schmierte ich ein, Vorsicht war besser als Nachsicht. Meinen schwarzen Umhang, den ich für die Knockturn Alley brauchte, verwandelte ich in ein grünes Baumwolltuch, was ich um meine Schultern schlang, denn durch die Schule würde ich so jetzt nicht wandeln.

Ein Blick durch unseren Schlafsaal, der genauso rund war wie alle Räume im Turm und mit fünf Himmelbetten, natürlich in Rot und Gold, Nachttischen und einem Kaminoffen in der Mitte und unseren Truhen vor unseren Betten, recht spärlich eingerichtet war, und ich entschied, ich war fertig. Ganz klar herrschte bei mir akribische Ordnung, bei Lav und Pav sah es wie bei Lieschen unterm Sofa aus, was nicht alles auf diese kleinen Tische, passte ah… lassen wir das lieber. Und auch bei unseren beiden anderen Klassenkameradinnen Quirella Mayer und Sally Smith, sah es zwar nicht ganz so schlimm wie bei Lav und Pav aus, aber auch nicht wirklich besser, wobei Quirella und Sally wirklich versuchten meist mit der Luft zu verschmelzen, derart unauffällig waren diese beiden.

Ich legte alle Zauberstäbe und Dolche an und richtete nun den Zauberstab entschlossen auf mein Bett, dann sprach ich meinen Geminio und deckte mich schön zu. Für die Täuschung einer schlafenden Hermione sollte alles perfekt sein. Als letztes schrieb ich zwei kleine Zettelchen und entschuldigte mich bei Lav und Pav und den anderen beiden, dass ich schon so früh schlief und ich ihnen allen als Entschuldigung Muggelbonbons anbot, die ich wie in einem Muggelhotel mit dem Zettel auf ihren Kopfkissen nett drapierte. Die vier wären so doof und würden das Schlafmittel nehmen, da waren meine Sorgen gering. Jetzt war ich endgültig fertig und Shit, da fiel mir urplötzlich ein, dass mich Draco erwartete, und das schon in zwei Minuten, also fliegen konnte ich noch nicht, auch wenn ich keine Angst auf den Fluren und Treppen vor Entdeckung haben musste.

Da noch alles fröhlich beim Abendessen war und das Dessert immer erst um halb serviert wurde, brauchte ich an Harry und Ron echt nicht denken und Sorge vor Entdeckung haben, aber vorsichtig musste ich doch sein.

Und so flog ich in meinem tiefdunkelgrünen, flatternden Kleid die Treppen in Richtung Kerker entgegen und wurde von zwei kräftigen Armen ungeduldig gestoppt und bestimmt in die Nische gezogen, während ich nach Atem rang.

„Du kommst zu spät!“ meinte er hochmütig.

„Danke, ach vielleicht zwei Minuten…“, schnappte ich laut nach Luft und keuchte, strich mir meine offenen Haare aus dem Gesicht, denn sie waren mittlerweile recht lang.

„Du pfeifst aus dem letzten Loch“, bescheinigte er mir sehr charmant, dabei trat er zurück und begutachtete meine Erscheinung. Ich konnte sehen wie er eine Augenbraue wertend ob.

„Wow, hätte nicht gedacht, dass du so gut aussehen kannst, aber ich wusste immer, dass dir grün gut stehen würde, das solltest du immer tragen! Diese Uniformen verbergen echt alles“, entschied er verächtlich von oben herab. „Für wen hast du dich so rausgeputzt?“ Ich hatte ihn nicht unterbrochen, schmeichelte mir doch sein Monolog und so hatte sich auch meine Atmung wieder stabilisiert. Ich hasste es so zu hetzen, aber heute war es echt eng getaktet.

„Schön, dass ich dir gefalle, Draco und für wen…“ Ich knabberte aufgeregt auf meiner Unterlippe rum. Wie sollte ich ihm das jetzt auf die Schnelle sagen, aber irgendwas sperrte sich immer, wenn ich ihn belügen wollte, denn bei ihm wollte ich ehrlich sein, mehr oder weniger die richtige, die echte Hermione, mit allem was dazugehörte.

„Wohin gehst du heute? Weiß jemand wo du sein wirst?“, fragte er drängend nach. Ich schüttelte verneinend den Kopf.

