Wenn die Löwin brüllt

Wenn die Löwin brüllt


Der nächste Morgen kam wie immer plötzlich und ich machte mich für den täglichen Lauf bereit. Es war unvorstellbar, wie sehr sich mein Körper an diese tägliche Pflicht gewöhnt hatte, aber es fühlte sich gut an.

Harry ging mir seit gestern nicht mehr aus dem Kopf, ich wusste, ich hatte ihn wieder von mir überzeugt, aber ich dachte, ein Stück Misstrauen würde bleiben, das war nur die natürliche Reaktion und jetzt hatte ich ein Problem! Ich hatte Snape versprochen, Ostern nicht die Schule zu verlassen, aber ob ich das jetzt noch halten konnte wusste ich nicht. Ich musste, um die letzten Schwachstellen in der Vita von Dumbledore zu füllen, nach Godric´s Hollow und dafür würde ich mir noch was einfallen lassen müssen.

Der Unterricht nach Weihnachten verlief wie immer und auch Umbridge hatte sich leider über die Ferien nicht in Luft aufgelöst, schade! Und Harry und sie machten sich mal wieder das Leben schwer, mit ihrer gegenseitigen Antipathie, unglaublich aber wahr.

Meine Aufgabe war es, nach Unterrichtsschluss Harry so weit zu beruhigen und mit ihm zu meditieren, dass seine mentale Verteidigung nicht gleich nach einer Sekunde zusammenbrach. Das Problem war nur, Snape hatte es in den letzten fünf Jahren geschafft, Harry zu vermitteln, dass dieser in seinem Unterricht tun konnte was er wollte und er würde es trotzdem nicht gut machen.

So war auch sein Selbstvertrauen in diesem ihm leicht suspekten Gebiet der Zauberei leicht, ach was leicht... überhaupt nicht vorhanden, traf es recht gut und das war die absolut schlechteste Einstellung! Aber ich konnte verstehen, dass er nicht wollte, dass Snape seine intimsten Gedanken lesen konnte, ich würde dies auch nicht wollen, egal von wem.

Als ich ihn zu seiner Verdammnis in die Kerker schickte, lag ich noch auf Harrys Bett im Jungenschlafsaal und stellte mich jetzt einer Frage, die ich bisher erfolgreich umschifft hatte. Was war, wenn Snape mich wieder zu sich rief? Es war jetzt schon erstaunlich viel Zeit vergangen und er hatte es höchstwahrscheinlich zeitlich einfach nicht geschafft, da er von allen Seiten ziemlich eingespannt wurde, aber dass ich niemals mehr von ihm hören würde, wollte ich nicht denken.

Ich würde dieses Mal gar nicht mehr Draco mit meiner Fragerei belästigen, ob es ihm etwas ausmachte, da er mir eh nur wieder mit dem Familienscheiß kommen würde. Da er nie das Thema angesprochen hatte, nahm ich mal an, dass sich an seiner Einstellung nichts geändert hatte oder er wusste auch nichts daran zu ändern und wollte nicht daran erinnert werden, wäre auch eine Möglichkeit, so würde ich ihn nicht damit belästigen!

Ich fuhr in Gedanken zu dem Bund meines Uniformrocks, strich mit dem Zeigefinger unter den Bund und erfühlte das Zeichen, das mich seit Weihnachten zierte. Würde ich es verdecken können? Ich hatte schon den einen oder anderen Illusionszauber darauf gelegt, auch auf Schwarzmagische hatte ich zurückgegriffen, aber keiner hatte ein verschwindendes Ergebnis gebracht! Jetzt blieb mir nur noch das Einhornblut, aber dieses war so kostbar, dass ich es erst probieren konnte, wenn es die Situation erforderte.

Ich stöhnte auf, wenn es nicht funktionierte, würde ich mir eine Stellung einfallen lassen müssen, damit er nicht meinen Bauch sah, das Einzige was mich hoffen ließ war, dass er mir bisher nie die Kleidung ausgezogen hatte. Aber dann brachten wir mal geistig mein Glück ins Spiel und genau beim nächsten Mal würde er mir an die Wäsche gehen und will mich nackt sehen, ja ich sah es genau vor mir!

Ich stöhnte frustriert auf und starrte auf den roten Himmel des Bettes, nun schweiften meine Gedanken zu Harry und Snape, immer wieder Snape, musste ich fast wehmütig lächeln. Nein, denk an was anderes.

Als ich so dalag, musste ich an meinen Schlafsaal mit Grausen denken, da es Lav und Pav und die anderen zwei Mitbewohnerinnen schon nach nur einer Nacht geschafft hatten, mich in den Wahnsinn mit ihrem Gegacker zu treiben. Und könnt ihr euch das Thema vorstellen?

RON, ja, ernst gemeint!
Wie gut er aussähe und dass Lav hinter ihm her wäre! Ron, der Schwarm! Ich dachte, ich spinne und steh im Wald, als ich das hören musste, aber bitte wenn sie meinten, das Beste kam aber noch und da war meine Schmerztoleranz absolut erreicht. Ich musste mir durch die geschlossenen Vorhänge mit anhören, erstens was für einen tollen Körper Ron bekommen hatte und wie knackig sein Hintern aussah und wie anziehend seine Sommersprossen wären und zweitensm wie witzig er sei!? Hilfe, Ron war viel, aber nicht witzig.

Und jetzt kam der Overkill, aber man müsse erst mich, Hermione, ausschalten, beziehungsweise ausstechen, da ich auf Ron stand.
Ich stand was? Gut, dass ich nichts davon wusste! Und ob Pav meine begehrlichen Blicke zu ihm aufgefallen wären. Ich dachte, ich hörte gerade einen Witz, einen schlechten wohlgemerkt, da ging ich mit Snape, Lucius und Draco lieber gleichzeitig ins Bett, als einmal mit Ron! Und meine Blicke waren meist tadelnd aber bestimmt nicht lustvoll, hatten die zwei Schnepfen noch alle beieinander? Ich kochte und wünschte mich inbrünstig zu Draco, womit hatte ich solche Intelligenzbestien verdient?

