Zweifel und Eifersucht

Zweifel und Eifersucht

An Schlaf war in dieser Nacht nicht für mich zu denken. Ich war über mich schockiert. Vor meinem inneren Auge liefen immer wieder die Bilder ab, als Snape mir so unerwartet nahe war. Was war da passiert?

Dies hatte ich nicht wirklich getan, oder? Ich meine, ich hatte wirklich und wahrhaftig Geld angenommen, von einem Mann, mit dem ich an einer frei zugänglichen Stelle Sex gehabt hatte und das Brutalste an der Geschichte war, er war mein Professor und hatte keine Ahnung, wen er da so hemmungslos gevögelt hatte! Ich hatte wohl ein Talent mich in blöde Situationen zu bringen, oder was? Ich beantworte das mal mit, ja! Natürlich hatte ich nun die Sorge, hätte Snape mich nicht erkennen müssen, da meine Gesichtszüge nicht verändert waren? Aber ich rief mir in Erinnerung, dass ich auch noch stark geschminkt gewesen war. Das beruhigte mich, denn das ging, wenn ich Minna wurde, immer mit einher, die Augen stark betont und getuscht, auch wagte ich da einen tiefdunkelroten Lippenstift aufzulegen. Kein Wunder, dass er gedacht hatte, ich würde dem Gewerbe nachgehen.

Auch kam mir der Gedanke, dass bis jetzt fast keiner die Dumbledore-Brüder als das erkannt hatte was sie waren, enge Verwandte. Außer man ging wie ich mit diesem Wissen gezielt auf sie zu und ich war mir sicher, dass der Professor viel denken wollte wer oder was ich war, Minna aber nicht mit Hermione in Verbindung brachte. Nun rollte wieder die Erkenntnis über mich, dass ich seiner Forderung nach einer schnellen Nummer nachgegeben hatte, aber wie hätte ich aus dieser Sache sonst raus kommen sollen, ohne dass er wie ein tollwütiger Hund die Fährte aufgenommen und mich verfolgt hätte! Denn Snape war ein misstrauischer Scheißkerl, der wenn er Lunte roch nicht so schnell aufgab. Also hatte ich ihm gegeben was er wollte.

Wie er mich an die Mauer gedrückt hatte,… Himmel… ich rotierte in meinem Bett. Was machte mich gerade fertig? Was war die Ursache? Das versuchte ich zu analysieren, aber ich glaubte, ich kam dem Kern des Übels gerade nahe und ich bestand mir selbst gegenüber auf absolute Ehrlichkeit. Ich würde mir nicht in die Tasche lügen.

Der Sex erschütterte mich deswegen, da es nur um seine Befriedigung gegangen war, so hatte er mich auch genommen, ohne Rücksicht auf Verluste. Das auch ich einen Orgasmus bekommen hatte lag nicht an seinem Bemühen mir einen zu verschaffen, oh nein, er hätte, wenn er vor mir gekommen wäre, das Ganze eiskalt beendet. Seine Gesten und Taten in der Gasse waren nur dafür da gewesen ihn zu befriedigen, das war wohl das Leben und der Sex einer Prostituierten, aber ich war das nicht gewöhnt, denn ich war schließlich kein leichtes Mädchen, verdammt! Schließlich hatten Cedric, Victor und Sirius alles dafür getan, dass ich das gleiche Vergnügen an der Sache hatte wie sie, aber Snape hatte, wenn ich das Revue passieren ließ, meine Brüste nur für sich stimuliert und als er mich mit seinem Finger gefickt hatte, hatte er dies nur getan, um für genügend Feuchtigkeit zu sorgen, ob ich dabei große Lust empfunden hatte oder nicht, war zweitrangig gewesen, schließlich hatte er dafür bezahlt.

