You're Not the Same

„Jack, ich brauche dich.“

Niemals wurden wahrere Worte gesprochen.

Obwohl, wie wahr, wusste ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.

Dieser Satz, war nur einer von vielen Dingen, die sich in dieser Nacht als etwas Prophetisches erwiesen. Beachtet, wie ähnlich prophetisch und pathetisch klingen und ihr habt das ganze Szenario so ziemlich vor Augen.

Allerdings, hab ich die Geschichte nicht am Anfang begonnen. Der Anstoß dafür, das ich diese vier eher schicksalhaften Worte ausgesprochen habe, ist nicht besonders schön. In der Tat ist er geradezu demütigend, aber ums auszusprechen, je peinlicher die Wahrheit, umso besser ist die unausweichliche Erlösung. Und damit muss ich euch mit zurück nehmen, zurück zu einem Mittwochabend, vor nicht allzu langer Zeit...

.........

Die Musik der sieben Uhr Nachrichten ertönte, als ich die Wohnung meines Freundes betrat, es schien, als würde er niemals seine Tür verriegeln oder den Fernseher ausschalten. Meine Tasche lag schwer auf meinen Schultern und mein Körper war von einem sehr langen Tag erschöpft. Ich ließ meine Tasche auf den Boden fallen und stolperte in Richtung Küche, wo ich den Wasserhahn aufdrehte und mit meinen Händen etwas Wasser schöpfte. Ich nahm einen großzügigen Schluck. Okay, es hätte nur ein paar Sekunden mehr gedauert, um ein Glas heraus zu holen, aber es war einer dieser Tage, wo sogar dieser winzige kleine bisschen mehr Aufwand, mein Untergang hätte sein können.

Ich hasste Mittwoche. Daran zu denken was man bis Mittwoch schon für einen Scheiß erlebt hatte und dann festzustellen das nochmal genau soviel Zeit bis zum Wochenende verging, war absolut herzzerreißend. Ich hasste diesen Mittwoch insbesondere. Meine Klassen waren unendlich langweilig gewesen, ich hatte das Mittagessen wegen unvollendeter Kursarbeit, die ich in meiner Pause vervollständigen musste, verpasst und auf der Arbeit war höllisch viel los gewesen. Das einzig Gute war, das ich früh Feierabend machen konnte, weil eines der anderen Mädchen verzweifelt mehr Stunden haben wollte. Ich hatte sie ihr bereitwillig gegeben und machte ein paar Stunden früher, als ich es normalerweise getan hätte Schluss. Und das nicht gerade begeistert wie man sich denken würde, sondern mit schwerem Herzen, weil ich wusste, das ich die extra Zeit nutzen würde, um Lesestoff für die Uni-Kurse abzuarbeiten.

Nun, ich würde mit der Hausaufgaben Sache anfangen, nachdem ich meinen Freund besucht hatte. Immerhin, wird uns Studenten nicht immer gesagt, das Studieren nicht alles ist und das wir eine gute Balance zwischen Arbeit und Spaß haben sollten? Das war zumindest der Spruch, den wir im Moment aufgrund des erschreckend hohen Stress - Levels, unter denjenigen von uns, die im ersten Jahr der Rechtswissenschaften an der Universität Grove studieren, zu hören bekamen.

Jedenfalls dachte ich, es wäre eine gute Idee bei Brad (nicht der beste Name, ich weiß, aber wir arbeiten mit dem was wir haben) vorbei zu schauen, bevor ich mich nach Hause begeben würde, um mit der Erarbeitung der Feinheiten des Vertragsrechts anzufangen.

Ich wischte meine nassen Hände an meiner Jeans ab und lief in Richtung von Brads Schlafzimmer und fragte mich, warum er noch nicht heraus gekommen war, um mich zu begrüßen. Er musste mich hereinkommen gehört haben, schließlich war ich nicht gerade auf Zehenspitzen unterwegs.

