Dicke Regentropfen fielen von den knorrigen, blätterlosen Ästen auf den aufgeweichten Boden. Die Luft war klirrend kalt und noch frisch vom Regen. Dunkle Wolken bedeckten den Himmel, lagen schwer auf der nassen und trüben Herbstlandschaft und ließen kein Sonnenlicht durch.

Es war still, sogar der Fluss war kaum zu hören, welcher sich elegant seinen Weg durch den verwucherten Wald gebahnt hatte. Einzig das Plätschern des Wassers, wenn es gegen die glitschigen Steine in den Kurven schlug, konnte man bei genauerem Hinhören vernehmen. Fast schon unbemerkt floss er vor sich hin, die dunkle und verschmutzte Brühe schien einen jeden Moment in die Tiefe ziehen zu wollen. Dichter Nebel breitete sich langsam aus.

 Nahe dem hochgewachsenem Schilfe am Ufer, kniete ein Bauernjunge, welcher sich den Schmutz vom hübschen Gesicht wusch; die abgetragene Bekleidung zeugte von langer und harter Arbeit. Die zarten Hände wurden ihm durch die Kälte ganz taub, die spitzen Steine unter seinen Knien schmerzten, die Schilfblätter schnitten ihm in die Haut und das Wasser floss ihm unangenehm in die Ärmel, sodass er noch mehr frösteln musste.

Indessen kroch der Nebel weiter den Fluss entlang, machte die Sicht unmöglich und hüllte die träge Landschaft in sich ein. Nach und nach verschlang er jeden Baum, jeden Stein und schließlich auch den kleinen Jungen, bis dieser endgültig im Nebel verschwand.

 

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Fairy Dust

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