Ich halte mir die Ohren zu.
Das heiße Wasser strömt auf mich hinab.
Es brodelt auf meiner Haut.
Ich spüre jeden Tropfen Wasser.
Ich schließe meine Augen.
Es fühlt sich wie Regen an.
Ich spüre keine Hitze mehr.
Nur die Eiseskälte des heftigen Regens.
Er wird stärker.
Ein Gewitter.
Es blitzt.
Ich habe Angst.
Es donnert.
Ich zucke zusammen.
Ich öffne die Augen einen Spalt.
Alles überflutet.
Brücken liegen in Trümmern.
Bäume sind zerfetzt.
Es ist düster.
Alles ist durcheinander.
Alles ist kaputt und mitgenommen.
Ich schreie.
Ich kreische.
Ich schlage in die Luft.
Ich trete gegen einen abgebrochenen Ast.
Ich verliere das Gleichgewicht. Und falle und falle und falle.
So tief.
In ein schwarzes Loch.
Ich spüre wieder festen Boden unter den Füßen.
Ich öffne den Mund, Luft durchströmt meine Lungen.
Ich öffne meine Augen wieder und sehe klar.
Ich nehme die Hände wieder von meinen Ohren und höre das Wasser weiter tropfen.
Alles ist wie vorher.
Nur ich,
Ich bin anders.



Comments

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    Ein kraftvoller Text, der in die Tiefe geht! 5/5

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    Ich habe so eine gaensehaut. 5 Sterne! Ich kann mich so gut mit diesem.innerlichen Schmerz und Chaos identifizieren gerade. Du hast mich damit echt gekriegt. Werde es gleich noch einmal lesen. Danke fuer diesen wunderbaren Einblick Johanna

  • Author Portrait

    Ein toller Text:) Man hat eine Vorstellung von dem was du schreibst und kann sich so einfühlen, als würde dass wo du schreibst real werde. 5 Sterne:)

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