Dass mir dank meiner verdorbenen Erregtheit und meiner verderbten Fantasie doch ein Orgasmus von ihm beschert worden war, hatte vielleicht sogar ihn verwundert, weswegen ich mir jetzt ziemlich sicher war, dass ich die meiste Schuld an seiner Anfrage mit der Eule hatte. Auf der anderen Seite konnte ich froh sein, dass nur das passiert war. In den Kreisen, in denen ich mich derzeit bewegte, war das ich Geld für den Sex bekommen hatte, wahrlich nicht das Schlimmste. Ich hätte auch jederzeit vergewaltigt werden können, da hätte auch kein Hahn danach gekräht. Ich gab mich in meinem Selbstmitleid einem großen Luxus hin, denn an sich war nichts Schlimmes passiert. Warum also jammern? Er hatte ja schließlich dafür bezahlt. Ahrrr, das schien mich irgendwie am meisten zu stören. Komisch oder?

Oh, ich musste schnell mit mir ins Reine kommen, denn gleich würde ich Sirius gegenübertreten müssen und er würde mit Sicherheit wissen wollen, was die Twins und ich in der Nacht getrieben hatten und meine Göttin, getrieben hatten wir es alle, aber wie, das war mein verdammter Zynismus, der mit mir durchging. Ich vergrub aufstöhnend mein Gesicht in meinem Kissen, denn ich konnte und wollte es immer noch nicht glauben. Es pochte leicht hinter meinen Schläfen. Geistige Notiz an mich, für mein Sortiment an Tränken musste auch noch ein Katertrank her, man sollte schließlich für jede Situation gerüstet sein, denn die von Snape bezahlten Schnäpse verursachten mir einen bösen Kater. Schön, dass ich über meiner inneren Zerrissenheit schon wieder planen konnte und wenn es nur das war, was ich noch in meiner Giftküche brauen würde. Wenn ich so darüber nachsann, sollte ich eigentlich unheimlich stolz auf mich sein, dass ich in der Lage gewesen war dem mentalen Angriff standzuhalten.

Ja, ich musste erstaunliche Fortschritte in der Okklumentik getan haben, wenn es mir möglich war einem Kaliber wie Snape zu widerstehen. Ich lächelte glücklich in das Kissen. Oh ja, dafür hätte ich ein Ohnegleichen verdient. Positives Denken war nun die Devise. So schlecht war der Abend gar nicht verlaufen, dachte nur an die Twins, die nun mit absoluter Gewissheit wussten, dass sie füreinander geschaffen waren und an sich so was von schwul waren, wie es schwuler nicht ging! Vielleicht, das ein oder andere Abenteuer in ihrem Leben, aber niemals ohne den Anderen. Darüber freute ich mich sehr, denn nach meiner bescheidenen Ansicht gehörten sie zusammen. Jede dritte oder vierte Person hätte in dieser Dualität gestört. Sie waren gewitzte Erfinder, die sich gegenseitig anspornten und forderten wie kein Außenstehender dazu in der Lage gewesen wäre. Diese zwei waren ein dynamisches Ganzes.

Gleichzeitig legte sich bei diesen Gedanken eine leichte Lethargie über mich, da mir meiner Ansicht nach kein Partner beschieden sein würde, der von mir wirklich alles wissen konnte und durfte. Ich war allein. Reiß dich zusammen Hermione, du warst immer gern allein, das hast du früh schon so entschieden, niemandem alles zu erzählen, eine einmal getroffene Entscheidung sollte nicht betrauert oder gar angezweifelt werden, daran etwas zu ändern war eh nicht mehr möglich. Ich drehte mich wieder unruhig um und stöhnte gequält auf. Auwa, tat das weh. Mein Unterleib fühlte sich schrecklich wund an, aber einen Trank würde ich nicht nehmen, diese Blöße wollte ich mir nicht geben, das wäre zu peinlich.

