Winter

Im Fernsehen lief die Wiederholung einer Reportage, als Jana hochschreckte. Draußen war es dunkel, obwohl es noch nicht einmal siebzehn Uhr war. Sie war im Sessel eingeschlafen. Sie fröstelte, obwohl das Küchenthermometer fast zwanzig Grad anzeigte.

Außen, auf dem Fensterbrett, lag eine weiße Schicht. Dicke Flocken tanzten in der Luft. Kein einziger Stern am Himmel. Sie schlug die Decke zurück und schlurfte über den dunklen Gang in ihr eiskaltes Zimmer. Zuerst schloss sie das gekippte Fenster, dann drehte sie die Heizung voll auf. Sylvia schien das Bett wieder frisch bezogen zu haben, aber sie wollte sich jetzt nicht hinlegen. Nachdem sie geduscht hatte, zog sie einen neuen Jogginganzug an, nahm die alten Sachen und stellte im Funktionsraum neben der Küche die Waschmaschine an. Zurück in der Küche, stellte sie sich an das Fenster und schaute auf das Gebäude gegenüber. Im Erdgeschoss brannte Licht. An einigen Fenstern leuchteten Sterne. Die hatten schon Weihnachtsdekoration angebracht. Sie wandte sich ab. Ob sie es wagen konnte, nach drüben zu gehen? Noch während sie überlegte, hörte sie Schritte. Sie bekam einen Hustenanfall.

»Oh mein Gott, du Arme, du hörst dich schrecklich an!« Sylvia betrat den Raum und stellte einen Topf auf den Küchentisch. »Ich glaube, ich habe genau das, was du brauchst. Frische Hühnersuppe. Wir haben Nachschub bekommen!«

»Woher?«

»Von einer Bäuerin, sie hat auch geholfen, die Vögel auszunehmen. Sie waren unsere Eierlieferanten, aber jetzt haben sie Probleme mit dem Futternachschub. Deshalb mussten sie die Hälfte ihrer Hennen schlachten. Ihr Mann ist mit einem Wagen in die Stadt, ich denke mal, er versucht sie auf dem Schwarzmarkt anzubieten. An uns haben sie aber auch gedacht.« Sylvia lachte. »Sogar Eier haben wir bekommen. Jetzt klappt es vielleicht mit Plätzchenbacken für Weihnachten.«

»Was wollte die Frau dafür?«

»Sie stellt es dem Heim in Rechnung. Aber sie wollte auch was anderes. Medikamente. Herztabletten. Antibiotika. Zum Glück ist die Apotheke noch ziemlich gut gefüllt. Es sind ja einige verstorben, abgesehen von denen, die verlegt wurden. Wir konnten ihr genug geben. Dafür gab es dann noch einen Sack Zwiebeln.«

»Trotzdem, wir brauchen noch mehr, wenn das so weitergeht, sind wir auf uns allein gestellt.« Jana nahm sich Suppe. Sie schmeckte hervorragend. »Was sollen wir machen?«

»Ich habe dir eine Liste mitgebracht. Markus bittet dich, alle anzurufen, die auf der Liste stehen und unseren Notstand zu schildern.«

Jana schaute auf das Papier. »Stadt und Bezirksverwaltung, Rotes Kreuz, THW, ist alles klar, aber wieso den Bundestagsabgeordneten, den Landrat und diese Privatleute?«

»Einer unserer Bewohner ist ein ehemaliger Abgeordneter, leider etwas dement, sonst hätten wir ihn gebeten, selbst anzurufen. Die Privatleute sind Familienangehörige. Ruf einfach alle auf der Liste an, du hast doch sonst nichts zu tun. Ich mache dir keinen Vorwurf, wir wissen, dass du noch nicht arbeiten kannst, aber anrufen, das muss gehen. Bitte.«

Jana schluckte. »Ich würde gern mehr helfen, glaub mir, aber ich fühle mich immer noch total schlapp. Natürlich rufe ich an. Ich fang gleich an. Nach dem Essen.«

Sylvia sprang auf und brachte den Festnetzapparat an den Tisch. »Lass dir Zeit. Hier hast du noch eine Kanne Tee. Ich muss wieder rüber.«

Jana stellte die gebrauchten Teller in die Spüle, nahm sich ein Glas Tee und setzte sich wieder hin.