Zu später Stunde, kurz vor der Ausgangssperre, saß ich noch mit Ron vor dem Kamin. Er hatte sich Dean geschnappt und machte diesen beim Schach gekonnt alle. Ich fragte mich oft, wie jemand, der so großes, strategisches Geschick besaß, da er wirklich ein begnadeter Schachspieler war, … ich weiß nicht, so unstrukturiert und kindisch im Alltag sein konnte.

Aber gut, das war Ron, vielleicht würde auch er eines Tages anders werden und so arbeitete ich mein Buch „schwarzmagische Flüche für alle Gelegenheiten“ durch, es war sehr spannend aber auch zum Teil sehr ekelhaft, vor allem die illustren, sehr detailreich gestalteten Zeichnungen. Spannend, wie war das? Hier stülpten sich die Eingeweide langsam über den Hals nach außen, dank der sich bewegenden Bilder gut nachzuvollziehen, oh… als letztes kam das Herz schlagend heraus? Einfallsreich! Schien unglaublich schmerzhaft und hier stand, danach war man organleer, man kotzte alles aus, interessant! Ein langsamer, schmerzhafter Tod, wenn man jemanden nicht ausstehen konnte, sehr blutig, sehr dreckig, bitte! Aber und das war das schlechte an dem Fluch, mal wieder kräftezehrend und deshalb im schnellen Kampf nicht geeignet.

Aber wenn man mal jemanden oder den Gegner schocken wollte, dann wäre es vielleicht ganz gut, denn dann wären sie so aus dem Konzept, dass sie alles andere vergaßen, überlegte ich mir ernsthaft.

Ich blickte auf, nachdem ich mir den Spruch und die entsprechende Bewegung gemerkt und verinnerlicht hatte und schaute in den noch gefüllten Raum und blickte in die pausbäckigen Gesichter und wie sie fröhlich spielten und schnatterten in unserem orange erscheinenden Licht und schmunzelte darüber, dass ich in dieser Idylle Bücher über Mord und Totschlag las.

Die Tür öffnete sich plötzlich und offenbarte einen sehr mitgenommen aussehendend Harry, der mehr hereintaumelte als dass er richtig ging. Er war blass, der Schweiß klebte seine Haare in die Stirn und die Gryffindors, die noch auf waren, blickten ihn überrascht und entsetzt an. Er presste seine Hand auf die Narbe und verzog sein Gesicht schmerzverzerrt, es wirkte als hätte er die Kontrolle verloren.

Ich sprang sofort besorgt auf und eilte auf ihn zu und auch wenn mich alle blöd ansahen, schickte ich Spruch um Spruch auf ihn. Als ich bei ihm ankam ging er leicht in die Knie und ich mit ihm auf den Boden, ich hielt meinen Stab in die Höhe und rief laut: „Accio Invigoration Draught“, dies war ein kräftiger Stärkungstrank, der bei geistiger Überanstrengung half und schon flog eine Phiole aus meinem Schlafsaal mit rasanter Geschwindigkeit in meine Hand.

„Ahhh“, jammerte Harry schmerzvoll. Wir knieten uns gegenüber und alle um uns herum verharrten stumm und still, zeigten aber besorgte Gesichter.

„Ganz ruhig, Harry, hier trink das, das wird dir helfen!“, bat ich erzwungen ruhig und Harry tat wie von mir befohlen.

„Was hat er, Hermione?“, fragte Ron zittrig.

„Nicht jetzt!“, fauchte ich entnervt, da mir Harry gerade gar nicht gefiel und ich Angst hatte, dass sein Geist ungeschützt offen lag.

Ich fasste in meinen Umhang und fischte noch rasch einen Kopfschmerztrank und einen Traumlostrank hervor.

„Hier noch ein Kopfschmerztrank…, Harry! Geht’s jetzt besser?“, wollte ich eindringlich wissen.

„Danke, Hermione, ja, jetzt sehe ich wieder was!“, als Harry diesen, mich beruhigenden Satz, sprach, brachen bei mir die Dämme. „Das war schrecklicher als alles was ich mir ausgemalt habe, so brachial, so brutal, das lerne ich nie! Ich komme mir so ungeschützt vor, es tut an der Narbe so weh, ich glaube nicht, dass das was bringt!“, jammerte er verständlicherweise panisch und klammerte sich furchtsam an meine Hand.

„Ich bring ihn um!“, sagte ich mit einem Ernst und einer Inbrunst in der Stimme, dass alle Köpfe zu mir fuhren, selbst Harrys.

„Twins, kommt her!“, befahl ich scharf und auf Kommando standen die Twins rechts und links von mir. Das Erstaunen und die Ungläubigkeit der anderen Gryffindors bekam ich in meiner Wut gar nicht mit, dass diese mehr als erstaunt waren, wie brav die Twins reagierten, auch Ron und Ginny konnten es augenscheinlich nicht glauben.

„Hier, ein Traumlosschlaftrank, drei Tropfen, nicht mehr, bringt ihn ins Bett und passt auf ihn auf!“, sagte ich sehr wütend und sehr kühl und strich Harry die von mir getrockneten Strähnen aus dem blassen Gesicht.

„Wie du wünschst, Hermione!“, trauten sich die Twins wie aus einem Munde zu sagen. „Aber…“, als ich dieses „aber“ brüsk unterbrach, musste ich gar nicht aufsehen, um zu wissen, wer es von ihnen war.
„Was, George? Was aber?“, zischte ich so leise und akzentuiert, dass das Blut in ihren Adern gefror. Die ängstlichen und furchtsamen Blicke aller anderen, die mich noch nie so erlebt hatten, auch Harrys abschätzender Blick, kamen gar nicht bei mir an! Ich verbreitete unbewusst Angst und Schrecken! Ich sah nur Snape vor mir und wie ich ihm mal zeigte, was Stärke war. Ich war so sauer, wie konnte er Harry in diesem desolaten Zustand entlassen, wenn es mich nicht gäbe, was hätte er dann getan?
Die Gefahr, dass dann der Lord dies ausnützte war elementar, warum waren die beiden in ihrer gegenseitigen Abneigung so kindisch? Ich steigerte mich regelrecht in meinen Zorn hinein.

