Warum hab ich nie Nein gesagt

Ich starrte gedankenverloren meinen Vater an, worauf er mir den Brief aus den Händen nahm, und ihn zusammen mit meiner Mutter las. Anschließend tobte mein Vater wütend über die Ungerechtigkeit der Justiz, dabei hätte ich in diesem Moment etwas Trost und Beistand dringend gebrauchen können. Mein Anwalt riet mir Berufung gegen diesen Beschluss einzulegen und ein psychologisches Gutachten einzuholen um von neutraler Seite feststellen zu lassen, wer für die Erziehung Danielas besser geeignet ist, und da immer noch kein Besuchsrecht festgelegt worden war, setzte mein Anwalt einen Brief an das zuständige Jugendamt auf, mit der Bitte um Anhörung in meiner Sache. Mit bedauern stellte mein Anwalt fest, im Augenblick nicht mehr für mich tun zu können. Am Wochenende war Karneval, in der Gaststätte war die Stimmung dementsprechend ausgelassen. Die Gäste kamen in bunten Kostümen. Aus der Musikbox dröhnte laute Stimmungsmusik zu denen die Gäste an den Tischen schunkelten Oder zwischen den Tischen tanzten. Hier und da entdeckte ich fröhliche Kinder, die ihre Bonbons vom Karnevalszug vernaschten. Wehmütig mußte ich an Daniela denken, " Ob sie wohl auch Spaß hatte? " Mein Chef sah lustig aus in seinem rotweiß gestreiften Matrosenkostüm. Jedesmal wenn ich zu ihm an die Theke kam, machte er einen Scherz, so das ich über ihn lachen mußte. " Wenn du lächelst Carmen, gefällst du mir viel besser, " meinte er und zwinkerte mir aufmunternd zu. Seine netten Worte wirkten wie Balsam auf meine Arme Seele, und ich entschloss mich, den Karneval zu genießen, und floss in die Fröhlichkeit der Gäste mit ein. Die Hektik über die tollen Tage machte mir überhaupt nichts aus, ich zwängte mich mit Getränken und Speisen durch die Menschenmenge und machte obendrein noch den einen oder anderen Spaß mit, was bei den Gästen gut ankam. Am Veilchendienstag fand das närrische Treiben langsam ein Ende, die meisten Gäste verabschiedeten sich bereits am frühen Abend, weil sie am Aschermittwoch wieder arbeiten mußten. Kurz vor zwölf ging dann auch der letzte Gast. Mein Chef schloß gleich hinter ihm die Tür zu. Ich stand an der Theke und band meine Servierschürze ab, als ich zum Telefonhörer griff, um mir ein Taxi zu bestellen, drückte mein Chef auf die Gabel und sagte: " Bitte bleib noch Carmen! " Ich hatte viel zu großen Respekt vor ihm, als das ich gewagt hätte ihm zu widersprechen, schließlich war er mein Chef. Er machte den Eisschrank auf, und holte den teuersten Champagner den wir auf der Karte hatten heraus." Komm Carmen! " forderte er mich auf, wir setzen uns an den Tisch dabei deutete er mit der Flasche und Gläser in den Händen, zu den kleinen Nischentisch in der Ecke. Bevor wir uns setzten löschte er alle Lichter bis auf das über unseren Tisch. Während er einschränkte überlegte ich krampfhaft, was ich wohl falsch gemacht haben könnte, und ob er mir jetzt schonend beibringen möchte, das er mir die Kündigung gibt. Nach dem ersten Schluck Champagner, begann er mit: " Liebe Carmen, " vorweg möchte ich dir sagen, das ich mit deiner Arbeitsleistung vollauf zufrieden bin, die Gäste besonders die Stammgäste loben dich in den höchsten Tönen sie schätzen deine freundliche Art und deinen Fleiß. Du hast ein gutes Händchen im Umgang mit unseren Gästen, dabei tätschelte er meine Hand. Mir war das was mein Chef zu mir sagte, unangenehm und schaute deshalb beschämt zu Boden. Carmen, du arbeitest jetzt schon seit einigen Wochen bei mir, leider hatten wir noch nie Gelegenheit, uns privat etwas näher kennenzulernen ich weiß lediglich deinen Vornamen und das du aus dem Nachbardorf kommst. Was machst du zum Beispiel, wenn du nicht arbeitest? Hast du einen Freund? Aber bitte Carmen beantworte mir als erstes die Frage: " Woran denkst du, wenn wie so oft deine schönen blauen Augen voller Sehnsucht traurig ins leere blicken? " " An Daniela" antwortet ich und schluckte ein paarmal, um die aufkommenden Tränen zu verbergen. Daniela? fragte mein Chef. Wer ist das? " Meine Tochter! " Du bist verheiratet? " Ja, Nein!" Ich war jetzt so aufgewühlt, das ich Anstalten machte aufzustehen aber mein Chef ergriff meinen Arm, und bat mich zu bleiben. Mit ruhiger Stimme