Ich wollte nicht darüber nachdenken, wie ich das nächste Mal Snape gegenüber treten sollte. Ich wollte es auf mich zukommen lassen, denn ich meine nur weil sein Schwanz in mir gesteckt hatte, hieß das ja nicht, dass sich was zwischen uns geändert hatte und Sirius, ich wollte versuchen nah an der Wahrheit zu bleiben und nur so gut wie fast alles zu verschweigen, wenn aber der Professor schon an meiner Mauer gescheitert war, so würde ich auch Sirius widerstehen können. So, genug über meine Entscheidungen getrauert. Ich hatte einen Lauf zu bestreiten, aber in weiser Voraussicht ging ich heute lieber zuerst duschen. Nach dem Joggen konnte ich ja nochmal runter hüpfen, da ich nicht wollte, dass der „Hund“ etwas roch was er nicht riechen sollte. Die Gefahr war mir zu groß.
Später in der Küche hielt ich mich an meiner Tasse fest wie an einer lebenswichtigen Medizin. Gott, oh Gott, tat es mir untenrum weh. Mussten diese beiden Männer so gut bestückt sein? Da konnte ich ja an nichts anderes denken, wenn es die ganze Zeit in mir so dumpf pochte. Unsere Runden hatten Sirius und ich gezogen.

Er hatte mich wie üblich unten erwartet. Dies war irgendwie ein schönes, tägliches Ritual geworden, danach sahen wir uns in der Küche wieder, auch die anderen kamen peu à peu herein getröpfelt. Erstaunlicherweise ging es allen heute recht gut nach der plötzlichen Erkrankung von gestern. Die einzigen, die heute unausgeschlafen und mit Kopfschmerzen auftauchten waren die Twins, was mich sehr erheiterte. Die Nacht hatte auch bei ihnen Spuren hinterlassen. Aber helfen konnte ich noch nicht. Der Trank würde erst von mir gebraut werden müssen, also verschwand ich relativ flott und verschanzte mich, las Ritas Exposé über eine Frau namens Dolores Umbridge, was interessant aber auch beunruhigend war. Sie war die erste Untersekretärin des Zaubereiministers Fudge! Sie hatte auch die Anti-Werwolf-Gesetzgebung von vor zwei Jahren zu verantworten, die es Remus nach Hogwarts fast unmöglich gemacht hatte einen neuen Job zu finden. Was von dieser Frau zu erwarten war, konnte nichts Gutes sein, angesichts der krassen Ansichten, die diese Frau gegenüber jeglichen „Mischwesen“ vertrat und ich hatte die grobe Vermutung, dass dies alle nicht reinblütigen Zauberer mit einschloss.

Offen anlegen sollte man sich mit ihr nicht, das hatte ich auch nicht vor. Menschen wie sie hatten immer Dreck am Stecken und man musste nur Geduld und Ausdauer haben, bereit zu sein diese Geheimnisse zu suchen und schon hatte man das perfekte Material, um sie erpressbar zu machen und für diese Aufgabe war ich doch prädestiniert. Ich blickte auf und sah in Sirius‘ ernste, graue Augen. Diesmal hatte ich ihn nicht gehört. Er musste sich leise angepirscht haben. Ups, da hatte einer gute Laune und er wusste noch nicht mal, dass ich mich prostituiert hatte und das auch noch mit Snape, seinem Hassfeind, dachte ich gehässig und fragte mich, was mich nun erwartete, denn wirklich freundlich wirkte er gerade nicht. Ich sah ihn versucht hart an und schluckte schwer. Er setzte sich derweil betont gelassen hin aber eine Welle von unterschwelliger Wut schien in den Raum mit ihm eingezogen zu sein.

„Was sollte das gestern?“, fragte er mit strengem Ton und schaute auch recht unnachgiebig. Oh, genau was ich nach vergangener Nacht brauchte, einen selbstgerechten Racheengel, der die armen Versuchskaninchen, die die anderen für uns gewesen waren, verteidigte. Toll, ganz toll!

„Nichts Schlimmes“, klimperte treuherzig mit den Wimpern, denn ich wollte gerade versuchen mit den Waffen der Frauen zu kämpfen. Seine Augen verdunkelten sich noch mehr, wenn dies möglich war und erinnerten an Schiefer. Schluck, was nun!

