14. Schmerz in Leib und Seele

Langsam kam ich zu mir, mein ganzer Körper schmerzte, mein Hals brannte besonders. Jede Bewegung war unangenehm, nie hatte ich solche Schmerzen verspürt.
Ich öffnete langsam die Augen, selbst das tat weg, jede Bewegung wurde zu einer Überwindung. Ich musste öfter blinzeln, damit ich endlich ein klares Bild vor Augen sah. Ich hörte verzerrte Stimmen.
Wo war ich? Langsam dämmerte es mir. Samuel hatte jemanden verletzt. Ich war gelaufen und dann ... Schwarz. Ich war gestorben. Dieses Ding, mein Hals. Mein Puls beschleunigte sich. Ich schluckte schwer, meine trockene Kehle zeriss fast, so staubtrocken war sie. Meine Gedanken liefen im zickzack, konnten nicht zuordnen, wann was geschehen war. Doch da war etwas?
Etwas Bekanntes.
Ein Tier.
Ein Wolf.
Die glitzernde Wolke und das Tier. Nein ich hatte Ian gesehen oder beides? Ich war verwirrt. Es lag alles in einem Dunst aus Nebel. Langsam wurden die Stimmen klarer.
„Und wenn die wieder ausflippt?“, die Stimme klang gereizt.
„Das wird sie nicht.“ Samuel verteidigte mich ...
„Das hoffe ich für dich.“ Das war eine weibliche Stimme. Alex?
„Du solltest es nicht allein tun.“ Diese Stimme war mir unbekannt.
„Sie wird niemandem vertrauen.“ Sam, vertrauen? Sicherlich nicht.
„Es ist unwichtig, du hast sie gebissen. Sie hat keine Wahl.“ Das war Gideon. Gebissen? Ich blinzelte erneut. Nun wurde mir klar, wo ich lag, in seinem Bett! Gerade jetzt wäre ich am liebsten überall, nur nicht hier. Selbst die Hölle wäre eine Option, die weit besser zu dem Augenblick passte!
Meine Finger fuhren über das Laken zu meinem Hals. Ein Verband. Abgesehen davon, tat mir der ganze Körper weg.
Gebissen? Sam hatte mich gebissen, reichte das eine Mal nicht!?
„Sie ist wach.“ Woher wusste Sam es? Ich richtete mich schlagartig auf, als die Schiebetüren geöffnet wurden. Wie zur Hölle hatte er das bemerkt?
Wut entfachte sich in mir, mein giftiger Blick traf Samuel. Er hatte sogar die Eier Wütens auszusehen! Hinter ihm standen einige andere, dessen Gesichter ich nur flüchtig kannte. Auch Alex, Ian und Gideon waren dabei. Ich blickte sie einen nach den anderen an, mit anklagendem Blick fixierte ich sie alle. Mörder, jeder Einzelne! Sollten sie versuchen mich um die Ecke zu bringen, ich würde zeigen, wer hier wen biss!
Samuel trat ans Bett heran. So schnell wie vor Stunden, war ich aus diesem raus und an der Wand. Mehr Entfernung ging nicht zwischen mir und ihnen.
Er blieb umgehend stehen, es verletzte ihn. Der Schmerz war klar in seinen Augen zu sehen. Es war mir recht, sollte er den gleichen Schmerz fühlen, wie der Mann den er fast ermordet hatte!
Damit war es endgültig vorbei. Ich würde ihn nie wieder in meine Nähe lassen, zu sehr blutete mein Herz.
Wie konnte ich so jemanden lieben? Geschweige denn so jemanden an meiner Seite wissen? Er war ein Monster! Angst war eins der netteren Gefühle, die ich ihm entgegenzubringen hatte. Mein Körper begann erneut zu zittern, ich wollte nach Hause und das alles nur vergessen. Schnell vergessen.
Samuel blickte zurück, die anderen entfernten sich. Er atmete tief durch, stieß sich von den Türen ab und setzte sich auf das Sofa. Er deutete auf den Sessel ihm gegenüber. Den Teufel würde ich tun!
Ich kam zögerlich ins Wohnzimmer, sah mich genau um und blieb an der hintersten Wand stehen. Einige weitere Schritte von ihm entfernt. Es herrschte ein Chaos im Flur. Was wohl meine Schuld war, der Schrank war in zwei. Er blickte hinaus, als müsste er sich sortieren.