entschuldigte er sich dafür, das er alles falsch gemacht hätte. Ist schon gut wehrte ich ab, sie konnten es ja nicht wissen dabei nahm ich das von ihm gereichte Tachentuch und wich mir die Tränen aus meinem Gesicht. Ich atmete tief durch, und verspürte das Bedürfnis, meinem Chef alles zu erzählen was mich belastet. Aufmerksam hörte er zu, als ich von meiner gescheiterten Ehe mit Werner erzählte und das er das Sorgerecht für Daniela bekommen hatte. Als ich geendet hatte, schüttelte mein Chef mit geschlossenen Augen den Kopf, und rieb dabei seine Stirn. Inzwischen stellten sich bei mir Gewissensbisse ein, ob es richtig war, ihm alles zu erzählen. Endlich schaute er auf und sagte: " Wie kann man einem so lieben Geschöpf wie du es bist, soviel Leid antun, ich würde dich auf Händen tragen. " Ich würde dich auf Händen tragen dabei legte er seine Hände auf meine Schultern und drehte mich sanft zu sich herum, so das ich ihn anschauen mußte. " Uschi, bitte verzeih mir was ich jetzt sage: " Ich liebe dich! " das meine ich ehrlich, schon seit ich dich das erste mal gesehen habe wars um mich geschehen seitdem versuche ich vergeblich gegen diese Gefühle anzukämpfen, habe mir immer wieder gesagt, das ich siebzehn Jahre älter bin als du, aber meine Liebe zu Dir siegte über die Vernunft. " Carmen, ich wäre der glücklichste Mensch auf der ganzen Welt, wenn ich für dich sorgen könnte." Ich verspreche dir, dir bei all deinen Problemen hilfreich zur Seite zu stehen, dich glücklich zu machen und dich vor allem bösen zu beschützen. Du mußt jetzt nichts sagen Carmen laß dir Zeit, damit zog er mich an seine Brust und streichelte meinen Rücken. Ich schloß die Augen, und genoß die davon ausgehende wohltuende Wärm für meinen Körper und Geist. Das ich so verharrend fast eingeschlafen sein mußte, bemerkte ich zu meinem erschrecken, als mein Chef mit heiserer Stimme in mein Ohr flüsterte: " Komm, wir gehen nach oben in meine Wohnung, dort ist es viel gemütlicher." Willenlos folgte ich ihm die Treppen hinauf. Er öffnete die Tür, nahm meine Hand, küßte sie und lud mit einer Handbewegung zum eintreten ein. Es war sei Schlafzimmer! Als wir vor seinem Bett standen, umarmte er mich fordernd und seine Lippen suchten die meinen und ehe ich mich versah, hatte er sämtliche Knöpfe an meiner Bluse geöffnet, und meinen Rock hochgeschoben, er ließ kurz von mir ab, trat einen Schritt zurück, und befahl: " Zieh dich aus Carmen, ich will dich ganz." Ich gehorchte, und legte meine Kleidung Stück für Stück ab, er schaute dabei vom Bett aus zu, bis ich nackt vor ihm stand. " So und jetzt komm zu mir mein Engel ich bin schon ganz verrückt nach dir." Rasch legte er auch seine Kleidung ab, und sein korpulenter Körper der dabei zum Vorschein kam, wirkte wie ein gereizter Stier auf mich. Als ob er meine Gedanken gelesen hätte, versprach er ganz behutsam zu sein, um mir nicht weh zu tun. Ich ließ den Geschlechtsakt über mich ergehen, dabei waren meine Gedanken doch mehr damit beschäftigt, nicht von seinem Gewicht erdrückt zu werden als das was eigentlich geschah. Anschließend hielt er mich fest umklammert in seine starken Arme und beteuerte immer wieder, wie sehr er mich liebt. Ich fühlte mich geborgen. Als ich erwachte, dämmerte bereits der morgen. Ich sah in sein immer noch verschwitztes mit Sommersprossen übersätes Gesicht, seine roten lichten Haare klebten auf der Kopfhaut. Ich sah soweit ich konnte an seinem Körper herunter, und entdeckte auch dort überall Sommersprossen auf der schon welken Haut. " Ich heiße übrigens Herbert!" "Mein Engel, ich werde uns jetzt ein tolles Frühstück zaubern," dabei stieg er schwerfällig aus dem Bett, zog sich einen weißen Bademantel über und stampfte die Treppe herunter. Ich schaute vom Bett aus durchs Fenster, direkt in den Wald wo sich die Bäume bedrohlich nah am Fenster im Wind hin und her wiegten. In meinem Inneren, so war mir, als ob die Eine Carmen glücklich über den jetzigen Umstand war, die Andere jedoch am liebsten alles ungeschehen machen wollte. Herbert kam mit einem vollbeladenen Frühstückstablett herein, mitten auf meinem Teller lag eine rote Rose. " Für dich mein Engel!" Herbert goß mir Kaffee ein köpfte das Ei und