„Nochmal Hermione, ich bin weder ein Idiot, noch ein Kind. Wo bist du gestern mitten in der Nacht mit den Twins hin verschwunden und glaub mir, ich weiß, ihr seid erst sehr spät wiedergekommen und alle anderen lagen todkrank in den Betten und wenn ich daran erinnern darf, war auch euch dreien nicht gut. Was für Spielchen spielst du?“, ein saurer Sirius konnte durchaus beeindrucken, wie er hier so rumbrüllte, sein Gesicht in Wut leicht verzerrt, wie gut, dass ich den Raum immer schallschützte, sonst hätten wir jetzt einen Massenauflauf gehabt.

„Was willst du mir unterstellen?“, fragte ich betont ruhig, schloss die Akte, legte sie bedacht auf den Tisch und setzt mich aufrecht hin.

„Erstens habt ihr Harry, Ron und Ginny was gegeben, oder nicht?“, seine Stimme klang hart und kalt.

„Jaaa, haben wir!“, gab ich zu, denn hier würde ich mit einer Lüge nicht weit kommen, nur, dass er noch mehr austickte, denn sein Körper zitterte bedenklich vor unterdrückter Spannung. Seine Augen verschickten wütende, kleine Blitze in meine Richtung, die einschlugen. Nun hielt ihn nichts mehr auf der Couch, er sprang abrupt auf. In diesem Moment hatte er eine erstaunliche Ähnlichkeit mit seiner Animagusform. Er schnellte auf mich zu, stützte aggressiv seine Hände auf die Lehnen des Sessels links und rechts von mir und hielt mich so gefangen. Dann bückte er sich bedrohlich zu mir runter und ich folgte seiner Bewegung, indem ich mich instinktiv mehr und mehr in den Sessel zurücklehnte und ihn mit großen, kalkulierenden und abwartenden, aber keinen ängstlichen Augen anschaute.

„Was. Fällt. Dir. Ein? Sie krank zu machen, das ist kein Spaß!”, zischte er aufgebracht, böse. Er sah richtig wild aus. Mhmhmhm, lecker! Es machte ihn sehr attraktiv und lebendig. Ich hatte so einen Knall, aber am liebsten hätte ich mir vorfreudig über die Lippen geleckt. Irgendwie fand ich Sirius immer ansprechend wenn er temperamentvoll wurde.

„Beruhige dich Sirius, hast du nicht immer gesagt, ich bin die klügste Hexe, die du kennst? Wo ist dein Vertrauen? Die Twins und ich würden den anderen niemals schaden, Ehrenwort!“, erklärte ich in meiner unentspannten, gefangenen Haltung halb unter ihm begraben.

„Ach, und du glaubst, das macht es besser? Was sollte das? Was für einen Grund hattet ihr euch aus dem Haus zu schleichen und dafür alle lahm zu legen, das war doch der Grund, oder? Warum Hermione, was sollte das?“, schrie er immer noch aufs Höchste erregt und sehr wütend. Wow, der Mann hatte echt Feuer. „Und sag jetzt nicht du kannst es mir nicht sagen! Da draußen ist es gefährlich!“, er starrte mich wütend an.

„Das kann ich nicht, sorry, ist Angelegenheit der Twins!“, verteidigte ich mich entschuldigend, aber so gerechter Zorn gegen Sirius wollte nicht bei mir aufkommen, denn alles was er mir unterstellte hatte ich mit Sicherheit getan, wenn nicht sogar schlimmeres, zum Beispiel mit Snape Sex haben, wenn er das jetzt wüsste, würde er höchstwahrscheinlich im Dreieck hüpfen.

Er knurrte wütend auf. „Nochmal, was hast du mit den Zwillingen draußen gemacht?“, hörte er sich eifersüchtig an? Oder immer noch sauer wegen unserer Aktion die anderen flachzulegen? Ich wusste es gerade nicht!