Ich begann bereits zu sprechen, bevor meine Hand überhaupt auf der Türklinke lag, ist eine alte Angewohnheit von mir, und damit begann der wahre schreckliche Teil des Mittwochs:

„Brad, bist du beschäftigt? Tut mir leid das ich so herein platze, aber....huh.“

Jup, ich hab tatsächlich 'huh' gesagt, und das auch nicht auf eine fragende Art und Weise, sondern eher in Resignation. Ich könnte jetzt etwas sagen wie, 'Ich hatte eine Art Vorahnung.' aber das wäre absoluter Schwachsinn, und ich werde eure Intelligenz nicht beleidigen, indem ich solche Aussagen treffe.

Nope, das 'huh' kam heraus, wie es kam, wegen des riesigen, sich hebenden nackten Busens, der mir entgegen blitzte, als ich Brads Schlafzimmer betrat.

Jetzt mal ehrlich, was sollte ich denn auch sagen? 'Netter Vorbau'? Ich denke, das hätte wirklich die Grenzen des Anstands überschritten, die, so wie es aussah, bereits stark getestet wurden.

Also, wir haben festgestellt, das meine erste Reaktion 'huh' war, die zweite, fürchte ich, war kein bisschen dramatischer. Das einzige an das ich denken konnte war, die großen Milchmonster zu bedecken und daher schnappte ich mir einen von Brads Pullovern, welcher über seinen Schreibtischstuhl hing, und reichte ihn wortlos dem Mädchen, welches die enorme Verantwortung hatte, diese Bazookas überall mit hin zu schleppen.

Gott sei Dank, wurden die Brüste dann endlich verpackt und mein Sehradius erweiterte sich dramatisch. Ich hob meinen Blick von dem Brustbereich und erkannte, das ich das Mädchen, das unbeholfen in Brads scheußlichen Strickpullover da stand, erkannte.

„Hi Allison.“ begann ich höflich „Was zum Teufel ist hier los?“ Okay, also das sagte ich weniger höflich, aber ich glaube unter den gegebenen Umständen, hatte ich einen angemessenen Grund.

„Hi Talia“, erwiderte sie nervös, „Ich werde einfach, ähm, jetzt gehen...“ Sie begann langsam, um mich herum in Richtung Tür zu gehen, aber ich streckte einen Arm aus, um sie zu stoppen.

„Du hast nur einen Pullover an. Nimm dein Zeug“ ich hatte das Gefühl, das ich ein wenig zu nett war, und fügte deshalb in einem schärferen Ton hinzu „Und dann verschwinde.“

In diesen Moment schaute ich endlich zu Brad. Er lag inmitten der zerknautschten Laken, hatte sich jedoch auf einen Arm abgestützt, während der andere auf dem Boden nach seiner Boxershorts suchte. Während Allison ihre Kleidung einsammelte und sich eiligst umzog, beobachtete ich mit ein wenig Genugtuung, wie Brads Fingerspitzen, andauert nur um Millimeter, den seidigen Stoff seiner Unterwäsche verfehlte.

Das ganze fühlte sich so unwirklich an.

Brad und ich gingen seit ca. sechs Monaten miteinander aus und ich dachte, wir wären ziemlich solide. Er war zwei Jahre über mir in Jura und wir hatten uns auf einen dieser 'Kennenlern-BBQ', die die Uni andauernd hielt, kennen gelernt. Er war gutaussehend, auf diese 'Ich verbringe meine Freizeit gerne in dunklen Räumen und grübele über die Sinnlosigkeit des Lebens' Art, mit blasser Haut, schwarzen gewellten Haar und ebenso dunklen Augen. Trotz seines Aussehens war er keiner von diesen tief, philosophischen Typen, die einen zu Indie-Filmen in verschiedenen Sprachen mitschleppten. Nein, er war einfach ein Jura-Student im dritten Semester, das bedeutet, er trank eine menge Bier und wusste mehr als nur ein wenig, über unerlaubte Handlungen Bescheid.