„Hermione, wenn du jetzt zu ihm gehst, streitet ihr nur wieder!“, murmelte George ernst und Harrys Kopf ruckte herum, dabei wurde er leicht grün im Gesicht.

„Versucht nicht mich aufzuhalten, es würde euch nicht gelingen!“, gab ich nur kalt zurück und erhob mich langsam.

„Nun gut, dann geh, aber bitte keine Toten, einer reicht und wenn du nicht zurückkommst, sagen wir der Viper Bescheid“, flüsterte George ganz leise und drohte mir versteckt mit Draco.

„Ihr wagt euch!“, ätzte ich nun gemein zurück.

„Ja, das tun wir! Du bist gerade nicht klar“, sagte Fred lauter und unterstrich dies mit einer eindeutigen Handgeste.

„Nicht klar? Ich bin klar, er hat sich nur nicht unter Kontrolle!“, fauchte ich wie eine Löwin und rauschte nun entschlossen Richtung Ausgang. „Tut, was ich euch gesagt habe!“, rief ich noch und schmiss die Tür endgültig hinter mir ins Schloss und hinterließ einen bis in die Grundmauern erschütterten Turm. Was ich aber erst später registrieren sollte.


Hermiones Sicht ende

Snapes Sicht

Ich hatte mir nach dieser unglaublichen Tortur, Potter die feine Kunst der hohen Magie beizubringen, ein großes Glas mit Feuerwhiskey eingeschenkt und hoffte, diese schrecklichste und katastrophalste aller Stunden verdrängen zu können.

Als Potter durch die Tür zu meinem Büro trat, hatte ich nur in dieses überhebliche und verhasste Gesicht blicken müssen, das meinem Schulnemesis so brutal ähnlich sah und ich war schon wieder von unbändigem Hass überwältigt worden. Als er mich dann auch noch mit diesen großen, so grünen Augen, die mich an sie erinnerten, ängstlich anstarrte, war meine Geduld schon reichlich erschöpft.

„Sie wissen, warum Sie die hohe Kunst, Ihren Geist zu schützen, erlernen sollen, Mr. Potter?“, fragte ich abfällig, von oben herab, mit langgezogener Stimme.

„Nein, Sir. Mit mir hat keiner gesprochen, außer Hermione!“, bekannte er offen, was mich erstaunte, ein Potter, der sein Unwissen zugab, was ja nicht zur Debatte stand, Potters wussten nie was und so schnaubte ich zur Bestätigung verächtlich auf.

„Gut, dass Sie wissen, dass Sie nichts wissen, da haben Sie ja schon was gelernt, Mr. Potter!“, meinte ich gehässig. „Nun gut, der Dark Lord hat durch den Vorfall mit Mr. Weasley erkannt, dass eine geistige Verbindung zwischen ihnen beiden, dank der Fluchnarbe, existiert! Er könnte nun auf den Gedanken kommen, dies gezielt gegen Sie einzusetzen und versuchen, Ihre Gedanken zu durchsuchen und zu manipulieren und deswegen müssen Sie die feingeistige Kunst der Okklumentik lernen“, versuchte ich ihm die Fakten nahe zu bringen, während er wie ein kleiner Schuljunge vor mir stand, der er ja auch war. „Nun dann, beginnen wir, leeren Sie ihren Geist“, rief ich ihm kurz angebunden zu und drang mit einem Legilimens in seinen Geist ein und wurde, wie nicht anders zu erwarten, mit einer Bilderflut beglückt, die mich nicht überraschte. Dieser Junge war unfähig, wie sollte dieser schwache Geist gegen den Dark Lord besteht? Ich sah einige, für mich unerklärliche, Erinnerungen:

Wie das Innere eines dunklen Schrankes, mit einer Matratze!

Einen großen dicken Jungen, der den kleineren verprügelte und jagte.

Eine Szene, wo Potter durch einen Türspalt linste und eine Weihnachtsszene beobachtete und wieder in die Finsternis zurückkehrte.

Ich war perplex, was waren das für Erinnerungen? Hier passte was nicht und so fokussierte ich die verkrampfte und zitternde Gestalt mit meinem durchbohrenden Blick und sprach ihn an.

„Mr. Potter, so wird das nichts, wehren Sie sich, Sie sind ein Zauberer! Zaubern Sie!“, rief ich ihm bissig ins Gedächtnis und so kam eine verwirrendere und für mich unerklärlichere Erinnerung nach der nächsten.

Ein putzender Potter, ein kochender Potter, ein waschender Potter… ein Potter, der Granger im Arm hielt… der Dark Lord, der Diggory tötete.

Dann gelang ihm etwas, was ich schon nicht mehr erwartet, aber immer erhofft hatte, aber es geschah völlig unbewusst und dies war ein aus ihm schießender Brandzauber und dieser schleuderte mir entgegen und ließ mich nach hinten an die steinerne Wand in meinem Rücken prallen und warf mich entschieden aus seinen wirren Gedanken, ich schüttelte benommen meine leicht versengte Hand, kein Akt, aber ärgerlich.

„Was…?“, fragte er da selbst ganz erstaunt nach und hielt sich die schmerzende Stirn.

„Wenn Sie das nun noch gewollt hinbekommen und nicht nur unbewusst, würden wir einen Schritt in die richtige Richtung gehen, aber so gebärden Sie sich so unbegabt wie erwartet!“, ätzte ich böse und sprach ein vernichtendes Urteil, da richtete ich mich wieder auf.