„Ich wollte nicht das es so passiert.“
„Was, das ich erfahren was du bist? Dass ich mit einem Psychopaten schlafe? Oder warte, ist es jetzt wieder meine Schuld?“ Er blickte mich an. Seine Augen funkelten vor Zorn, seine Kiefer knirschten vor Druck. Doch da war noch etwas anderes, er war verletzt. Meine Worte verletzten ihn.
„Du kannst es nicht verstehen.“
„Ich will es nicht verstehen!“, unterbrach ich ihn. „Ich will nicht wissen, was in eurem kranken Hirn abgeht! Ich will einfach nur, dass du so weit von mir fern bleibst, wie es nur geht!“ Er wurde blass. „Eines Samuel kannst du mir glauben. Wenn ich gleich aus dieser Tür trete, wirst du mich nie wieder sehen. Dafür sorge ich. Denn was auch immer ihr hier macht, ich will nichts damit zutun haben. Eher würde ich sterben.“ Es war mir egal, ob sie mein Ende einleiten würden oder ob Samuel mir auch den Rest meines Herzens nehm. Ich wollte nur weg von ihm und seiner Bande. Weg von allem und vergessen. Es war egal, was passiert war, egal was es für Gründe gab. Ich hasste ihn nur.
„Nida, es ist nicht so einfach, wie du dir das vorstellst.“ Er war sauer, sicherlich würde er jeden Moment platzen.
„Womit habe ich das verdient?“, fragte ich ganz ruhig. Es war wohl so weit, ich war am Ende und konnte meine Gefühle nicht mehr kontrollieren.
Sein Gesicht veränderte sich, die Wut verblasste. Was zurückblieb, verletzte mich, es war leid, das ich auslöste. „Wenn ich eines von dir weiß, Samuel, dann das, dass du ein Rätsel bleiben wirst und mir nichts erklärst.“ Ich wollte nur weg, weit weg. Ohne weiter stillstehen zu können, nahm ich meine Schuhe, ich konnte ihn nicht mehr ansehen. Wollte es nicht mehr. Ich schritt zur Tür, wobei jeder Schritt schmerzliche Erinnerungen enthüllte. Ich zögerte nicht einmal, als ich die Tür hinausging und die Treppe hinab. Ich konnte seinen Schmerz nicht ertragen, warum auch immer. Ihn leiden zu sehen zeriss mich, was jetzt nur nicht mehr von Bedeutung war. Ich musste mich selbst retten, mich selbst zurück in die Realität begeben.
Ich wurde von vielen Augenpaaren beobachtet. Es war kein Hass oder misstrauen den ich beobachten durfte. Es war Trauer. Langsam und schmerzerfüllt zog ich mir die Schuhe an. Ich hatte es nicht einmal eilig. Ich würde nicht laufen, auch wenn ich panische Angst hatte. Ich würde einfach gehen. An der Metalltür angekommen zögerte ich einen Moment. Es würde das letzte Mal sein, es war so klar wie nichts anderes.
Mit einem Ruck war sie auf und ich trat hinaus. Die Nacht war kalt, kühlte meine schmerzenden Glieder. Als dir Tür zufiel, konnte ich mich nicht annährend so gut beherrschen wie zuvor.
So schnell ich konnte, lief ich humpelnd zum Auto und fuhr fort. Das Gaspedal war fast die ganze Fahrt durchgedrückt. Ich wollte gleich verschwinden, bevor er es sich wieder anders überlegte.
Ich atmete tief durch und zwang mich nach Hause zu fahren. Ich durfte nicht überreagieren, immerhin hatten sie mich gehenlassen.
Zuhause angekommen schloss ich alles ab. Am liebsten hätte ich die verbarrikadiert!
Mein ganzer Körper zitterte, was war nur los? Ich riss an dem Verband und lief wie eine Verrückte zum Spiegel. Ich betrachtete meinen Hals, der Biss war fast verheilt. Man konnte dem Fleisch fast beim heilen zusehen. Das Zittern wurde heftiger, Nervenzusammenbruch? Es musste einer sein.
