Zweiundzwanzigste Scherbe [22.01.] »Musik«

Musik

Das Leben, es spielt
auf der Harfe des Schweigens,
schafft Raum und dann stiehlt
es die Zeit dafür eigens.

Das Leben, es spielt
auf der Flöte, dem Regen,
schafft Liebe und stiehlt
das Herz dann deswegen.

Das Leben, es spielt
auf der Trommel der Schmerzen,
schafft Trauer und stiehlt
dann die Liebe dem Herzen.


Das Leben, es spielt
auf der Geige, dem Warten,
schafft Ruhe und stiehlt
dann die Hektik dem Garten.

Das Leben, es spielt
ein Orchester des Wandels,
es schenkt uns und stiehlt
während ewigen Handels.

Der Tod, jener spielt
uns das Ende der Zeit,
schafft Raum und dann stiehlt
er die Harfe,
die Flöte,
die Trommel,
die Geige,
bis er uns dann befreit.

Comments

  • Author Portrait

    Das Gedicht ist wunderschön, aber ich würde das Wörtchen "stiehlt" durch "nimmt" ersetzen. Stehlen hat so einen diebischen Beigeschmack!

  • Author Portrait

    Fantastische Bilder! Ich persönlich betrachte das Leben allerdings nicht (mehr) als Dieb, trotz vieler Verluste, denn das würde mich in die Opferrolle zwängen.

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