Ich zielte wieder auf ihn und schoss den Zauber ab, gab ihm keine Zeit zum Luftholen sondern attackierte ihn sofort wieder.

Nur diesmal stoppte ich selbst nach kurzer Zeit, als ich sah, dass Potter den Ort seiner Vision mit der Schlange nun einer Erinnerung zuordnen konnte und dass dieser Ort im Ministerium lag, im neunten Stock und die Tür, die er gesehen hatte, zur Mysteriumsabteilung hinunter in den 10. Stock führte.

„Das reicht, Mr. Potter, gehen Sie und leeren Sie Ihren Geist und arbeiten Sie härter an sich!“, befahl ich mitleidlos und durfte erkennen, wie er mit der Erinnerung rang aber er sich auch kaum auf den Beinen halten konnte, aber was kümmerte es mich?

Und nun saß ich in meinem Sessel und versuchte, mir einen Reim auf diese unerwarteten Erinnerungen zu machen, derer ich in Potters Geist ansichtig geworden war.

Meine Informationen waren die, dass Potter ein gutes, ein ordentliches, ein beschauliches Leben bei seiner Tante führte. Ein Muggelleben aber ein normales, wie jedes Kind es haben sollte, nicht dieses welches ich heute in Auszügen gesehen hatte. Wenn dies der Wahrheit entsprach, aber warum sollte es das nicht? Potters Geist war nicht fähig und nicht trainiert zu lügen, also wenn dies der Wahrheit entsprach, warum hatte Dumbledore nichts unternommen? Er wusste doch sonst immer so viel und er hatte Zauber auf Potters Zuhause geworfen und die Schrappnelle von Figg hatte auch ein Auge auf den Jungen, wie passte das zusammen, grübelte ich irritiert.

Ich nahm wieder einen tiefen Schluck, auch die Idee des Professors, dass ich Potter in die Okklumentik einführen sollte, war einfach grotesk, eine schwachsinnige Idee, die nichts Gutes versprechen konnte, dachte ich angewidert.

Zu dieser Magie gehörte Vertrauen und dies war bei uns einfach nicht vorhanden.

Als ich auf einmal perplex wahrnahm, wie die mit Zaubern belegte Bürotür mit Gewalt aufgezaubert wurde, ein lauter, ohrenbetäubender Knall ließ mich aus meinem gemütlichen Sessel hochschießen, was passierte hier und ich konnte hören, wie nun auch Zauber auf den Durchgang zu meinen privaten Räumen abgefeuert wurden.
Natürlich hielten meine Schutzzauber stand, aber was fiel dem Eindringling ein, mich in meinem Heiligtum anzugreifen, wer wagte es?

Wer wagte es, dachte ich gereizt und stellte mich aufgebracht vor die Tür, angriffsbereit und öffnete diese, zielte und entwaffnete den Eindringling mit einem Expelliarmus. Ich riss erstaunt die Augen auf, als ich eine vor Wut brodelnde Granger vor mir ausmachte, die aber keinen Schock oder Furcht in ihren Augen stehen hatte, nachdem ihr Zauberstab nun auf dem Boden lag, da sie mich trotz ihrer Entwaffnung herausfordernd ansah und bevor ich ein Wort an sie richten konnte, begann sie auch schon in Aktion zu treten.

Sie überrumpelte mich tatsächlich, indem sie in Sekundenschnelle an mich herantrat, mich mit beiden Händen übergangslos an meinem weißen Hemd packte, mir ihr Gesicht nahebrachte, das eine wutverzerrte Fratze war, und bevor ich schaltete, mir ihr Knie mit Wucht und ohne Gnade mit aller Gewalt in meine Weichteile rammte.

Mir entwich ein schmerzhaftes Keuchen, ich glaubte es nicht, ich sah in diesem Moment Sterne, ein unvorstellbarer Schmerz durchzuckte meinen Körper krampfhaft. Ich konnte es gerade noch verhindern, absolut lächerlich wimmernd in die Knie zu gehen. Ich fing mich soweit und nur mit absoluter Willenskraft, indem ich grob ihre wilde, offene Lockenmähne zu fassen bekam und mich brutal in ihr verkrallte um sie rücksichtslos daran zu ziehen, auf dass sie mich losließ und von mir abließ. Ihr schmerzhaftes Zischen zeigte, dass ich Erfolg hatte und sie, ihrem ersten Instinkt folgend, losließ und ich sie grob mit einem mächtigen Schubs von mir stoßen konnte.

Was sie sofort reagieren ließ als sie mit ihrer rechten Faust ausholte, um mir einen kurzen rechten Haken auf das Kinn zu verpassen, mein Kopf flog kurz nach hinten und ich schmeckte metallisches Blut, hatte dieses Mudblood noch alle, es zu wagen mich zu schlagen? Sie hatte bisher nur eine Chance gegen mich gehabt, da ich nicht mit einem derartig körperlichen Angriff gerechnet hatte.
Und so griff ich nach ihr und noch fester zu, schloss meine Hand zu einer Faust in ihrem Haar und donnerte sie nun mit rücksichtslosem Schwung ins Regal, wo sie mit ihren Händen den meisten Schwung abfedern konnte, leider, ich hätte es gerne gesehen, wenn sie mit Wucht mit dem Gesicht voran hineingefallen wäre.

Ich war ja so was von sauer, was fiel diesem wildgewordenen, widerborstigen Weib nur ein? Mich, ihren Professor, anzugreifen und meine privaten Gemächer zu erstürmen, war sie von Sinnen?

Jetzt wusste ich, warum Black bei ihr ausgetickt war, ich tickte auch gerade aus aber sie sah nicht so aus als würde sie jetzt schlotternd Angst vor mir bekommen oder haben, sondern eher so als wollte sie mich ernsthaft verprügeln und jetzt erst so richtig loslegen. Meinen Stab hatte ich leider schon in der Hitze des Gefechts fallen lassen, nach diesem taktischen K.O. Schlag, den sie mir gleich zu Anfang verpasst hatte, wohl auch kein Wunder.