Ich konnte kaum noch gehen so schlimm wurde es. Ich versuchte wenigstens meine Hände zu beruhigen, um jemanden anzurufen. Ich war nicht mal in der Lage nach dem Telefon zu greifen. Also schmiss ich mich einfach auf den Boden. Ich blieb so liegen, wie ich gefallen war. Es musste erst nachlassen, der Schock musste abklingen. Erst jetzt realisierte ich, wie dämlich es gewesen war zu fahren. Ich hätte bereits Tod sein können.
„Verflucht.“ Ich lag so da mit einem unkontrollierten Körper, darauf wartend das diese Anfälle an Intensität verloren. Ich dachte darüber nach, meine Situation jemandem zu erzählen, vielleicht meiner Mutter oder Kathy. Eine Sperre breitete sich in mir aus. Mir viel ein, was eben noch gesagt wurde, ich hatte keine Wahl, der Biss? Mein Herz begann wie wild zu poltern, ich richtete mich auf. Ich war gefangen! Gefangen in mir selbst! Ich spürte, dass ich in mir nicht länger alleine war, dort war etwas, etwas in meinem Kopf! Mir kam zu bekannt vor.
Samuel!
Wie konnte das sein? Das Zittern wurde wieder schlimmer, ich ließ mich wieder sinken.
»Ich kann dir helfen.« Seine Stimme war so klar, als stünde er gleich vor mir. Dabei war sie nur in meinem Kopf!
»Verschwinde!« Damit schlug ich die Türe zu. Er war immer noch dort, es war nicht möglich ihm eine Tür vor der Nase zuzuknallen. Ich wurde wütend. Das Zittern verschwand, somit kam ich wieder auf die Beine.
„Schmutzig!“, schrie ich mein Haus an. „So schmutzig!“, ohne es wirklich zu realisieren, begann ich penibel das ganze Haus zu schrubben. Trotz, dass mein Körper bei jeder Bewegung schrie und jauchzte. Ich konnte kaum auftreten, was mich nicht abhielt. Es musste ein Nervenzusammenbruch sein.
Ich versuchte krampfhaft nicht zu weinen, mich nicht gehenzulassen. Also konzentrierte ich mich auf den meiner Meinung nach Meter dicken Schmutz. Stunden saß ich da und schrubbte Löscher in die Möbel und Böden. Als es begann hell zu werden, hörte ich die Tür. Ich sah auf, meine Mutter war bleich. Sie ließ geschätzte hunderte Eikaufstüten fallen.
Stimmt ... Ich hatte ihr gesagt, was ich vorhatte. Es ich es mit diesem Mann beenden wollte. Alles kam schlafartig wieder hoch. So sehr ich auch versucht hatte meine, Seine und jede Seele zu reinigen, es war kläglich gescheitert. Ohne Vorwarnung brach ich in Tränen aus. Alles ihre Schuld!
Ich spürte, dass er in der Nähe war, er litt, weil ich litt. Ich spürte, wie sich zwei warme Arme um mich legten. Meine Mutter nahm mich in den Arm und tröstete mich. Sie sagte kein einziges Wort, war einfach nur da. Weinte mit mir. Genau das, was ich brauchte.
Sie fing mich auf, ich konnte nicht weiter in dieses schwarze Loch fallen, was einst mein klarer Verstand war. Irgendwann hörte es von alleine auf, auch wenn ich noch genug im Tank hatte. Hörte es einfach auf zu fließen. Es war die Gegenwart meiner Mutter, die Geborgenheit die mir half, wieder auf die Beine zu kommen. Sie ließ leicht von mir ab und nahm mein Gesicht in ihre warmen Hände.
„Was hat er dir angetan?“ Sie strich mir über mein zerzaustes Haar. Was hätte ich nur ohne sie getan? Die Flasche Bleichmittel hinuntergestürzt?
Wahrscheinlich.
So verloren hatte ich mich noch nie gefühlt. Sie half mir hoch und setzte mich auf das Sofa, eine Decke folgte, die sie um meine Schultern legte. Ich konnte ihr nicht sagen, was er mir angetan hatte. Abgesehen davon, dass ich aussah, als wäre ich unter einen Rasenmäher gekommen, fühlte ich mich einfach nur leer.