„Das ist dumm Granger, ein Sicherheitsnetz sollte man immer haben!“, tadelte er konsterniert und mit einer solchen für einen Malfoy ungewohnten Sorge um mich, damit nahm er mir jeden Widerstand aus den Segeln und ich musste ihm die Wahrheit sagen.

„Ist ja schon gut“, ich schwang mal wieder den Zauberstab und errichtete die Zauber, die unsere Privatsphäre schützen sollten. „Als erstes treffe, ich um 20.30 Uhr Rita Skeeter am Trafalgar Square…“

„Was, wie willst du es hier raus schaffen und was willst du von der?“, machte er große Augen.
„Ich kann dir gleich den Weg zeigen, ist kein Hexenwerk und warum, das dauert heute zu lange, das erzähl ich dir ausführlich am Samstag!“, meinte ich knapp, da mich die Zeit drängte.

„Wie geht's weiter, du wirst für die kaum diesen Fummel anziehen?“, tropfte es verächtlich aus ihm, während er seine Fingerspitzen über mein Dekolleté gleiten ließ.

„Ich weiß grad nicht, wie ich dich einschätzen soll!“, meinte er abwägend. Er stand gerade vor mir in seiner Hogwartsuniform, die ihm unheimlich gut stand. Das Schwarz schmeichelte seinem hellen Haar ungemein.

„Hüpf drüber Granger, sag schon wen triffst du“, forderte er nun eindringlicher, hatte aber noch immer sanft seine Finger auf meiner zarten Haut am Dekoltee

„Snape!“, meinte ich schwer durch zusammengepresste Zähne.

„Was… sag mal spinnst du, wo, wie?“, meinte er aufgebracht und packte mich fest an den Schultern und schon machte ich mal wieder mit einer Steinmauer in meinem Kreuz Bekanntschaft. Toll, ganz toll, warum konnte ich meine vorlaute Klappe nicht halten?

„Tja, das würde eigentlich zu den ausführlichen Themen gehören. Er hat mich mit dem Brief im Gemeinschaftsraum zu sich bestellt, um 22 Uhr, am Dienstag im Geköpften Henker!“, kam es schnell erklärend von mir, während sich Dracos Hände in meine Schultern gruben.

„Warum sollte er das tun?“, runzelte er verirrt die Stirn. „Und warum solltest du hingehen?“, wirkte er mehr als irritiert.

„Er weiß nicht, dass ich komme! Muss das jetzt sein Draco?“, seine Augen sahen mich unnachgiebig an, wie Stahl, mit einer Prise gut zu lesendem Misstrauens in ihnen. „… er denkt… ich bin eine… Hure!“, presste ich heraus und wurde dabei doch glatt ein wenig rot in den Wangen. Das war sehr demütigend und unangenehm. Es auszusprechen war schrecklich und machte es sehr wirklich.

„Was… wie kommt er darauf?“, klang es ungläubig, tonlos von ihm, während er mich schockiert musterte.

„Er hat mich schon mal im Eberkopf aufgegabelt und seitdem denkt er, ich wäre eine Prostituierte“, meinte ich gepresst, dabei zog ich den Kopf peinlich berührt ein. Seine Hände verkrampften gerade gefährlich an und in meiner Schulter, wenn ich nicht so geübt wäre, hätte ich vor Schmerz gestöhnt, da er mir weh tat.

„Du hast schon mit ihm… geschlafen?“, stieß er flüsternd und entsetzt hervor.

„Na ja, nicht als Hermione, aber als Minna… ja!“, nickte ich verschämt und konnte ihm nicht in die Augen sehen.

„Ich fass es nicht, du, er und er hat es nicht mitbekommen?“, zu meinem absoluten Unglauben begann er doch tatsächlich zu lachen. Wie schön, dass Draco so berechenbar ist, dachte ich ironisch, denn diesen Lachanfall hatte ich nicht erwartet. „Ich meine, das ist herrlich! Mister ich weiß immer alles und keiner kann mich täuschen und dann kommst du und vögelst ihn und er hat keine Ahnung! Du, du bist genial!“, er entließ meine Schultern aus seinem Klammergriff und klopfte sich auf die Schenkel. Sein Lachen wurde immer unkontrollierter. „Zeig es mir!“, keuchte er plötzlich und zuerst war ich verwirrt, aber dann verstand ich es. Ich tat um was er mich bat und schwang meinen Stab und schon stand Minna vor ihm, blond mit kinnlangen, glatten Haaren, stark geschminkt, heute mit Smokey Eyes um die blauen Augen und einem dunkelroten Lippenstift. Draco verstummte abrupt und starrte mich aus ehrfürchtigen Augen an.