„Bist du eifersüchtig?“, versuchte ich es mal wacker und stellte diese Vermutung auf. Da packte er mich grob an den Schultern, bohrte seine Finger schmerzhaft in meine Haut und schüttelte mich kräftig. „Ich bin kein dummer Junge, Hermione, mit dem du so einfach spielen kannst. Ich akzeptiere nicht, dass du aus mir einen Idioten machst!“, brüllte er zornig, also doch eifersüchtig, auf die Twins, oh wie süß, das war so nett, aber auch so falsch. Aber dem musste ich mal gleich entgegenwirken. Ich gehörte nur mir und dem, der am besten zahlte. Unsinn, mein kranker Humor kam immer in den schlechtesten Zeiten durch. Ich gehörte nur mir, keiner durfte sich anmaßen zu denken mich zu besitzen und vor allem sollte er nicht so für mich fühlen! Das ging zu tief, viel zu tief.

„Sirius, komm runter. Führe dich nicht so auf, du bist kein dummer Junge, auch wenn du dich gerade wie einer benimmst und zum Idioten machst du dich gerade selbst!“, wies ich ihn eisig zurecht und schaute ihn kalt an.

„Oh, so kommst du mir jetzt, komm ich der Wahrheit zu nah?“, zischte er giftig, dabei hielt er mich immer noch schmerzhaft umklammert.

„Zum Teufel, nein, was denkst du von mir? Ich kann dir versprechen, nein sogar schwören, ich habe nichts mit den Twins am Laufen, wenn dich das treibt!“, fauchte ich ihn nun doch böse an. Hatte ich nicht schon einmal gesagt, dass ich es hasste mich zu rechtfertigen?

„Oh gut, soll ich dir das mit den Twins wirklich glauben, aber ich denke, ich höre da so einen Unterton… wenn nicht die Zwillinge, dann jemand anderes. Ich lass mir keinen Bären aufbinden“, knurrte er immer noch wütend auf und schaute sehr wild mit seinen Haaren aus, die ihm wirr ins Gesicht fielen.

„Ahrr, ich bin dir keine Rechenschaft schuldig!“, schrie ich nun erregt auf, denn er ging zu weit, entschieden zu weit. „Das glaubst auch nur du!“, brüllte er nun bösartig, da er sich nun bestätigt fühlte, in seinen berechtigten Zweifeln mir gegenüber. Er drückte mich nun mit seiner Rechten, die er plötzlich auf meine Brust legte, unsanft in den Sessel und legte provozierend grob seine linke Hand über meine Scham. Er zwang sich zwischen meine Beine, drückte sie mit seinen Knien brutal auseinander und umfasste sie durch den Stoff meines Kleides.

„Solange ich es dir besorge, gehört das auch mir, verstanden?“, grollte er dunkel, dann bewegte er fest seine Hand hin und her. Ich starrte ihn völlig perplex an. Das hier war Sirius! Oh Mann, das mit Snape durfte er niemals erfahren, so verrückt wie er grad aussah.

„Das sind meine Spielregeln! Keine anderen, verstanden, Hermione?“, fuhr er weiter hart fort. Tja, also die Ansage kam zu spät, mein Lieber, das würdest du nur nie erfahren, denn so bescheuert ihm das zu erzählen, wäre ich nie.

„Sirius, nimm deine Pfoten von mir, wenn du so weiter machst, kannst du es dir bald selbst besorgen. Ich habe keine Angst vor dir. Für mich gab es und wird es nie Regeln geben. Was ist mit dir los? Was hab ich getan, dass du so reagierst, so zweifelst?“, fuhr ich ihn brüsk an, aber vor allem tat das auch weh was er da tat und er ging eindeutig zu weit, unter Anbetracht, dass ich ihm gesagt hatte, dass da nicht mehr zwischen uns war. Ihn so anlügen und zu beteuern, dass ich mit anderen keinen Sex hatte konnte und wollte ich nicht so recht, denn so verlogen schien nicht mal ich zu sein, aber was sollte ich tun? Mir blieb mal wieder keine andere Wahl. Mittlerweile war meine Moral sehr dehnbar, vergleichbar mit einem Gummiband.

„Bitte…“, er ließ wütend von mir ab, Göttin sei Dank, und stieß sich ab, stapfte rauchend im Raum auf und ab. Ich zog mich aus den Tiefen des Sessels wieder in eine sitzende Position.