Ich war um ehrlich zu sein ein wenig erstaunt, als er auf mich zukam und mich fragte, ob ich noch was Trinken wollte; die älteren Studenten stiegen selten von ihrem hohen Ross herab, um mit erst Semestern abzuhängen. Und auch, wenn ich durchaus hübsch bin, wenn ich mir Mühe gebe, bin ich nicht auffallend umwerfend.

Ich habe Honig blonde Haare, welche an manchen Tagen eher in Richtung blond gehen und an anderen, als nichts anderes als braun beschrieben werden können. Meine Augen sind Haselnussbraun und folgen dem Beispiel meiner Haare und schienen nicht in der Lage zu sein, zu entscheiden, welche Farbe sie sein wollten. An manchen Tagen waren sie grün, an anderen braun, aber diese Dinge sind erstaunlich häufig und nichts was die Leute wissen, wenn sie mich zum ersten Mal treffen. Ich bin mittelmäßig gebaut, mittelgroß, mittel- wirklich alles, selbst meine Kleidergröße schreit Medium. Für gewöhnlich trage ich ein Top mit V-Ausschnitt und ein paar Jeans. Einfach, klassisch und perfekt für mein Leben, welches sich rund um die Uni und Arbeit dreht, von denen keines einen übermäßigen Gebrauch von Spaghetti-Tops oder Miniröcke erfordert.

In Anbetracht der Situation mit Allison, in der ich gerade herein geplatzt war, hätte mich Brad bei unseren ersten treffen fragen sollen, ob ich ein Würstchen haben wollte, welches mich ziemlich schnell hätte, davon laufen lassen. Jedoch war es nicht das was passiert war. Ich nahm das Angebot an und nachdem er einen Plastikbecher voller lauwarmen Bier gebracht hatte, unterhielten wir uns für den Rest des Nachmittags.

Er war höflich, interessant und vor allem hatte er mich nicht wie eine verdammte erst Semester Studentin behandelt, wie es die meisten anderen, älteren Jurastudenten die ich getroffen hatte, getan hatten. Als die Sonne begonnen hatte unterzugehen und wir feststellten, das bereits jeder andere gegangen war, hatte er mich um eine richtige Verabredung gebeten, und ich hatte keine Bedenken, ja zu sagen.

Danach haben wir uns so oft wie möglich getroffen, aber da wir beide die Uni besuchten, allerdings in unterschiedlichen Klassen und beide Arbeiten gingen, war es nicht ganz so einfach Zeit miteinander zu verbringen. Trotzdem schafften wir es ein paar mal die Woche auszugehen und waren glücklich damit gewesen.

Na gut, es gab Momente, in denen ich dachte, dass er ein totaler Arsch war. Wie, als er nicht auf der Hochzeit meiner Cousine aufgetaucht war, obwohl er versprochen hatte da zu sein. Oder als er gesagt hatte, dass er nicht verstehen könne, warum die Leute wegen AFL (Australian Football League) so durchdrehten. Aber ich hatte ihn die beiden Übertretungen vergeben und die anderen kleinen belanglosen Dinge, waren es nicht Wert sich darüber aufzuregen. Und was sollte es, das er eine überaus Körper-Kontaktfreudige Person war und ich, nun ja, war es nicht? Er respektierte das ich meinen Abstand brauchte und wir kamen gut miteinander aus.

Oder das dachte ich zumindest. Ohne Frage war dieser Brad, der hier herum fummelte und versuchte seine Blöße zu bedecken, nicht der, den ich kannte.

Allison hatte schließlich alle ihre Sachen zusammen und hatte sich ihren Rock übergeworfen, machte sich aber nicht die Mühe ihn zu richten, obwohl er schief auf ihren Hüften hing. Sie huschte zur Tür und blieb gerade mal lang genug stehen, um die Worte 'Tut mir leid' mit den Mund zu formen, wobei ich nicht weiß, ob sie an mich oder Brad gerichtet waren. Sie schloss die Tür leise hinter sich und mein Freund und ich blieben in absoluter Stille zurück und starrten einander an.