Sie wählte jede Nummer auf der Liste an, redete auf Anrufbeantworter, flehte um Hilfe. Es dauerte fast zwei Stunden, bis sie jemanden erreichte. Am nächsten Morgen erhielten sie die Nachricht, dass drei Herrschaften mit einem Hubschrauber evakuiert würden. Die restlichen Bewohner des Heims sollten dann im Januar evakuiert werden.

»Ratet mal, wer abgeholt wird«, ätzte Markus, bevor er wieder nach drüben verschwand, um die Leute für den Abtransport fertigzumachen. Immerhin hatte der Hubschrauber einiges an Lebensmitteln und Medikamenten gebracht, die der Hausmeister gleich in Sicherheit brachte. Einige Tage später kam ein LKW vom THW und lud jede Menge Kisten ab.

»Jetzt müssten wir genug für das nächste halbe Jahr haben!«, freute sich Sylvia.

»Leider haben die gemerkt, dass wir weniger Leute als angegeben haben. Sie haben uns nur die Hälfte der Ladung gegeben, aber ich musste für alles unterschreiben, sonst hätten wir gar nichts bekommen!«, empörte sich Markus.
Er packte seine Sachen, um in das andere Gebäude zu ziehen. Jana vermutete, dass er die beiden Hilfskräfte, die jetzt in die Luxuszimmer der abgeholten Bewohner gezogen waren, im Auge behalten wollte.

Das WLAN funktionierte nur unregelmäßig und fiel immer häufiger aus. Immerhin war es Jana gelungen, die Reederei zu kontaktieren. Wie es aussah, war das Schiff, auf dem sie ihren Dienst antreten sollte, bis jetzt nicht von der letzten Reise zurückgekehrt. Andere Schiffe wurden umgebaut, um Menschen eine zeitweilige Notunterkunft zu bieten, geschütztes Wohnen, nannte sich das. Eine Alternative für Menschen, die keine Berechtigung für eine gesicherte Zone, aber genug Geld hatten.

Der Mitarbeiter hatte ihr eine Nummer und einen Code gegeben, mit dem sie sich, sobald sie in Hamburg wäre, melden könnte. Keine Kreuzfahrt, aber dafür Stewardess auf einem Schiff. Sie wusste nicht, ob sie das wollte.

In den Nachrichten wurde die Bevölkerung aufgerufen, sich um Hilfsbedürftige zu kümmern. Lebensmittel waren schon seit Tagen rationiert. Besonders schlimm schien es in den Großstädten zu sein, dort hatten sich Schwarzmärkte etabliert, die von bewaffneten Banden kontrolliert wurden. Das Militär war mit dem Schutz der Grenzen und der Sicherheitszonen beschäftigt, die um wichtige Industrieanlagen gebildet wurden. Diese Schutzzonen wurden von staatlichen und privaten Unternehmen errichtet.

Die Zombieseuche griff in den Ballungsgebieten immer weiter um sich, da immer mehr, die sich infiziert hatten, versuchten, es geheim zu halten. Nicht jeder Infizierte verwandelte sich. Zumindest schien es so, als ob einige verschont blieben. Trotzdem wurde jeder, der als befallen galt, in ein Lager transportiert. Todeslager behaupteten manche, da aus denen keiner mehr entlassen wurde. Es gab Angehörige, die ihre infizierten Verwandten meldeten, und gab es andere, die ihren Lieben halfen unterzutauchen. Unterstützt wurden sie dabei auch von einer neuen religiösen Gruppe. Den Apokalyptikern.

Jana saß mit Sylvia am vierten Advent bei einem Glas Wein vor dem Fernseher, als sie Herrn Baier wieder sahen. Ihn und die verschwundene Nachtschwester, Hand in Hand, weiß gekleidet vor einer Infektionsklinik. Der Reporter eines neuen Privatsenders interviewte die beiden.