„So, wie ihr drei euch rausgeschlichen habt, was habt ihr getan… wenn nicht miteinander gevögelt?“, fauchte er nun fast und sah mich leidend, fragend an aber mit unterdrückter Aggression.

„Also Sirius bitte, meinst du nicht, wenn ich mit den beiden hätte schlafen wollen, dass ich das nicht auch hier hätte tun können?“, fragte ich todernst und verschränkte meine Arme vor meiner Brust. Was mir einen entsetzten, bösen Blick von ihm einbrachte. Was echt, das war doch nur die Wahrheit! Wenn ich wollte, würde ich mit ihnen hier schlafen!

„D... das meinst du jetzt nicht ernst, du… also wenn hier noch jemand wäre mit dem du gern Sex haben möchtest, würdest du es auch hier unter meiner Nase tun?“, sein Gesicht zeigte völliges Erstaunen und er fuhr sich fahrig durch seine Mähne.

„Äh, ja…“, erwiderte ich wortkarg.

„… das hätte ich jetzt selbst dir nicht zugetraut!“, meinte er rau und sah betroffen aus. Tja, bis gestern Nacht hätte ich mir auch nicht zugetraut einen auf Hure zu machen, was für Überraschungen das Leben doch bereithielt, blieben meine Emotionen erstaunlich arm, somit blieb ich stumm und er lief immer noch erregt auf und ab.

„Ok, das heißt dann wohl ihr seid wirklich wegen was anderem abgehauen?“, fragte er jetzt wieder hoffnungsvoll nach. Ich nickte ihm wortlos zu.

„Ja, aber wenn du was wissen willst, frag Fred und George, denn wenn sie es dir sagen, ist es in Ordnung, wenn nicht, akzeptiere es bitte, es ist allein ihre Angelegenheit“, erklärte ich ihm, dass ich nichts dazu sagen würde.

„Trotz deiner schockierenden Aussagen… ich glaube dir, dass du die Twins nicht vögelst und das andere krieg ich schon noch von ihnen raus“, bot er plötzlich großzügig an und da sah man wieder das wankelmütige Temperament des ehemaligen Rumtreibers.

„Tja, danke aber auch ich möchte nur klarstellen, dass ich dir nicht gehöre, mein Lieber!“, kam ich noch mal bestimmt auf seine Besitzgier zurück, die mir gar nicht passte.

„Ach, dann hättest du also nichts dagegen, wenn ich noch mit einer anderen schlafen würde?“, fragte er diesmal provokant und lauernd.

„Mhmh, hab noch nicht darüber nachgedacht…“, erklärte ich überlegend und ich legte den Kopf schief und dachte nach, versuchte es mir vorzustellen, als ein protestierender, lauter Ausruf mich unterbrach.

„… das meinst du jetzt nicht ernst?“, echote er sehr ungläubig und sackte kraftlos auf der Couch zusammen.

„Bitte Sirius, wir werden nicht heiraten“, erwiderte ich lapidar. In solchen Gefühlsdingen war ich immer sehr rational und es kam mir gerade so vor, dass ich für Abstand sorgen musste, damit Sirius nicht auf dumme Gedanken kam.

„Nein, das nicht, aber dass du da so sein kannst. Doch nochmal zurück, was fällt dir ein Harry so böse mitzuspielen!“, wiegelte er schnell ab und da blitzte es schon wieder stinksauer in seinem Blick auf.

„Da darfst du auch zu den Twins gehen, waren ihre Produkte, die sie getestet haben. Nasch-und-Schwänz-Leckereien. Als Rumtreiber müsstest gerade du die Genialität dahinter sehen und ich kann dir versprechen, dass Harry die nächste Zeit nichts zu befürchten hat“, erklärte ich böse und zog mir den Schuh echt nicht an.

„Was…?“, fragte er verblüfft.

„Geh zu den Twins, sind in ihrem Zimmer. Ich denke, wir haben das geklärt, ich muss bald los“, meinte ich recht kalt und griff zu der Akte auf dem Tisch.

„Das war’s? Du hakst das einfach so ab?“, erkundigte er sich ungläubig.