„Schatz was kann ich tun?“ Sie begutachtet die Wunden an meinen Händen, die schon viel besser waren als noch Stunden zuvor. Auch der Fuß war nicht mehr so dick und schmerzte schon viel weniger.
„Ein neues Leben wäre schön.“ Ich sah zu Boden.
„Was ist passiert? Was hat dieser Mann dir angetan?“ Mein Puls raste wieder. Ich wollte es ihr sagen, unbedingt sogar, doch er hielt mich ab.
„Ich - ich kann nicht“, schluchzte ich und legte mein Gesicht in die Hände.
„Maus du kannst mir alles sagen, wenn er dir wehgetan hat ...“
„Das ist es nicht, er hält mich ab!“
„Wer?“
„Ich kann es dir nicht sagen!“
„Maus ...“
„Ich kann nicht!“, Tränen rannten mir die Wange hinab. Ich zerbrach vor ihr, erstickte fast bei dem Versuch an Luft zu gelangen. Die Beklemmung wurde immer schwerer zu ertragen. Ich fühlte mich eingesperrt und allein. Ich wusste nicht, wann ich mich zuletzt so allein gefühlt hatte.
Meine Mutter nahm mich mit dem Versuch in die Arme, mir helfen zu können. Versuchte mich zu beruhigen. Ich war so verzweifelt, drehte durch, es war kaum noch zu ertragen.
Plötzlich ließ es von mir ab, als wäre eine Hand um meinen Hals verschwunden, bekam ich Luft. Was auch immer mich aufhielt, war fort. Samuel war weiterhin dort, er hatte sich kein Stück bewegt. Doch wie es schien, erlaubte er mir zu reden. Ich packte meine Mutter.
„Er heißt Samuel.“ War das Einzige, was ich hervorbrachte, sie musste lachen.
„Was?“, fragte ich sie leise, kläglich.
„Schatz, das ist wirklich kein Grund, so aufgelöst zu sein. Welchen Namen hättest du denn lieber für ihn?“, scherzte sie um mich aufzumuntern und die bösen Wolken zu vertreiben. Ich musste lachen. Es heiterte mich auf.
„Willst du es mir wirklich nicht verraten?“ Sie tätschelte mein Bein, es brannte noch höllisch, auch wenn es nicht mehr ganz so schlimm wie am Anfang war. Was passierte nur mit mir?
„Ich war dort.“
„Und?“
„Zuerst lief es gut. Ich dachte, wir hätten einen Durchbruch geschafft, er sagte Dinge.“
„Die dich glücklich gemacht haben.“ Ich hätte es nicht so ausgedrückt, aber sie hatte recht. Ich nickte.
„Dann war er fort, wie so oft. Als ich wieder aufwachte. Ging ich hinaus, um zu gehen oder ihn zu suchen, ich weiß es nicht mehr. Ich war wütend. Ich weiß nicht recht, was ich wirklich wollte. Und dann, dort draußen ...“ Ich schluckte schwer. „Mam, sie haben einem Mann wehgetan. Er blutete und - und er war halb Tod!“ Mir kamen erneut die Tränen, sie nickte nur und atmete tief ein. Sie wollte wohl ruhig bleiben. Doch die Panik stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Als sie mich bemerkten ...“
„Kind was haben sie dir angetan?“ Sie wurde bleich.
„Ich bin zurück in die Wohnung und hab die Tür abgeschlossen. Es gab keinen Ausweg, aus Panik sprang ich den Balkon hinab.“ Ich zeigte ihr die Hände, sie sahen fast nicht mehr verwundet aus. „Ich lief fort in den Wald. Ich hatte solch eine Angst, nicht vor dem, was sie mir antun könnten. Vor Sam. Sie waren hinter mir her, also versteckte ich mich.“ Die Erinnerung war kaum zu ertragen. Ich schluchzte.
„Kind.“ Meiner Mutter standen die Tränen in den Augen, sie hatte Angst und machte sich fürchterliche Sorgen.
