Warum hab ich nie Nein gesagt

Ich war so glücklich, ich malte mir in Gedanken aus wie ich mit meinen Kindern in Ruhe und Frieden leben werde. Als ich im Frauenhaus ankam öffnete mir eine Sozialarbeiterin die Tür, normalerweise ist um diese Zeit niemand mehr anwesend von der Leitung, deshalb war ich verwundert über ihre Anwesenheit. Mit ernster Mine bat sie mich, gleich ins Büro durchzugehen.Dort standen die anderen Frauen meist mit gesenkten Kopf und ernster Mine Monika weinte leise vor sich hin. Die Sozialarbeiterin lehnte sich am Schreibtisch und hielt die Haushaltskasse in Ihren Händen. Dann fragte sie in die Runde:“ Wer hat das Haushaltsgeld der nächsten 14 Tage gestohlen bzw. Hat jemand gesehen, wer das Geld gestohlen hat?“ Betretenes schweigen erfüllte den Raum, Monika schluchzte auf, ich sah zu ihr rüber sie zitterte am ganzen Körper, mit dünner Stimme fing sie an zu stottern: „Elke hat das Geld mitgenommen, sie wollte wieder zurück zu ihrem Mann, das Geld brauchte sie fürs Taxi. Die Sozialarbeiterin brachte zum Ausdruck, da dies ein Autonomes Frauenhaus sei, und wir uns jetzt selbst helfen müssen, wir sollen uns überlegen, wovon wir die nächsten 14 Tage essen kaufen sollen, ihr müßt euch Gedanken machen. „ Wie wäre es, wenn jemand von uns in die Pfarrei geht und dem Pfarrer um eine milde Gabe in Form einer Geldspende bittet?“schlug ich vor.“ Da sonst keine Vorschläge kamen, wurde meiner angenommen. Ich erklärte mich bereit, zusammen mit Monika sofort loszugehen. Ich war voller Zuversicht, das der Pfarrer uns aus Nächstenliebe helfen würde. Ich klingelte an der großen Holztür der Pfarrei, Monika war kreidebleich im Gesicht, behutsam legte ich meinen Arm um sie. Endlich, langsam öffnete sich die schwere Holztür, der Pfarrer trat heraus und fragte nach unserem Anliegen. Ich schilderte Ihm die Situation in der wir uns befanden, und fragte Ihm abschließend, ob die Kirche uns eine milde Gabe in Form von Geld spenden könnte. Der Pfarrer runzelte die Stirn, griff in seine Hosentasche, und brachte ein Portemonnaie hervor öffnete das Geldscheinfach, blätterte die Scheine durch und zog einen 20DM Schein heraus den er mir reichte. Noch bevor ich etwas sagen konnte, viel die schwere Holztür ins Schloß. 20DM für 6 Frauen und 14 Kinder, das Geld reichte gerade um Brote und Margarine zu kaufen damit mußten wir uns die nächsten 14 Tage ernähren. Ich hoffte täglich auf Post von der Wohnungsbaugesellschaft, und wünschte mir sehnlichst, das Herr Wolf sein Versprechen halten würde. Endlich am Samstag morgen hielt ich den Brief von der Wohnungsbaugesellschaft in den Händen, mit zittrigen Händen öffnete ich das Kuvert nahm den Brief entfaltete ihn und las: Mietvertrag für 3 Zimmer Küche Diele Bad in Leverkusen Rheindorf besichtigungstermin wäre am kommenden Montag, bei gefallen der Wohnung bitte den Mietvertrag unterschreiben und an mich zurücksenden, Mit freundlichen Grüßen: Herr Wolf. Weinend vor Rührung unterschrieb ich den Mietvertrag ohne das ich mir die Wohnung angeschaut hatte. Am Montag machte ich mich zusammen mit Daniela auf dem Weg zur Wohnungsbesichtigung am Busbahnhof mußte ich mich erstmal schlau machen, wo der Bus nach Rheindorf Abfuhr. Statt auf die Fahrpläne zu schauen, fragte ich mich bei wartenden Passanten durch, bis ich endlich die richtige Haltestelle erreichte. Nach ein paar Minuten kam der Bus, ich hob Daniela über die großen Stufen hinweg und schob sie in den überfüllten Bus. Leider konnte ich den Fahrer nicht mehr fragen wo und wann ich aussteigen muß. Ich schaute mich um, wen ich hätte fragen können. Ich entschied mich für die ältere Dame neben mir.“ Entschuldigung, wieviel Stationen ist es bis Rheindorf?“ „ In Rheindorf ist Endstation, weiter fährt der Bus nicht, ich muß auch dort aussteigen,“ antwortete die Dame freundlich. Wohin müssen sie denn dort? In die Bodestraße. „Da wohne ich sagte die Dame,“ Ah was für ein Zufall dachte ich. Endstation! Dröhnte es durch den Lautsprecher, mit einem Kopfnicken deutete die Dame an, das wir am Ziel sind.“ Welche Hausnummer müssen sie?“ 1“ Bodestraße 1? Wiederholte die Dame. Ja! „ Haben sie dort einen Termin zur Wohnungsbesichtigung?“ „Ja“? „ Woher wissen sie das?“ fragte ich verwundert. Die Dame reichte mir die Hand und sagte:“ Herzlich willkommen, sie sind unsere Nachmieterin, und wie heißt du? Daniela! Möchtest du einen Kakao und Waffeln? Ja, antwortete Daniela verschämt. Dann kommt erstmal rein und seht euch eure neue Wohnung an. Während die nette Dame Kakao kochte, durfte ich durch die Räume gehen und mir alles anschauen. Die Wohnung war ein Traum, ich war so gerührt das mir die Tränen kamen. „ Der Kaffee ist fertig!“ Rief die nette Dame, ich durfte mich am gedeckten Tisch setzen. Wenn Sie wollen, überlasse ich Ihnen einen Großteil meiner Möbel, Herr Wolf hat mir gesagt, das sie zur Zeit im Frauenhaus leben und jede Art von Hilfe gebrauchen können.

Comments

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    Das muss Balsam gewesen sein für Herz und Seele! Wie schön!

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    Schön, dass es immer mal wieder hilfsbereite Menschen gibt!

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