»In unserer Gemeinschaft befinden sich ehemalige Christen, Muslime, Buddhisten und Atheisten. Uns alle verbindet die Liebe zur Schöpfung, und die Erkenntnis, dass Gott etwas Großes mit uns vorhat. Die Toten, die durch seine Gnade wiederkehren sind seine erwählten Soldaten. Sie sollen die Erde von dem Geschwür das sich Menschheit nennt reinigen! Hier sollten diese Soldaten des Herrn verbrannt werden. Das können wir auf keinen Fall zulassen!« Im Hintergrund hörte man Explosionen, die Tür des Gebäudes öffnete sich. Die Kamera hielt noch auf die Menschen, die aus dem Bau gewankt kamen, als der Erste niedergerissen wurde. Der Journalist rette sich in einen Wagen, zog den Kameramann, der immer weiterfilmte, mit hinein und versuchte wegzufahren. Herr Baier stand lächelnd zwischen all den Gestalten. Das Fahrzeug hatte sichtlich Schwierigkeiten zu starten. Einige, die den Wagen erreicht hatten, zogen an den Türen, als der Wagen endlich einen Satz machte und mit aufheulendem Motor anfuhr. Der Fotograf, der die Kamera schwenkte, zeigte eine dumpfe Masse, die hinter ihnen die Straße füllte.

»Das war doch unser Baier?«, vergewisserte sich Jana bei Sylvia. Die nickte stumm und goss sich ein neues Glas Rotwein ein. »Wo kommen all die Menschen her?«

»Das war eine Klinik, die sich auf die neue Seuche spezialisiert hat. Die haben die Leute befreit. Alles Infizierte und ein paar von denen sahen ziemlich schlimm aus. Das waren Zombies. Die hatten Leichenhemden an. Ich hab gehört, dass die Wiedererweckten die Infizierten nicht angreifen, nur normale Menschen. Sie scheinen das irgendwie zu riechen, keine Ahnung. Baier wirkt ja ganz normal und sie sind nicht auf ihn losgegangen.«

»Baier ist total verändert, schon wie er aussieht! Und ich meine nicht die gelben Augen. Ich hoffe nur, er kommt nicht hierher mit seinen Zombies.«

»Wieso sollte er? Hier gibt es doch nichts für ihn. Hast du nicht zugehört? Sie wollen die Welt säubern, was immer er darunter versteht. Ich verstehe nicht, wieso da keine Bundeswehr ist. Ich meine, die mussten doch wissen, dass da was läuft.«

Sylvia schaute zu Jana. »Die Bundeswehr hat genug zu tun die Grenzen zu schützen und die sogenannten sicheren Zonen. Die haben keine Leute für jeden Spinner. In Russland haben sie Städte bombardiert, wo Befallene überhand nahmen. Das hat gar nicht gebracht. Schau zu, dass du bald fit wirst. Unsere Vorräte halten nicht ewig und wir sind hier keineswegs sicher. Es geht nicht um die Arbeit. Die Köchin und die Pflegehelferinnen würden den Laden drüben ganz allein schmeißen, aber sie essen unsere Vorräte und eine ist weg um ihre Familie nachzuholen. Wenn schon nicht von Infizierten, werden wir bald von anderen überrannt und ich weiß nicht, was schlimmer ist.«

Jana stand auf. »Ich mache, was ich kann. Ich telefoniere die ganze Zeit um Hilfe, doch die wenigen, die ich erreiche, haben selbst nichts. Dabei haben wir momentan genug für ein halbes Jahr, hat zumindest Markus behauptet.«

»Ja, aber das hat er gesagt, bevor die Neuen dazugekommen sind und wenn es die eine schafft, ihre Familie zu holen ...«

»Das schafft sie nicht.« Der Hausmeister war in die Küche gekommen, ohne dass die beiden Frauen ihn bemerkt hatten. Er grinste. »Was schaut ihr so blöd, ihr seid ziemlich unvorsichtig. Was, wenn jetzt ein Zombie reingekommen wäre? Den hättet ihr erst bemerkt, wenn er an eurem Arm gehangen hätte!« Er lachte, nahm sich ein Glas und goss sich den letzten Rest Wein ein.

