Way back home

"Andy. Hey."
Jemand stupst sanft gegen meinen Arm. Ich öffne die Augen und erkenne meinen Manager, der sich auf den Besucherstuhl neben meinem Bett gesetzt hat. Er grinst mich an.
Ich weiß nicht, was es da zu grinsen gibt.
"Andy, mein Lieber. Du kannst froh sein, dass du mich hast."
"Wieso?", frage ich , aber die Antwort interessiert mich ebenso viel, wie die Farbe der Unterhose die mein Manager trägt: Nämlich gar nicht.
"Hör zu.", setzt er an.
"Ich höre?"
"Ich konnte Gröberes verhindern und die Ärzte davon überzeugen, dich nicht an eine psychiatrische Klinik zu überweisen.
Na? Was sagst du jetzt?"
Ich stöhne auf. Sie hatten also tatsächlich vorgehabt mich hinter Gittern gefangen zu halten, wie einen Sträfling.
"Andy?"
"Was? Achso, ja. Toll. Wirklich super."
Ich setze mein schönstes künstliches Lächeln auf, das ich zustande bringe.
"Na dann. Auf, auf! Wir haben einen straffen Zeitplan. Ich musste die heutigen Termine alle verschieben. Das heißt, wir müssen die alle morgen nachholen."
Vorsichtig richte ich mich auf und schwinge meine Beine aus dem Bett. Da ich immer noch das Gewand trage, das ich auch bei meinem Autritt gestern anhatte, bin ich relativ schnell fertig gestylt, obwohl meine Hände immer noch zittern und ich daher auf aufwendige Schminkarbeit verzichtet habe.

Wenig später sitze ich neben meinem Manager in einem Taxi und starre zum Fenster hinaus. Ich sehe die Menschen auf der Straße, höre den Motorenlärm durch die geschlossenen Fenster des Wagens und doch nehme ich das alles nicht wirklich war. Der Gehsteig liegt unter einer geheimnisvoll glitzernden Decke aus Schnee verborgen, da es in der Nacht stark geschneit hat. Ein stets forwährender Wind streicht darüber hinweg und wirbelt da und dort einige Schneeflocken auf, die sich in die Luft erheben und zu tanzen beginnen.

Schließlich stoppt der Wagen und wenig später stehe ich in der Lobby eines edel aussehenden Hotels, an dessen Rezeption mir eine junge Frau lächelnd meinen Zimmerschlüssel überreicht. Mein Manager klopft mir freundlich auf die Schulter.
"Ruh dich aus. Ihr habt heute frei, aber morgen müsst ihr die Sache wieder anpacken, sonst entsteht eine zu lange Pause." Damit lässt er mich stehen.
Zu lange Pause? Ich glaube ich habe mich wohl verhört!

Mühsam schleife ich meinen Koffer die Treppe hoch, da ich keine Lust habe mit irgendwelchen Leuten zu reden, die mit Sicherheit alle den Aufzug nehmen. Niemand wird je eine Treppe benutzen, wenn es einen Aufzug gibt. Außer man heißt Andrew Dennis Biersack.

Nachdem ich meine Zimmertüre geöffnet, mich hindurchgezwängt und hinterher die Türe wieder geschlossen habe, lasse ich mich erschöpft aufs Bett fallen. Ich starre an die Decke und versuche gar nichts zu denken, aber es klappt nicht wirklich. Meine Gedanken drehen sich immer nur um eine Person. Ich sehe auf meinen Arm und automatisch denke ich daran, warum ich versucht habe mich umzubringen. Ich beschließe duschen zu gehen um auf andere Gedanken zu kommen.

Das Wasser prasselt heiß auf mich herab und ich genieße einfach nur. Aber plötzlich drängt sich ein gewisser Mann wieder in meine Gedanken.
Wie es wohl wäre mit ihm hier zu stehen? Mich von ihm in einen feuchten Kuss verwickeln zu lassen. Ich stelle mir vor, wie er mich berührt und sanft gegen die kühle Wand drängt.
Wie er an meinen Seiten entlangstreicht und sich langsam meinem besten Stück nähert. Ich stöhne auf, als meine Hand meine Erregung umschließt. Erst jetzt wird mir klar, was ich hier eigentlich tue. Scheiße!
Bin ich wirklich so verzweifelt, dass ich mir in der Dusche einen runterholen will und dabei an ihn denke? Verdammt noch mal!
Ich schalte das Wasser auf kalt und lasse mich an der Wand hinabsinken, bis ich mit meinen Armen meine Knie umschlingend auf dem Boden der Dusche in einem eiskalten Wasserregen sitze und schluchze.

In dem Moment klopft es an meiner Türe und kurz darauf höre ich die Türklinke. Ich Hornochse habe vergessen die Türe abzuschließen.
"Andy?"
Auf der Stelle erstarre ich zur Salzsäule. Warum? Warum konnte es nicht CC sein? Oder Jake und Jinxx. Von mir aus auch der Weihnachtsmann.
"Andy?"
Es klopft an der Badezimmertüre. Herr gib, dass ich wenigstens diese Türe verschlossen habe.
Ich will nicht, dass Ash mich so elend sieht, wie ich gerade aussehe. Ich sitze immer noch am Boden und rühre mich nicht.
"Andy, bist du da drinnen?"
Es klopft erneut.

Oh Gott. Es tut so gut seine Stimme zu hören.
Augenblicklich schießen mir wieder die Tränen in die Augen und ich fange hemmungslos an zu schluchzen.
"Andy, komm schon. Ich weiß dass du da drinnen bist. Antworte mir weigstens. Ich mache mir Sorgen."
"Sch... schon gut. Ich komme ja."
Ich bemühe mich zwar das Zittern zu verbergen, das durch die Kälte in meiner Stimme mitschwingt, aber es gelingt mir nicht ganz. Mit zitternden Händen stelle ich das Wasser ab und greife nach meinem Handtuch, das ich mir notdürftig um die Hüften schlinge, bevor ich die Türe öffne und den Dingen harre, die jetzt kommen mögen.

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