„Ich wurde angegriffen.“ Sie wurde bleich. „Nicht von ihnen. Es war jemand dort. Er schlug mich nieder ...“ Sollte ich ihr von dem Monster erzählen? Wohlmöglich nicht. „Ich habe stark geblutet und ich wurde schwach. Das Letzte, was ich sah, war Sam, irgendwie war er nur ein Schatten aber ... Ich glaube, er wollte mir helfen“, gestand ich und wurde ganz ruhig. Die Tränen erstarben, ich war plötzlich so gefasst. Ich lebte, sie hatten mich gerettet. Wieso?
„Und danach?“
„Ich wachte auf, bei ihm. Sie waren alle da und Sam hat versucht ...“ Langsam fühlte ich mich schrecklich, hatte ich überreagiert? „Er wollte es mir erklären. Ich sagte ihm, er würde mich nie wieder sehen und ging. Ich hatte Angst und wollte einfach nur weg.“ Ein herzliches Lächeln breitet sich auf ihrem Gesicht aus. Sie nahm mein Gesicht in ihre Hände. Lachte sogar erleichtert auf.
„Mein Dummbeutel!“
„Mam?“
„Du hast mir solch eine Angst eingejagt, dieser Mann hätte dir etwas getan Kind. Dabei hat er dich beschützt und dich vor diesem Anderen gerettet. Du bist so ein temperamentvolles dummes Ding.“ Nicht ihr ernst? Auf welcher Seite stand sie. Ich presste die Kiefer aufeinander.
„Du vergisst, sie haben einen Mann -“
„Ja Nida“, unterbrach sie mich. „Das haben sie und wieso?“
„Ich weiß es nicht.“
„Genau, du weißt es nicht. Es könnte einen Grund geben, vielleicht auch nicht. Ist das jetzt wichtig? Ich glaube fest daran, dass er es dir gleich erklärt hätte, hättest du ihn gelassen. Es ist nicht die Frage, dass es nicht richtig ist, aber vielleicht gibt es eine gute Erklärung, die nicht weiß oder Schwarz ist. Was meinst du, warum er dir zu Hilfe gekommen ist?“
„Ich weiß nicht.“
„Wieso sollten sie sich um ein Problem kümmern, statt es bequem beiseitegeschafft zu bekommen?“ Ich nickte, sie hatte recht. Diese Frau namens Mutter hatte mal wieder vollkommen recht. Es ergab alles keinen Sinn. Nicht so wie ich es mir zusammen gedichtet hatte.
Ich spürte, dass Samuel näher kam. War er wirklich in der Nähe oder wollte ich nur das er hier war? „Schatz weißt du, warum du hier sitzt?“ Ich schüttelte mit dem Kopf. „Weil du Angst hast. Angst davor, was passieren könnte, wenn es ernst wird. Wenn du erfährst, dass der Mann nicht so ist, wie du ihn dir gerne vorstellst. Er mag dich, da glaube ich fest dran und du magst ihn. Sehr sogar. Wärst du sonst so aufgelöst?“ Ich blickte sie an, sie hatte recht. Meine Gefühle waren mit mir durchgegangen, nicht dass ich nicht auch zum Teil recht hatte. „So etwas nennt man Liebe, mein Schatz.“ Ich fühlte mich wieder wie ein kleines Kind, dem man das Leben erklären musste. Lehrstunde bei Mutti. Was mich dazu brachte, mich scheußlich zu fühlen. Mein Verhalten war eine Katastrophe, ich hatte keinen kühlen Kopf bewahrt, ich war vollkommen durchgedreht!
Sie schloss mich in die Arme, wieso hatte diese Frau nur immer recht.
„Lass dir bitte Zeit Schatz. Überlege, was das Richtige für dich ist.“ Ich gab ihr einen Kuss auf die Wange. Was hätte ich nur ohne sie gemacht? Bleichmittel geschluckt?
„Und wenn alles dann geklärt ist ... Na ja, vielleicht kommt ihr Mal zum Essen vorbei?“
„Ich bitte dich.“ Welche Vorstellungen hatte diese Frau? Ich sagte ihr, dass er Leute niederschlägt und sie wollte ihm zum Essen einladen!
„Ich hab dich lieb mein Schatz.“
„Ich hab dich auch lieb.“
„Jetzt solltest du wirklich was essen, du siehst bleich aus.“ Mam stand auf und ging in Richtung Küche. Das Richtige. Wenn ich nur wüsste, was das Richtige war.

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