Ich hatte nicht vor ihn mit meinem Schweigen oder so auf die Nerven zu gehen, ich wusste nur einfach ehrlich nicht, was ich sagen sollte. Also wartete ich darauf, dass er anfing. Er hatte schließlich seine Boxershorts gefunden und zog sie zappelnd unter der Decke an.

Letztendlich nervte ihn mein Schweigen dann wohl doch und er schnauzte: „Nun, fang schon an, Schrei, kreische oder mach all das. Bringen wir es hinter uns.“

Wenn ich daran zurück denke, kann ich es nicht fassen, das ich es geschafft hatte, meine Wut im Zaum zu halten. Wie konnte er es wagen sauer auf mich zu sein? Ich hasste es, wenn Leute den Spieß umdrehten, wenn sie sich schuldig fühlten. Allerdings war ich so sehr im Schock, dass ich als Reaktion darauf, nur eine Augenbraue leicht anhob, was ihn scheinbar noch mehr ärgerte, als wenn ich einfach eine Harpyie Nummer abgezogen hätte.

„Um Gottes willen, Talia, sag etwas.“ explodierte er ein paar weitere Momente später, in denen alles, was gehört werden konnte, nur der Verkehr vor seinem Fenster war.

Schließlich wachte ich aus meiner Benommenheit auf und sagte eher beiläufig. „Du magst Allison nicht mal.“

Er schnaubte vor Lachen und dann zuckte er auf diese 'Was soll ein Mann schon machen' Art mit den Schultern, das riss mich nun endlich total aus meiner Benommenheit, und wies meinen Verstand auf das hin, was ich gerade unterbrochen hatte.

„Du hast Mittwoch Abends in deiner Wohnung Sex mit Allison, während ich Arbeiten bin?“ Fragt mich nicht, warum ich für den Sachverhalt noch eine Bestätigung brauchte, es war ja nicht so, das die Situation auch nur ansatzweise zweideutig gewesen wäre. Er öffnete den Mund, um zu antworten, aber ich unterbrach ihn. „Wie lange? Wie lange vögelst du sie schon?“

„Allison? Erst seit ein paar Wochen. Es tut mir wirklich leid, Baby.“ Er stieg aus dem Bett und kam mit ausgestreckten Armen auf mich zu, aber ich trat schnell zur Seite. Etwas an der Art, wie er gefragt hatte, ob ich Allison insbesondere meinte, gab mir ein mulmiges Gefühl.

„Sie ist nicht die einzige, nicht wahr? Du hast mit anderen Mädchen herum gemacht, während wir zusammen waren? Herrgott Brad, wie viele?“

Er griff erneut nach mir, während er sagte: „Nicht so viele Talia, mach keine große Sache daraus. Es war nur Sex.“ fügte er nachträglich hinzu.

Was für ein Klischee! Denkt irgendein Mann da draußen tatsächlich, das es das ganze okay macht? Wenn ja, gibt es ein böses Erwachen und es war meine Pflicht dies Brad zu erklären. Ich dachte darüber nach ihm ruhig zu erklären, das Frauen dieses Ding Namens Gewissen hatten und an das Konzept der Treue glaubten, aber das schien mir zu zeitaufwendig, also entschied ich mich für die verkürzte Version.

„Du Scheißkerl.“ Da. Das deckt soweit alles ab.

Er ließ dann seine Arme und seinen versöhnlichen Ton fallen und schaute wieder wütend drein. „Nun komm schon Talia, du kannst nicht wirklich überrascht sein.“ knurrte er.

Nicht überrascht? War er verrückt? Glaubte er wirklich, ich wäre bei ihm geblieben, wenn ich nur ansatzweise vermutet hätte, dass er mich betrügt?

„Warum sollte mich das ganze nicht überraschen?“, fragte ich, mit bewundernswerter Selbstbeherrschung. Was ich wirklich tun wollte, war, etwas Hartes in seine privat -region zu schlagen.

