Was nun?

Rupert schaltete schnell. "Peter, setz dich in dein Auto und komm zu mir! Jetzt sofort!" - "Aber... die haben Ricarda!" - "Du kannst ihr nicht helfen, in dem du dort stehst und jammerst! Fahr sofort zu mir. Telefonischer Kontakt nur wenn absolut nötig. Ich hab auch was rausgefunden und die melden sich sowieso bei dir, also komm!" - "Aber..." - "Peter! Sofort! Klick!" Für Peter war eine Welt zusammengebrochen. Seine Ricarda in den Händen von... ja von wem jetzt eigentlich? Er humpelte so schnell er konnte in die Garage, löste sein Ausfahrtticket und fuhr los. Er überprüfte, ob die Freisprechanlage an war, um ja keinen Anruf der Entführer zu versäumen. "Scheiße´, was hast du dir da eingebrockt?" dachte er. Er verfluchte seine Entscheidung, die Batterie mitgenommen zu haben. Ist doch scheißegal, was die da experimentieren. Hoffentlich taten sie Ricarda nichts. Die Vorstellung, sie könnten sie foltern ließ ihm das Blut in den Adern gefrieren. "Du musst dich zusammenreißen, Peter!" sagte er sich vor. Er wusste, dass Panik am allerwenigsten brachte. Am liebsten hätte er gebetet. Das hatte er wohl zwanzig Jahre schon nicht mehr getan. Es würde nichts schaden... Er trieb seinen frisierten Wagen in einem Tempo über die Bahn, das ihm sicher den Führerschein gekostet hätte, wenn er erwischt worden wäre. Endlich kam er beim Felsenkeller an. Peter war sich nicht sicher, ob Rupert hierher oder zu ihm nach Hause gemeint hatte, aber Rupert kam bereits aus dem Eingang.

"Komm rein! Erzähl!" Peter schilderte ihm genau was passiert war. Rupert fragte nach. "Also benahm sie sich verdächtig, als du den Container erwähntest?" Peter erzählte ihm diese Szene nochmal haarklein. "Weißt du was ich glaube, Peter? Die Amis haben sie! Sie haben euer Gespräch abgehört, in dem du mit Frau Weinberger das Treffen ausgemacht hast. Daraufhin, haben sie sie als Lockvogel benutzt um herauszufinden , wieviel ihr wisst. Die war sicher verwanzt! Als dann feststand, dass du etwas von dem Container weißt, haben die geschnallt, dass du die Kamera haben musst. Vielleicht glauben sie auch, dass du der bist, der die Fotos gemacht hat. Auf jeden Fall bleibt denen nicht verborgen, wenn sich jemand an ihrer Anlage zu schaffen macht. Falls sie glauben, du hast die Dateien und Pläne, wollen sie die vielleicht gegen Ricarda eintauschen."

"Rupert, wie kommen die auf mich? Ich weiß ja noch nicht mal, wo sich dieser beschissene Container befindet!" - "Aber ich!" Peter blieb der Mund offenstehen. "Fahr nach Hause und hol die Kamera. Und die Uhr! Dann kommst du sofort wieder zu mir!" Peter stand wortlos auf und wollte zum Auto gehn. "Halt, noch was! Wolltest du nicht letztes Jahr dein Haus runtermalen?" - "Bin nicht dazu gekommen! Warum?" - " Hast du die Farbe noch zu Hause?" - "In der Garage." - "Nimm sie mit! Vielleicht brauchen wir sie. Sollten die in der Zwischenzeit mit dir Kontakt aufnehmen, erwähnst du mich mit keinem Wort! Auch nicht, dass es eine Kopie gibt. Aber dass du bereit wärst, die Kamera gegen Ricarda einzulösen! Nun Mach hin!"

Peter wusste, dass es am vernünftigsten war, Ruperts Anweisungen ohne Wenn und Aber zu befolgen. Er war im Moment nicht fähig, logische Entscheidungen zu treffen, nicht solange er Ricarda in Gefahr wusste. Rupert war ein kühler Logiker und Peter vom Wesen her nicht unähnlich. Er würde genauso handeln, wie Peter das mit klarem Kopf tun würde. Aus genau diesem Grund hatte Peter seinen Freund ins Boot geholt...

Comments

beta
Fairy Dust

Navigation

Languages

Social Media