»Woher willst du wissen, dass die nicht ihre Sippschaft anbringt?«

»Sie ist mit dem Fahrrad los. Keine gute Idee bei dem Wetter. Sie ist über die Absperrung gestürzt, die ich angebracht hatte, um uns zu schützen. Hat sich ziemlich schwer verletzt. Ich musste sie erlösen.«

»Du hast was? Warum hast du sie nicht hergebracht, vielleicht hätten wir ihr helfen können.« Jana schaute ihn entsetzt an.

»Sie ist ziemlich blöd gefallen, war bewusstlos, Blut aus den Ohren, offener Bruch am Arm. Da braucht es Intensivmedizin. Leider gibt es keine Rettungshubschrauber mehr, die man einfach so anfordern kann. Jede Minute hätte ihre Qualen verlängert. Ich habe sie erlöst. Ganz einfach. Sie hat nicht mal was gespürt. Du sitzt hier und siehst im Fernsehen ein paar schreckliche Bilder, ansonsten hast du keine Ahnung. Also halt den Mund Prinzessin.«

Jana ballte empört ihre Fäuste.

»Sie meint es nicht so, sie ist halt etwas zartbesaitet und noch nicht ganz fit«, versuchte Sylvia zu vermitteln.

Jana stand auf. »Sorry, ich bin müde.« Sie ging in ihr Zimmer und legte sich ins Bett. Sie nahm ihr Smartphone. Kein Empfang. Mal wieder. Sie musste hier weg. So schnell wie möglich. Aus der Küche hörte sie Sylvias Lachen. Der Tod der Kollegin schien ihr nichts auszumachen.

Wie praktisch, dass die Pflegerin es nicht geschafft hatte, ihre Leute über den sicheren Ort zu informieren. Ob Müller bei dem Unfall vielleicht nachgeholfen hatte? Sie wollte nicht darüber nachdenken. Ab morgen musste sie versuchen endlich wieder fit zu werden, sie durfte sich nicht weiter auf ihrer Krankheit ausruhen, egal was Markus dazu meinte. Überhaupt, was war mit Markus? Sie hatte ihn jetzt schon ein paar Tage nicht gesehen. Sie schlief ein, während sie versuchte, sich an seinen letzten Besuch zu erinnern.

Am nächsten Morgen zog sie sich warm an, trank den Tee, den Sylvia ihr hingestellt hatte, und stapfte dann durch den Schnee zum anderen Gebäude. Es war still. Zu still fast. Die Tür war abgeschlossen, doch sie hatte den Generalschlüssel dabei. Der Gang war sauber. Die Zimmer geschlossen. Vorsichtig öffnete sie die erste Tür. Zwei Bewohnerinnen lagen nebeneinander in vergitterten Betten. Beide hatten Katheter. Beide waren unglaublich dünn.
Die Tür öffnete sich. Sylvia. »Oh, Jana, bist du zur Arbeit gekommen? Die zwei sind schon versorgt. Bekommen jetzt nur ihre Nahrung.« Sie hängte Beutel an den Infusionsständer und befestigte die Schläuche an die Magensonde.

»Das ist keine Astronautenkost«, stellte Jana fest.

»Nein, natürlich nicht. Die haben wir für dich gebraucht, schon vergessen? Die beiden bekommen Haferschleim, verdünnt. Ihre Medikamente hat Markus abgesetzt und du siehst, bis jetzt haben sie überlebt. Markus ist wirklich sehr human. Andere hätten bei dem Krankheitsbild längst Sterbehilfe geleistet.«

»Was ist mit den anderen?«

»Die sind schon im Frühstücksraum.Die Rationen wurden gestreckt, was manchen ganz gut getan hat. Medikamente gibt es nur noch im äußersten Notfall. Ich wollte es dir schon länger sagen, aber du hast dich ja nicht allzu sehr für den Job hier interessiert.«

Jana schluckte. Ganz unrecht hatte Sylvia nicht.