Er lachte, ein kleines irritierendes Lachen, das mich meine Hände hinter meinen Rücken zu Fäusten ballen ließ, um mich selbst in Schach zu halten. „Du kannst nicht wirklich so blind sein. Du weißt das die Dinge seit Rorys Party unangenehm sind.“

Ich zuckte zusammen.

Daran hatte ich überhaupt nicht mehr gedacht. In Wahrheit hatte ich versucht das ganze aus meinem Gedächtnis zu streichen, aber es war einer jener Momente, von denen ich wusste, dass ganz egal wie sehr ich versuchte es zu löschen, ich mich immer daran erinnern würde.

Rory war einer von Brads Freunden und bekannt für die extravaganten Partys die er schmiss, wo so gut wie die gesamte Uni eingeladen wurde und auch fast jeder auftauchte. Sie waren bekannt dafür über das gesamte Wochenende zu gehen und brachen erst montags ab, wenn die Leute benommen zu ihren Vorlesungen taumelten.

Brad und ich waren zu der Zeit schon etwa für fünf Monate ein Paar gewesen, also war ich bis dahin schon auf ein paar von Rorys Partys gewesen. Ich fühlte mich an diesen Abend ziemlich gut, als ich in Brads Armen tanzte und zuversichtlich auf eine gute Zeit war.

Die Nacht rauschte verschwommen durch Tanz und Plauderei an mir vorbei, allerdings wurde die Verschwommenheit nicht durch Alkohol verursacht. Ich bin kein großer Trinker, ich hab nichts dagegen oder so was, aber nach einem eher unglücklichen Zwischenfall mit einem Kerl, auf der 'Sweet 16th“ Party einer Freundin, bevorzugte ich es auf Partys lieber einen klaren Kopf zu behalten.

Etwa um kurz nach 3 Uhr Morgens fing ich an Müde zu werden und ging nach oben, um zu versuchen Brad zu finden, um ihn zu sagen, das ich nach Hause fahren würde. Mein Bruder wollte mich mitnehmen, also musste Brad nicht gehen, wenn er nicht wollte.

Ich sah meinen Freund aus dem Badezimmer im Obergeschoss kommen, er roch ziemlich stark nach Bier und schlang einen Arm um meine Schultern, führte mich in eines der Schlafzimmer, und schrie mir dabei praktisch ins Ohr, was für eine gute Zeit er hier hatte. Ich erlaubte ihn lachend weiter zu plappern und ignorierte den stetig zunehmenden Druck seines Arms um mich herum. Aber seine Haltung änderte sich langsam und er begann mich in die Richtung des Bettes zu drücken. Meine Beine stießen schließlich gegen die Kante und ich fiel rückwärts auf die Matratze, woraufhin Brad auf mich krabbelte.

Die Aufmerksamkeit genießend, ließ ich ihn mich küssen, ignorierte dabei den sauren Geschmack des Biers und das ich mich nicht wirklich wohl dabei fühlte, mit ihm an einem Ort herum zu machen, wo jederzeit jemand hineinplatzen konnte. Als ich allerdings bemerkte, das die Hand die nicht zärtlich mein Gesicht streichelte, die Knöpfe meiner Bluse öffnete, änderte sich meine Stimmung schlagartig. Ich löste meine Lippen von seinen und stieß ihn ohne Vorwarnung von mir, so dass er auf den Boden fiel, von wo er mich elendig anschaute.

„Was zum Teufel...“

„Nicht hier Brad.“, sagte ich knapp, schloss meine Bluse und stand vom Bett auf.

„Nicht hier und nirgendwo anders.“ grunzte er. „Meine Freundin, meine Damen und Herren, schwieriger hineinzukommen, als in das beste Restaurant der Stadt.“

„Ich hab dir gesagt, das ich noch nicht bereit dafür bin.“, sagte ich würdevoll. „Und mein erstes Mal wird sicherlich nicht im Obergeschoss bei einer von Rory Murragh’s Partys sein.“

„Ich werde nicht ewig warten, das ist dir schon klar. Es gibt jede menge anderer Mädchen, die bereit sind mit mir in die Kiste zu springen, auch wenn du es nicht bist.“ Er hatte in den Teppich gemurmelt und sah so aus, als würde er jeden Augenblick einschlafen.