„Ja, was soll ich denn machen? Wir haben unsere jeweiligen Standpunkte klargemacht“, erwiderte ich schulterzuckend.

„Was bedeutet das jetzt?“, fragte er weiter und hob verzweifelt seine Arme in die Höhe.

„Was schon, wenn es sonst keinen weiteren Ärger gibt, würde ich vorschlagen alles bleibt so wie bisher, wir ficken weiter, oder willst du nicht mehr?“, provozierte ich ihn grinsend.

„Okay, … doch schon … aber…“, er stottert leicht, schien noch nicht ganz so alles begriffen zu haben.

„Na, dann bis heut Abend, wie immer“, verabschiedete ich mich lässig und lächelte ihn sanft und souverän an. Als die Tür hinter ihm ins Schloss fiel, sackte ich zusammen. Puh, ein wütender, saurer Sirius war ein Tornado, verdammt aber auch, dass er leider nicht dumm war. Er hatte viel erraten und erspürt und dass ich ja gestern mit jemand anderem zusammen gewesen war, das hatte er sich nicht eingebildet. Ich stöhnte und rieb mir mit beiden Händen über mein müdes Gesicht. Wenigstens musste ich mir über meine schauspielerischen Fähigkeiten keine Gedanken machen. Ich hatte die Ruhige und Souveräne sehr überzeugend gespielt, wo er mich überrumpelt hatte war seine besitzergreifende Art und wie er mir dies handgreiflich klargemacht hatte, so vulgär hatte ich ihn nicht eingeschätzt. Ich schüttelte mich, so als würde ich Dreck abschütteln und machte mich dann fertig, denn ändern konnte ich an der Situation nichts, nur das Beste daraus machen.

Nach dem Training kam mir ein strahlender Sirius entgegen, der mir gut versteckt im Flur, einen wagemutigen Kuss auf den Mund hauchte und mich mit einem intensiven Hundeblick um Verzeihung bat. Ich weiß ja nicht, was ihm die zwei roten Teufel erzählt hatten, aber es schien Sirius Einstellung grundlegend geändert zu haben, denn er war zahm wie ein Hundewelpe und sehr aufmerksam. Ich holte mir die Infos noch schnell nach dem Abendessen von Ihnen. Sie erzählten mir, dass ein stinkwütender Sirius in ihr Zimmer gefegt gekommen war und sie knallhart gefragt hatte, ob sie mit mir schliefen. Als erstes waren sie perplex, was dies Sirius anginge aber über seine offensive Art waren ihnen beinahe die Augen aus dem Kopf gefallen, denn eigentlich hatten sie gestern Abend ja durchaus mit mir oder anders gesagt, mit meinem Körper geschlafen.

Da sie in ihrer schnellen Auffassungsgabe erkannt hatten, dass Sirius warum auch immer total eifersüchtig war und er anscheinend mein aktueller Liebhaber war, gut dafür bedurfte es nach diesem Auftritt keines Genies, wurde ihnen klar, dass sie ihm auf keinen Fall alles erzählen durften und so hatten sie eine halbwahre Geschichte gesponnen. So hatten sie sich entschlossen, Sirius, nachdem er ihnen Stillschweigen geschworen hatte, in ihr Geheimnis einzuweihen und bekannten Farbe und erzählten, was ich gestern für sie arrangiert hatte. Sie hatten ihm tatsächlich erzählt, dass sie seit Jahren ein Paar waren, um genauer zu sein, seit dem Ende meines vierten Jahres und somit schwul, aber sie hatten testen wollen, ob einer von ihnen vielleicht auch auf Frauen stand und da sie bisher immer nur miteinander geschlafen hatten, wollten sie ihren Horizont erweitern, aber auch das nur miteinander. George hatte in Hogwarts seine ersten Gehversuche nämlich mit Frauen gestartet, aber er hatte nie den endgültigen Schritt gewagt, dafür hatte er oft die Mädchen von Haus zu Haus gewechselt aber Fred, der hatte es eben nie auch nur im Ansatz mit einem weiblichen Wesen versucht. Fred war von Anfang an auf die Männer fixiert gewesen und war hierbei wesentlich forscher unterwegs als sein Bruder.

