Zweiunddreißigste Scherbe [01.02.] »Relativierung«

Relativierung

Wolken zieh’n vorüber mir,
Wetterstürme mich umranken,
bin mal fern, dann wieder hier,
bin mal Mensch, dann wieder Tier,
und dabei stets in Gedanken.

Worin misst sich fremdes Urteil
in der Emotionen Saat,
wo versteckt sich’s Seelenheil
an dem langen Schicksalsseil;
tief hinab führt jener Pfad.

Denn, wo Dunkel uns nur blendet,
irren wir in Träumen fern;
fantasieren, was verendet,
wenn die Fremde uns verpfändet;
und verlieren uns dort gern.

Wo dann Licht uns übermannt,
überflutet Gischt und Freude
unser Chaos, doch wer fand
je darin, was ihm bekannt,
ihm das Dunkel dann verleide?

Optimisten, Pessimisten,
aller Ende stets doch naht;
Glück und Pech auf langen Listen,
seelisch eingepackt in Kisten,
bloß ein Echo unsrer Tat.

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