„Wow, wenn ich dich nicht gerade vor mir gehabt hätte. Du siehst gut aus, aber ganz anders und doch ähnlich!? Man erkennt dich nicht wirklich, eine gute Tarnung, gratuliere, aber in so was bist du ja immer perfekt, wie es scheint, Verwandlung! Ich verstehe, dass er scharf auf deine Minna ist! Sie sieht heiß aus“, zeigte er mir ein gieriges Grinsen und zwinkerte mir anmaßend zu.

„Ich will alles bis ins kleinste Detail am Samstag wissen. Und er hat dich zu sich bestellt? Warum gehst du?“, fragte er interessiert, aber nun auch wieder kühl überlegt.

„Weil er mich sonst suchen könnte und ich denke, er würde Minna suchen gehen und so ist es das Einfachste. Es wird schnell vorbei sein“, meinte ich hoffend und erklärte mich rasch. Draco wiegte den Kopf überlegend.

„Du hast mit deiner Einschätzung nicht unrecht, wenn Severus nicht das bekommt was er will und sich einredet, dass er es braucht, würde er sogar eine Hure suchen gehen, da ist er eh sehr eigen… aber bist du dir sicher, dass er Hermione nicht in dir erkennt? Das wäre fatal!“, gab er mir zu bedenken.

„Ja, bin ich, erstens bin ich gut im Vorspielen und zweitens kann ich Okklumentik“, erklärte ich stolz.

„Du kannst auch das? Das war ja klar, du bist wirklich gut! Aber glaubst du wirklich, dass du das einfach so kannst, mit ihm in die Kiste steigen?“ fragte er mit einem Hauch Sorge in der Stimme und ich legte meinen Kopf skeptisch schief, überlegte aber nicht lange.

„Ja!“ kam es überzeugt von mir und ich nickte ihm sehr sicher zu.

„Dann mach es!“, beschied er kalt, aber bestimmt.

„Du hast nichts dagegen?“, zeigte ich mein Erstaunen offen.

„Das verstehst du vielleicht nicht, aber das ist Familie, nein ich hab nichts dagegen, doch du solltest versuchen es klein zu halten… und andere würde ich nicht gutheißen, also komm nicht auf dumme Gedanken!“, drohte er mir und sah mir fest in die Augen und ich fragte mich ernsthaft wohin uns dies alles führen würde. Warum ich mit Draco mein Liebesleben besprach und absprach? Aber es erschien mir richtig und nötig und so gestand ich es ein.

„Dann haben wir ein Problem“, meinte ich leise. Er zuckte konsterniert mit einem Lid.

„Danach muss ich zu Sirius…“, ich biss mir unruhig auf die Lippe, wieder einmal.

„Was, mit dem hast du auch was…?“, rief er überrascht und wenig schmeichelhaft aus.

„Nun ja, eigentlich hatte ich mit ihm zuerst was, aber es war nur zum Spaß, ein bisschen Sex und was heißt hier überhaupt auch?“, meinte ich erklärend und verteidigend, während er kurz schwieg.

„Gut, kann dir keiner verbieten, aber mach jetzt mit ihm Schluss!“, befahl er plötzlich harsch. Er benahm sich wie der große Boss.

„Und warum sollte ich das tun, weil du das befiehlst Draco, wohl kaum?“, wurde ich stur und bitte, schließlich hatte er keinerlei recht dazu, wir waren ja kein Paar oder so etwas. Schon machte ich wieder rüde mit der Wand hinter mir Bekanntschaft und er nagelte mich an ihr fest.