belegte das Brötchen mit Schinken, dann drückte er mir das Brötchen in die Eine und den Eierlöffel in die Andere Hand und sagte dann Händereibend:" So mein Engel, las es dir gut schmecken." Diese Szene weckte in mir das Gefühl der Sehnsucht geliebt und beschützt zu werden. Nach fdem Frühstück drängte Herbert darauf zu meinen Eltern zu fahren. Als ich daraufhin meine Bedenken zum Ausdruck brachte, das es wahrscheinlich zu einem Riesen Donnerwetter von Seiten meines Vaters kommen würde, winkte Herbert nur ab. Galant öffnete er mir die Beifahrertür seines schicken Mercedes, und sagte während ich Einstieg: " Keine Angst Engelchen las mich das nur machen." Herbert ging zielstrebig auf das Haus meiner Eltern zu, und klingelte an der Haustür. Mir war ganz mulmig zumute. Mein Vater öffnete und warf mir sofort einen bösen Blick zu, dann erblickte er Herbert an meiner Seite, und ich konnte es nicht fassen, mein Vater streckt ihm freundlich lächelnd die Hand entgegen, und bat zum eintreten. Wir wurden sogar ins Wohnzimmer geführt, was sonst nur wichtigen Besuch vorbehalten war. Von meiner Mutter wurde Herbert ebenfalls herzlichst begrüßt, worauf sie sofort in die Küche verschwand um Kaffee zu kochen. Mein Vater hatte mittlerweile zwei Congac eingeschränkt und prostete Herbert Augenzwinkernd zu. Als Herbert sein Glas abgesetzt hatte, nahm er mich demonstrativ vor meinen Eltern in den Arm und sagte: " Ich habe mich unsterblich in Carmen verliebt, ich möchte sie keine Sekunde mehr missen." Meine Eltern nickten wohlwollend. Herbert gab mir einen Kuss auf die Wange und meinte: " Siehst du mein Engel, deine Eltern haben nichts dagegen, das wir ein Paar sind, und jetzt fahren wir in die Stadt, und besorgen dir was schickes zum anziehen." Ich war überwältigt, Herbert ging mit mir in die teuersten Läden der Stadt, man sah ihm richtig an wieviel Freude es ihm machte die verschiedenen Kleidungsstücke von der Stange zu nehmen um sie mir zur Anprobe in die Kabine zu reichen. Jedesmal wenn ich aus der Kabine trat, stieß er ein lautes ah und oh aus und klatschte dabei in die Hände. Ich mußte zugeben, das mir wirklich alles gut stand was Herbert für mich ausgesucht hatte. Vollbeladene fuhren wir in seine Gaststätte. Die neuen Sachen, hing er einfach in seinen Kleiderschrank dazu, und mir wurde auf einmal klar, das Herbert eine Entscheidung über mich getroffen hatte. Wie hypnotisiert überlies ich von nun ab alles Herbert. Herbert organisierte meinen Tagesablauf privat und im Lokal, sobald er einen Freiraum erkannte wurde dieser mit zusätzlicher Arbeit in der Küche ausgefüllt. Regelmäßig Mittwochs wenn wir unseren Ruhetag hatten, fuhren wir als erstes morgens in die Metro um fürs Lokal einzukaufen, anschließend machten wir einen ausgiebigen Stadtbummel, wobei Herbert sich immer äußerst spendabel zeigte. Ich bekam jedesmal was zum anziehen. Für den Nachmittag hatte Herbert wie er sagte: " Verschönerungstermine" für mich ausgemacht, mal brachte er mich zum Friseur mal zur Kosmetik oder zur Maniküre. Und wie selbstverständlich, begleitete er mich zu allen Terminen, und gab den zuständigen Damen, belehrende Anweisungen was mein Äußerest betraf. Abends gingen wir in gepflegten Restaurants essen dort suchte Herbert das Gericht aus, das mir schmecken würde. Er machte es mir vor, wenn ich nicht wußte, wie die
Scampis und Garnelen zu essen waren. Auch die richtige Reihenfolge der Besteckwahl beim vier .Gänge Menü mußte er mir zunächst erklären. Herbert genoß es, wenn mir die Leute bewundernde Blicke zuwarfen oft wurden Herbert Komplimente gemacht, was für eine hübsche Tochter er doch hätte amüsiert stellte er mich dann voller Stolz als seine Freundin vor. Unsere Stammgäste im Lokal, hatten mich gleich als ihre Wirtin akzeptiert. Unverständlichkeit über unsere Verbindung, konnte ich nur bei einigen unserer jüngeren Gäste bemerken, da bekam ich schon mal Bemerkungen zu hören wie: " Was findet nur so eine hübsche junge Frau an einem so alten Mann? " Oder: " Geld allein macht dich wohl glücklich!" Diese Aussagen beschämten mich zwar, aber eine Alternative ohne Herbert hatte ich zu diesem Zeitpunkt auch nicht.

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