Und jetzt hatten sie alles Sirius erzählt. Sie hatten nicht verschwiegen, dass ich ihnen eine Prostituierte besorgt hatte, die mit ihnen gestern Spaß gehabt hatte, dass diese zum guten Schluss mein Ebenbild geworden war, hatten sie aber wohlweislich verschwiegen und auch über meinen Verbleib hatten sie nichts gesagt.

„Du schläfst mit Sirius. Mann, ich fass es nicht, du bist wahrlich immer für eine Überraschung gut, das hat mich … uns mal wirklich kalt erwischt, seit wann?“, schossen sie da auf mich ab und wirkten total aufgekratzt und hibbelig.

„Ein paar Tage, nachdem ich hier her kam“, antwortete ich betont gelassen.

„Wow, ich sag’s doch, du hast es echt drauf. Erstens bist du echt schnell und zweitens, er ist heiß!“, die Twins mussten es ja wissen, welcher Kerl hot war und welcher nicht und so leckte sich Fred genießerisch über die Lippen.

„Wie ist er so… hmhm lecker… ist er so gut… ausgestattet wie ich denke, dass er es ist?“, fragte er eifrig und wenig taktvoll. War klar, dass diese Frage von Fred kam.

„Oh, ihr seid mir zwei Teufel, aber ja, er erfüllt alle Voraussetzungen und nein, er ist nicht schwul und wenn ihr euch jetzt noch einen Dreier mit einem Mann wünscht, verwünsche ich euch!“, drohte ich gespielt böse und grinste sie breit an.

„Hey, sei mal nicht so, man darf dich doch wohl noch um dein Betthäschen beneiden“, meinte Fred indigniert. „Und an was du schon wieder denkst, also mir kommt kein zweiter Mann ins Bett!“, erklärte er pikiert und hielt den Zeige- und Mittelfinger seiner rechten Hand wie zum Schwur hoch.

„Eh, was denkst du? Mir auch nicht. Als Mann reicht mir der Karottenkopf hier vollauf!“, scherzte George gemein und grinste verwegen, die zwei waren ein herrliches Paar.

„Ich gratuliere dir aber zu der Entscheidung. Ich find ihn besser als Krum“, bescheinigte mir George und Fred nickte zustimmend. So verließ ich sie bald, da Sirius mich ja erwartete. Die Versöhnung, die mir Sirius bescherte, war wunderbar, sanft, zärtlich und er konzentrierte sich sehr auf mich. Ich merke mal an, dass ich ihm dafür meinen tiefsten Dank ausgesprochen hätte, denn eine weniger zärtliche Begattung hätte meine stark mitgenommene und doch heftig beanspruchte Weiblichkeit wirklich nicht mehr vertragen, aber es erinnerte mich auch daran, dass er sich an sich für nichts entschuldigte, aber das würde er nicht erfahren. Die nun folgende Zeit verlief wie im Fluge.

Ich kam mit den Büchern gut voran, das Waffentraining wurde härter, aber ich immer besser. Die Tränke und Salben gelangen auch alle, besser hätte die Arbeit nicht laufen können. Meine Tage waren erfüllt mit meinen Aufgaben und Projekten, die zu meiner vollen Zufriedenheit liefen. Auch mit Sirius lief es wieder fantastisch. Wir hatten jeden Abend Sex. Ich glaube Sirius war seit Jahren nicht mehr so gut gelaunt gewesen wie in dieser Zeit. Auch verbrachte ich einige schöne Stunden mit Harry, Ron und Ginny beim gemeinsamen Spielen und Ratschen. Ich wusste nicht was Harry anders machte, aber er schaffte es immer mich zu integrieren und wo ich mich davor so fehl am Platz gefühlt hatte, eine Nische für mich zu schaffen, in der ich mich wohlfühlte.

Doch bald würden die Ferien vorbei sein.

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beta
Fairy Dust

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