Tief verletzt hatte ich das Zimmer eiligst verlassen und rannte im Flur gegen Matt, meinen Bruder. Er war rauf gekommen, um nach mir zu suchen und war nicht besonders begeistert, mich hier Oben in den „Nur für Paare“ Bereich zu finden. Ältere Brüder. Was soll man machen?

Jedenfalls, war Brad am nächsten Tag reichlich entschuldigend gewesen, und machte alles, darunter auf seine Knie fallen und um meine Vergebung betteln, und wie der Dummkopf, der ich nun mal bin, ließ ich den Vorfall fallen. Wohlgemerkt, ich bin keins dieser dummen Mädchen, die ihre Augen vor dem schrecklichen Verhalten ihres Freundes schließen. Es war nur einmal in sechs Monaten und ich glaubte das es ihn wirklich leid tat. Wir alle machen Fehler, vor allem unter dem Einfluss von Alkohol.

Also schmerzte die Tatsache das er diese Nacht erwähnte, von der er versprochen hatte, das es nur betrunkenes Gelaber war, wirklich.

„Du wusstest von vorneherein, wie es läuft, Brad.“ schnappte ich. „Ich hab dir vom ersten Date an gesagt, das ich nicht einfach mit dir ins Bett springe.“

„Ja, aber ich war mir nicht bewusst darüber, dass die Sperre für deinen Körper für die ganze Zeit, die wir zusammen sind gilt. Wartest du, bist du verheiratet bist oder so was? Was ist los mit dir?“

„Ja, weil mich deine Haltung jetzt gerade so dumm fühlen lässt, dass ich nicht bei der erst besten Chance die ich hatte, mit dir ins Bett gesprungen bin.“, erwiderte ich Sarkastisch, während Übelkeit in mir aufstieg.

Das Problem war, das er der ganzen Sache ziemliche nahe kam. Ich wusste nicht, was mit mir los war, ich hab mich nur nie besonders wohl bei dem physischen Teil in einer Beziehung gefühlt. Ich war nicht lesbisch oder so, eine ganze Weile lang war ich mir sicher, das wäre die einfachste Lösung, aber leider Gottes bin ich einfach nicht so geneigt.

Vielleicht lag es daran, das ich einen Beschützerischen älteren Bruder hatte, oder den Überresten eines psychischen Schadens, von dem zusammentreffen mit dem Kerl auf der Party, wo Alkohol und meine eigene Dummheit mich in eine missliche Lage gebracht hatten, das ich so bin, wie ich bin. Ich wusste es nicht, aber jedes mal, wenn die Aktion weiter als ein leichter Kuss ging, verkrampfte ich mich und fühlte mich unwohl.

Mit Brad zusammen zu sein, der so Verständnisvoll schien, hatte meine Ängste ein prüder Freak zu sein, ein wenig beruhigt, aber all meine Unsicherheiten waren mit einen Schlag zurück.

„Du kannst so zickig sein, wie du willst, Babe, aber die Wahrheit ist, das du nie in der Lage sein wirst, einen Freund lange zu halten, wenn du einen nicht ein wenig....eigentlich viel mehr, an dich ran lässt.“, sagte er grausam, vermutlich spürte er das er die Oberhand hatte.

„Wann bist du nur so ein Arschloch geworden?“ zischte ich, meine Augen füllten sich mit unerwünschten Tränen. „Ich kann nicht glauben, das ich nicht bemerkt habe, was für ein Wichser du bist. Nun, Allison und die anderen Mädchen können dich gerne haben.“ Ich stürmte aus seinem Schlafzimmer und den Flur hinunter und bemerkte fast sofort, das er mir folgte und das er sich wieder in den fürsorglichen, sensiblen Brad zurück verwandelt hatte.

