»Vision« [24.01.] Vierundzwanzigste Scherbe

Vision

Ein Licht ans Firmament sich wagt,
ein zaghaft blasser Stern,
ein Bildnis, tief im Nichts es ragt
zu Ufern hoffnungsfern.

Ein Blitz zerteilt den Scheitelpunkt,
zerbrochener Moment;
der Horizont hell dämmernd funkt,
ein Flammenmeer erbrennt.

Auf langem Bug, dort nähern sich
auf unsichtbaren Wogen
die Schatten; und ummanteln mich
vergangenheitsbetrogen.

Auf Habichtsfedern trägt es sie,
die reiterlosen Reiter,
gesichtsverhüllt, man sieht sie nie,
die maskenhaften Streiter.

In donnergrollend Sturmeswind
reist hoch hinauf die Schar
und greift sich jenen Stern geschwind
im alptraumroten Mahr.

Verloren steht das Firmament,
gestaltlos, heimatlos;
der Horizont noch immer brennt,
die Furcht vor ihm bleibt groß.

Comments

  • Author Portrait

    Wunderbar schön.

  • Author Portrait

    Wunderbare Metaphern in deinem Gedicht, lieber Law. Gefällt mir sehr gut!

  • Author Portrait

    Ganz, ganz toll!

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