Aber ich war ein anderer Gegner als der räudige Köter, ich hatte ihre Haare noch immer unnachgiebig in meiner Faust und sie starrte mich feindselig in einer verdrehten Haltung an, wollte gerade weiter blindwütig auf mich losgehen.

Sodass wir beide in unserer Raserei gar nicht mitbekamen, dass weitere Menschen in mein Büro drängten. Erst als wir magisch, mit Gewalt getrennt wurden und unser intensiver Blickkontakt brach, wurde ich wieder Herr über meinen Verstand.
Der sonst so erschreckend klar war und nur bei ihr drohte auszusetzten.

Draco hatte uns mit einem magischen Zauber getrennt und hielt uns in Schach. Granger schrie ihn erregt an, was er sich einmischte und ich gab ihr gerade von Herzen recht, was fiel Draco ein? Ich hätte sie so was von zu Kleinholz verarbeitet, diesem Gör musste mal jemand zeigen, wo die Grenzen lagen.

Dann sah ich, wie einer der Roten hektisch die Tür reparierte und rasant Schallschutzzauber sprach und als er dies geschafft hatte, fast am Zusammenbrechen war, als auch er zu Granger ging um diese zu beruhigen. Mich ließen sie hier mehr oder minder gefesselt an meinem Bücherreal stehen, sehr nett, aber so konnte ich mir mal kurz der Schäden meines Körpers bewusst werden und diese analysieren und so nützte ich die Zeit, in der ich unbeachtet war.

Dieses Biest, zwischen meinen Beinen pochte es wie verrückt, der Schmerz als sie zustieß war als hätte sich eine Spritze in mein Rückenmark gebohrt und war direkt bis in mein Hirn gefahren. Ich hatte, nur dank jahrelanger Übung, die Überwindung gefunden, sie an größeren weiteren Schandtaten zu hindern und das Einzige getan, zu dem ich noch groß fähig gewesen war und sie weggeschleudert!

Ich schmeckte Blut, anscheinend hatte ihr Schlag meine Lippe aufplatzen lassen, aber eins musste ich ihr zugutehalten, hinter ihren Schlägen steckte tatsächlich Kraft.

„Draco, löse sofort die Zauber und George was machst du hier? Ich habe dir andere Anweisungen gegeben… warum holst du Draco?“, keifte sie rum, ich stand ganz ruhig und konzentrierte mich, begann nun die Zauber ohne Zauberstab zu lösen, was nicht einfach war, aufgrund meiner körperlichen Verfassung, aber ich war ja auch zu gut.

Als ich es geschafft hatte rief ich meinen Stab nonverbal in meine Hand und wandte mich nun den drei Schülern vor mir zu, dabei ignorierte ich den ziehenden Schmerz zwischen meinen Beinen, als ich mich aufrichtete.

„Miss Granger, was fällt Ihnen ein, mich anzugreifen?“, brauste ich nun fauchend auf und ich konnte sehen, wie die beiden Jungen zur Seite wichen, aber Draco noch schnell Granger von ihren magischen Fesseln befreite. Danke, Draco, es ist doch immer wieder schön, zu sehen, auf welcher Seite du stehst, dachte ich ironisch höhnend.

„Das fragen Sie? Das fragen Sie! Was fällt Ihnen überhaupt ein!?“, keifte sie erbost und ich starrte sie kalt, aber überrumpelt an, da ich nicht verstand was sie von mir wollte.

„Hätten Sie die Güte, Ihren Anschlag auf mich zu erklären und was diesen rechtfertigt?“, fragte ich gefährlich sanft.

„Harry!“, blitzten mich ihre Augen zornig an. „Was fällt Ihnen ein, ihn so soooo… so total fertig in den Turm kommen zu lassen? Was sind Sie für ein Lehrer? Was wäre mit ihm, wenn ich und meine Tränke nicht wären? Sie haben ihn total angreifbar gemacht!“, fauchte sie nun empört und ich war verblüfft, Potter ging es doch gut als er ging. Nun ja, relativ.

„Potter ging es gut, übertreiben Sie nicht so schamlos“, meinte ich mitleidlos zu ihr, was dazu führte, dass sie sich einer Löwin gleich auf mich stürzen wollte und Draco sie mehr oder weniger im Flug an der Hüfte auffing und hielt, damit sie nicht todesmutig über mich herfiel.

„Schsch, Hermione, beruhige dich!“, versuchte er ihrer zappelnden Gestalt Herr zu werden, denn er kannte mich und wusste, was für ein Gegner ich war.

„Beruhigen, beruhigen, dieses selbstgerechte Arschloch richtet doch nur Schaden an!“, ob ihrer Wortwahl und ihres fehlenden Respekts meiner Person gegenüber, verschlug es mir doch glatt die Sprache, das letzte Mal als sich jemand erdreistete, mir derart forsch entgegenzutreten, besah sich dieser die Radieschen nun von unten.

„Harry brauchte, um überhaupt wieder geradeaus sehen zu können, einen Invigoration Draught!“, schrie sie wütend, was dazu führte, dass mir Draco einen bösen Blick zuwarf und selbst ich war erstaunt, dass es Potter wirklich schlecht gegangen zu sein schien, wenn er diesen starken, geistigen Stärkungstrank brauchte. Kurz blitzte der Gedanke bei mir auf, woher Granger diesen seltenen Trank schon wieder hatte, als sie meine Gedanken durchbrach und weiter keifte.

„Miss Granger, kommen Sie endlich wieder zur Vernunft!“, fuhr ich sie nun ungehalten frostig an, ich kämpfte um eine gerade, einschüchternde Haltung.