„Talia, Baby, es tut mir so leid, ich meinte das nicht so. Ich bin bereit zu warten, das bin ich wirklich.“

Ich ergriff meinen Rucksack, riss die Haustüre auf und wartete nur lang genug um: „Verpiss dich und verrecke!“ zu schreien, bevor ich einen hastigen Rücktritt zu meinem Auto antrat.

Ich konnte nur ein paar Kilometer fahren, bevor ich an der Straßenseite stehen bleiben musste, weil meine Tränen meine Sicht zu sehr beeinflussten um sicher fahren zu können. Mit verschleierter Sicht, stellte ich den Motor ab, zog meine Füße auf den Sitz, schlang meine Arme um meine Beine und schluchzte gegen den Stoff meiner Jeans.

Erst als die Tränen, die durch das Gewebe gesickert waren, auf meiner Haut kühl wurden, bemerkte ich, das ich aufgehört hatte zu weinen. Ich griff in meine Tasche, um ein Taschentuch heraus zu holen, säuberte mich und lehnte mich erschöpft zurück. Was für ein Tag. Ich wusste das ich den Mittwoch aus gutem Grund hasste. Das andauernde wiederholen von Brads verletzenden Worten in meinen Kopf, ließen ein paar weitere Tränen aus meinen Augen kullern, aber es hatte auch einen anderen Effekt.

Ich wurde unglaublich sauer.

Eigentlich viel mehr wütend. Und nicht, wie man erwarten würde, auf Brad. Nein, ich war wütend auf mich selbst. Wie lange hatte Brad mich zum Narren gehalten? Wie lange hatte ich mich in den glauben gelassen, dass er der perfekte Kerl für mich war? Wie lange hatte ich meine Angst für körperliche Beziehungen, mich daran hindern lassen, das Leben im vollen Umfang zu leben?

Die letzte Frage war es, die mich am meisten aufregte und ich überlegte hin und her, um herauszufinden, wie ich sie überwinden konnte. Vor etwa einer Stunde oder so, wäre die offensichtliche Antwort gewesen, mit Brad ins Bett zu gehen und das ganze hinter mich zu bringen, aber das war jetzt keine Option mehr. Und überhaupt erschauderte ich schon beim Gedanken, es nur mit ihm zu tun, um ihn Glücklich zu machen.

Plötzlich donnerte die Antwort wie ein ganz großer Blitz in meinen Kopf. Ich konnte nicht fassen, das ich nicht vorher schon auf die Idee gekommen war! Was ich brauchte, war jemand, der mir diese Teile in einer Beziehung, mit denen ich solche Probleme hatte, beibrachte. Jemand, der sich genug um mich sorgte, um meine Notlage zu verstehen und der Rücksichtsvoll und geduldig mit mir wäre. Jemand, der wie ein Bruder wäre, aber eindeutig nicht mein Bruder war (ewgh), und ich wusste auch schon ganz genau wer.

Ich schaltete den Motor wieder ein und haute den ersten Gang rein. Ich raste nach Hause und ignorierte das Tempolimit dabei, aber begegnete der Polizei Glücklicherweise nicht, da ich bezweifelte das sie vollkommen verständnisvoll für die Gründe gewesen wären, weshalb ich das Gesetz brach. Mit meinem kleinen Auto sauste ich in die Parklücke, eilte über den Asphalt zu dem Wohnblock, in dem ich lebte und rannte die Treppen rauf und bis zu meiner Wohnungstür.

Ich musste einen Moment dort verharren, während ich in meiner Tasche nach meinen Schlüsseln suchte. Aber ich fand sie schließlich und platzte eilig ins Wohnzimmer. Ich schmiss meine Tasche auf den Boden und rannte praktisch quer durch das offene Wohn- und Eßzimmer und den Küchenbereich, bevor ich vor vier verschlossenen Türen stand. Ich schmiss die zweite von links auf und keuchte:

„Jack, ich brauche dich.“

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beta
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