»Die Köchin hat unter den Bewohnern ein paar Hilfen gefunden, sie backen heute Plätzchen. Morgen ist Weihnachten, da gibt es dann auch mal was anderes zu essen als nur Grießbrei. Die Leute freuen sich drauf. Markus hat sie gut im Griff, sie sind ihm dankbar, denn sie wissen, dass sie dem Rest der Welt egal sind.«

»Das hat Markus den Bewohnern gesagt?« Jana schaute entsetzt zu den beiden Bettlägerigen, die in diesem Zimmer dahinvegetierten.

»Ja sicher, warum soll er lügen. Jeden Abend stellt er die Nachrichten von dem neuen Privatsender an, damit alle Bescheid wissen. In den öffentlich rechtlichen Programmen wird ja selbst jetzt noch behauptet, dass die Ordnung bald wieder hergestellt sein wird. Wer daran glaubt, ist selber schuld. Die Bauern werden verpflichtet weiter zu machen, obwohl sie nicht die geringste Unterstützung bekommen. Paul war einige Male hier. Er hat übrigens immer nach dir gefragt.«

»Warum ist er nicht mal rübergekommen?« Jana hoffte, dass man ihrer Stimme nicht die Enttäuschung anmerkte.

Sylvia zuckte mit den Schultern. »Keine Ahnung. Markus hat ihm gesagt, dass du krank bist und Ruhe brauchst.«

Jana schaute auf die Bewohnerinnen, die wie tot in ihren Betten lagen, während die Nahrung durch Schläuche in die Peg-Sonde direkt in den Magen floss.

»Kommst du?« Sylvia hielt die Tür auf. Ihre Schritte klangen hohl auf dem leeren Gang. Als sie den Frühstücksraum betraten, musste Jana schlucken. Die Gesichter, die sich ihnen zuwanden, erinnerten an die Bilder von KZ Häftlingen, die in viel zu große Kleider gesteckt waren. Die Stille wurde von einer dröhnenden Stimme unterbrochen. »Hallo Jana! Schön, dass du wieder da bist!« Die Köchin, dick wie eh und je, nahm sie in den Arm. »Wir haben dich vermisst!«

Neben ihr standen zwei Frauen, die Jana vage vertraut waren. Zumindest mit einer hatte sie schon einmal gearbeitet.

»Wo ist Markus?«

»Der ist mit Herrn Müller unterwegs. Sie wollen jagen. Das gibt dann einen Festtagsbraten!« Lachend schaute sie sich um. Einige der Bewohner lächelten zaghaft.

Nie im Leben jagen die, dachte Jana.

Die Leute hatten sich wieder ihren Tellern zugewandt und löffelten eine undefinierbare Masse. »Haferbrei. Gezuckert und mit Ei. Gesünder geht es nicht«, bemerkte die Köchin, die Janas Blick registriert hatte. »Wir essen das Gleiche.« Sie wies auf einen Tisch am Rand. Der Brei auf ihrem Teller sah allerdings etwas anders aus.

»Arbeitende Menschen brauchen natürlich ein paar Kalorien mehr, als ältere Menschen, die den ganzen Tag nur herumsitzen«, erklärte sie Jana.

»Aber es ist toll, dass du hier bist, du kannst mit den etwas fitteren Leuten Plätzchen ausstechen, die Tische schmücken und alles etwas weihnachtlich herrichten. Die Männer wollen ein schönes Fest, wenn es schon sonst nichts gibt.«

Jana nickte. Die Männer wollten ein Weihnachtsfest. Das schien nicht nur für die Köchin sehr wichtig zu sein. Gut, für die Bewohner würde es eine schöne Abwechslung sein und wahrscheinlich das letzte Fest, wenn die Lage sich nicht änderte. Zumindest gäbe es an einem Tag mal etwas Gutes zu essen Sie verstand, dass das Essen rationiert wurde, aber so extrem hatte sie es sich nicht vorgestellt. Markus schien genau ausgerechnet haben, wie viel er den Leuten geben musste, damit sie nicht verhungerten. Dabei war eigentlich genug da. Wenn sie nur mal so überschlug, was an Vorräten da gewesen und was alles dazu gekommen war, hätte kein Bewohner Hunger leiden müssen. Jetzt noch nicht.


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    Wieder mal ein tolles Kapitel! Ich bin schon richtig auf das Nächste gespannt und wie alles ausgehen wird. LG, Wolfslady

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