Ich konnte sehen, wie sie sich auf einmal wieder in sich selbst zurückzog und tief Luft holte, während ihr Draco kleine beschwichtigende Nichtigkeiten ins Ohr flüsterte und nachdem sie wieder ihre Augen öffnete und sie mich anvisierte, konnte ich erkennen, dass sie sich wieder in der Gewalt hatte und bar jeder Gefühle war. Die vorher vor Emotionen lodernden Augen waren nun erschreckend kalt und leblos.

„Hermione, ich habe deine Bitte, Draco nicht zu holen, nicht beachtet, da, als wir Harry gerade in den Schlafsaal brachten, dieser zusammengebrochen ist und etwas sehr Unheimliches passierte! Er war geistig wie weggetreten und hatte ein irres, wahnsinniges Lachen, das nicht seines war, gelacht. Wir haben ihn geohrfeigt, damit er wieder zur Besinnung kommt, da hat er immer noch wie bescheuert gelacht obwohl er wieder da war und dann war er plötzlich still und selbst ganz perplex als er geistig wieder anwesend war. Es war gruselig! Er war verwirrt, dass er so gelacht hatte und sagte uns, er wüsste, dass gerade etwas wunderbar gut für den Dark Lord liefe und dieser sich sehr, sehr gut fühle! Dann haben wir ihn ins Bett verfrachtetet und ihm den Trank gegeben. Fred passt auf ihn auf! Aber ich ging los…“, fasste Weasley die wahrlich beunruhigenden Nachrichten rasch zusammen.

„Und dann hab ich mir Draco als Verstärkung geholt!“, verteidigte er sich noch unsicher.

„Was auch richtig war, danke, George!“, mischte sich Draco bestimmt ein.

„Und nun, Professor, was sagen Sie zu Ihrer Leistung?“, spuckte mir Granger verachtend vor die Füße.

„Beunruhigend, dass er anscheinend so eine tiefe Verbindung zum Lord hat!“, bot ich kühl an, obwohl es in mir etwas anders aussah, aber das würde ich ihr nicht zeigen.

„Potter und ich, wir harmonieren nicht wirklich in dieser feinen Kunst!“, schnarrte ich weiter und ärgerte mich maßlos über Dumbledore.

„Professor, gerade Sie, so dachte ich, wären in der Lage, jedwedes Gefühl wie Hass oder Liebe, komplett zu unterdrücken!“, warf Granger hämisch ein. Darauf fiel mir kein blöder Spruch ein, da sie hier leider recht hatte. „Ich weiß nicht, warum Sie Harry so hassen, nur weil er seinem Vater ähnlich sieht. Ich bitte Sie, das ist kindisch und lächerlich. Ich kann Ihnen versichern, Harry ist ein ganz anderer Mensch als sein Vater. Der, wie ich weiß, ein umsorgtes und verhätscheltes Einzelkind gewesen ist und dieser hat höchstwahrscheinlich Liebe in vollem Umfang genossen. Harry war in seinem ganzen Leben bisher weder das eine noch das andere, noch ist er geliebt worden. Er hätte Ihr Mitleid verdient, nicht Ihren Hass und Ihre Verachtung!“, sprach sie sehr frostig und sehr respektlos, drehte sich um und ging, und erstaunte mich mal wieder, da sie sich ihren Stab wie ich nonverbal und zauberstabslos in ihre Hand rief. Sie entschwand, ohne sich umzudrehen oder uns alle noch zu beachten. Sie rauschte aus meinen Räumen, genauso wie sie diese vorher erstürmt hatte, geschwind.

„Wow, hat sie nicht Temperament?“, sprach Draco berauscht, ein begeistertes Glitzern lag in seinem verklärten Blick, danke, ich wurde gerade mit einer Furie wie Granger brutal konfrontiert, die versuchte mich zu entmannen und mein Patensohn schwelgte in Verehrung für dieses gemeingefährliche Weib.

„Draco“, knurrte ich wütend.

„Ich geh ihr lieber nach, nicht dass sie noch Mrs. Norris umbringt“, machte sich Weasley flott vom Acker, was eine hervorragende Idee war. Draco blickte mich nun erstaunt an und machte mich kurz sprachlos.

„Was? Also ich mag zwar Potter nicht, aber ich denke, sie hat nicht unrecht. Was hast du nur mit ihm gemacht?“, meinte er da neugierig.

„Okklumentik!“, beschied ich widerwillig und wischte mir mit dem Stab über meine Lippe, hexte mich wieder ganz.

„Was und du hast die brachiale Methode angewandt?“, war dies eher eine rhetorische Frage. „Also wenn diese Verbindung zum Lord besteht, war das vielleicht nicht so gut überlegt?“, dachte nun auch er, dass mich seine Meinung interessierte, aber das tat es nicht, grollte ich in Gedanken bitterböse.

„Das gibt dieser Xantippe noch lange kein Recht mich, ihren Professor, anzugehen!“, entgegnete ich frostig.

„Severus, wie es scheint ging es Potter nicht gut und der ist bei ihr ein Thema mit sieben Siegeln, wenn du ihm so zugesetzt hast und ihn dann alleine zum Turm hast gehen lassen, wundert es mich, dass du noch stehst! Außerdem musst du ihn ganz schön bis auf die Unterhosen ausgezogen haben, wenn sie dir Tatsachen aus seinem Leben entgegenschleuderte und… schau mich nicht so an, ich weiß nichts, das ist kein Thema zwischen uns, da ist sie eigen. Was hast du gesehen?“, meinte Draco ersichtlich neugierig.
Er packte mich am Arm und ging mit mir in mein Wohnzimmer, wo er auf meinen Sessel deutete, in den ich mich dank meiner Unterleibsverletzung vorsichtig setzte und wobei ich einen nonverbalen Episkey darauf sprach. Draco musste ja nicht alles wissen. Während Draco mir einen neuen Drink einschenkte, aber leider war er gut im Beobachten und so sah er es, sagte aber dank seiner angeborenen Intelligenz nichts.