„Ja, genau, weil ich es dir sage! Wie Severus sagte, spiel keine Spielchen mit mir! Du machst mit ihm Schluss, von mir aus steig heute zum letzten Mal in sein Bett, aber solltest du ihn danach noch einmal aufsuchen, machst du mich wütend! Hast du das verstanden, Mudblood? Das willst du nicht, glaub mir! Wie ich dir schon gesagt hab, ich bin nicht nett und wir haben uns darauf eingelassen, auf das hier zwischen uns und da will ich keinen Black dazwischen haben, verstanden!?“, kam es drohend von ihm, dabei rieb er nun seinen ganzen Körper sehnsüchtig an mir. Oh Mann, so hatte ich mir das nicht vorgestellt, dass Draco offen zugab, dass da eventuell mehr zwischen uns sein könnte als gedacht und etwas überrumpelte mich, sein Körper an meinem zu fühlen, denn das fühlte sich gut an.

War ich wirklich so eine Schlampe?

„Ist Sirius nicht auch Familie? Er ist der Cousin deiner Mutter!“, fragte ich scharf und riss mich aus meinen Gedanken.

„Warum denkst du, bin ich so großzügig?“, kam es hochnäsig und kalkulierend von ihm.

„Wenn du diesen Marathon hinter dich gebracht hast, kommst du zu mir, in den Gemeinschaftsraum! Das Passwort hast du mitbekommen?“, forderte er intensiv. Ich nickte nur.

„Zieh dir einen Mantel an und die Kapuze über. Es soll dich ja keiner sehen. Wir werden einige Slytherins ärgern. Das wird lustig, aber du musst kommen, denn ich will wissen wie es gelaufen ist und dass du gut zurückgekommen bist, verstanden Mudblood?“, zeigte er durchaus seine Sorge, wenngleich seine Stimme neutral klang.

„Ja, zu Befehl, du großer Malfoy“, zog ich ihn bitterböse auf. Jetzt tätschelte er mir mein Haar. Am liebsten hätte ich laut aufgeschrien. Malfoys waren angeblich nicht eifersüchtig, aber wie es schien sehr besitzergreifend, sonst wurde man wohl auch nie so reich, aber seine Fürsorge tat auch gut, auf der anderen Seite.

„Und nun zeig wie du Hogwarts hinter dir lässt, du kommst sonst zu spät“, wies er an. Das Malfoys anscheinend immer das Ruder übernehmen mussten, war zum verrückt werden. Nur kurz wagte ich mich zu fragen, was wohl Draco in mir sah, oder was er wirklich von mir wollte.

Eine Zusammenarbeit? Eine Beziehung? Eine Affäre? Viele offene Fragen und viele Antworten, die ich wollte! Aber wo er recht hatte, hatte er recht und so bedeutete ich ihm mir zu folgen. Mir lief wirklich die Zeit davon. Ich hatte den Weg dank der Karte entdeckt. So weit wie ich vorgedrungen war, hatten es die Rumtreiber nicht geschafft. Warum, keine Ahnung, vielleicht weil es die Kerker waren? In der Nähe des Tränkeklassenzimmers blieb ich in einem Seitengang stehen, vor der Statue einer hässlichen Hexe, die mehrere Schlangen in Händen hielt. Draco sah mich fragend an und ich zeigte mit dem Stab auf die Hexe und sagte: „Dissendium“, und schon bewegte sich der steinerne Klotz schwerfällig zur Seite und ein düsterer Gang wurde sichtbar.

„Unerwartet! Wo führt er hin?“, zeigte sich Draco lässig.

„In den Verbotenen Wald. Hab ihn schon im letzten Schuljahr ein paar mal ausprobiert. Er ist wirklich gut erhalten“, mit einem Wisch des Stabs entzündete ich mit einem nonverbalen Incendio die Fackeln an den Wänden. Ich hatte begonnen intensiv die nonverbale Magie zu erlernen.

„Nun, dann geh, pass auf dich auf, mein Mudblood. Ich warte auf dich. Komm bitte in einem wieder!“ Er küsste mich wie immer zärtlich auf die Stirn und ich stieß die angehaltene Luft aus.

„Danke Draco… für alles“, ging nun auch ich auf Zehenspitzen und spitzte meine Lippen und legte diese küssend an seine glatte Wange, bevor ich mich abwandte. Und so schritt ich in den Tunnel, ohne mich umzudrehen, während sich der Zugang automatisch schloss, dann hetzte ich meinem Ziel entgegen.

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beta
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