Vorwort

Die Chaostheorie kennt keine Zufälle. Jedes Geschehen ist ein Puzzlestein des großen Ganzen. Sind alle Erkenntnisse beisammen und an ihrem korrekten Platz, ergibt sich ein Muster. Manchmal weicht dieses Bild sosehr von den überkommenen Vorstellungen ab, sind die sich daraus ergebenden Schlussfolgerungen so unglaublich, dass sie unmöglich scheinen. Doch die Kausalität, das universelle Prinzip von Ursache und Wirkung, schert sich nicht darum, was wir Menschen für möglich halten.
Gentechnisch veränderte Bakterien produzierten zum ersten Mal 1982 Humaninsulin in großer Menge. Im gleichen Jahr erhängte sich der italienische Bankier Roberto Calvi unter der Londoner Blackfriars Bridge; im Universitätsklinikum Erlangen stieß das erste deutsche Retortenbaby einen Schrei aus und das erste Computervirus, Elk Cloner von Rich Skrenta, zog eine Schneise der Vernichtung durch fast jedes Computernetz der Erde.
Es war auch das Jahr, in dem die Königliche Geologische Akademie Norwegens eine Expedition in die Nähe des Südpols entsandte. Die Forscher sollten herausfinden, warum der Mount Kirkpatrick, der höchste Berg im Transatlantischen Gebirge, trotz der dort herrschenden Tiefsttemperaturen zu allen Jahreszeiten weitestgehend schnee- und eisfrei bleibt.
Jedes dieser fünf Ereignisse geschah mit Notwendigkeit zu genau diesem Zeitpunkt und sie alle bildeten die Bestandteile des Netzes, das die Nornen seit Anbeginn der Zeit aus den Fäden des Schicksals knüpfen. In seinem Zentrum wartet die Unerbittlichkeit auf denjenigen, der bereit ist, sich der Herausforderung zu stellen und die letzte aller Fragen richtig zu beantworten: Gibt es ein Leben nach dem Tod?“

Das Leben kann so einfach, unkompliziert und voller Zucker sein. Dieser Roman ist nichts von alledem. Seine Handlung spielt nicht in Weltstädten wie New York oder Paris, sondern im Provinznest Schwerin und in der schweinekalten Antarktis. Er ist die Geschichte eines uralten dunklen Geheimnisses, eines desillusionierten Elitekämpfers, einer rätselhaften Frau und eines brutalen Machtkampfes in einem weltumspannenden Kartell.

Sie mögen Helden mit coolen Sprüchen, Waschbrettbauch und Einsteingehirn, Hochglanzschönheiten mit Schlafzimmerblick und Storys mit rosaroter Happyend-Garantie, bei denen das Herz aufgeht und ein Vollbad in Glückstränen die zwingende Folge ist?
Sie lesen gerade das Vorwort zu einem harten, dunklen Thriller.

Das liegt eher auf Ihrer Linie? Action, Rauchsäulen, finstere Schurken, hinterhältige Frauen und lädierte Helden machen Sie an?
Sie lesen gerade das Vorwort zu einer berührenden Liebesgeschichte.

Habe ich Sie jetzt verwirrt? Vielleicht sogar vor den Kopf gestoßen? Besser noch – wütend gemacht? Sehr schön. Kochen Sie Ihre Wut auf heißer Flamme und lassen Sie sie in jedes der Kapitel, die ich hier in den nächsten Wochen schreibe, einfließen. Nehmen Sie den Text auseinander, zerfetzen Sie ihn, lassen Sie kein gutes Haar an ihm, bis sie nichts mehr finden, was Sie noch verbessern könnten.

Am Ende wird ein außergewöhnlicher Roman stehen. Außergewöhnlich, weil Sie ihn mitgestaltet haben.

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Fairy Dust

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