„Was hast du bei Potter gesehen?“, fragte er mich noch einmal unverblümt.

„Mhm“, zeigte ich mich unvorstellbar kooperativ.

„Ach, bitte, ich verspreche auch hoch und heilig, es niemandem zu sagen!“, versprach er ernsthaft und ich wollte mit Draco darüber sprechen und seine ehrliche Meinung hören.

„Es war komisch, er scheint in einem Schrank gewohnt zu haben…“, ich konnte Dracos entsetzt aufgerissene Augen wahrnehmen, da er ungläubig blinzelte.

„Und er scheint ein nicht wirklich privilegiertes und schönes Leben bei seinen Verwandten genossen zu haben, hätte ich nie gedacht!“, sprach ich es tatsächlich aus und zuckte immer noch betont gleichgültig die Schultern.

„Heftig! Tut mir ja für ihn direkt leid, auch wenn er ein Volltrottel ist… aber sprich nicht weiter… ich denke, wenn muss ich den Rest von anderer Seite hören“, unterbrach er meine Erzählung und überraschte mich mit dieser Einstellung maßlos. „Sag mir lieber, wo… eure Prügelei geendet hätte, wären wir nicht gekommen, sah nicht gut aus, du hast immer noch Blut im Gesicht!“, entgegnete er mir ungerührt und ich sprach rasch einen Reinigungsspruch auf mein Gesicht, hatte ich doch glatt vergessen.

„Granger hätte das bekommen, was sie verdient, die Tracht Prügel ihres Lebens. Einer muss ihr zeigen, wo ihre Grenzen sind!“, meinte ich sehr ernst, sehr böse und sehr kalt.

Draco begann zu kichern, was mich ihn niederstarren ließ.

„Wasss?“ zischte ich, einer Schlange gleich.

„Das ist zu komisch, wenn du dir da mal nicht die Zähne ausbeißt, du weißt schon, dass sie nicht annähernd so derangiert ausgesehen hat wie du?“, fragte Draco belustigt. Ich war sprachlos, so eine Respektlosigkeit.

„Was erlaubst du dir, weißt du nicht mehr, mit wem du sprichst, Draco?“, erklang ich drohend und meine Magie ballte sich ungezügelt vor Wut um mich herum.

„Doch, Onkel, aber ich darf dir doch noch die Fakten sagen?“, grinste er mich frech an. „Ich denke, ich lass dich dann mal alleine und wünsche eine geruhsame Nacht“, machte er sich feixend auf die Socken, die Jugend von heute kannte eindeutig nicht mehr ihren Rang in der Hackordnung.

Ich war so was von sprachlos, Granger reagierte immer wieder anders als von mir erwartet und wie sie sich gab und gebärdete war ungewohnt. Ich trank nun gierig meinen Drink, morgen war unsere erste Übungsstunde und ich würde es genießen, ihr zu zeigen, was es hieß mit mir zu trainieren.

Ich war nicht dumm, sie hatte gewusst, dass sie mir unterlegen wäre und hatte mich auf die ihr einzig mögliche Art beinahe kampfunfähig gemacht und das war wahrlich nicht die feine englische Art, aber effektiv, wenn auch sehr unfair und dreckig, anscheinend mochte sie es so.

Sollte ich mir jetzt doch um Potter Sorgen machen? Dieses Balg, er war ein Plagebalg! Aber ich würde mit Granger morgen reden, wegen der Okklumentiksache, so ging das nicht… wir würden sehen.

Snapes Sicht ende

Hermiones Sicht

Ich lief so schnell ich konnte, ich wählte trotz der nächtlichen Stunde den langen Weg, in der Hoffnung abzukühlen, aber ich war noch immer auf 180! Was dachte die Fledermaus? Mittlerweile bekam ich Kopfweh, dank seiner weibischen Taktik mich an den Haaren zu ziehen, hoffentlich bekam er nie wieder einen hoch, zeigte ich meine gehässige Fratze.

Als ich den Turm betrat war er voller als ich ihn verlassen hatte, die Geschehnisse rund um Harry und mich schien einige wieder aus den Betten geholt zu haben.

Mir schlug bei meinem Eintritt absolute und vollkommene Stille entgegen. Ich wurde abwägend beäugt. Zuerst der Auftritt, dass ich Harry so heilte, dann wie ich den Twins Dinge aufgetragen hatte und mein wütender Abgang und nun mein sehr erhitztes Eintreffen.

Ich konnte mich nicht darüber aufregen und so blickte ich nur unterkühlt und nüchtern durch den Raum, meine Lippen verzogen sich leicht zu einem Spitzmund. Ich mochte nicht wissen, wie ich aussah, die Haare wüst und wirr, ich glaubte, ich hatte einen blutigen Kratzer oder eine kleine Schramme an der Wange, von diesem scheiß Holzregal, gegen das ich gedonnert worden war.

Ich konnte wahrnehmen, wie mich Ron nur sprachlos anstarrte und auch die Blicke der anderen waren nicht anders, so ungläubig, so unverständig. Die Stimmung im Gemeinschaftsraum war mehr als angespannt.

Dann sah ich Fred, der im Rundbogen stand und versuchte, unsichtbar zu sein.

„FRED!“, erhob ich nun das Wort. „Wo ist George?“, fragte ich, da ich annahm, dass dieser den kurzen Weg genommen und mich somit locker überholt hatte.

Fred tänzelte unsicher von einem Bein auf das andere und trat rasch auf mich zu und sah mich an.

„Bei Harry!“, und wollte die Hand heben. „Wie geht es dir?“

„Hol ihn!“, befahl ich nur und konnte das empörte Luftholen der Gryffindors hören.

„Ähm, sei nicht böse, aber wir dachten, du willst es wissen!“, schaute er mich ernst an und ich hob eine Braue.

„Sehe ich böse aus?“, fragte ich ruhig nach.

„Ehrliche Antwort, Schönste?“, hakte er zweifelnd nach.

„Ich bitte darum!“, höhnte ich entrüstet.

„Ja, ok, ja und immer wenn du so schaust und so aussiehst, verbreitest du Angst und Schrecken, okay?“, meinte er jetzt zu mir hilflos, deutete dabei in sein Gesicht und ich konnte ein Lachen nicht unterdrücken. Ich zauberte einen Spiegel herbei und sah mich an.

„Warum sagst du mir nicht, dass mir Blut über das Gesicht läuft?“, meinte ich recht pragmatisch und sprach eine nonverbale Reinigung.

„Hätte es dich interessiert?“, kluge Frage, einfache Antwort.

„Nein!“ schüttelte ich gleichgültig den Kopf.

„Wusste ich doch… willst du immer noch George sprechen, oder nicht mehr?“, drückte er herum.

„Hol ihn“, und er drehte sich um, tat worum ich ihn „bat“, zum großen Unglauben unserer Hauskameraden.

„Was, Hermione, was für ein Drama ziehst du hier gerade ab, was soll das mit meinen Brüdern?“, erregte sich Ginny und ich sah sie nur völlig ausdruckslos an und war mir der anderen Gryffindors bewusst, die alles in sich aufsogen und wohl gar nichts mit der ganzen Sache anfangen konnten.

Ich bekam mit, dass der Grat schmal war, auf dem ich wandelte. Es wurde und würde schwerer werden, mein Doppelleben geheim zu halten, aber es gab Momente wo man sich entscheiden musste, wo man stand und das hatte ich heute getan. Snape musste in seiner Ignoranz und Großkotzigkeit Harry gegenüber ausgebremst werden, er machte ihn mir sonst kaputt! Das war wichtiger als das, was die Löwen von mir dachten, mir war eh egal, was sie von mir hielten, redeten oder ach… es war schlicht und ergreifend egal!

Die Konsequenzen mit Snape war ich bereit zu tragen, auch war mir bewusst, dass ich nie eine reelle Chance gegen ihn gehabt hatte, da er viel zu kampferfahren und -erprobt war. Er hätte mich durch die Mangel gedreht, wären Draco und George nicht gekommen, nur mein wenig damenhafter Kampfbeginn hatte mich ihn verletzen lassen können, wie gesagt, ich sah mich nicht mit rosaroter Brille. Und ich wusste auch, dass er mir diesen Angriff auf seine Person nicht so leicht vergeben würde. Aber wenn ich ihm nur ein bisschen die Augen geöffnet hatte war es mir das wert, denn dass Harry sich jetzt schon wie der Dark Lord gebärdete und irrsinnig lachte, eben weil jener glücklich war, ließ meine Reaktion auf gar keinen Fall mehr überzogen erscheinen, sondern mehr als gerechtfertigt.

„Halt dich da raus, Ginny!“, kam es ungewohnt kalt für die meisten Gryffindors, die nur die stets gutgelaunten Twins kannten, von George, der gerade die Treppe herabkam. Was dann auch gleich Ginnys Protest im Keim erstickte und sie ihn geschockt über den harschen Ton anblickte.

„George!... Danke!“, wusste ich, was sich gehörte, er aber  hatte dies nicht erwartet, so wie er mich gerade konfus ansah. „Was?“, fragte ich ihn direkt.

„Du dankst mir, geht’s dir gut, sicher dass die Bekanntschaft mit dem Regal deinem Kopf nicht geschadet hat?“, fragte er besorgt und überging alle Löwen, die laute Geräusche machten, bei dieser aussagekräftigen Angabe.

Ich winkte ab: „Glaub mir, eine Steinwand tut mehr weh und damit mache ich, wie ich finde, viel zu oft Bekanntschaft. Holz tut nicht im Ansatz so weh!“ Er trat auf mich zu und hob mein Kinn an.

„Du und deine Hobbys! Holz hinterlässt aber auch Abschürfungen, soll ich sie wegmachen?“, begutachtete er mich und lächelte leicht.

„Nein, lass! Das mach ich später, aber ich meinte es ernst, danke! Wie geht es Harry?“

„Gut, er schläft! ... Wie geht es weiter?“, fragte er sachte aber noch immer ernst, auch er beliebte es, unsere Hauskameraden nicht zu beachten.

„Es geht immer weiter, erste Regel, George! Ich werde sehen was ich für Harry tun kann, jetzt hab ich erst mal meinen Standpunkt klar gemacht, nun ist er am Zug!“, und da nur Ron wusste, wo Harry gewesen war, war er der Einzige, dem ich nun ins blasse Antlitz sah und er schaute mich groß an, da er wusste, dass ich nur bei Snape gewesen sein konnte. Und er nickte bei meiner stummen, beschwörenden Nachfrage, auf dass er schweigen würde und nur wir drei morgen weiterreden würden. Manchmal war ich auf Ron stolz, so wie jetzt, wo er einfach stumm blieb und verstand was ich wollte.

„Du hast keine Angst?“, fragte George vorsichtig nach und ich löste mich von Ron und sah ihn erstaunt an.

„Iwo, ich bin sicher!“, meinte ich todernst und fuhr in einer unbewussten Geste zu meinem Mal und Georges Blick zuckte auch dahin und dann trat das bekannte Glitzern in seine Augen und alle Sorge schien verschwunden, da er erkannte, dass ich wirklich sicher war, dank Draco!

„Verstehe, das ist gut, ich mag ihn wirklich!“, beschied er mir, nickte dabei enthusiastisch und auch ich lachte laut auf.

Mein Ruf in Gryffindor war wohl jetzt hinüber, aber das war es mir wert gewesen und so wandte ich mich in meiner Funktion als Vertrauensschüler an die Meute.

„Ab ins Bett, die Sperrstunde ist lange vorbei“, befahl ich süß und konnte erleben, wie viele flohen, ich sah wohl zum Fürchten aus.

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